Kerry Blue Terrier

Verfasst von Jana Schubert
Kerry Blue Terrier

Der bewegungsfreudige Kerry Blue Terrier braucht mindestens zwei Stunden Auslauf am Tag.

Der Kerry Blue Terrier ist ein von der FCI anerkannter Jagd- und Wachhund. In seiner Heimat Irland wird er seit vielen Jahren erfolgreich für die Otter- und Dachsjagd eingesetzt. Er ist aber nicht nur ein zielstrebiger Begleiter für den Jäger, sondern auch ein liebevoller Familienhund.

Aussehen: Lockiges Fell als Markenzeichen

Der Kerry Blue Terrier hat ein einzigartiges Äußeres. Sein charakteristisches Merkmal ist das gewellte bis gelockte, weiche und dichte Fell. Die Länge kann dabei variieren.

Namensgebend ist die grau-blaue Farbe des Fells, bei der der Zuchtstandard gewisse Nuancen zulässt. Auch schwarze Abzeichen hier und da sind erlaubt.

Welpen werden schwarz geboren

Seine typische Färbung erreicht der Hund allerdings erst mit 18 Monaten. Welpen werden schwarz oder dunkel geboren, haben aber ein dominantes Gen für den Farbwechsel.

Dieser setzt dann auch bald ein und sorgt nach und nach für ein Ausbleichen der Fellfarbe, bis der gewünschte Ton „Silver“ oder „Blue“ erreicht ist.

Schon gewusst? Der Kerry Blue Terrier verliert kaum Haare und sein Fell löst bei den meisten Menschen mit Hundeallergie keine Reaktion aus.

Kompakt und kräftig

Der Kerry Blue Terrier ist körperlich ein typischer Vertreter der hochbeinigen Terrier. Mit einer Größe von circa 47 Zentimetern und einem Gewicht circa 16 Kilogramm wirkt er muskulös und athletisch.

Der Schädel der Tiere ist kräftig, stark behaart und oftmals an der Schnauze mit einem typischen, langen Kinnbart versehen. Die nussbraunen Augen blicken durchdringend und stets wachsam.

Aufmerksamkeit strahlen auch die eher kleinen Ohren aus, die markant nach vorne stehen und überklappen. Von den Schultern fällt die Linie des Terriers gen Hüfte über einen geraden Rücken ab. Sie mündet in einer hochangesetzten, aufgerichteten Rute.

Kerry Blue Terrier Welpe © Eine Berta-stenfors/Wirestock Creators / stock.adobe.com
Kerry Blue Terrier Welpen werden meist pechschwarz geboren. Das Fell wird erst mit zunehmendem Alter „blau“.

Verhalten: Quirlig, präsent und territorial

Der Kerry Blue Terrier ist ein Energiebündel, das immer wach bei der Sache ist. Wie alle Terrier glänzt er durch einen selbstbewussten Auftritt. Gegenüber seiner Familie ist er sehr freundlich, verschmust und liebevoll.

Tatsächlich ist er sehr auf seine Menschen fixiert und wird gerne in den Alltag einbezogen. Bei fremden Personen reagiert er meist ebenso zutraulich, je nach Exemplar aber auch zurückhalten und wachsam.

Aggression oder anhaltendes Kläffen kommt selten vor. Das heißt aber nicht, dass der Kerry Blue Terrier seine Reviergrenzen nicht souverän verteidigen kann!

Ist der Kerry Blue Terrier ein Familienhund?

Im Gegensatz zu anderen Terrierrassen ist der Kerry Blue Terrier sehr gut mit Kindern zu vereinbaren. Er spielt gerne mit den Kleinen und zeigt ihnen gegenüber ein ungewöhnlich hohes Maß an Geduld und Ruhe.

Gewöhnen Sie den Hund schon früh an den Nachwuchs, sodass der Kerry Blue Terrier das Baby von Anfang an als Familienmitglied begreifen kann.

Verträgt sich der Kerry Blue Terrier mit Katzen?

Mit weiteren tierischen Mitbewohnern kann es dagegen manchmal schwierig werden. Es ist nicht unmöglich, einen Terry Blue Terrier zusammen mit einem Kleintier, einer Katze oder einem anderen Hund zu halten.

Probieren Sie es aus, in dem Sie die Tiere geduldig und mit Fingerspitzengefühl zusammenführen. Behalten Sie aber im Hinterkopf: Es kann vorkommen, dass der Blue keine anderen Tiere neben sich akzeptiert.

Haltung: Souveräne Hundehalter gefordert

Der Kerry Blue Terrier ist eine aktive Jagdhunderasse und sollte von Menschen gehalten werden, die bereits Erfahrung mit Hunden haben. Wie alle Terrier braucht auch der Kerry Blue Terrier vermehrt Aufmerksamkeit, Erziehung und Führung.

Obwohl die Rasse sehr lernfreudig ist, fällt das Training nicht immer einfach. Hier kommen der Sturkopf und die große Willensstärke der Tiere durch!

  • Eine Ausbildung in der Hundeschule wird für Hund und Halter dringend empfohlen: Scheuen Sie sich nicht, sich mit diesem anspruchsvollen Vierbeiner Hilfe zu holen.
  • Als Halter eines Kerry Blue Terriers müssen Sie lernen, sich konsequent, aber liebevoll durchzusetzen. Um das spielerisch zu schulen, bietet sich ein gemeinsames Obedience-Training an.
  • Wird das Jagdverhalten im Alltag zum Problem, etwa weil der Hund immer wieder davonläuft, versuchen Sie es einmal mit einem speziellen Anti-Jagdtraining.

Der Jagdhund will sich bewegen

Der Kerry Blue Terrier ist ein sehr agiler Hund, der viel Bewegung, Auslauf und Bespaßung einfordert. Sein Energielevel ist recht hoch und er braucht regelmäßige mentale Stimulation, um ausgeglichen zu bleiben.

Zweimal täglich ein ausgiebiger Spaziergang mit abwechslungsreichen Spieleinheiten tragen dazu bei, dass der Terrier ausgeglichen und zufrieden bleibt.

Wegen des vorhandenen Jagdtriebs ist immer Vorsicht geboten. Nimmt ein Kerry Blue Terrier Witterung auf, können Sie ihn womöglich schwer von der Verfolgung des Wilds abhalten. Auf der anderen Seite lassen sich mit ihm wunderbar Hundesportarten wie Dummy-Training genießen.

Ist der Kerry Blue Terrier verschmust?

Der Kerry Blue Terrier will arbeiten. Doch danach kehrt seine schmusige Seite hervor! Er kann gut in der Wohnung gehalten werden, wo er sich in das Familienleben eingebunden fühlt und auch nicht ständig beschäftigt werden muss.

Gerne sucht der Blue seine Lieblingsmenschen auf, lässt sich kraulen oder hält in ihrer Gegenwart ein Nickerchen. Im Zwinger oder einer Gartenhütte ist die Rasse nicht gut aufgehoben: Sie braucht ihre Menschen in der Nähe.

Ernährung: Wie füttere ich den Kerry Blue Terrier?

Der Kerry Blue Terrier ist kein Kostverächter. Er frisst ausgesprochen gerne und akzeptiert dabei sowohl Nassfutter als auch Trockenfutter. Sorgen Sie außerdem dafür, dass Ihr Hund immer einen Napf mit frischem Wasser zur Verfügung hat.

Jedoch sollten Sie immer ein Auge darauf haben, dass die Futtermengen mit dem Bewegungspensum, dem Alter und der Kondition des Hundes zusammenpassen. Egal, wie viel Sie füttern – tun Sie es immer vor Ruhephasen und nie vor einem Spaziergang oder Spielenachmittag.

Teilen Sie das Futter in zwei Rationen täglich auf, damit nicht zu viel Futter auf einmal den Magen belastet.

Das Barfen

Beim Barfen wird der Hund mit frischem, selbstzubereitetem Fleisch gefüttert. Das stellt für Hunde eine sehr naturnahe und gesunde Ernährungsweise dar, überflüssige Zusatzstoffe in einigen Fertigfuttern können so vermieden werden.

Allerdings bedeutet es auch einen enormen Mehraufwand für den Halter, zeitlich wie finanziell und sollte daher gut überlegt sein.

Pflege und Gesundheit: Robuster Terrier

Die Pflege des Fells ist etwas aufwendiger als bei anderen Rassen. Da es oft in die Augen hängt und dort Entzündungen hervorruft, sollten Sie es an dieser Stelle immer wieder kürzen.

Viele Halter entscheiden sich dazu, gleich den ganzen Hund zu scheren, um die Pflege zu vereinfachen. Gefällt Ihnen das lange Fell, bürsten Sie den Hund besonders nach den Spaziergängen gründlich mit einer geeigneten Fellbürste aus.

Bei regelmäßigen Streifzügen im Grünen empfiehlt es sich außerdem auf einen guten Zeckenschutz zu achten, da sich Zecken im lockigen Fell des Kerry Blue Terriers besonders gut festhalten können.

Gibt es typische Krankheiten beim Kerry Blue Terrier?

Beim Kerry Blue Terrier sind kaum Gesundheitsprobleme bekannt. Er gilt als sehr robust und neigt nur im höheren Alter zu Haut– und Gelenkproblemen. Dabei spielen ursächlich langjährige Überernährung und Übergewicht eine entscheidende Rolle.

Speziell bei Hunden, die Kontakt zu Wildtieren haben, sollten Sie bei untypischem Verhalten umgehend hellhörig werden und den Tierarzt aufsuchen. Es könnten schwerwiegende Infektionskrankheiten oder parasitärer Befall vorliegen.

Wie alt wird der Kerry Blue Terrier?

Im Durchschnitt werden Rassevertreter 13 bis 15 Jahre alt.

Herkunft: Woher stammt der Kerry Blue Terrier?

Die Rasse hat eine lange Geschichte. Sie ist wohl schon so alt, dass die Einzelheiten in den Wogen der Vergangenheit verloren gegangen sind. Gesichert ist, dass der Kerry Blue Terrier bereits seit Generationen auf irischen Höfen zu verschiedenen Jagd-, Hüte- und Schutzzwecken eingesetzt wird.

Im 18. Jahrhundert findet man die erste schriftliche Erwähnung, die ihn als Jagdhund beschreibt. Seit 1922 ist der Kerry Blue Terrier von der FCI anerkannt und mit einer geregelten Zucht versehen. Dabei betont man nach wie vor seine Eignung als Jagdhund zur Dachs- und Otterjagd.

Stolz Irlands Der Kerry Blue Terrier ist einer der irischen Nationalhunde.

Kauf: Wie viel kostet ein Kerry Blue Terrier?

Wollen Sie einen Kerry Blue Terrier kaufen, legen Sie zwischen 1.000 und 1.500 Euro auf den Tisch. Nehmen Sie Abstand von deutlich günstigeren Angeboten – wahrscheinlich handelt es sich um fragwürdige Zuchten ohne vernünftigen Herkunftsnachweis oder gar um illegalen Handel.

Die Tierarzt- und Unterhaltskosten für die Rasse bewegen sich im normalen Durchschnitt, da der Kerry Blue Terrier weder besonders anfällig ist noch enorme Mengen an Futter braucht.

Entscheidung will gut überlegt sein

Vor dem Kauf sollten Sie die Entscheidung für den Kerry Blue Terrier gut durchdenken. Schließlich holen Sie sich ein neues Familienmitglied nach Hause, das völlig von Ihnen abhängig sein wird.

Der Hund wird tägliche Betreuung brauchen. Daher überlegen Sie sich am besten jetzt schon einen Plan B, wenn Sie einmal verhindert sind. Wer kümmert sich um den Vierbeiner? Was passiert, wenn jemand krank wird?

Einen geeigneten Züchter finden

Wenn Sie sich sicher sind, geht es an die Wahl des Züchters. Im Vergleich mit anderen Terriern ist der Kerry Blue Terrier weniger verbreitet. Es kann also eine Weile dauern, bis Sie einen geeigneten Züchter finden. Orientieren Sie sich an Auszeichnungen, Zertifikaten oder Club-Mitgliedschaften, hören Sie jedoch auch auf Ihr Bauchgefühl.

Fahren Sie persönlich zur Zuchtstätte, um sich ein Bild vor Ort zu machen. Lassen Sie sich vom Züchter Wissenswertes über die Rasse und seine Zucht erzählen.

Dabei merken Sie schnell: Liegen Sie mit seinen Zuchtzielen auf einer Wellenlänge? Im Zweifelsfall sollten Sie einen weiteren Züchter aufsuchen und mit kühlem Kopf vergleichen.

Fazit zum Kerry Blue Terrier

Der Kerry Blue Terrier ist genau das: ein Terrier. Als solcher kommt er mit viel Persönlichkeit und Charakterstärke – er ist also eher etwas für erfahrene Hundebesitzer.

Wer das nicht scheut, gewinnt einen mutigen, aufmerksamen Gefährten. Die Rassevertreter gelten als hervorragende Jagdhunde, die auch Hof und Familie ohne viel Kläffen oder Aggression beschützen.

Sie sind familienfreundlich und gesundheitlich recht robust. Das fröhliche, verspielte Wesen macht dabei viel Spaß und wird auf angenehme Weise von verschmusten Momenten abgerundet.

Steckbrief zum Kerry Blue Terrier

Besonderheiten: Mittelgroßer, muskulöser Terrier mit Jagd- und Wachtrieb. Liebt es zu arbeiten und zu spielen (auch mit Kindern); im Umgang mutig und menschenbezogen, bisweilen stur.
Charakter: aufgeweckt, selbstbewusst, liebevoll
Widerristhöhe: 45 – 48 cm Hündin, 48 – 50 cm Rüde
Gewicht: 14 – 17 kg Hündin, 15 – 18 kg Rüde
Fell: üppig, blau bis grau, lockig
Fellpflege: mittel, haart wenig
Auslauf: ausgeprägt, mindestens 2 Stunden am Tag
Anfängerhund: nein
Bellen: durchschnittlich
Lebenserwartung: 14 Jahre
Typische Krankheiten: Augen- und Hautkrankheiten
Preis: 1.000 – 1.500 €
FCI-Gruppe: 3. Terrier
Herkunft: Irland

Quellen:


Jana Schubert
Profilbild von zooplus Magazin Autorin Jana Schubert

Schon als Baby habe ich lieber mit unserer Perserkatze gekuschelt als mit meinem Teddy. Später ging ich meinen Eltern so lange auf die Nerven, bis ich ein Pferd adoptieren durfte. Mit meinen Tieren habe ich viel erlebt. Und auch wenn das Leben mit Tieren nicht immer einfach ist, kommt für mich kein anderes in Frage. Denn Tiere berühren mich an einer Stelle meiner Seele, wo sonst nichts und niemand hinkommt. Diesen Zauber spüre ich sogar, wenn ich über Vierbeiner schreibe. Ich hoffe, etwas davon kommt bei Ihnen an.


Ähnliche Beiträge
Unsere beliebtesten Beiträge
10 min

Bolonka-Zwetna

Das „bunte Schoßhündchen“ aus Russland, wie der Name übersetzt lautet, erfreut sich auch außerhalb seines Heimatlandes wachsender Beliebtheit. Kein Wunder, denn schließlich ist der Bolonka Zwetna ein richtiger kleiner Sonnenschein, der mit seinem fröhlichen und unkomplizierten Charakter seinen Besitzern viel Freude bereitet.

10 min

Zwergspitz

Der Zwergspitz beeindruckt nicht mit Größe, dafür aber mit Freundlichkeit, Selbstbewusstsein und Energie. Kein Wunder also, dass immer mehr Vierbeiner dieser Spitz-Variante die Herzen zahlreicher Hundefreunde erobern. Erfahren Sie im zooplus Magazin alles über den Pomeranian.