Hundejahre in Menschenjahren Dieser Artikel ist tierärztlich verifiziert

Hundejahre in Menschenjahren

Neue Erkenntnisse sollen bei der Umrechnung von Hundealter in Menschenalter helfen.

03.03.2023 | Ein Hundejahr sind sieben Menschenjahre: Diese Annahme hat sich über viele Jahre fest in unseren Köpfen verankert. Doch lassen sich so einfach Hundejahre in Menschenjahre umrechnen? Tatsächlich gilt die Formel heute als unpräzise. Die Wissenschaft bietet jetzt neue Erkenntnisse:

Tabelle: Was sind Hundejahre in Menschenjahren?

Lange Zeit galten sieben Menschenjahre als ein Hundejahr. Doch diese Faustregel ist nun veraltet, weswegen zurzeit neue Werte zur Umrechnung von Hundejahren in Menschenjahre gelten. Diese beziehen sich nicht nur auf das Alter des Hundes, sondern auch auf seine Größe:

Hundealter Menschenalter
Kleine Rassen (<15 kg) Mittelgroße Rassen (15 bis 35 kg) Große Rassen (>45 kg)
6 Monate 15 10 8
12 Monate 20 18 14
18 Monate 24 21 18
2 Jahre 28 27 22
3 Jahre 32 33 31
4 Jahre 36 39 40
5 Jahre 40 45 49
6 Jahre 44 51 58
7 Jahre 48 57 67
8 Jahre 52 63 76
9 Jahre 56 69 85
10 Jahre 60 75 94
11 Jahre 64 80 100
12 Jahre 68 85
13 Jahre 72 90
14 Jahre 76 95
15 Jahre 80 100
16 Jahre 84
17 Jahre 88
18 Jahre 90
19 Jahre 94
20 Jahre 100

Hundealter berechnen mit 7-Jahres-Regel: Wahrheit oder Mythos?

Nach der 7-Jahres-Regel wäre ein dreijähriger Hund 21 Menschenjahre alt. Da die Alterungskurve von Hunden jedoch anders verläuft als die von Menschen, scheint dieser Mythos zur Umrechnung von Hundejahren in Menschenjahre letztendlich doch falsch zu sein.

Wissenschaftler der University of California San Diego haben sich daher erneut mit dieser Frage beschäftigt und ihre Ergebnisse 2020 in der Zeitschrift Cell Systems veröffentlicht.

Die Forscher entwickelten eine neue Formel, um den Alterungsprozess von Hunden genauer an das menschliche Alter anzupassen. Dazu analysierte das Team das genetische Material von 104 Labrador Retrievern mit einer Altersspanne von 16 Jahren, indem es die sogenannten DNA-Methylierungen untersuchte.

Da das Muster dieser Methylierungen die Aktivität der Gene steuert, verändert sich das Muster dieser mit zunehmendem Alter. Dadurch können Forscher das aktuelle biologische Alter von Hund und Mensch bestimmen.

Neue Formel zur Berechnung von Hundejahren in Menschenjahre

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Kurve des Alterns bei Hunden anders verläuft als bei Menschen. So altern junge Hunde deutlich schneller, als es Menschen tun. Mit zunehmendem Alter verläuft der Alterungsprozess dahingegen langsamer.

Die neue Formel der Forscher lautet daher: Menschenalter = 16 x ln(Hundealter) + 31. Dabei haben sie den natürlichen Logarithmus der Hundejahre mit 16 multipliziert und dann 31 addiert.

Diese neue Formel zur Berechnung von Hundejahren in Menschenjahre liefert bessere Ergebnisse als die 7-Jahres-Regel, ist allerdings noch nicht vollständig ausgearbeitet. Den Forschern zufolge fehlt es an weiteren Untersuchungen dazu.

Hundejahre in Menschenjahren © Halfpoint / stock.adobe.com
Die 7-Jahres-Regel zur Berechnung des Hundealters gilt als überholt.

Wieso ist die Umrechnung von Hundealter in Menschenalter wichtig?

Auf den ersten Blick erscheint die Umrechnung von Hundejahren in Menschenjahre eher amüsant als hilfreich. Tatsächlich kann dieses Wissen aber ziemlich wichtig sein, zum Beispiel für Tierärzte. So kann diese Kenntnis die Wahl der diagnostischen oder therapeutischen Maßnahmen erheblich beeinflussen.

Aus diesem Grund ist es sinnvoll, in Zukunft weitere Studien zu diesem Thema durchzuführen. Die Forscher weisen jedoch darauf hin, dass auch Hunde anderer Rassen einbezogen werden sollten – nicht nur Labrador Retriever.

Was beeinflusst den Alterungsprozess von Hunden?

Das biologische Alter Ihres Hundes ist gar nicht so einfach zu bestimmen, da es von verschiedenen Faktoren abhängt. Neben der Rasse des Hundes spielt zum Beispiel auch die körperliche Verfassung eine Rolle. So erreicht ein Hund mit normaler Ernährung im Durchschnitt ein höheres Alter als ein Hund, der übergewichtig ist.

Auch das soziale Umfeld soll einen Einfluss auf den Alterungsprozess haben. Hunde aus städtischen Gebieten scheinen zum Beispiel kürzer zu leben als Hunde, die auf dem Land aufwachsen. Mischlinge haben in der Regel auch einen Vorteil gegenüber reinrassigen Hunden, was den Alterungsprozess angeht.

Quellen:


Franziska G., Tierärztin
Profilbild von Tierärztin Franziska Gütgeman mit Hund

An der Justus-Liebig-Universität Gießen wurde ich zur Tierärztin ausgebildet und durfte Erfahrungen in verschiedensten Bereichen sammeln. Seitdem arbeite ich nicht nur als tierärztliche Autorin, sondern auch an meiner Dissertation. Mein Ziel ist es, Tiere vor krankheitserregenden bakteriellen Erregern zukünftig besser zu schützen. Neben meinem tierärztlichen Wissen teile ich meine eigenen Erfahrungen als glückliche Hundebesitzerin. Dadurch kann ich Ängste und Probleme nachvollziehen und zugleich über diese aufklären.


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