Durchfall bei Katzen This article is verified by a vet

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Als Durchfall oder Diarrhoe (griechisch: dia = durch und rheos = Fluss) wird eine übermäßige Darmbewegung bei gleichzeitiger Erhöhung der Flüssigkeitsmenge im Kot bezeichnet. Oftmals resultiert daraus ebenfalls eine Zunahme des Kotvolumens. Bei Durchfall bei Katzen handelt es sich allerdings nicht um eine definierte Krankheit, sondern um ein Symptom, welches sehr häufig vorkommt und durch eine Vielzahl an Ursachen entstehen kann. Durch zum Teil massive Verschiebungen des Wasser- und Elektrolythaushaltes kann Durchfall bei jungen, mittelalten und alten Katzen zu weiteren, teilweise lebensgefährlichen Situationen führen.

Ursachen

Hat der Durchfall seinen Ursprung im Magen-Darm-Trakt, so wird dieser in einen Dünn- oder Dickdarmdurchfall unterteilt. Daneben können aber auch Erkrankungen weiterer Organsysteme oder diverse Umweltreize zu Durchfall bei Katzen führen. Am häufigsten sind jedoch folgende Auslöser an einer Diarrhoe beteiligt:

Ernährungsbedingt

Durchfall bei Katzen ist sehr häufig eine Folge von Fütterungsfehlern, Futterunverträglichkeiten und Futtermittelallergien. In den meisten Fällen sind aber verdorbenes Futter oder sehr rasche Futterwechsel an dem Geschehen beteiligt.

Infektiöse Ursachen:

Häufig spielen auch Infektionserreger wie Bakterien, Viren oder Parasiten eine große Rolle bei der Entstehung von Durchfall bei Katzen. Zu den häufigsten infektiösen Ursachen gehören folgende Erreger:

  • Viren: Parvovirus (Katzenseuche), Coronavirus, Felines Leukämievirus (FeLV), Felines Immundefizienzvirus (FIV)
  • Bakterien: Salmonellen, Campylobacter
  • Parasiten: Spulwürmer, Einzeller (Giardien, Kokzidien), Bandwürmer, Tritrichomonas foetus

Vergiftung

Gifte und die Einnahme bestimmter Medikamente wie Antibiotika können ebenfalls bei Katzen zu Durchfall führen. Um eine Überdosierung und starke Nebenwirkungen zu vermeiden, sollte daher jede medikamentöse Verabreichung durch einen Tierarzt oder eine andere fachkundige Person betreut werden.

Metabolische und tumuröse Ursachen

Bestimmte Grunderkrankungen wie eine Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) oder Schilddrüsenerkrankungen, beispielsweise eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) können zu starken Durchfällen bei Katzen führen. Eine weitere Ursache können Tumore des Darms oder auch anderer Organe (paraneoplastisches Syndrom) sein.

Strukturelle Veränderungen des Darms

In manchen Fällen führen starke Darmverstopfungen (Obstipation) durch beispielsweise Fremdkörper oder Lageveränderungen wie Darmabknickungen oder Darmeinstülpungen (Invagination) zu Durchfall bei Katzen. In diesem Fall zeigen die betroffenen Katzen in der Regel weitere klinische Anzeichen wie ein sich schnell verschlechterndes Allgemeinbefinden.

Idiopathisch

Führt die ausführliche Ausschlussdiagnostik nicht zu einer definierten Diagnose, so wird von einem idiopathischem Durchfall gesprochen.

Symptome

Durchfall bei Katzen kann plötzlich (akut) oder über längere Zeit (chronisch) verlaufen. Auch gibt es große Unterschiede bezüglich der Begleitsymptome. Während eine milde Futtermittelunverträglichkeit ohne weitere Beschwerden ablaufen kann, zeigen schwere infektiöse Durchfälle meist zusätzliche Krankheitsanzeichen, welche den Allgemeinzustand der Katze stark beeinträchtigen können. Besonders häufig treten folgende Symptome auf:

  • Veränderte Kotbeschaffenheit: wässrig, dünnflüssig bis breiig
  • Eventuell Kotabsatzprobleme sowie –schmerzen
  • Allgemeinsymptome: Schwäche, Müdigkeit und Fieber
  • Blut- oder Schleimbeimengungen im Kot
  • Massiver Wasserverlust (Dehydratation): schwacher Puls, schneller Herzschlag, ggf. Herzrhythmusstörungen
  • weitere Magen-Darm-Beschwerden: Appetitlosigkeit und Abmagerung, Erbrechen und Übelkeit, Schmerzen im Bauchbereich
  • Muskelschwäche durch Elektrolytverluste
rote katze liegt

Diagnose

Durchfall sollte nicht unterschätzt werden, da ein massiver Flüssigkeits- und Elektrolytverlust zu lebensbedrohlichen Situationen führen können. Um eine gezielte Therapie einleiten zu können, ist daher eine ausführliche Besitzerbefragung durch den Tierarzt (Anamnese) von enormer Bedeutung. Wichtige Hinweise wie ein rascher Futterwechsel, die Aufnahme von eventuell giftigen Substanzen oder die bisherige Dauer des Durchfalls helfen bei der korrekten Diagnosestellung. Nach der Anamnese ist die Beurteilung des Allgemeinzustandes des erkrankten Tieres von Bedeutung, da ein instabiler Kreislauf vor weiteren diagnostischen Maßnahmen beispielsweise durch Infusionstherapie wieder hergestellt werden muss.

Ist der Kreislauf der kranken Katze stabil, kann der Tierarzt mit der speziellen Untersuchung beginnen. Die Abnahme von Blut verrät anhand der Konzentration verschiedener Immunzellen (z.B. Granulozyten oder Lymphozyten), Blutplättchen (Thrombozyten) sowie roter Blutkörperchen (Erythrozyten) eine Menge über die mögliche Ursache. Beispielsweise ist die Zunahme an Eosinophilen Granulozyten (Eosinophilie) ein Zeichen für einen Parasitenbefall oder eine allergische Reaktion.

Unterstützend kann mittels einer Kotuntersuchung eine parasitologische, bakteriologische sowie virologische Untersuchung eingeleitet werden, um den Verdacht eines infektiösen Geschehens zu erhärten. Als weitere diagnostische Möglichkeit kommen bildgebende Verfahren wie das Röntgen oder der Ultraschall in Frage. Auf diese Weise können zum Beispiel verschluckte Fremdkörper oder andere Organveränderungen sichtbar gemacht werden. Können infektiöse Ursachen sowie Vergiftungen ausgeschlossen werden, kann ein ernährungsbedingter, chronischer Durchfall durch eine Eliminationsdiät, dem Weglassen des bisherigen Futters, diagnostiziert werden. Verbessert sich das klinische Bild nach kurzer Zeit, kann mittels der erneuten Gabe des alten Futters eine Futtermittelunverträglichkeit oder –allergie provoziert werden.

Verschlechtert sich also der Zustand erneut, ist dies ein klares Zeichen für einen ernährungsbedingten Durchfall.

Therapie

Die Therapie von Durchfall bei Katzen kann in eine symptomatische und eine spezielle Therapie aufgeteilt werden:

Symptomatische Therapie:

  • Flüssigkeitstherapie (Infusionen) mit Zucker- und Kaliumzusatz
  • Schmerzmedikamente
  • Medikamente gegen Übelkeit (Antiemetika)
  • künstliche Ernährung durch eine Sonde oder Schonkost
  • Magenschutzmedikamente

Spezielle Therapie:

  • Futtermittelbedingt: gut verdauliche Futtermittel
  • Infektiös: ggf. Antibiotika oder Entwurmungsmittel
  • Vergiftung: ggf. Medikamente zum Erbrechen
  • Lageveränderungen: chirurgische Maßnahmen
  • Idiopathisch: Eine spezielle Therapie steht nicht zur Verfügung

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Prognose

Die Prognose einer Durchfallerkrankung bei der Katze ist stark abhängig von der Ursache sowie der Therapie. Während ernährungsbedingter Durchfall in der Regel ohne weitere klinische Anzeichen verläuft und durch einen Futterwechsel meist schnell behandelt werden kann, können akute Vergiftungen oder ungünstige Lageveränderungen des Darms bei zu spätem Therapiebeginn tödlich enden.

Vorbeugen

Nicht jede Ursache von Durchfall bei Katzen kann verhindert werden.

Um das Risiko jedoch zu minimieren, sind folgende prophylaktische Maßnahmen empfehlenswert:

  • Regelmäßige Entwurmung
  • Futterwechsel so selten und langsam wie möglich durchführen
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