Bullmastiff

Der Bullmastiff ist eine noch junge Hunderasse aus England. Einst machte er Wilddieben das Leben schwer, heute ist der treue und kinderliebe Vierbeiner in erster Linie ein Familienhund. Dennoch wird der Bullmastiff in einigen Bundesländern als Listenhund geführt. Erfahren Sie, was das bedeutet und was die Rasse auszeichnet.

Bullmastiff

Der Bullmastiff ist ein großer Molosser, der imposant und massig wirkt, dabei aber freundlich und agil ist.

Aussehen: Kräftig, wendig, imposant

Mit einer Widerristhöhe von bis zu 69 Zentimetern und einem Körpergewicht von knapp 60 Kilogramm gehört dieser Molosser-Mastiff zu den großen Hunderassen. Trotz seiner gedrungenen Gestalt und seines beachtlichen Gewichts wirkt der Bullmastiff jedoch nicht schwerfällig, sondern beeindruckt mit einer muskulösen, wendigen Gestalt.

Der Halsumfang entspricht fast dem Kopfumfang und die breite Brust reicht tief zwischen die weit auseinanderstehenden, geraden Vorderläufe hinab. Hoch angesetzte, zurückgefaltete und V-förmige Ohren verleihen dem Schädel eine quadratische Form und verstärken das imposante Erscheinungsbild.

Die Stirn des Bullmastiffs ist in Ruhestellung faltenlos. Sobald etwas sein Interesse weckt, legt er sie jedoch deutlich in Falten.

Welche Farben hat der Bullmastiff?

Das kurze, glatte Fell dieser Hunderasse präsentiert sich in den Schattierungen Rot, Gestromt oder Rehbraun. Allen Bullmastiffs gemein ist der schwarze Fang, der zu den Augen hin heller wird. Weiße Abzeichen sind laut FCI-Standard unerwünscht, ein kleiner weißer Fleck auf der stolzen Brust ist jedoch erlaubt.

Bullmastiff Farbe © volofin / stock.adobe.com
Der schwarze Fang und die rotbraune Farbe sind typisch für den Bullmastiff.

Bullmastiff-Charakter: Gelassener als es scheint

Der Bullmastiff ist ein intelligenter Hund, der Situationen blitzschnell beurteilen kann. Seine Größe und Kraft wirken zwar angsteinflößend. Allerdings besitzt der ehemalige Schutzhund eine hohe Reizschwelle und würde Menschen oder Tiere nicht ohne Grund angreifen.

Wurde er im Welpenalter gut erzogen, ist das Wesen des Bullmastiff in der Regel ausgeglichen, ruhig und anpassungsfähig. Trotz seines Selbstbewusstseins zeigt er sich seinen Menschen gegenüber stets gutmütig, freundlich und ausgesprochen anhänglich.

Wie versteht sich der Bullmastiff mit Kindern und anderen Tieren?

Ein gut erzogener Bullmastiff passt gut zu Familien. Er ist ein Begleiter auf Augenhöhe, der vor allem seiner Familie eng verbunden ist und ihr in jeder Lebenslage treu zur Seite steht. Im Umgang mit Kindern zeigt der Bullmastiff sich trotz seiner Größe nachgiebig und sanft.

Dank seiner Nervenstärke und eines ausgeprägten Selbstbewusstseins lässt er sich auf täglichen Spaziergängen auch von anderen Hunden kaum provozieren.

Fremden begegnet der Bullmastiff zunächst skeptisch und distanziert. Aufgrund seiner schnellen Auffassungsgabe kann er die Absichten eines Menschen meist zuverlässig erkennen und heißt harmlose und friedliche Gäste bald in seiner Familie willkommen.

Ist der Bullmastiff als Wachhund geeignet?

Sein Mut und sein Beschützerinstinkt machen den Bullmastiff zu einem idealen Wachhund. Mögliche Eindringlinge erfahren schnell, dass man sich mit dem eigentlichen „Herr im Haus“ möglichst nicht anlegen sollte. Von aggressiven Angriffen sieht er allerdings ab und lässt stattdessen seine Größe wirken.

Der ausgeprägte Beschützerinstinkt ist dem Bullmastiff angeboren und bedarf keiner weiteren Förderung. Ebenso wenig wie der Beschützerinstinkt muss sein Wachsamkeitssinn trainiert werden, der dieser Hunderasse zusammen mit dem gut ausgebildeten Geruchs- und Gehörsinn ebenfalls „in die Wiege“ gelegt wird.

Was ist bei der Erziehung des Bullmastiffs zu beachten?

Bei aller Ausgeglichenheit und Gutmütigkeit hat der Bullmastiff auch eine recht eigenwillige Seite. Kommandos füllt er zuweilen mit gewissen Verzögerung aus. Und bei Befehlen, die in seinen Augen sinnlos sind, kann seine Gelassenheit auch mal in Sturheit umschwingen.

Absoluten Gehorsam kann man von einem Bullmastiff deshalb nicht erwarten. Dies liegt auch daran, dass sich diese Hunderasse kaum oder nur schwer unterordnen lässt. Für Anfänger ist diese Hunderasse deshalb nicht geeignet.

Pflege und Haltung: Das braucht ein Bullmastiff im Alltag

Die Fellpflege des Bullmastiffs gestaltet sich überaus einfach: Dank seines kurzen, glatten und eng anliegenden Fells reicht gelegentliches Bürsten völlig aus, um mögliche Verschmutzungen von ausgedehnten Spaziergängen im Freien loszuwerden.

Viele wertvolle Tipps rund um die Hundepflege finden Sie in unseren Ratgebern:

Sport und Aktivitäten: Beschäftigung für den Schutzhund

Wer den Bullmastiff beschäftigen möchte, kann das Training der Unterordnung nutzen. Diese Form der „Arbeit“ macht den ehemaligen Arbeitshunden oft mehr Freude als lange Spaziergänge. Ein Hund, der auf diese Weise körperlich und geistig gefördert wird, wird auch den Kommandos und Befehlen seiner Menschen bereitwilliger folgen.

Gesundheit: Haben Bullmastiffs viele Gesundheitsprobleme?

Grundsätzlich gelten Bullmastiffs als robust Rasse mit einer überschaubaren Anzahl rassespezifischer Erkrankungen. Wie bei anderen großen Molossern besteht eine Neigung zu Hüftgelenkdysplasie (HD) und anderen Erkrankungen des Bewegungsapparates sowie zu Herzmuskelerkrankungen.

Wie hoch ist die Bullmastiff-Lebenserwartung?

Bei artgerechter Haltung und gesunder Ernährung können Bullmastiffs ein Alter von etwa zehn Jahren erreichen.

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Bullmastiff Welpe © Sergey Lavrentev / stock.adobe.com
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Einen Bullmastiff kaufen: Wo finde ich Bullmastiff-Welpen?

Am besten wenden Sie sich an einen seriösen Züchter, der Mitglied in einem Verein ist. Dort können Sie sich ausgiebig zum Zusammenleben mit einem Vertreter dieser eindrucksvollen Rasse beraten lassen.

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Geschichte: Woher kommt der Bullmastiff?

Der Bullmastiff ist eine junge Hunderasse, deren Anfänge im 19. Jahrhundert in England liegen. Englische Wildhüter setzten den großen, kräftigen Hund ein, da er im Gegensatz zu großen Jagdhunden wie dem Irish Wolfshound in der Lage war, Wilderer unverletzt zu stellen.

Dieses Ziel erreichten die ersten Züchter, indem sie den Gamkeeper’s Night Dog schufen, eine Kreuzung aus rund 60 Prozent Mastiff und 40 Prozent englischer Bulldogge. Durch gezielte Zuchtauslese entstand ein vorzüglicher Schutzhund mit allen gewünschten Eigenschaften. Die Einkreuzung des Bloodhound verbesserte später den Geruchssinn und damit die Fährtengängigkeit der Rasse.

Anerkennung und Ausbreitung

1924 erkannte der englische Kennel-Club die neue Rasse offiziell als „Bullmastiff“ an. Der Name setzt sich aus Old English Mastiff und Old English Bulldog zusammen. Im 20. Jahrhundert avancierte der Schutzhund zum universell einsetzbaren Arbeitshund, der unter anderem als „Policedog“ in England und den USA arbeitete und heute weltweit als Begleit- und Familienhund geschätzt wird.

Weitere Hunderassen vom Typ Mastiff

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Fazit: Ein beeindruckender Hund für Halter mit viel Erfahrung

Für Hundekenner mit Vorliebe für große Hunde ist der Bullmastiff ein Glückstreffer. Mit gewissenhafter Erziehung und regelmäßigem Training wird aus dem einstigen Schutz- und Polizeihund ein anhängliches und freundliches Familienmitglied, das seine Menschen nicht nur zuverlässig beschützt, sondern ihnen auch ein Leben lang treu zur Seite stehen wird.

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Steckbrief zum Bullmastiff

Besonderheiten: Der Bullmastiff ist ein großer Molosser mit imposantem Erscheinungsbild, der gut erzogen ein guter Familienhund ist.
Charakter:ausgeglichen, gelassen, wachsam, treu
Widerristhöhe:Rüden: 64-69 cm
Hündinnen: 61-66 cm
Gewicht: Rüden: 50-59 kg
Hündinnen: 41-50 kg

Fell:
kurz und glatt
Fellpflege: regelmäßiges Bürsten genügt
Auslauf:braucht ausreichend Beschäftigung und Bewegung, aber ist kein Leistungssportler
Anfängerhund:nur für erfahrene Halter
Bellen:neigt nicht zum Bellen
Lebenserwartung:ca. 10 Jahre
Typische Krankheiten:neigt wie viele große Hunde zu Hüft- oder Ellbogendysplasie
FCI-Gruppe: Gruppe 2:Pinscher und Schnauzer u. a. Rassen, Sektion 2.1 Molossoide, doggenartige Hunde
Herkunft:England

Kurz und knapp: Die häufigsten Fragen zum Bullmastiff

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen rund um den großen Molosser-Mastiff:

Ist der Bullmastiff ein Listenhund?

Da ein Bullmastiff optisch, körperlich und geistig hervorragend als Schutz- und Wachhund geeignet ist, gilt er in fünf deutschen Bundesländern als Listenhund der Kategorie 2 (vermutlich gefährlich).

Es bedarf deshalb einer frühen Sozialisierung und Erziehung durch erfahrene Hundehalter, die sein gutmütiges und gelassenes Wesen in den Vordergrund stellen und dem freundlichen und vielseitigen Vierbeiner helfen, das Image des Kampfhundes abzuschütteln.

Neigt der Bullmastiff zum Bellen?

Häufiges oder nervöses Bellen liegt dieser Hunderasse fern. Während er sich draußen als lebhafter, temperamentvoller und spielfreudiger Hund präsentiert, kann er der Ruhe in den eigenen vier Wänden genauso viel abgewinnen. Die Stunden, die ihn sein Herrchen allein zu Hause lässt, verbringt er dabei am liebsten schlafend.

Wie sieht ein geeignetes Zuhause für den Bullmastiff aus?

Aufgrund ihres mittleren Bewegungsdrangs können die ruhigen Vierbeiner trotz ihrer Größe auch in geräumigen Stadtwohnungen gehalten werden. Nichtdestotrotz braucht jeder Bullmastiff ein- bis zweimal pro Tag Auslauf, um ausgelastet zu sein.

Quellen:

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