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Steht menschlicher Familienzuwachs an, sind viele Katzenhalter unsicher: Katze und Kind – geht das gut? Werdenden Eltern macht dabei vor allem eines Sorgen: die durch einen Parasiten hervorgerufene Krankheit Toxoplasmose bei Katzen.
Für gesunde Katzen ist eine Infektion mit Toxoplasmose meist kein großes Problem. Kitten, Katzensenioren und Katzen mit geschwächtem Immunsystem erwischt es dagegen meist heftiger. Die größte Gefahr besteht für schwangere Vierbeiner.
Bei der Toxoplasmose handelt es sich außerdem um eine Zoonose, also eine auf den Menschen übertragbare Erkrankung. Vor allem für ungeborene Babys kann die Toxoplasmose sogar tödlich sein.
Wie viele Katzen scheiden Toxoplasmose-Erreger aus?
Mehrere Studien zeigen, dass nur ein sehr kleiner Anteil der Katzen zu einem bestimmten Zeitpunkt aktiv Oozysten ausscheidet – so nennt man das infektiöse Entwicklungsstadium des Parasiten Toxoplasma gondii.
Zwar machen rund 70 Prozent aller Katzen im Laufe ihres Lebens mindestens eine Infektion mit Toxoplasmen durch. Die Oozysten werden aber nur während der Erstinfektion für ca. drei Wochen ausgeschieden. So kommt es, dass laut einer Studie in Deutschland weniger als ein Prozent der Katzen Toxoplasma-Oozysten ausscheiden.
Symptome: Was sind die ersten Anzeichen einer Toxoplasmose?
Normalerweise verläuft die Toxoplasmose bei Katzen unbemerkt. Es treten nur leichte Symptome wie Durchfall auf. Diese bewältigt der Körper einer gesunden Katze aber in der Regel selbst.
Wie erkennt man Toxoplasmose bei Katzen?
Bei Tieren mit geschwächtem Immunsystem ist jedoch Vorsicht geboten. Die Symptome der Toxoplasmose sind in diesem Fall viel stärker und es kann zu einem chronischen Verlauf kommen. Bei den folgenden Beschwerden sollten Sie Ihre Katze einem Tierarzt vorstellen:
Bei gesunden Erwachsenen verläuft die Toxoplasmose ebenfalls meist ohne Symptome oder sie ähneln denen einer Grippe. Bei Personen mit geschwächtem Immunsystem kann es möglicherweise zu Koordinationsproblemen und Krämpfen kommen.
Infiziert sich eine schwangere Frau, zeigt sie selbst nur selten Symptome. Aber je früher in der Schwangerschaft sich die Frau mit Toxoplasmose infiziert, desto größer ist die Gefahr für das Ungeborene. Ein Wasserkopf oder sogar eine Fehlgeburt sind mögliche Folgen.
Die Toxoplasmose kann bei einer Erstinfektion in der Schwangerschaft zur Gefahr für das Ungeborene werden.
Diagnose: Wie lässt sich Toxoplasmose bei Katzen feststellen?
Besteht der Verdacht einer Toxoplasmose bei Ihrer Katze, sollten Sie sie testen lassen. Hierfür untersucht der Tierarzt Blut- oder Kotproben. Kurz nach der Infektion scheiden Katzen eine große Menge an Sporen (Oozysten) aus. Diese sind dann unter dem Mikroskop zu erkennen.
Im Blut lassen sich Antikörper gegen die Toxoplasmen nachweisen. Um eine akute von einer chronischen Toxoplasmose zu unterscheiden, müssen zwei Blutproben im Abstand von zwei bis drei Wochen untersucht werden. Die Kosten eines solchen Toxoplasmose-Tests belaufen sich auf ca. 50 bis 100 Euro.
Therapie: Wie wird Toxoplasmose bei Katzen behandelt?
Gesunde Katzen werden in der Regel selbst mit der Infektion durch die Toxoplasmen fertig. Bei Katzen mit geschwächtem Immunsystem, die starke Symptome aufweisen, ist allerdings eine Behandlung nötig. Hierfür wird das Antibiotikum Clindamycin eingesetzt.
Darüber hinaus versucht der Tierarzt, Symptome wie Fieber, Atemprobleme und Augenentzündungen durch geeignete Maßnahmen wie entzündungshemmende Medikamente, Infusionen und Augentropfen in den Griff zu bekommen.
Wie sieht die Behandlung beim Menschen aus?
Genauso ist es beim Menschen. Die Symptome bleiben meist unbemerkt und der Körper bewältigt die Toxoplasmose selbstständig. Immungeschwächte Personen müssen jedoch behandelt werden.
Gerade bei schwangeren Frauen ist eine Behandlung dringend nötig. Hier setzen Humanmediziner Antibiotika und/oder Mittel gegen die Parasiten (Antiparasitika) ein.
Prognose: Ist Toxoplasmose bei Katzen heilbar?
Ob die Toxoplasmose bei Katzen heilbar ist, ist abhängig vom Immunstatus der Tiere und vom Alter der Katze bei der Infektion. Gesunde erwachsene Katzen haben hier auch ohne Behandlung eine sehr gute Prognose.
Bei jungen Kätzchen ist das Sterberisiko am höchsten
Je jünger die Katze zum Zeitpunkt der Infektion ist, desto schlechter fällt die Prognose aus. Infizieren sich die Kätzchen kurz nach der Geburt oder im Welpenalter, kommt es teilweise sogar zu Todesfällen.
Tiere mit geschwächtem Immunsystem erkranken meist dauerhaft (chronisch), da ihr Körper die Toxoplasmen nicht vollständig bekämpfen kann.
Ursachen: Wie kommt es zur Erkrankung?
Der Erreger der Toxoplasmose bei Katzen heißt Toxoplasma gondii. Hierbei handelt es sich um einen einzelligen Parasiten, dessen Endwirt die Katze ist.
Auslöser ist ein Darmparasit
Das bedeutet: Nur mit ihrer Hilfe kann sich der Erreger fortpflanzen. In ihrem Darm bildet er sogenannte Oozysten, die die Katze mit dem Kot ausscheidet. Diese werden innerhalb weniger Tage nach der Ausscheidung infektiös.
Der Parasit kann aber auch Zwischenwirte befallen, in denen er zwar überlebt, aber keine Chance zur Vermehrung hat. Hierzu gehören im Grunde alle Warmblüter, auch der Mensch. Deswegen zählt die Toxoplasmose zu den Zoonosen.
Wie können sich Katzen mit Toxoplasmose anstecken?
Die Übertragung des Toxoplasmose-Erregers auf die Katze erfolgt über zwei Wege:
Direkt: Die infektiösen Oozysten gelangen auf dem direkten Weg in den Körper der Katze. Entweder hat die Katze Kontakt mit dem Kot infizierter Tiere oder mit kontaminierter Umwelt.
Indirekt: Der Erreger kann auch über Zwischenwirte in den Körper der Katze gelangen. In diesen befinden sich inaktive Formen der Toxoplamen (Bradyzoiten), die im Darm der Katze wieder aktiv werden. Für diesen Übertragungsweg sind kleine Beutetiere der Katze – zum Beispiel Mäuse – geeignet. Auch bei der Fütterung mit rohem Fleisch kann die inaktive Toxoplasmose-Form ihren Weg in den Katzenkörper finden.
Vorbeugen: Wie vermeide ich die Toxoplasmose bei Katzen?
Eine Infektion mit Toxoplasmen lässt sich eigentlich nur bei reinen Wohnungskatzen verhindern. Allerdings ist das nur dann möglich, wenn die Katze ausschließlich mit ausreichend erhitztem oder tiefkühlgelagertem Fleisch oder mit handelsüblicher Katzenfertignahrung gefüttert wird.
Keine prophylaktischen Maßnahmen notwendig
Bei Freigängern lässt sich das Risiko einer Infektion leider nicht vermeiden. Ob beim Vergraben ihrer Geschäfte oder beim Festmahl nach erfolgreicher Jagd – die Ansteckungsmöglichkeiten bei Freigang sind vielfältig.
Da gesunde Katzen aber in der Regel keine Probleme mit der Toxoplasmose haben, ist hier auch keine besondere Prophylaxe nötig.
Besonders in der Schwangerschaft sollten Sie nach einer intensiven Schmuseeinheit an die Hygiene denken.
Tipps für Schwangere: Auf Hygiene achten
Bei allen potenziellen Gefahren für Mutter und Kind während einer Schwangerschaft steht bei Katzenbesitzerinnen sicher auch die Toxoplasmose ganz oben auf der Liste. Mit den folgenden Tipps lässt sich das Risiko einer Infektion während der Schwangerschaft deutlich vermindern:
Lassen Sie von Ihrem Frauenarzt testen, ob Sie schon einmal Kontakt mit dem Toxoplasmose-Erreger hatten. Nach der Erstinfektion hat der Körper Antikörper gebildet und es besteht keine Gefahr mehr.
Wenn möglich: Lassen Sie die Katzentoilette von einer anderen Person säubern. Tragen Sie ansonsten Handschuhe bei der Reinigung.
Die Katzentoilette sollte jeden Taggereinigtwerden. Da es eine Weile dauert, bis die Oozysten der Toxoplasmen infektiös werden, minimiert sich so das Risiko einer Ansteckung.
Verzichten Sie während der Schwangerschaft auf die Rohfütterung Ihrer Katze (Barfen).
Kann man vom Katzenstreicheln Toxoplasmose bekommen?
Das Streicheln der Katze stellt normalerweise kein großes Infektionsrisiko dar. Ein geringes Restrisiko bleibt für den Fall, dass Kot im Fell der Katze klebt und man nach dem Streicheln die Hände nicht wäscht bzw. sich selbst ins Gesicht oder an den Mund fasst.
Übrigens gibt es neben der Katze noch weitere Übertragungswege für den Toxoplasmose-Erreger. Es besteht auch die Möglichkeit, sich über kontaminierte Erde oder Sand, Salat und Gemüse sowie rohes oder halbrohes Fleisch zu infizieren. Gemüse sollten Sie also gründlich waschen und Gartenarbeit verrichten Sie am besten nur mit Handschuhen.
Fazit: Weitverbreitete Infektionskrankheit
Viele Katzen haben im Laufe ihres Lebens Kontakt mit dem Parasiten Toxoplasma gondii, aber nur sehr wenige sind gerade infektiös. Das bedeutet: Toxoplasmose ist bei Katzen zwar weitverbreitet, aber die aktive Ausscheidung des Parasiten ist selten und von kurzer Dauer. Für gesunde Katzen verläuft die Infektion meist symptomlos. Für den Menschen besteht ein gewisses Ansteckungsrisiko. Insbesondere Schwangere sollten daher einige Vorsichtsmaßnahmen einhalten, um ihr Ungeborenes zu schützen.
Wichtiger Hinweis: Der Inhalt dient nur zu Informationszwecken und ist nicht als Ersatz für eine professionelle tierärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung gedacht. Wenn Sie Fragen oder Bedenken bezüglich der Gesundheit Ihres Haustieres haben, wenden Sie sich bitte immer an einen zugelassenen Tierarzt.
An der Justus-Liebig-Universität Gießen wurde ich zur Tierärztin ausgebildet und durfte Erfahrungen in verschiedensten Bereichen sammeln.
Seitdem arbeite ich nicht nur als tierärztliche Autorin, sondern auch an meiner Dissertation. Mein Ziel ist es, Tiere vor krankheitserregenden bakteriellen Erregern zukünftig besser zu schützen.
Neben meinem tierärztlichen Wissen teile ich meine eigenen Erfahrungen als glückliche Hundebesitzerin. Dadurch kann ich Ängste und Probleme nachvollziehen und zugleich über diese aufklären.
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