Katze vergiftet Dieser Artikel ist tierärztlich verifiziert

Katze vergiftet erbricht

Achtung: Erbrechen kann ein Zeichen dafür sein, dass Ihre Katze vergiftet ist!

Wie gefährlich ist eine Vergiftung bei Katzen?

Ist Ihre Katze vergiftet, hängt ihre Heilungschance von mehreren Faktoren ab – von der Art des Giftes und der Dosis. In den meisten Fällen ist die aufgenommene Dosis zu gering, sodass die betroffenen Katzen keine schwerwiegenden Folgen davontragen.

Allerdings kommt es immer wieder dazu, dass Katzen an den Folgen einer schweren Vergiftung versterben. Generell gilt daher: Umso früher Sie Ihren Tierarzt aufsuchen und Ihre Samtpfote behandeln lassen, desto besser fällt die Prognose aus!

Symptome: Was sind die Anzeichen für eine Vergiftung bei Katzen?

Gifte können abhängig von ihrer aufgenommenen Menge eine Reihe an Symptomen bei Katzen auslösen. Zeigt Ihre Katze jedoch einige oder alle der folgenden typischen Vergiftungssymptome, sollten bei Ihnen die Alarmglocken klingeln. Denn dann könnte Ihre Katze vergiftet sein:

  • stark vermindertes Allgemeinbefinden
  • Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit mit Speicheln, Erbrechen, (blutiger) Durchfall und Bauchschmerzen (Kolik)
  • neurologische Beschwerden wie Bewusstlosigkeit, Lähmungen, Krämpfe, Zittern, Desorientiertheit oder Taumeln
  • Erweiterung oder Verengung der Pupillen
  • Atembeschwerden wie eine stark erhöhte oder verringerte Atemfrequenz (normale Atemfrequenz erwachsener Katzen: 20 bis 40 Atemzüge pro Minute) bis hin zu Atemnot
  • erhöhte Körpertemperatur (Hyperthermie)
  • Herzprobleme wie Herzrhythmusstörungen
  • Gerinnungsstörungen, die sich durch Blutungen (z. B. am Zahnfleisch, der Haut oder im Urin) erkennbar machen

Wann muss ich zum Tierarzt, wenn meine Katze vergiftet ist?

Sobald Sie den Verdacht haben, dass Ihre Katze vergiftet sein könnte, sollten Sie Ihren Tierarzt darüber informieren. Denn bei Vergiftungen gilt ganz klar: Vorsicht ist besser als Nachsicht!

Wissen Sie bereits, welche Substanz Ihre Katze aufgenommen hat, können Sie außerdem die Giftzentrale anrufen. Diese kann Ihnen dann weitere Informationen zu dem Wirkstoff nennen.

Erste Hilfe im Notfall: Was kann ich tun, wenn meine Katze vergiftet ist?

Haben Sie eine längere Anfahrt zum Tierarzt, können Sie Ihrer Katze in dieser Zeit Hilfe leisten, indem Sie Ruhe bewahren. Sind Sie hektisch und gestresst, wirkt sich dies negativ auf Ihre Katze aus.

Ist Ihre Katze ohnmächtig, bringen Sie sie in die stabile Seitenlage. Ziehen Sie außerdem ihre Zunge seitwärts aus dem Maul, damit sie nicht an Erbrochenem erstickt.

Katze frisst Maus
Halten Sie Ihre Katze von toten Mäusen fern. Denn diese können an Rattengift gestorben sein!

Diagnose: Wie wird eine Vergiftung bei Katzen nachgewiesen?

Leider wissen nur die wenigsten Katzenbesitzer, womit sich ihre Katze vergiftet hat. Deshalb ist es wichtig, dass Sie Ihrem Tierarzt alle wichtigen Informationen zur Verfügung stellen, die Sie haben. Während der Besitzerbefragung untersucht der Tierarzt Ihre Katze und prüft neben der Körperinnentemperatur auch den Zustand der Schleimhäute, den Puls, die Atmung und die Reflexe Ihrer Katze.

Da neben einer Vergiftung auch andere Diagnosen (z. B. Darmverschluss oder Trauma) infrage kommen können, muss Ihr Tierarzt weitergehende Untersuchungen durchführen. Dazu entnimmt er Ihrer Katze Blut oder wirft mittels bildgebender Verfahren (z. B. Röntgen) einen Blick auf die inneren Organe.

Therapie: Wie wird eine Vergiftung bei Katzen behandelt?

Hat sich Ihre Katze erst vor wenigen Minuten oder Stunden vergiftet, kann Ihr Tierarzt mithilfe spezieller Medikamente Ihre Katze zum Erbrechen bringen. Auch eine Magenspülung trägt dazu bei, das Gift aus dem Magen Ihrer Katze zu entfernen.

Ist Ihnen der Zeitpunkt der Giftaufnahme nicht bekannt, wissen aber, um welche Substanz es sich handelt, kann Ihr Tierarzt dieses außerdem per Gegengift (Antidot) gezielt bekämpfen. So hilft zum Beispiel gegen eine Rattengiftvergiftung Vitamin K als Gegengift.

Zusätzlich benötigt Ihre vergiftete Katze neben der ursächlichen Behandlung unterstützende Maßnahmen. Diese haben die Funktion, den Kreislauf zu stabilisieren und die Entgiftung des Körpers zu fördern. Dazu zählen:

  • orale Gabe von Aktivkohle, die das Gift bindet
  • eine Infusionstherapie
  • gegebenenfalls Medikamente gegen Übelkeit (Antiemetika) und Schmerzen

Da eine Vergiftung schwere Folgen nach sich ziehen kann, nehmen die meisten Tierärzte vergiftete Katzen stationär auf. Dies ist sehr wichtig, um auf negative Veränderungen lebenswichtiger Körperfunktionen schnell und gezielt reagieren zu können.

Ursachen: Was sind die Auslöser einer Vergiftung bei Katzen?

Giftige Stoffe kommen überall vor: in der Umwelt und bei Ihnen zu Hause. Dabei kann es sich um Gifte handeln, die in für Katzen giftigen Pflanzen, Lebensmitteln und chemischen Substanzen wie Desinfektionsmitteln enthalten sind.

Katze vergiftet: Was sind die häufigsten Vergiftungen bei Katzen?

Giftiger Stoff Vorkommen
Acetylsalicylsäure Tabletten wie Aspirin
Blei Batterien, Lack, Farben, Spielzeug
Ethylenglycol sehr süßlich schmeckendes Frostschutzmittel und Rostentferner
Giftpflanzen Zimmerpflanzen und Gartenpflanzen wie Agave, Benjamini, Efeu, Hortensie, Orchidee, Oleander, Weihnachtsstern
Lebensmittel Alkohol, Kaffee, Knoblauch, Schokolade, Tee, Trauben und Rosinen, Zwiebeln
Metaldehyd Schneckengift
Rodentizide (Antikoagulanzien) Rattengift, häufig im Einsatz als Giftköder oder im Magen von Nagern

Vorbeugung: Lässt sich eine Vergiftung bei Katzen verhindern?

Es ist nicht immer möglich, alle Giftstoffe aus dem Haushalt zu entfernen. Dennoch sollten Sie darauf achten, Medikamente und potenziell giftige Lebensmittel katzensicher zu verwahren. Möchten Sie nicht auf dekorativen Pflanzenschmuck verzichten, sollten Sie sich außerdem für Katzen ungiftige Pflanzen wie Katzengras oder Margeriten entscheiden.


Franziska G., Tierärztin
Profilbild von Tierärztin Franziska Gütgeman mit Hund

An der Justus-Liebig-Universität Gießen wurde ich zur Tierärztin ausgebildet und durfte Erfahrungen in verschiedensten Bereichen sammeln. Seitdem arbeite ich nicht nur als tierärztliche Autorin, sondern auch an meiner Dissertation. Mein Ziel ist es, Tiere vor krankheitserregenden bakteriellen Erregern zukünftig besser zu schützen. Neben meinem tierärztlichen Wissen teile ich meine eigenen Erfahrungen als glückliche Hundebesitzerin. Dadurch kann ich Ängste und Probleme nachvollziehen und zugleich über diese aufklären.


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