Coronavirus der Katze This article is verified by a vet

Tierärztlich bestätigter Inhalt
Verfasst von Franziska Gütgemann, Tierärztin
coronavirus katze

Coronaviren kommen nicht nur bei uns Tierbesitzern, sondern auch bei unseren felligen Vierbeinern vor. Im Gegensatz zu dem Covid-19 hervorrufendem Coronavirus des Menschen (SARS-CoV-2) sind die Felinen Coronaviren (FCoV) der Katze jedoch schon seit vielen Jahren bekannt. Dazu zählt das Feline Enterale Coronavirus (FECV) und das deutlich bekanntere Virus der Felinen Infektiösen Peritonitis (FIPV). Letzteres verursacht die tödlich endende Feline Infektiöse Peritonitis (FIP), welche bei betroffenen Katzen zu Bauchfellentzündungen und Bauchwassersucht führt. An Covid-19 erkrankte Menschen, insbesondere Immungeschwächte wie Senioren und Kranke, leiden dahingegen unter grippeähnlichen Symptomen.

Ist Covid-19 gefährlich für meine Katze?

07.07.2020: Katzen, die positiv auf das Covid-19-Virus getestet worden sind, müssen ab sofort offiziell den deutschen Veterinärbehörden gemeldet werden. Das hat die Bundesregierung beschlossen. Die Meldung müssen Sie allerdings nicht selbst durchführen. Der behandelnde Tierarzt oder das Labor leiten das Untersuchungsergebnis an die zuständige Behörde weiter.

Auf diese Weise soll die Forschung unterstützt werden und neue Erkenntnisse über Vorkommen, Übertragung und Ausbreitung des Virus erhalten. Des Weiteren sollen somit Risiken für die Gesundheit von Tier und Mensch frühzeitig identifiziert werden können.

Sie als Halter sind aber nicht dazu verpflichtet, Ihre Katze testen zu lassen. Das bleibt Ihnen überlassen. Sofern sie bei Ihrer Samtpfote Symptome wie beispielsweise häufiges Niesen, Husten oder Atemnot feststellen, könnten es Anzeichen für eine Infektion sein. Dann können Sie Ihre Katze auf das Virus testen lassen, sofern Sie das möchten.

Erste Untersuchungen des Friedrich-Loeffler-Instituts (Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit des Bundeslandwirtschaftsministeriums) zeigen, dass Katzen im Vergleich zu Hunden empfänglicher für den Virus sind.

Die bisherige Analyse liefert aber keinen Hinweis darauf, dass Katzen oder andere Haustiere das Coronavirus auf Menschen übertragen. Dies könne jedoch noch nicht komplett ausgeschlossen werden, zitiert die Tagesschau den Leiter des Instituts, Thomas Mettenleiter.

31.03.20: Ende 2019 wurden die ersten Fälle der neuartigen Infektionserkrankung Covid-19 beim Menschen in China bekanntgegeben. Derzeit sind weltweit bereits Tausende daran erkrankt und die Frage, woher das Coronavirus SARS-CoV-2 stammt, ist bislang nicht vollständig geklärt. Laut aktuellem Stand der Wissenschaft wurde die Atemwegserkrankung über Fledermäuse, Schuppentiere oder Schlangen auf den Menschen übertragen. Das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (Friedrich-Löffler-Institut, FLI) hatte bisher die Übertragung von Covid-19 vom Menschen auf die Katze und andersherum als unwahrscheinlich eingestuft.

Obwohl vor wenigen Tagen eine belgische Katze einer Covid-19-erkrankten Frau mit Atembeschwerden und Durchfall auffiel und bei dieser SARS-CoV-2 nachgewiesen werden konnte, betont das FLI weiterhin, dass es sich hierbei um einen Einzelfall handelt. Die Katze befindet sich momentan unter tierärztlicher Beobachtung und es geht ihr den Umständen entsprechend gut.

Auch bei zwei Hunden aus Hongkong wurden die Viren auf der Nase und im Maul nachgewiesen. Da allerdings deren Antikörpertiter gegen das Virus zu niedrig war, gehen die Ärzte von einer Kontamination aus der Umwelt aus.

Sollte ich Angst haben, meine Katze nach draußen zu lassen?

Momentan gibt es keine wissenschaftliche Belege, dass Katzen das neuartige Coronavirus auf den Menschen übertragen können. Geht es Ihrer Katze gut, kann sie weiterhin das Haus verlassen und die Umgebung entdecken. Es ist dennoch ratsam, im Umgang mit Haustieren Hygienemaßnahmen wie das Händewaschen nach dem Tierkontakt und die regelmäßige Reinigung von Futter- und Kotplätzen einzuhalten.

Was passiert mit meiner Katze, wenn ich in Quarantäne muss?

In Quarantäne befindlichen Personen ist es nicht gestattet, das Haus oder die Wohnung für mindestens zwei Wochen zu verlassen. Handelt es sich bei Ihrer Katze um eine Hauskatze, so kann diese wie gewohnt ihr Geschäft auf der Katzentoilette verrichten. Ist Ihre Katze ein Freigänger, so kann diese ebenfalls weiterhin über die Katzenklappe oder durch Öffnen der Türe in den Garten oder in die Nachbarschaft gelassen werden. Sollten Sie nicht genügend Futtervorräte oder Beschäftigungsmaterial haben, können Sie diese online bestellen oder nahestehende Personen um Einkäufe beten. Derzeit bieten viele Postboten kontaktlose Lieferungen an, bei welchen die Pakete vor dem Eingang abgelegt werden.

Neben Covid-19 spielen die schon lange bekannten Coronaviren der Katze (FCoV) für die Vierbeiner eine große Rolle, da diese sehr gefährlich werden können. Welche Coronaviren dazu zählen, welche Symptome auftreten und wie Katzen vor ihnen geschützt werden können, erklärt Ihnen der folgende Artikel:

Coronavirus der Katze - Verbreitung und Eigenschaften

Zu den Coronaviren der Katze zählen das Feline Enterale Coronavirus (FECV) sowie das daraus entstehende Virus der Felinen Infektiösen Peritonitis (FIPV). Dabei teilen sich beide Viren erneut in zwei unterschiedliche Typen (Serotyp I und II) auf, welche sich ebenfalls in ihren Eigenschaften unterscheiden.

Das Feline Enterale Coronavirus (FECV)

Dieses Virus ist unter Katzen weit verbreitet, wobei besonders häufig Katzenzuchten davon betroffen sind. Über Sekrete des Atemtraktes, kontaminierten Kot und Urin können sich die Katzen über direkten und indirekten Kontakt infizieren. So stecken sich Katzen beispielsweise über kontaminierte Fressnäpfe, Katzentoiletten oder während des Spielens gegenseitig an. Über das Maul gelangen die Viren in den Magen-Darm-Trakt, wo sie sich vorerst vermehren und anschließend die regionalen Lymphknoten und Fresszellen (Makrophagen) des Immunsystems befallen.

Das Virus der Felinen Infektiösen Peritonitis (FIPV)

Während das Feline Enterale Coronavirus (FECV) weit verbreitet ist, tritt eine Infektion mit dem Virus der Felinen Infektiösen Peritonitis bei der Katze deutlich seltener auf. Dies liegt daran, dass das Virus weder über direkten, noch über indirekten Kontakt übertragen wird. Es entsteht durch zufällige Mutationen des Felinen Enteralen Coronavirus (FECV) in den Fresszellen, sodass potentiell jede an FECV infizierte Katze das Virus der Felinen Infektiösen Peritonitis in sich tragen kann. Eine Infektion bedeutet jedoch nicht immer, dass auch zwangsweise Erkrankungszeichen auftreten müssen. Nur etwa 5 bis 10% der betroffenen Katzen erkranken im Laufe ihres Lebens an der Felinen Infektiösen Peritonitis (FIP), wobei sich ein Großteil dieser Katzen im ersten Lebensjahr befindet und immunschwächende Faktoren wie andere Infektionen (z.B. FeLV, FIV) eine große Rolle spielen.

Gelangen die infizierten Fresszellen in das Blut, verbreitet sich das Virus im ganzen Körper und richtet massive Schäden an. Diese richten sich nach der jeweiligen Verlaufsform:

  • Die Feuchte Form (auch effusiv oder serös) der FIP bedingt Entzündungen der serösen Häute, welche unter anderem die Organe der Brust-, Bauch- und Beckenhöhle auskleiden. Der Name der Verlaufsform stammt von der im Laufe dieser sogenannten Polyserositis einsetzenden massiven Produktion eines gelbbraunen Sekretes.
  • Die sogenannte trockene, granulomatöse oder nicht-effusive Form führt zu knötchenhaften Entzündungen (Granulome) unter anderem in der Leber, Milz und Bauchspeicheldrüse sowie den Lymphknoten.

Coronavirus der Katze Symptome: Welche klinischen Anzeichen zeigen infizierte Katzen?

Erste Erkrankungszeichen nach einer Infektion mit dem Virus der Felinen Infektiösen Peritonitis können bereits nach wenigen Tagen oder erst nach mehreren Monaten auftreten.

Da eine Vielzahl an Organen wie die Nieren, die Leber oder das ZNS geschädigt wird, ist das Bild der FIP jedoch sehr vielfältig. So können je nach Verlaufsform folgende Symptome beobachtet werden:

  • Allgemeine Symptome: Wiederkehrendes Fieber, Schwäche und Müdigkeit
  • Verhaltensänderungen wie plötzliche Aggressivität oder Angst
  • Bewegungsstörungen wie eine unvollständige Lähmung (Parese) oder Koordinationsprobleme (Ataxien)
  • Gelblich verfärbte Schleimhaute (Ikterus, z.B. im Maul) und trübende Augenerkrankungen
  • Abmagerung mit gleichzeitiger Zunahme des Bauchumfangs (durch Bauchwassersucht) sowie daraus resultierende Atemnot

Während die FIP bei Katzen innerhalb weniger Wochen zum Tod führt, verursacht das Feline Enterale Coronavirus erfreulicherweise nur milde Darmentzündungen mit Durchfall und Fieber.

Wie werden Coronaviren bei der Katze erkannt?

Schläft Ihre Katze in der letzten Zeit vermehrt oder treten gar zentralnervöse oder weitere gravierende Symptome auf, sollten dies durch einen Tierarzt abgeklärt werden.

Deutet die Besitzerbefragung (Anamnese) und die klinische Allgemeinuntersuchung auf eine mögliche Infektion mit Coronaviren der Katze hin, stehen dem Tierarzt drei Möglichkeiten zur Diagnosefindung zur Verfügung:

  • Per indirektem Erregernachweis: Blutserum- oder Bauchwassersekretproben per Punktion können mittels spezifischer Tests (ELISA oder Immunfluoreszenz) den Gehalt an vom Immunsystem gebildeten Antikörpern messen
  • Per direktem Erregernachweis: mittels einer Kot-, Blut- oder Bauchwassersekretprobe kann in einem tiermedizinischen Labor eine molekularbiologische Untersuchung (RT-PCR, Real-Time Polymerase-Kettenreaktion) durchgeführt werden. Bei bereits verstorbenen Katzen können die Granulome pathologisch untersucht werden, dabei handelt es sich um die sicherste Nachweismethode
  • Per Labordiagnose: eine Verminderung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten), einiger Immunzellen (z.B. Lymphozyten und Thrombozyten) und Albumin sowie erhöhte Konzentrationen an Plasmaprotein und Fibrinogen sind Anzeichen für die FIP

Wie wird eine Infektion mit dem Coronavirus bei der Katze behandelt?

Durchfälle und Fieber können im Rahmen einer Infektion mit dem FECV durch eine medikamentöse Therapie behandelt werden. Die Feline Infektiöse Peritonitis ist dagegen jedoch leider nicht therapierbar. Es stehen rein unterstützende Maßnahmen zur Verfügung, welche die restliche Lebensqualität verbessern und das Leiden der Katze reduzieren sollen. Ist dies nicht mehr möglich, sollte das Erlösen der Katze unter tierärztlicher Kontrolle in Betracht gezogen werden.

Coronavirus der Katze - Wie ist die Prognose?

Die Prognose einer Infektion mit dem FECV ist in der Regel gut, jedoch besteht stets die Gefahr einer Mutation zum FIPV. Kommt es schlussendlich zu einer klinischen FIP, muss leider mit dem baldigen Versterben der Katze gerechnet werden.

Wie kann ich meine Katze vor Coronaviren schützen?

Folgende vorbeugende Maßnahmen schützen Ihre Katze vor einer Infektion mit Felinen Coronaviren:

  • Regelmäßige Reinigung der Katzentoilette, des Trink- und Fressnapfes
  • Stressvermeidung
  • Tragende Katzen und Würfe regelmäßig untersuchen sowie stets den Kontakt zu infizierten Katzen vermeiden
  • Gegen das Virus der Felinen Infektiösen Peritonitis steht eine Impfung ab der 16. Lebenswoche zur Verfügung, welche jedoch kontrovers diskutiert wird

Entdecken Sie unsere Auswahl an Reinungsprodukte für Katzenzubehör!

Unsere beliebtesten Beiträge

Katzenalter

Das Hundealter lässt sich bekannterweise einfach herleiten: ein Hundejahr gleicht sieben Menschenjahren, wobei es hier auch auf die Rasse und Gewicht des Hundes ankommt. Wie lässt sich also das Katzenalter bestimmen? Und wie alt werden Katzen überhaupt? Ab welchem Alter gelten Katzen als Seniorenkatzen?

Coronavirus der Katze

Coronaviren kommen nicht nur bei uns Tierbesitzern, sondern auch bei unseren felligen Vierbeinern vor. Im Gegensatz zu dem Covid-19 hervorrufendem Coronavirus des Menschen (SARS-CoV-2) sind die Felinen Coronaviren (FCoV) der Katze jedoch schon seit vielen Jahren bekannt. Dazu zählt das Feline Enterale Coronavirus (FECV) und das deutlich bekanntere Virus der Felinen Infektiösen Peritonitis (FIPV). Letzteres verursacht die tödlich endende Feline Infektiöse Peritonitis (FIP), welche bei betroffenen Katzen zu Bauchfellentzündungen und Bauchwassersucht führt. An Covid-19 erkrankte Menschen, insbesondere Immungeschwächte wie Senioren und Kranke, leiden dahingegen unter grippeähnlichen Symptomen.

Sollte ich meine Katze kastrieren oder sterilisieren lassen?

Es gibt wohl kaum etwas Niedlicheres auf der Welt als Katzenbabys. Doch leider finden nicht alle Kitten ein schönes Zuhause. Wenn sich besitzerlose Streuner untereinander oder mit freilaufenden Hauskatzen paaren, ist ein Leben im Elend für ihren Nachwuchs quasi vorprogrammiert. Lassen Sie Ihre Katze kastrieren oder sterilisieren, beugen Sie unnötigem Leid vor.