Zecken bei Katzen: Richtig entfernen und vorbeugen This article is verified by a vet

Zecken bei Katzen mit Freigang

Zecken lauern besonders in hohem Gras auf unsere Katzen.

Kaum übersteigen die Temperaturen dauerhaft die Marke von sieben Grad, kommen auch lästige Parasiten wieder zum Vorschein. Besonders unangenehm sind Zecken bei Katzen. Weshalb Sie die Plagegeister so schnell wie möglich entfernen sollten und wie das am besten geht, lesen Sie in unserem Ratgeber.

Regelmäßige Zeckenkontrolle ist ein Muss

Untersuchen Sie Ihre Katze am besten mindestens einmal täglich gründlich auf Zecken. In Verbindung mit einer Schmuseeinheit können Sie den gesamten Körper Ihrer Katze unter die Lupe nehmen.

Achten Sie dabei besonders auf die von Zecken bevorzugten Stellen mit wenig Behaarung. Im Kopfbereich, am Hals, an den Ohren, dem Bauch und den Schenkelinnenseiten lassen sich Zecken besonders gern häuslich nieder.

Je nachdem, wie viel Blut die Zecke schon aufgenommen hat, variiert ihre Größe zwischen wenigen Millimetern bis hin zur Größe eines Kirschkerns.

Beobachten Sie die Bissstelle auch nach der Entfernung noch für einige Zeit. Rötungen, Fieber oder Appetitlosigkeit können auf eine mögliche Erkrankung Ihrer Katze hinweisen.

Wie entferne ich Zecken bei der Katze richtig?

Kommt Ihre Katze mit einer Zecke von einem ihrer Streifzüge nach Hause, entfernen Sie diese so schnell wie möglich. Am besten gehen Sie dazu folgendermaßen vor:

  • Benutzen Sie eine Zeckenzange oder einen Zeckenhaken
  • Setzen Sie die Zange so nah wie möglich an der Haut der Zecke an und quetschen Sie den Körper der Zecke dabei nicht.
  • Greifen Sie den Kopf der Zecke. Ziehen Sie ihn anschließend langsam, gleichmäßig und gerade aus der Einstichstelle heraus.
  • Überprüfen Sie, ob Sie die Zecke komplett aus der Haut der Katze entfernen konnten.
  • Entsorgen Sie die Zecke sorgsam, damit sie keinen neuen Wirt befallen kann.
  • Desinfizieren Sie die Wunde und kontrollieren Sie diese regelmäßig.
  • Behalten Sie den Zeckenbiss die nächste Zeit im Hinterkopf. Wirkt Ihre Katze kränklich, matt oder bekommt Fieber, stellen Sie sie schnell einem Tierarzt
Zecken entfernen mit Zeckenhaken
Mit dem Zeckenhaken kann die Zecke vollständig entfernt werden.

Welche Krankheiten übertragen Zecken?

Zecken bei Katzen sind nicht nur lästig und saugen das Blut unserer Fellnasen. Sie übertragen auch gefährliche Krankheiten. Je nach Region sind in Deutschland zwischen 15 und 30 Prozent der Zecken mit Krankheitserregern infiziert.

Im Vergleich zum Hund werden diese glücklicherweise viel seltener auf Katzen übertragen – beziehungsweise Katzen erkranken aus bisher ungeklärten Gründen deutlich seltener. Dennoch besteht mit jedem Zeckenbiss die Möglichkeit, dass sich Ihre Katze mit einem Erreger infiziert. Zu den häufigsten Infektionskrankheiten gehören die Borreliose, Anaplasmose und Babesiose.

Zecken bei Katzen entfernen: Je früher, desto besser

Die Krankheitserreger sitzen im Darm der Zecke und wandern während des Saugakts in die Speicheldrüsen. Bis sie dort ankommen, vergehen im Schnitt zwölf bis 24 Stunden.

Je länger die Zecke also das Blut Ihrer Katze saugt, desto wahrscheinlicher wird auch die Übertragung von Krankheitserregern. Indem Sie Zecken bei Katzen schnell nach dem Biss entfernen, können Sie dieses Risiko aber ganz einfach minimieren.

Vorbeugen: Prävention gegen Zecken bei Katzen

Vorsicht ist – gerade im Falle von Zecken bei Katzen – immer besser als Nachsicht. Deswegen sollten Sie Ihre Katze schon im Vorfeld vor Zeckenbissen und dem Risiko der Übertragung von Krankheiten schützen.

Hierfür gibt es verschiedene Präparate (Antiparasitika), die die Zecken abtöten, oder verhindern, dass sie sich festsaugen. Diese Varianten gibt es:

  • Spot-on-Präparate werden zwischen den Schulterblättern der Katze aufgetragen und verteilen sich anschließend über den ganzen Körper. Je nach Wirkdauer (zwischen vier und zwölf Wochen) müssen Sie Ihre Katze mehrmals im Jahr behandeln.
  • Sprays funktionieren ebenso wie Spot-on-Präparate.
  • Nur beim Tierarzt sind auch Tabletten gegen Zecken bei der Katze erhältlich.
  • Halsbänder geben ihre Wirkstoffe kontinuierlich ab. Sie wehren Zecken und andere Parasiten meist über einen längeren Zeitraum (circa fünf bis sechs Monate) ab. Sie bergen allerdings auch eine Verletzungsgefahr, da Katzen mit dem Halsband hängen bleiben können.

Sind Antiparasitika schädlich für meine Katze?

Es gibt viele Vorbehalte gegen Anti-Zecken-Mittel. Allen voran stellt sich die Frage, ob sie nicht schädlich für Mensch und Tier seien, da es sich eigentlich um Nervengifte handle.

Die meisten Antiparasitika sind tatsächlich Nervengifte. Im Gegensatz zu Insekten besitzen Menschen und Katzen aber eine sogenannte Blut-Hirn-Schranke. Der Wirkstoff kommt bei ihnen also gar nicht da an, wo er Schaden anrichten könnte.

Natürlich kann es dennoch zu Unverträglichkeiten bei den Anti-Zecken-Mitteln kommen. Jedes Medikament hat neben einer Wirkung auch Nebenwirkungen. Die Bandbreite an Mitteln ist mittlerweile so groß, dass sich sicher etwas findet, das Ihre Katze besser verträgt.

Allerdings gibt es auch problematische Wirkstoffe: Permethrin, Flumethrin und Deltamethrin sind zum Beispiel giftig für Katzen. Achten Sie also immer darauf, ob das Mittel für Katzen zugelassen ist.

Gibt es Hausmittel gegen Zecken bei Katzen?

In diversen Quellen werden immer wieder Hausmittel wie Kokosöl, Schwarzkümmelöl, Knoblauch oder Bernsteinketten gegen Zecken bei Katzen angepriesen. Aber helfen diese Hausmittel wirklich?

Wissenschaftlich konnte bisher nur eine leichte Wirksamkeit von Kokosöl nachgewiesen werden – und das nur bei äußerlicher Anwendung. Hierzu muss die Katze aber jeden Tag am ganzen Körper damit behandelt werden. Für unsere, von Natur aus sehr reinlichen, Katzen ist das sicher alles andere als angenehm.

Wichtig: Hausmittel wie Knoblauch oder Schwarzkümmel sind giftig für Katzen. Diese sollten Sie also auf keinen Fall zur Abwehr von Zecken einsetzen.

Bei aller Euphorie über natürliche Mittel, die in Einzelfällen durchaus wirksam sein können, gilt es noch einen weiteren Punkt zu beachten: Bringt die Katze keine Zecken nach Hause, müssen vielleicht auch andere Gründe dafür in Betracht gezogen werden. So sind nicht alle Katzen gleich attraktiv für Parasiten. Die einen sind wahre Zeckenmagnete, andere werden nur sehr selten gebissen.

Zecken bei Katzen: Die drei berühmtesten Mythen

Wenn es um Zecken bei Katzen geht, dann gibt es nach wie vor viele Legenden. Die drei wichtigsten haben wir für Sie einmal unter die Lupe genommen.

Zecken sitzen vor allem im hohen Gras oder in Gebüschen. Sie lassen sich also nicht von Bäumen auf Katze oder Mensch herunterfallen.

Es ist nicht unbedingt notwendig, die Zange zu drehen, um eine Zecke von Ihrer Katze zu entfernen. Immerhin haben die Parasiten kein Gewinde. Sollte es Ihnen mit einer leichten Drehbewegung aber leichter fallen, ist das natürlich erlaubt.

Wenn Sie eine Zecke nicht im Ganzen entfernen können, ist das kein Weltuntergang. Normalerweise wird der Zeckenkopf vom Körper der Katze in Wundschorf verpackt und fällt gemeinsam mit diesem irgendwann ab. Kontrollieren Sie aber regelmäßig die Bissstelle. Entdecken Sie Anzeichen einer Entzündung, sollten Sie Ihren Tierarzt aufsuchen.

Dennoch: Da bei einem stecken gebliebenen Kopf theoretisch weiterhin die Gefahr einer Übertragung von Krankheitserregern besteht, sollten Sie stets auf die vollständige Entfernung achten.

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