06. März 2017 - Aktualisiert 21. Juni 2018

Parasiten bei Katzen: Zecken und Flöhe entfernen

Parasiten bei Katzen

Parasiten sind kleine Quälgeister, die sich vom Blut unserer Katzen ernähren. Dabei sind sie nicht nur lästig, sondern können auch schwerwiegende Krankheiten verursachen. Erfahren Sie im Folgenden alles, was Sie über Parasiten bei Katzen, speziell Zecken und Flöhe, wissen müssen.

Parasiten bei Katzen: Zecken

Sobald es draußen wärmer wird und die Temperaturen über zehn Grad steigen, lauern sie im hohen Gras: Zecken. Sie gehören zu den bekanntesten Parasiten bei Katzen. Gerade Freigänger-Katzen sind beliebte Opfer der kleinen Blutsauger. Das ist nicht nur lästig, sondern kann auch gefährlich werden – denn Zecken sind Überträger von Krankheiten wie Borreliose oder Babesiose.

Glücklicherweise infizieren sich Katzen viel seltener mit Erregern, die von Zecken übertragen werden, als der Hund oder der Mensch. Allerdings kann es vor allem bei immungeschwächten Katzen zum Ausbruch einer Erkrankung kommen. Außerdem können Zecken, die Katzen befallen haben, auf Hunde oder Menschen übergehen und auf diese Krankheitserreger übertragen.

Zeckenkontrolle bei Katzen

Je früher Zecken entdeckt und entfernt werden, desto geringer ist das Risiko, dass Krankheitserreger in die Wunde gelangen. Besonders bei der Übertragung von Borrelien ist es wichtig, schnell zu sein: Borrelien befinden sich im Darm der Zecke – von da aus wandern sie zur Einstichstelle, um den neuen Wirt zu befallen. Dieser Prozess dauert mindestens zwölf Stunden. Trägt die Zecke also Borrelien in sich und wird rechtzeitig entfernt, ist eine Übertragung in der Regel nicht möglich.

Suchen Sie Ihre Katze am besten nach jedem Freigang nach Zecken ab. Zecken bevorzugen bei Katzen Stellen mit dünner Haut und wenig Fell: Achten Sie daher besonders auf den Kopfbereich, die Ohren, den Hals, den Bauch und die Schenkelinnenseiten. Untersuchen Sie aber dennoch den gesamten Körper der Katze gründlich. Die Größe von Zecken variiert je nach bereits aufgenommener Blutmenge von stecknadelkopfgroß bis kirschkerngroß. Sie sind also mal mehr mal weniger gut zu sehen.

Zecken bei Katzen entfernen

Zecken lassen sich am einfachsten mit einer Zeckenzange entfernen. Die kleinen Blutsauger haben Mundwerkzeuge, die sich in die Haut einarbeiten. Mit Hilfe der Zeckenzange können sie vorsichtig herausgezogen werden. Auf keinen Fall sollte man Zecken quetschen. Es kann ansonsten vorkommen, dass sie ihren Mageninhalt und dabei Krankheitserreger absondern, die in die Wunde und damit in den Blutkreislauf der Katze gelangen. Es ist außerdem wichtig, die Zecke komplett zu entfernen. Bleibt der Kopf stecken, kann dies Entzündungen zur Folge haben.

Hausmittel gegen Zecken, wie zum Beispiel Öl, Kleber oder Nagellackentferner, sind nicht zu empfehlen. Auch sie können dazu führen, dass die Zecke erbricht und Krankheitserreger in die Einstichwunde absondert.

Zeckenentfernung

Parasiten bei Katzen: Zecken entfernen

  1. Verwenden Sie eine Zeckenzange, um die Zecke zu entfernen.
  2. Setzen Sie die Zange so nah wie möglich an der Haut der Katze an.
  3. Nehmen Sie den Kopf der Zecke und ziehen Sie diesen vorsichtig und gleichmäßig aus der Einstichstelle heraus.
  4. Überprüfen Sie, ob die Zecke komplett entfernt wurde.
  5. Desinfizieren Sie die Wunde und kontrollieren Sie diese regelmäßig. Bildet sich eine Entzündung an der Einstichstelle, suchen Sie einen Tierarzt auf.
  6. Behalten Sie den Zeckenstich die nächste Zeit im Hinterkopf. Wirkt Ihre Katze kränklich, matt oder bekommt Fieber – stellen Sie sie einem Tierarzt vor.

Ist die Zecke erfolgreich entfernt, bleibt die Frage, was tun mit dem Plagegeist. Zecken sind sehr widerstandsfähig, sodass mancher zeckengeplagter Katzenbesitzer zu Methoden wie Anzünden oder ähnlichen brachialen Mitteln greift, um sein Tier und sich selbst zu schützen. Ein einfacher Trick hilft: Legen Sie die entfernte Zecke auf ein Stück Tesafilm und klappen Sie dieses zusammen. So kann sie sicher entsorgt werden.

Durch Zecken übertragbare Krankheiten

Zecken sind nicht nur unangenehm, sie können auch einige Krankheiten übertragen, die nicht zu unterschätzen sind. Katzen infizieren sich sehr selten mit diesen Erregern, jedoch sind immungeschwächte mehr gefährdet. Hierzu gehören zum Beispiel:

  • Borreliose: Borreliose ist eine Infektionskrankheit, die durch die Bakteriengruppe Borrelien ausgelöst wird. Borrelien benötigen Parasiten wie Zecken als Überträger, um durch deren Stiche ins Blut neuer Wirte zu gelangen und sich weiter zu verbreiten.
  • Babesiose: Babesiose ist eine Infektionskrankheit, die durch einzellige Parasiten, die Babesien, verursacht wird. Durch den Stich der Auwaldzecke können Babesien übertragen werden und die roten Blutkörperchen angreifen.
  • Anaplasmose: Anaplasmose ist eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien der Gattung Anaplasma ausgelöst wird. Diese werden ebenfalls von Zecken übertragen und greifen die weißen Blutkörperchen an.

Vorbeugung gegen Zecken bei Katzen

Vorsicht ist besser als Nachsicht – deswegen sollten Sie Ihre Katze im Vorfeld vor Zeckenstichen und dem Risiko der Übertragung von Krankheiten schützen. Hierfür gibt es unterschiedliche Präparate (Antiparasitika), die Zecken abtöten oder verhindern, dass sie sich festsaugen.

  • Spot-Ons: Spot-Ons wirken bis zu vier Wochen gegen Zecken und andere Ungezieferarten. Sie werden zwischen den Schulterblättern des Tieres aufgetragen. Hier wird der Wirkstoff über die Haut aufgenommen und kann dank der für das Tier unerreichbaren Stelle seine volle Wirkung entfalten.
  • Sprays: Ungeziefersprays wirken effektiv gegen Zecken und andere Ungezieferarten. Einmal angewendet bleibt der Schutz bis zu vier Wochen bestehen.
  • Halsbänder: Eine weitere Möglichkeit Katzen vor Zecken zu schützen sind Ungezieferhalsbänder. Einfach um den Hals gelegt dienen die Halsbänder als Ungezieferprophylaxe, die einem Befall der lästigen Insekten vorbeugt.

Bei einem Befall von Parasiten bei Katzen sollten Sie nur zu Ungeziefermitteln greifen, die auch für die Anwendung bei Katzen bestimmt sind. Mittel für Hunde enthalten häufig den Wirkstoff Permethrin. Dieser ist giftig für Katzen und die Verwendung kann im schlimmsten Fall tödlich enden.

Flöhe bei Katzen

Wenn die Katze von Juckreiz geplagt wird, könnten Flöhe die Ursache sein. Flöhe gehören zu den berühmtesten Parasiten bei Katzen und sind nicht nur lästig, sondern können Krankheiten zur Folge haben.

Hauptsächlich kommt es zu einem Flohbefall durch Kontakt mit anderen von Flöhen befallenen Tieren. Aber auch im Gewebe nisten sie sich gerne ein wie z.B. Teppiche, Kissen oder Sofas. Hat ein ausgewachsener Floh einmal einen Wirt gefunden, wechselt er diesen in der Regel selten wieder. Er hält sich permanent auf seinem Opfer auf und ernährt sich von dessen Blut. Die Vermehrung geht rasend schnell: Flohweibchen produzieren durchschnittlich 30 Eier am Tag. Diese werden im Fell der Katze abgelegt und rieseln herunter. So landen sie in der Umgebung des Tieres – auf dem Sofa, auf dem Kratzbaum oder in Bodenritzen beispielsweise. Vier bis zwölf Tage später schlüpfen aus den Eiern Larven, die sich vom Flohkot und Zellmaterial ernähren, die ebenfalls von der Katze herabfallen. Die Larven verpuppen sich und einige Zeit später schlüpfen neue Flöhe, die sich auf Wirtssuche machen. Deswegen ist es wichtig bei einem Flohbefall nicht nur gegen die ausgewachsenen Flöhe vorzugehen, sondern auch die Eier und Larven zu bekämpfen.

Flöhe sind auf den Menschen übertragbar. Zwar sind die unterschiedlichen Floharten auf einen bestimmten Wirt spezialisiert (so gibt es zum Beispiel den Hundefloh und den Katzenfloh), die Parasiten sind aber nicht wählerisch.

Flöhe bei der Katze erkennen

Mit dem bloßen Auge ist ein Floh kaum zu erkennen – lediglich ein paar wenige Millimeter ist er groß. Das Hauptsymptom für einen Flohbefall bei der Katze ist Juckreiz. Dieser führt dazu, dass sich das Tier vermehrt kratzt, leckt oder beißt. Hierdurch kann es zu Verletzungen und Ekzemen kommen.

Wenn Sie die Vermutung haben, dass Ihre Katze Flöhe hat, sollten Sie das Tier untersuchen. Wenn sich ein Exemplar zeigt, ist der Befall klar zu erkennen. Wenn nicht, können Sie ganz einfach herausfinden, ob Flöhe da sind, indem Sie die Katze auf Flohkot untersuchen.

So erkennen Sie, ob Ihre Katze Flöhe hat:

  1. Stellen Sie die Katze auf einen glatten Untergrund, der hell genug ist, damit man die Kotspuren erkennt, wenn sie aus dem Fell fallen. Gut geeignet ist zum Beispiel Fliesenboden oder die Badewanne.
  2. Kämmen Sie nun das Fell der Katze gründlich mit einem möglichst engmaschigen Kamm. Ist Flohkot vorhanden, bleibt dieser in Form von kleinen schwarzen Krümeln entweder im Kamm hängen oder fällt herunter.
  3. Sammeln Sie die Krümel mit einem weißen Tuch auf und befeuchten Sie diese vorsichtig.
  4. Handelt es sich um Flohkot, lösen sie sich auf und hinterlassen rote Flecken auf dem Tuch. Denn bei den Kotkrümelchen handelt es sich um verdautes Blut der Katze.

Parasiten bei Katzen: Gefahren durch Flöhe

Flöhe sind nicht nur lästig, sie können auch gefährlich werden. Folgende Gefahren lauern:

  • Anämie: Ein starker Flohbefall kann einen erheblichen Blutverlust zur Folge haben und zu einer Anämie (Blutarmut) führen.
  • Flohspeichelallergie: Sticht der Floh zu, sondert er dabei Speichel ab. Dieser ist verantwortlich für den typischen Juckreiz – einige Katzen reagieren allergisch auf den Flohspeichel.
  • Bandwürmer: Flöhe können Eier von Bandwürmern enthalten. Ist dies der Fall und der Floh wird von der Katze gefressen, gelangen die Eier in den Darm der Tiere und entwickeln sich hier zu Bandwürmern. Wenn Ihre Katze Flöhe hatte, sollten Sie sie sicherheitshalber entwurmen.
  • Hämobartonellose: Diese Infektionskrankheit wird durch Bakterien der Familie Mykoplasma hervorgerufen (Hämobartonella felis). Flöhe sind Überträger dieser Bakterien, die die roten Blutkörperchen von Katzen zerstören.
  • Bartonellose (Katzenkratzkrankheit): Flöhe sind die Hauptüberträger von Bartonellen. Während diese Bakterien bei Katzen in der Regel keine Krankheitssymptome zur Folge haben, können sie auf den Menschen übertragen die Krankheit Bartonellose (Katzenkratzkrankheit) auslösen.
floh

Flöhe bei Katzen bekämpfen

Um Parasiten bei Katzen, wie Flöhe, loszuwerden, sollten Sie nicht nur das Tier selbst, sondern auch seine Umgebung behandeln:

  1. Behandlung des Tieres und der Partnertiere
    Zur Flohbehandlung bei der Katze stehen unterschiedliche Mittel zur Verfügung: Spot-Ons, die zwischen den Schulterblättern des Tieres aufgetragen werden, Ungeziefersprays und Ungezieferhalsbänder. Auch Tabletten sind mit einer bestimmten Wirkdauer sind erhältlich.
  1. Behandlung der Umgebung
    Wenn Ihre Katze Flöhe hat, behandeln Sie unbedingt die Umgebung mit, um alle Entwicklungsstadien der Flöhe loszuwerden. Waschen Sie Unterlagen und Decken bei mindestens 60 Grad. Greifen Sie häufiger zum Staubsauger und saugen Sie gründlich alle relevanten Stellen ab. Nach dem ersten Saugen sollten Sie den Staubsaugerbeutel separat verpacken und entsorgen. Zusätzlich kann auch die Umgebung mit  Ungeziefersprays behandelt werden.

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