Kampfhunde-Rassen

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Die Bezeichnung “Kampfhund” ist ein Oberbegriff für alle als gefährlich eingestuften Hunderassen. Manche Experten vertreten die Ansicht, der Begriff “Kampfhund” hätte per se diskriminierenden Charakter. Kein Hund würde zum Kampfhund geboren, sondern durch den Menschen dazu gemacht. Man könne demnach grundsätzlich auch einen Dackel zum Kampfhund “erziehen”. Allerdings wären die Folgen eines Bisses durch einen Dackel natürlich weniger verheerend als die durch Kampfhunde mit sehr ausgeprägten Kiefern.

Wie auch der Staffordshire, gilt zum Beispiel der Rottweiler von seinem Wesen her grundsätzlich als eher freundlich und friedlich. In den Händen eines erfahrenen Hundehalters zeigt ein Rottweiler sich in der Regel entspannt statt vorsätzlich angriffslustig. Jedoch ist der Rottweiler aufgrund von Angriffen auf Menschen und unter anderem auf Kinder in Verruf geraten. Beim Adel des 19. Jahrhunderts war der Rottweiler übrigens sehr beliebt. Seine Aufgabe bestand ursprünglich darin, Vieh zu treiben und zu bewachen. Inzwischen hat der Rottweiler diese Aufgabe nicht mehr inne, ist dafür aber seit dem Jahr 1910 als Polizei- und Militärhund bekannt und anerkannt.

Der Charakter eines Kampfhundes

Ähnlich wie bei Menschen mit muskulöser Erscheinung können auch die kaninen Kraftpakete innerlich sehr sensibel und sanftmütig sein – wenn sie in diesem Verhalten bestärkt werden. Es ist ansatzweise vergleichbar mit der menschlichen Erziehung. Wenn Eltern ihrem Sohn vermitteln, dieser sei eine “Memme”, nur weil er sensible und sanftmütige Seiten zeigt und sie ausschließlich die harten Anteile in ihm bestärken, wird das Kind sich daraufhin leider weniger seinem sanftmütig-sensiblen Wesen entsprechend verhalten. Auch hier ist das Kind nicht verantwortlich zu machen, genauso wenig wie der Hund, der auf Kampfhund getrimmt wurde.

Der Hund ist immer darauf bedacht, sich rudelgerecht zu verhalten. Wölfe erleben in ihrem Rudel, dass sie ausgeschlossen werden, wenn sie sich dem Verhaltenskodex des Rudels nicht anpassen und sich zu rüpelhaft verhalten. Für den Hund gilt gegenüber seinem Rudel das Gleiche. Und sein Rudel kann eine Familie mit Kind sein.

Tierheime achten stark darauf, dass ein potenzieller neuer Besitzer den Anforderungen, die die Haltung eines Kampfhundes an ihn stellt, gerecht wird. Schließlich soll gewährleistet sein, dass der Hund sich vorbildlich verhält, es also nicht zu einem Angriff auf einen Menschen oder ein Tier kommt – und der Hund bei dem neuen Halter in ein so schönes neues Zuhause kommt, dass er lange dort bleiben kann, statt ins Tierheim zurückkehren zu müssen.

Herdenschutzhunde vs. Kampfhunde

Unter dem Begriff “Herdenschutzhund” im Vergleich zum Kampfhund versteht man Hunde mit starkem Schutztrieb und Territorialverhalten. Zu den Herdenschutzhunden zählt der türkische Kangal. Er war ursprünglich darauf ausgerichtet, große Schafherden gegen Wölfe zu verteidigen. Wenn er dieser Aufgabe nicht mehr nachkommen kann, muss er möglicherweise ein Ventil finden, diesen Schutzhund-Instinkt auf andere Weise auszuleben.

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Er betrachtet “seine” Menschen als Rudelmitglieder und verteidigt diese entsprechend, sobald er Gefahr wittert. Erhält der Kangal aber eine konsequente Erziehung, die Möglichkeit zur körperlichen Auslastung, Beschäftigung und artgerechte Haltung, so kann er ein ungefährlicher und liebevoller Familienhund sein.

Was ist bei der Kampfhundehaltung zu beachten?

Für Kampfhunde bestehen zwei Kategorien. “Listenhunde” der Kategorie 1 werden als “höchstwahrscheinlich gefährlich” eingestuft, solche der Kategorie 2 als “vermutlich gefährlich”. Sowohl für Hunde der Kategorie 1 als auch für Hunde der Kategorie 2 sind erhöhte Hundesteuern fällig. Auch muss ein potenzieller Halter ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen, wenn er einen Kampfhund aus dem Tierheim zu sich nach Hause nehmen möchte. Auch muss er einen Sachkundenachweis erbringen. Diesen erhält er, wenn er einen entsprechenden Kursus absolviert. Der Hund muss wiederum einen Wesenstest absolvieren und bestehen. Auch kann er einen weiterführenden Test für die Maulkorbbefreiung ablegen.

Die Motive für die Haltung eines Kampfhundes können vielfältig sein. Bei Haltern, die einen Kampfhund aus dem Tierheim zu Hause aufnehmen, ist es sehr wahrscheinlich, dass sie es aus Tierliebe tun. Allerdings werden auch zunehmen Kampfhunde illegal aus fragwürdigen Quellen im Internet bestellt. Und da sind die Motive der Halter aller Wahrscheinlichkeit nach anders gelagert.

Welche Kampfhunderassen sind in welchen Ländern verboten?

Bei Wissenschaftlern, Experten und Hundebesitzern besteht keine Einigkeit darüber, welche Hunderassen als die gefährlichsten der Welt gelten. Aufgrund häufiger Angriffe auf Menschen sind manche Rassen allerdings in vielen Ländern verboten. Sie dürfen weder gezüchtet noch verkauft werden. Als sehr gefährlich gelten unter anderem folgende Rassen:

  • Der American Bulldog ist in Dänemark, Singapur und einigen anderen Ländern verboten. Diese Rasse stammt ursprünglich aus dem Süden der USA und wurde dafür genutzt, Wildschweine zu fangen. Die Rasse gilt als extrem schmerzresistent.
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  • Der Begriff “Bandog” bezeichnete im Mittelalter große Hunde, welche nachts Privateigentum schützen sollten. Heute bezeichnet “Bandog” eine Kreuzung aus dem American Pitbull Terrier und anderen Mastiff-Unterarten. Der “Bandog” ist in all den Ländern verboten, in denen ein Verbot für die Rassen besteht, aus denen er gezüchtet wurde.
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  • Der Mastino Napoletano, der auch die Bezeichnung Neapolitanischer Mastiff trägt, wurde früher in Italien in blutigen Gladiatorenkämpfen im Kolosseum eingesetzt, von römischen Legionen wurde er als Kriegshund gehalten. Heute wird die Rasse vor allem noch dort eingesetzt, wo es gilt, Privathäuser zu schützen. Der Mastino darf unter anderem in Singapur nicht zu Hause gehalten werden. In Rumänien hingegen darf er gehalten werden unter der Prämisse, dass der Besitzer ein Sonderzertifikat vorweisen kann, das die psychische Gesundheit des Hundes garantiert. Auf den Bermudainseln, in der Ukraine, Weißrussland und Singapur sind Hunde dieser Rasse verboten.
  • Der Wolfhund: Er ist eine Mischung aus dem deutschen Schäferhund, dem karpathischen Wolf und dem Saarloos-Wolfhund. Das Verhalten dieser Rasse wird als unvorhersehbar eingeschätzt. Je nach Situation – und Erziehung – können sie sich einerseits wie gut erzogene Haustiere, aber auch wie wilde Bestien verhalten. Leider gab es zahlreiche Fälle, in denen sie Menschen, vor allem kleine Kinder, angegriffen haben. In Norwegen ist die Haltung eines Wolfhundes aus diesem Grund nicht gestattet.
  • Der Boerboel, der einen Farmhund bezeichnet, stammt aus Südafrika und wurde aus dort ansässigen Hunden und Wachhunden gezüchtet. Er ist ein ausgesprochen guter Wachhund, liebt Kinder und ist von Grund auf nicht als aggressiv einzustufen. Trotzdem ist die Rasse aufgrund von gravierenden Vorfällen in Dänemark verboten.
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  • Der Dogo Argentino, der auch als “argentinische Dogge” bezeichnet wird, stammt vom Cordoba-Kampfhund und einer Reihe anderer Kampfhunde, wie der deutschen Dogge, ab. Die Rasse wurde vor allem auf der Großwildjagd auf Giraffen und Pumas eingesetzt. Seine Haltung ist in mindestens zehn Ländern untersagt, unter anderem in Australien, Neuseeland und Portugal.
  • Der Dogo Canario, der auch unter dem Namen kanarische Dogge bekannt ist, stammt, wie der Name schon sagt, von den Kanarischen Inseln. Im Jahr 2001 wurde jemand von einem Hund dieser Rasse angegriffen und verstarb daraufhin im Flur seines Hauses. Die Besitzer des Tieres wurden als Mörder verurteilt und erhielten eine Gefängnisstrafe. Die Rasse ist in Neuseeland und Australien verboten.
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Die Erziehung von Kampfhunden

Bei der Erziehung eines Kampfhundes unterstützt Sie die örtliche Hundeschule. Dort wissen die Experten, auch mit diesen potenziell gefährlichen Hunderassen umzugehen und Ihnen den richtigen Umgang mit ihnen fachgerecht zu vermitteln.

Wie müssen Sie beispielsweise einen Pitbull-Terrier erziehen, damit er seine naturgegebenen Anlagen als Wach- und Schutzhund und sogar als Familienhund voll zur Geltung bringen kann?

Machen Sie sich zunächst bewusst, dass Kampfhunde über ein außerordentlich großes Maß an Kraft und Ausdauer verfügen und ein Leben führen wollen, das diesem gerecht wird. Ergo brauchen sie besonders viel Auslauf auf langen Spaziergängen und intensive Beschäftigung. Das verhindert aggressives Verhalten, welches andernfalls auch durch Unterforderung entstehen könnte. Als sehr förderlich erweist es sich unter anderem, mit dem Hund ohne Leine im Freilauf zu trainieren.

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Das stärkt die Bindung und die Möglichkeiten der Kontrolle. Es wirkt sich selbst dann positiv aus, wenn der Hund sich gerade an der Leine befindet. Sie können besser Einfluss auf ihn nehmen, wenn Sie regelmäßig ohne Leine mit ihm arbeiten.

Sollten Sie noch über keinerlei Hundeerfahrung verfügen, dann könnte ein Kampfhund Ihnen unter Umständen zu viel abverlangen, und Sie sollten erst einmal mit einer anderen Hunderasse  – z.B. einem Labrador oder Golden Retriever – oder einem Mischling aus dem Tierheim vorlieb nehmen. Ein Hundehalter ohne Hundeerfahrung könnte nämlich Gefahr laufen, den Hund verbal zu streng zu behandeln, wenn dieser einmal ein Kommando nicht verstanden und in der Folge nicht gehorcht hat. Sehr erfahrene Hundehalter verstehen es hingegen, die zumeist liebevollen Anlagen eines Kampfhundes durch die entsprechende Erziehung zu aktivieren.

Besonders wichtig ist es in jedem Fall, eine gesunde Bindung zwischen (Kampf-)Hund und Halter aufzubauen. Es gilt, den Hund frühzeitig an verschiedene Umweltreize sowie an Artgenossen, andere Tiere und Menschen zu gewöhnen. Ein seelisch gesundes Tier wird in der Regel nicht zu einer Gefahr für seine Umwelt! Für Kampfhunde gilt das aufgrund ihrer Anlagen im besonderen Maße. Die Zauberworte in der Erziehung eines Kampfhundes lauten: liebevoll und konsequent. Idealerweise holen Sie das Tier bereits im Welpenalter zu sich nach Hause. Je früher Sie seine Erziehung übernehmen, desto besser stehen die Chancen, dass der Hund sein liebes und freundliches Wesen beibehält. Unbedingt vermeiden sollten Sie Strafen, Drill und eine harte Hand. Denn eine solche auf Sanktionen basierende “Erziehung” löst permanente Angst in dem Tier aus – und die kann aggressives Verhalten stark begünstigen.

Auch der Kampfhund braucht aber viel Liebe. Das heißt keinesfalls, dass Sie ihn verwöhnen und verhätscheln sollten. Eine liebevolle Erziehung findet vielmehr Ausdruck in klaren Regeln, präzisen Kommandos und Konsequenz. Nur so fühlt sich der Hund bei Ihnen sicher und geborgen. Das wiederum ist die beste Voraussetzung, um seine sanft-freundliche Veranlagung voll zu entfalten – und ein glückliches und friedliches Hunde-Leben an Ihrer Seite zu führen.

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