Rottweiler

Harte Schale, weicher Kern: Der Rottweiler ist ein kräftiger, unerschrockener und selbstsicherer Hund, der als Wach- und Polizeihund auch mal die Zähne zur Warnung zeigt. Doch als Familienhund zeigt sich der einstige Metzgerhund auch von seiner sanften Seite: anhänglich, treu und verschmust.

Rottweiler

Der Rottweiler ist gern in der Natur aktiv und verbringt am liebsten Zeit mit seiner Familie.

Aussehen: Welches Erscheinungsbild hat ein Rottweiler?

Für seine Arbeit als Diensthund bei Polizei und Militär bringt der kräftige Rottweiler rein äußerlich die besten Voraussetzungen mit. Sein muskelbepackter Körper und sein kraftvolles breites Gebiss mit 42 Zähnen flößen jedem Gegenüber Respekt ein.

Wie ist der Körper des Rottweilers gebaut?

Seine stämmige und schwere Gestalt strotzt vor Kraft und Energie. Trotz seines etwas gedrungenen Körperbaus mit geradem, festem Rücken und breiter, tiefer Brust, wirkt ein „Rottie“ nie plump. Im Gegenteil, sein trabender Gang und seine kraftvollen Sprunggelenke verraten seine Wendigkeit und Ausdauer.

Die dreieckigen Hängeohren sind hoch am mittellangen und breiten Schädel angesetzt. Seine gut entwickelte Nase, die ihn auch für den Einsatz als Spürhund prädestiniert, ist eher breit als rundgeformt. Sie ist ebenso wie die fest anliegenden Lefzen und die Zahnleiste von dunkler, schwarzer Farbe.

Wie groß und schwer wird ein Rottweiler?

Rüden dieser Hunderasse erreichen eine Widerristhöhe zwischen 61 und 68 Zentimeter und ein Gewicht von rund 50 Kilogramm. Hündinnen sind mit einer Widerristhöhe zwischen 56 und 63 Zentimeter und einem Gewicht von 42 Kilogramm etwas kleiner und entsprechend leichter.

Wie sieht das Fell des Rottweilers aus?

Das dichte, kurze Fell besteht aus Deckhaar und Unterwolle und ist glänzend schwarz mit satten rotbraunen Abzeichen. Der sogenannte Brand an Backen, Fang, Halsunterseite, Brust und Läufen sowie über den Augen und unter der Rutenwurzel setzt sich klar von der tiefschwarzen Grundfarbe ab.

Rottweiler Welpe Farbe © otsphoto / stock.adobe.com
Die typischen Farben beim Rottweiler sind Schwarz und Rotbraun.

Rottweiler-Charakter: Welches Wesen hat die Hunderasse?

Der Rassestandard beschreibt den Rottweiler als einen Hund mit „freundlicher und friedlicher Grundstimmung“, der anhänglich, kinderliebend und gehorsam ist.

Selbst wenn es sein kräftiger Körper nicht vermuten lässt, ist er im Haus ein ruhiger und entspannter Mitbewohner, der gerne auch mal „alle Viere“ von sich streckt. Draußen dagegen dreht der sportliche und kraftstrotzende Hund so richtig auf.

Kann ein Rottweiler in einer Wohnung leben?

Da dieser Hund viel Beschäftigung braucht und sich gern austobt, ist er für eine Stadtwohnung nicht geeignet. Am besten passt er zu einer Familie mit Haus und Garten, die gern viel Zeit in der Natur verbringt und ihren Hund gern dabeihat.

Körperlich und geistig ausgelastet, zeigt sich der Rottweiler gelassen und leichtführig. So sind Rottweiler selten nervös oder gar angriffslustig. Fremden gegenüber begegnen sie zwar argwöhnisch. Doch gut erzogene Hunde bleiben dabei eher distanziert und zurückhaltend.

Sind Rottweiler Listenhunde?

Trotz seines ruhigen und gutmütigen Kerns ist der Rottweiler immer wieder in Verruf geraten. Mittlerweile führen einige Länder ihn als Listenhund. In Action- und Horrorfilmen wird er oft als aggressive und beißwütige Bestie dargestellt. Auch in der realen Welt wurde er immer wieder in Verbindung mit Beißattacken genannt.

Die Schuld daran trifft Menschen, die Rottweiler in der Vergangenheit zu aggressiven Beißmaschinen ausbildeten und rücksichtslos mit ihnen auftraten. Aber auch falsch verstandene Tierliebe, die mit einer mangelnden oder inkonsequenten Erziehung einherging, führte bei einigen Hunden zu aggressivem Verhalten.

Im zooplus Magazin erfahren Sie alles, was Sie über Listenhunde wissen sollten.

Wie leicht ist ein Rottweiler zu erziehen?

Dieser Hund gehört unbedingt in verantwortungsvolle und erfahrene Hände, die ihm eine konsequente Erziehung zukommen lassen. Dann entwickelt er sich in der Regel zu einem nervenfesten, arbeitsfreudigen und anhänglichen Hund, der nicht gefährlicher ist als jeder andere Hund seiner Größe.

Was sollten Halter bei der Rottweiler-Erziehung bedenken?

Wichtig ist, mit der Erziehung und Sozialisation bereits im Welpenalter zu beginnen. Rottweiler-Welpen sind gern bereit, sich in ein Rudel einzugliedern und von ihm zu lernen. Dem temperamentvollen und willensstarken Hund müssen frühzeitig seine Grenzen aufgezeigt werden.

Besonders in den ersten neun Monaten muss er lernen, seine Kraft zu zügeln und den Anweisungen seines Menschen Folge zu leisten. Ebenso sollte die Integration in die Familie so früh wie möglich vollzogen werden. Dabei sollte der von Natur aus misstrauische Hund behutsam, geduldig und mit der nötigen Konsequenz an fremde Menschen und neue Situationen herangeführt werden.

Tipp: Auf einem Hundeplatz des ADRK (Allgemeiner Deutscher Rottweiler Klub e.V.) erhalten Besitzer wichtiges Wissen rund um die Erziehung und Haltung des Rottweilers.

rottweiler welpe © otsphoto / stock.adobe.com
Rottweiler sollten schon als Welpen konsequent erzogen und sozilisiert werden.

Haltung und Pflege des Rottweilers

Während Haltung und Erziehung dieser besonderen Hunde anspruchsvoller ausfallen als bei vielen anderen Rassen, ist die körperliche Pflege des Rottweilers mit geringem Aufwand verbunden.

Wie pflegeleicht ist das Fell des Rottweilers?

Das kurze Fell muss nur selten gebürstet werden und bedarf lediglich in der Zeit des Fellwechsels einer regelmäßigen Massage mit Gumminoppenhandschuhen.

Weitere Tipps rund um die Hundepflege finden Sie in unseren Ratgebern:

Ist der Rottweiler ein guter Familienhund?

Ein gut sozialisierter und erzogener Rottie kann sich als Familienhund eignen. In dieser Rolle präsentiert sich diese Rasse gern als überaus treuer und verlässlicher Begleiter. Auch wenn der Rottweiler sich in der Regel nur einer Führungsperson unterordnet, ist er gegenüber anderen Mitgliedern seiner Familie loyal und anhänglich.

Wie verträglich ist der Rottweiler mit Kindern und mit anderen Haustieren?

Kindern in der Familie begegnet diese Rasse aufgeschlossen und sanft. Und auch das Zusammenleben mit anderen Tieren stellt nach der üblichen Eingewöhnung in der Regel keine Probleme dar.

Aktivität: Wie viel Bewegung und geistige Auslastung brauchen Rottweiler?

Der Rottweiler liebt das Spielen und Toben im Freien und genießt kreative Sportprogramme, bei denen er sich richtig auspowern kann. Auch psychisch kommt ihm die vielfältige, sportliche Bewegung zugute.

Welche Beschäftigungsformen eignen sich für einen Vertreter dieser Rasse?

Besonders Rottweiler, die nicht als Diensthunde, sondern als reine Familienhunde gehalten werden, benötigen eine körperliche und geistige Beschäftigung. Obedience, Fährtenarbeit oder Agility bieten sich dabei an.

Der Rottweiler begleitet seinen Halter zwar gern beim Joggen. Allerdings sorgt bei ihm weniger das Zurücklegen bestimmter Distanzen für Zufriedenheit, sondern die Erfüllung einer Aufgabe. Trotzdem trägt der gemeinsame Sport entscheidend zu einer guten Mensch-Hund-Beziehung bei.

Gesundheit: Welche typischen Gesundheitsprobleme kommen beim Rottweiler vor?

Gegenüber Krankheiten ist der robuste und muskulöse Rottweiler recht widerstandsfähig. Wie viele andere Hunde seiner Größe und seines Gewichts zeigt er allerdings eine gewisse Anfälligkeit für Ellbogen- und Hüftgelenksdysplasien (ED/HD). Der ADRK sieht im Rahmen der Zuchttauglichkeitsprüfung deshalb eine Röntgenuntersuchung vor, die die genetische Disposition für eine solche Gelenkserkrankung erkennen lässt.

Vermehrt wurden in den letzten Jahren auch Herzerkrankungen, wie zum Beispiel eine Herzverengung, bei Rottweilern diagnostiziert.

Wie alt werden Rottweiler und was ist bei der Ernährung zu beachten?

Bei artgerechter Haltung und ausgewogener Ernährung kann der Rottweiler ein Alter von etwa zehn Jahren erreichen.

Welche Ernährungsform zu Ihrem Vierbeiner passt und Wissenswertes rund um die Ernährung des Rottweilers erfahren Sie in unseren Ratgebern:

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Rottweiler-Welpen kaufen: Was müssen künftige Halter wissen?

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Rottweiler-Herkunft und Geschichte: Woher stammt der Kraftprotz?

Bereits die Römer wussten die Kombination aus Kraft, Wendigkeit und enormer Ausdauer zu schätzen. Römische Hirten hielten sich die Vorfahren des heutigen Rottweilers als Treib- und Hütehunde. Der Rottweiler gehört damit zu einer der ältesten Hunderassen der Welt.

Durch den Viehhandel gelangten die Urahnen dieser Hunde in die damalige Reichstadt Rottweil, die bis ins 19. Jahrhundert ein wichtiges Zentrum für den Viehhandel darstellte und nach der die Rasse benannt ist.

Vom Metzgerhund zum Polizeihelfer

Die lokalen Metzger, in deren Händen der Viehhandel lag, erkannten schnell den hohen Gebrauchswert dieser Rasse und begannen mit der Zucht dieser hilfreichen Arbeitshunde, die deshalb auch „Metzgerhunde“ heißen.

Im späten Mittelalter verbreitete sich die beliebte Rottweiler-Rasse von Baden-Württemberg aus in andere Landstriche. Durch das Aufkommen der Eisenbahnen und anderer Fahrzeuge verlor die Rasse ihren ursprünglichen Verwendungszweck.

Allerdings starb der deutsche Rottweiler nicht aus, sondern fand zu Beginn des 20. Jahrhunderts bei der Polizei eine neue Aufgabe. 1910 wurde er offiziell als Diensthund anerkannt. Bis heute sind Rottweiler häufig im Polizeidienst und Grenzschutz anzutreffen.

Fazit zum Rottie: Anspruchsvoll und anhänglich

Der Rottweiler ist ein guter Begleiter für Menschen, die genügend Lust und Zeit mitbringen, sich dieser herausfordernden Rasse zu widmen.

Wer dem Rottweiler eine souveräne und konsequente Erziehung, engen Familienanschluss und umfassende körperliche und geistige Aufgaben bietet, hat für die nächsten Jahre einen verlässlichen und freundlichen Begleiter auf vier Pfoten an der Seite.

Steckbrief zum Rottweiler

Besonderheiten:Der Rottweiler ist ein kräftiger, großer Hund, der gut erzogen ein friedlicher Begleiter für erfahrene Halter ist.
Charakter:ausgeglichen, ruhig, freundlich
Widerristhöhe: Rüden: 61-68 cm
Hündinnen: 56-63 cm
Gewicht:Rüden: 50 kg
Hündinnen: 42 kg
Fell:derbes, dichtes, enganliegendes Deckhaar mit Unterwolle
schwarz mit rotbraunen Abzeichen (Brand)
Fellpflege:gelegentliches Bürsten genügt
Auslauf:braucht viel Bewegung und Aufgaben
Anfängerhund:nein
Bellen: neigt nicht zu übermäßigem Bellen
Lebenserwartung:ca. 10 Jahre
Typische Krankheiten:neigt als großer Hund zu Hüftgelenksdysplasien und Herzerkrankungen
FCI-Gruppe:Gruppe 2: Pinscher, Schnauzer, Mollossoide, Schweizer Sennenhunde und doggenartige Hunde
Herkunft:Deutschland

Kurz und knapp: Die häufigsten Fragen zum Rottweiler

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen rund um den XL-Hund:

Kann der Rottweiler als Wachhund gehalten werden?

Ihr ausgeprägter Schutzinstinkt, ihr mutiger Charakter und nicht zuletzt ihre körperliche Kraft befähigen den Rottweiler zwar dazu, Hab und Gut mit allen Mitteln zu verteidigen, doch macht er davon nur Gebrauch, wenn es sein Besitzer von ihm verlangt.

So sind es vor allem Nervenstärke und Arbeitswille, die den Rottweiler jede ihm übertragene Aufgabe klaglos erfüllen lassen und die ihn zu einem idealen Dienst-, Gebrauchs- und Begleithund machen.

Ist der Rottweiler gut für Anfänger geeignet?

Rottweiler brauchen einen erfahrenen Hundeführer, der neben Sachkenntnis, vor allem Ruhe und Besonnenheit ausstrahlt. Unsicheren oder nervösen Persönlichkeiten wird sich dieser selbstsichere Hund sicherlich nicht unterordnen.

Darüber hinaus sollten Menschen, die sich für einen Rottweiler interessieren, genügend Kraft und Standfestigkeit mitbringen, um den kräftigen Hund sicher an der Leine führen zu können. Besonders Rüden können eine enorme Kraft entwickeln, weshalb eher Hündinnen als Familienhunde geeignet sind.

Brauche ich besondere Genehmigungen, wenn ich einen Rottweiler halten möchte?

Seit 2001 wird der Rottweiler in einigen deutschen Bundesländern als Listenhund geführt. Dort unterliegt die Haltung bestimmten Einschränkungen. So muss unter anderem ein Wesenstest durchlaufen und bestanden werden.

Vor der Anschaffung eines Rottweilers sollten sich Interessenten über die in ihrem Wohnort geltenden Bestimmungen für Rottweiler wie Maulkorbpflicht informieren. Bedenken Sie außerdem, dass viele Gemeinden eine erhöhte Hundesteuer für Listenhunde verlangen.

Quellen:

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