Der Slowakische Rauhbart ist ein drahthaariger Vorstehhund, der leidenschaftlich gern jagd und mit vielen Talenten überzeugt. In den Händen von Jägerfamilien fühlt sich der bärtige Vierbeiner am wohlsten. Lernen Sie diese spannende Hunderasse näher kennen.
Aussehen des Slowakischen Rauhbarts: Der raue Graue
Der Slowakische Rauhbart ist ein mittelkräftiger, sportlicher Hund mit edlem Aussehen. Dass er an einen Weimaraner im gemäß Standard nicht erlaubten Drahthaar-Look erinnert, ist dabei kein Zufall: Der Weimaraner zählt zu den Vorfahren dieser Hunderasse.
Der Körperbau des Slowakischen Rauhaar Vorstehhunds ist großrahmig mit geradem Rücken und hoch getragenem Kopf. Er darf kräftig, aber nicht schwer wirken. Seine Rute ist gemäß Standard auf die Hälfte der ursprünglichen Länge zu kupieren. In den meisten europäischen Ländern ist dies jedoch nur bei jagdlich gebrauchten Hunden erlaubt.
Gut zu wissen: In ihrer Heimat, der Slowakei, heißt die Rasse „Slovenský hrubosrstý stavač“ – zu Deutsch „Slowakischer Rauhaar Vorstehhund“.
Wie sieht das Fell des Slowakischen Rauhbarts aus?
Der Slowakische Rauhbart hat kurze, dünne Unterwolle und rund vier Zentimeter langes, raues Deckhaar. Namensgebend für den „Raubart“ sind die längeren und weicheren Haare an der Unterseite des Fangs, die einen Bart bilden. Über den Augen sitzen imposante „Brauen“ und auch die Rute ist stark behaart.
Die Grundfarbe der Rasse ist „Grau“. Sieht man genauer hin, verbirgt sich dahinter allerdings ein kastanienbraun schattierter Sandfarbton. Hiervon gibt es mehrere hellere und dunklere Varianten. Abzeichen und Flecken – auch getüpfelt – sind gemäß Standard erlaubt.
Wie groß und schwer wird der Slowakische Rauhbart?
Rüden erreichen eine Schulterhöhe zwischen 62 bis 68 Zentimetern. Hündinnen sind etwas kleiner: Sie werden zwischen 57 bis 64 Zentimeter groß. Der Standard gibt kein Gewicht vor. Vertreter der Rasse wiegen meist um die 25 bis 30 Kilogramm. Beim Gewicht gibt es allerdings einen großen Spielraum.
Der Rauhbart ist strenggenommen kein Graubart, denn sein Fell hat einen kastanienbraun schattierter Sandfarbton.
Charakter des Rauhbarts: Freundlich und wesensstark
Der Slowakische Rauhbart ist ein vielseitig einsetzbarerJagdhund, der entsprechende Auslastung braucht. Kann er seiner Berufung nachgehen, ist er zu Hause ein ausgeglichener Hund, der engen Familienanschluss benötigt.
Er gilt als klug und wesensstark. Auch in hektischen Jagdsituationen bewahrt dieser Hund die Ruhe und bleibt in stetigem Kontakt zu seinem Führer. Überhaupt zeichnet ihn eine enge Bindung an seinen Hundehalter aus.
Während der Slowakische Rauhbart gegenüber Menschen sowie Artgenossen meist zurückhaltend bis freundlich ist, ist er andererseits „raubwildscharf“. Das bedeutet: Er sieht Wildtiere als potenzielle Jagdobjekte. Zum Kläffen neigt die Rasse nicht.
Wie erzieht man einen Slowakischen Rauhbart?
Gemäß Standard ist der Slowakische Rauhbart „gehorsam und leicht auszubilden“. Das gilt allerdings nur, wenn der Hundehalter konsequent und souverän führt. Ansonsten kann die Erziehung dieses intelligenten Hundes zahlreiche Herausforderungen mit sich bringen.
Im besten Fall durchläuft der Slowakische Rauhbart gemeinsam mit seinem Zweibeiner eine Jagdhundeausbildung. Konsequente Erziehung ohne Härte ist der Schlüssel zum Erfolg.
Haltung und Pflege: Zu wem passt ein Slowakischer Rauhbart?
Auch wenn stellenweise anderes zu lesen ist: Der Slowakische Rauhbart ist ein Hund von Jägern für Jäger. Er kann sowohl bei einzelstehenden Jägern als auch bei Jägern mit Familie leben. Insgesamt eignet sich der robuste Gebrauchshund vor allem für ein Leben in einem Haus auf einem geräumigen, umzäunten Grundstück im Grünen.
Dies ersetzt aber nicht die Bewegung für Körper und Kopf, die der intelligente Vierbeiner täglich braucht. Ein Slowakischer Rauhbart profitiert von einem Halter, der gerne täglich mit ihm viel gemeinsam unter freiem Himmel arbeitet und ihm nach „Feierabend“ ein gemütliches und liebevolles Zuhause bietet.
Versteht sich diese Rasse mit Katzen?
Mit Katzen kann er harmonieren, wenn er diese als Welpe kennenlernt. Ansonsten besteht die Gefahr, dass er die Samtpfoten als potenzielle Beute ansieht. Im zooplus Magazin erfahren Sie, wie Sie Hund und Katze vergesellschaften.
Tipps für die Fellpflege des Slowakischen Rauhbart
Das Deckhaar des Slowakischen Rauhbarts sollten Sie regelmäßig bürsten, um Verfilzungen zu verhindern. Während abgestorbenes Deckhaar abgezupft werden sollte, verliert der Rauhbart im Frühling und im Herbst sein Sommer- beziehungsweise Winterfell. Bürsten reduziert die Anzahl der Haare, die der Vierbeiner in der Wohnung und auf Decken verteilt.
Säubern Sie außerdem die Ohren Ihres Rauhbarts regelmäßig. Nach jedem Jagdausflug sollten Sie das Fell auf Zecken, Kletten und sonstige Mitbringsel aus Wald und Flur kontrollieren. Noch mehr Tipps rund um die Pflege Ihres Hundes warten im zooplus Magazin auf Sie.
Sport und Aktivität: Wie kann ich meinen Slowakischen Rauhbart beschäftigen?
Als Gebrauchshund stehen für den Slowakischen Rauhbart seine jagdlichen Talente im Mittelpunkt. Besonderen Wert legen Züchter der Rasse auf die Fähigkeiten zur Verlorensuche, zum Apport auch aus dem Wasser und auf die Suche nach dem Schuss, also die Schweißarbeit.
Der Slowakische Rauhbart gehört zu den Vorstehhunden, das bedeutet: Er zeigt Wild an, indem er in seiner Bewegung verharrt und ein Vorderbein anwinkelt. In dieser Zeit kann der Jäger zum Schuss ansetzen.
Welche Aktivitäten mag der Rauhaar abseits der Jagd?
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Gesundheit des Slowakischen Rauhbarts
Seit 2005 liegt ein großer Fokus der Zucht in der Slowakei auf gesundheitlichen Aspekten. Die Rasse gilt darum mittlerweile als sehr robust.
Verschiedene genetische Untersuchungen sowie Untersuchungen der Augen und Hüften beugen entsprechend Krankheiten vor. Wichtig ist außerdem, dass der Inzuchtkoeffizient niedrig bleibt. In Großbritannien kam es in der Vergangenheit durch einen zu kleinen Genpool zu gesundheitlichen Problemen.
Tipp: Sprechen Sie einen Züchter sowohl auf die erfolgten Untersuchungen bei den Elterntieren als auch auf den Inzuchtkoeffizienten an.
Wie alt wird ein Slowakischer Rauhbart?
Ein Slowakischer Rauhbart kann ein durchschnittliches Alter von elf Jahren und mehr erreichen.
Was ist bei der Ernährung des Slowakischen Rauhaar Vorstehhunds zu beachten?
Der Slowakische Rauhbart ist ein robuster und sportlicher Hund, bei dessen Ernährung es wenig Rassespezifisches zu beachten gibt. Insbesondere im Welpenalter sollten Hundehalter ein Auge darauf haben, dass der junge Raubart nicht schneller wächst als seine Knochen.
Informieren Sie sich beim Tierarzt und auf den Verpackungen des jeweiligen Futters rund um die korrekte Futtermenge für Welpenfür ein gesundes Größenwachstum. Hunde, die sich im jagdlichen Einsatz viel bewegen, benötigen entsprechend mehr Energie als weniger aktive Hunde.
Achten Sie außerdem darauf, unterwegs immer ausreichend Wasser für Ihren vierbeinigen Sportsfreund dabei zu haben.
In den Anfängen ihrer noch jungen Geschichte trug die Rasse auch den Namen „Rauhaar-Weimaraner“. Dazu kam es, weil in den 1950er Jahren einige Welpen der Rasse Böhmisch Rauhbart in der Slowakei in untypisch grauer Farbe fielen. Der Grund waren eingekreuzte Weimaraner. Die Slowakische Jäger-Vereinigung eröffnete daraufhin ein experimentelles Zuchtbuch für den „Rauhaar Weimaraner“, das sie die folgenden Jahre weiterführte.
1974 bat die Slowakische Jägervereinigung den Weimaraner Klub in Deutschland, die aus diesen Verpaarungen stammenden Hunde als „Drahthaar Weimaraner“ anzuerkennen. Diese Anfrage lehnte der Klub aufgrund der Einkreuzung des Böhmisch Rauhbart und weiterer Rassen wie Deutsch Drahthaar aber ab.
Da die „Rauhaarigen Weimaraner“ mittlerweile bereits sehr beliebt in ihrem Herkunftsland waren, entschlossen sich die slowakischen Hundefreunde, eine eigenständige Rasse zu etablieren. Mit Erfolg: 1983 erkannte die FCI den Slowakischen Rauhbart an.
Wo kann ich einen Slowakischen Rauhbart kaufen?
Die meisten Slowakischen Rauhaarigen Vorstehhunde gibt es in der Slowakei. Hier leben einige Hunderte Vertreter der Rasse und ein paar Dutzend Zuchthunde. Vereinzelt lassen sich Züchter in anderen Ländern finden. Dazu gehören Deutschland, Schweden, die Niederlande und die USA. Eine verhältnismäßig große Anzahl an Slowakischen Rauhbärten gibt es in Großbritannien.
In einigen Ländern arbeiten Vereine, die bei der Vermittlung von Slowakischen Rauhbärten unterstützen. Beispielsweise der Verein Weimaraner und Rauhbart Klub in der Schweiz.
Ähnliche Rassen
Besondere Ähnlichkeit weist der Slowakische Rauhbart mi den Hunderassen auf, die zu seinen Vorfahren zählen. Dies sind der Weimaraner, der Böhmisch Rauhbart und der Deutsch Drahthaar. Auch mit dem ebenfalls eng verwandten Griffon Korthals und dem Spinone Italiano teilt er viele Eigenschaften.
Fazit zum Slowakischen Rauhhaar: Ein edler Jagdhund
Der Slowakische Rauhbart ist ein seltener Jagdgebrauchshund mit vielen positiven Eigenschaften. Sein edles Aussehen macht ihn wie den Weimaraner attraktiv für viele Hundehalter, doch sollte der passionierte Jäger Hundeführern mit Jagdscheinvorbehalten bleiben.
Steckbrief Slowakischer Rauhaar Vorstehhund
Kurzinfo:
Der Slovenský hrubosrstý stavač („Slowakischer Rauhaar Vorstehhund“) heißt auf Deutsch „Slowakischer Rauhbart“. Außerhalb seiner Heimat, der Slowakei, ist der vielseitige Vorstehhund nur selten anzutreffen.
Charakter:
jagdbegeistert, robust, freundlich zu Menschen und Artgenossen, raubwildscharf
Widerristhöhe:
Rüden: 62-68 cm Hündinnen: 57-64 cm
Gewicht:
Rüden: ca. 30 kg Hündinnen: ca. 25 kg
Fell:
weiche, kurze Unterwolle, darüber längeres drahtiges Deckhaar Grundfarbe: braun schattierter Sandton, der grau wirkt, in verschiedenen Varianten, Abzeichen und Flecken erlaubt
Fellpflege:
geringer Pflegeaufwand, einmal wöchentlich abbürsten
Bewegungsbedarf:
benötigt viel geistige und körperliche Auslastung
Anfängerhund:
nur, sofern man eine jagdliche Ausbildung mit dem Hund durchläuft
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