Katze erbricht This article is verified by a vet

Katze erbricht

Erbrechen bei Katzen (Vomitus) ist keine klar definierte Erkrankung, sondern ein Symptom. Somit kann es durch verschiedene Ursachen wie Vergiftungen ausgelöst werden. Die Katze erbricht, wenn im Körper das Brechzentrum gereizt wird, welches sich in Teilen des Gehirns befindet. Der Vorgang wird durch eine aktive Bauchpresse und das Hervorwürgen von bereits verdautem Mageninhalt beschrieben. Daher ist eine starke Abgrenzung zum Regurgitieren sehr wichtig. Denn es definiert eine passive Bauchpresse und das Hervorwürgen von noch nicht verdautem Futters. Der regurgitierte Futterbrei hat den Magen noch nicht erreicht, weshalb man die Konsistenz und den Geruch von Erbrochenem unterscheiden kann.

Was sind die Ursachen für Erbrechen bei der Katze?

Gründe dafür, dass die Katze erbricht, können Krankheiten als auch physiologische Reaktionen sein. Für eine bessere Übersicht ist die Aufteilung der Ursachen in nicht-infektiös und infektiös sinnvoll:

Katze erbricht: Nicht-Infektiöse Ursachen

  • Physiologische Reaktion: Obwohl ein brechendes Tier vielen Besitzern Sorge bereitet, sollte die Katze dabei nicht gestört werden. Es dient dabei der Säuberung, sodass Katzen ab und an vermehrt Gräser aufnehmen, um das Erbrechen bewusst einzuleiten
  • Stressbedingt bei Angst oder Schmerzen
  • Erbrechen wegen Futter (z.B. durch eine Futtermittelunverträglichkeiten oder verdorbenes Futter)
  • Verschluckte Fremdkörper: nicht selten findet man bei Katzen fadenartige Strukturen im Verdauungstrakt
  • Erkrankungen des Magen-Darm-Systems: z.B. Magenentzündung, Darmentzündung, Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • Erkrankungen anderer Organe: z.B. Schilddrüsenüberfunktion, Nierenerkrankungen oder tumoröse Geschehen
  • Vergiftungen: viele Putzmittel, Medikamente (z.B. Paracetamol) und Pflanzen (z.B. Efeu) sind für Katzen giftig
  • Störung des Gleichgewichtsinnes: z.B. durch Auto- oder Bootfahren
  • Lageveränderung des Magen-Darm-Traktes, etwa eine Magendrehung, sind bei der Katze seltener als bei dem Hund

Infektiöse Ursachen

Bei der Katze können folgende Erreger zu Erbrechen führen:

  • Bakterien (z.B. Salmonellen) können oral oder über Wunden in den Körper gelangen
  • Viren (z.B. Feline Panleukopenie (FPV))
  • Parasiten (z.B. Spülwürmer, Giardien)

Katze erbricht: Symptome

Sehr häufig wird das Symptom Erbrechen von weiteren Symptomen begleitet. Zu den häufigsten Anzeichen einer Krankheit gehören folgende:

  • Schlechter Allgemeinzustand, Trägheit und Fieber
  • Magen-Darm-Symptome: Durchfall, Fressunlust, Gewichtsverlust, Dehydratation
  • Schmerzen im Rahmen von entzündlichen Erkrankungen

Erbrechen bei der Katze: Diagnose

Spätestens beim Auftreten von Blut im Erbrochenen oder wenn die Katze mehrmalig erbricht, ist ein Besuch beim Tierarzt ratsam. Da die Ursachen hierfür aber sehr vielfältig sind, ist die Zusammenarbeit zwischen Tierarzt und Tierhalter sehr wichtig:

Im Rahmen der Anamnese (Befragung des Tierhalters) sind folgende Punkte wichtig für das Stellen der richtigen Diagnose:

  • Das zeitliche Vorkommen des Erbrechens
  • Die Häufigkeit
  • Eventuelle Beimengungen im Erbrochenen

Weitere Begleitsymptome als auch der Impfstatus der Katze sind zudem hilfreiche Hinweise, um zu ermitteln, warum die Katze erbricht.

In der Regel führt der Tierarzt bereits während der Anamnese eine klinische Allgemeinuntersuchung durch. So kann er den aktuellen Gesundheitszustand der Katze ermitteln. Durchaus ist es möglich, dass dieser durch zu starke Elektrolyt- und Wasserverluste bereits stark beeinträchtigt ist. Somit kann der Kreislauf der Katze gefährdet sein. In diesem Fall muss der Kreislauf vor jeder weiteren diagnostischen Maßnahme durch Infusionen stabilisiert werden.

Sind die Vitalwerte alle in Ordnung, muss der Ursprung des Erbrechens aufgesucht werden. Ein großes Blutbild gibt bereits nach kurzer Zeit Aufschluss über die Anzahl der Entzündungszellen, Leber- als auch Nierenparameter der Katze. Ist z.B. die Anzahl der Eosinophilen Granulozyten erhöht, sind ein Parasitenbefall oder eine allergische Reaktion sehr wahrscheinlich. Ersteres kann folgend durch eine Untersuchung des Kots bestätigt werden. Eine Futtermittelallergie lässt sich hingegen z.B. durch eine Eliminationsdiät (abrupter Wechsel des Futters über lange Zeit) oder spezifische Allergietests bestimmen. Auch verrät die Anzahl der verschiedenen Immunzellen ein mögliches Vorliegen einer bakteriellen oder viralen Infektion. Diese können durch bakteriologische Untersuchungen oder auch spezielle Virenbluttests nachverfolgt werden.

Mittels bildgebender Verfahren wie das Röntgen ist es dem Tierarzt möglich, Organe auf strukturelle und teils funktionelle Veränderungen zu prüfen. Er kann dadurch zudem auch Lageveränderungen, Fremdkörper sowie Tumore erkennen.

Wie wird Erbrechen bei Katzen behandelt?

Die Behandlung von Erbrechen erfolgt auf der einen Seite symptomatisch und andererseits durch eine spezifische Therapie der grundlegenden Erkrankung:

Symptomatische Therapie:

  • Flüssigkeitstherapie und Gabe von Elektrolyten per Infusion oder Bolus
  • Medikamente gegen Erbrechen (Antiemetika): z.B. Maropitant, Metoclopramid oder Buscopan compositum
  • Magenschutztabletten: Omeprazol oder Ranitidin
  • Unterstützende Gabe von leicht verdaulichem Futter

Katze erbricht - Spezifische Therapie:

  • Infektiöse Ursachen verlangen je nach Erreger Antibiotika, Virostatika oder Entwurmungsmittel
  • Futtermittelunverträglichkeit: diätetische Maßnahmen
  • Operative Maßnahmen sind z.B. bei verschluckten Fremdkörpern, Lageveränderungen und einigen tumorösen Geschehen erforderlich
  • Entzündungshemmer und Schmerzmittel

Meine Katze erbricht - Wie ist die Prognose?

Die Prognose richtet sich nach der jeweiligen Ursache des Erbrechens. Ein Parasitenbefall kommt sehr häufig vor und ist meist schnell beseitigt. Jedoch können manche Tumore oder auch zu spät erkannte Fremdkörper im Magen-Darm-Trakt lebensgefährlich sein. Sehr starkes und lang andauerndes Erbrechen kann weiterhin durch Elektrolytschwankungen und Wasserverlust in einem Schockzustand enden. Dieser kann das Leben der Katze auch gefährden.

Wie kann Erbrechen bei Katzen verhindert werden?

Um zu verhindern, dass Ihre Katze erbricht, können Sie auf folgende Maßnahmen achten:

  • Möglichkeiten zur Bewältigung von Stress: z.B. Kratzmöbel
  • Zugang zu giftigen Substanzen vermeiden
  • Freigänger regelmäßig auf Parasiten untersuchen lassen (z.B. alle 3 Monate)
  • Kontakt zu bereits erkrankten Tieren untersagen
  • Regelmäßige Reinigung und ggf. Desinfektion von den Kot- und Futterplätzen
  • Katzenfutter vor Licht schützen und verschlossen lagern, um es vor Kontaminationen oder Schadnager zu schützen

Franziska Gütgemann, Tierärztin
Franziska Gütgemann

An der Justus-Liebig-Universität Gießen wurde ich zur Tierärztin ausgebildet und durfte Erfahrungen in verschiedensten Bereichen sammeln. Seitdem arbeite ich nicht nur als tierärztliche Autorin, sondern auch an meiner Dissertation. Mein Ziel ist es, Tiere vor krankheitserregenden bakteriellen Erregern zukünftig besser zu schützen. Neben meinem tierärztlichen Wissen teile ich meine eigenen Erfahrungen als glückliche Hundebesitzerin. Dadurch kann ich Ängste und Probleme nachvollziehen und zugleich über diese aufklären.


Unsere beliebtesten Beiträge
3 min

Katzenalter

Das Hundealter lässt sich bekannterweise einfach herleiten: Ein Hundejahr gleicht sieben Menschenjahren, wobei es hier auch auf die Rasse und Gewicht des Hundes ankommt. Wie lässt sich aber das Katzenalter bestimmen? Und wie alt werden Katzen überhaupt? Ab welchem Alter gelten Katzen als Senioren?
6 min

Coronavirus der Katze

Coronaviren: Kaum ein anderes Thema beschäftigt uns im Moment mehr. Aber warum redet der Tierarzt auf einmal auch bei Katzen von Coronaviren? Handelt es sich hier um den gleichen Virus wie bei uns Menschen? Alle wichtigen Informationen zum Thema Coronaviren und Katzen finden Sie im folgenden Artikel.
10 min

Sollte ich meine Katze kastrieren lassen?

Es gibt wohl kaum etwas Niedlicheres auf der Welt als Katzenbabys. Doch leider finden nicht alle Kitten ein schönes Zuhause. Wenn sich Katzen unkontrolliert paaren und vermehren, ist für ihren Nachwuchs ein Leben im Elend quasi vorprogrammiert. Indem Sie Ihre Katze kastrieren lassen, beugen Sie daher unnötigem Leid vor. Wie eine Kastration bei Katzen abläuft, was es zu beachten gilt und wie sich die Sterilisation davon unterscheidet, haben wir für Sie zusammengefasst.