Thai-Katze (klassischer Typ)

Verfasst von Sabrina Quente
Thaikatze sitzt auf Treppe

Blaue Augen, ein maskenhaftes Gesicht und die typische Point-Farbe zeichnen die schöne Thai-Katze aus.

Als die Siamkatzen-Zucht sich immer weiter in Richtung eines grazilen Katzentyps entwickelte, blieb der kräftigere, ursprüngliche Typ als eigene Katzenrasse bestehen: die Thai-Katze. Heute verzaubert sie mit ihren blauen Augen Katzenfreunde weltweit. Im Rasseporträt lernen Sie die Exotin kennen.

Aussehen: Klassische Schönheit

Auch wenn die Thai-Katze und die Siamkatze viele Gemeinsamkeiten haben, sind sie optisch gut zu unterscheiden. Im Gegensatz zum „moderneren“ Siam-Typ ist die Thai kräftiger, rundlicher und harmonischer.

Die orientalische Katzenrasse ist athletisch gebaut, dabei aber nicht übermäßig schlank wie die Siamkatze. Eine gute Proportionierung und ein muskulöser Nacken verleihen ihr eine solide Struktur.

Ohren- und Kopfform als Unterschied zur Siam

Besonders charakteristisch ist die Kopfform der Thai-Katze: Die lange, flache Stirn geht in einen runden Schädel und eine wohlproportionierte Schnauze über. Kinn und Nasenspiegel bilden eine gerade Linie.

Die Ohren stehen weit auseinander und sind hoch angesetzt. Ohren und Kopfform unterscheiden Thais und Siamesen voneinander. Was beide Rassen hingegen verbindet, sind ihre mandelförmigen Augen, die intensiv blau leuchten.

Das Fell der Kurzhaarkatze spiegelt das tropische Klima ihres Herkunftslands in Südostasien wider: Mit nur wenig Unterwolle ist es seidig weich und zeigt einen schönen Glanz.

Point-Färbung: Thai-Katzen sind Teilalbinos

Die Fellfarbe verdeutlicht die Verwandtschaft von Thai- und Siamkatze besonders: Sie gehören wie die Birmakatze, die Ragdoll oder die Neva Masquerade zu den Point-Katzen.

Bei diesen Katzen sind die kalten Körperspitzen, auch Points genannt, dunkler eingefärbt als der Rest des Katzenkörpers. Das liegt daran, dass Thai-Katzen Teilalbinos sind. Bei ihnen funktioniert das Enzym Tyrosinase nur eingeschränkt, deshalb wird der Pigmentgrundstoff Melanin nur teilweise produziert. Dem Fell geht also buchstäblich die Farbe aus.

Die Farben der Thai-Katze

Als Körperfarbe der Thai wird laut Zuchtstandard ein helles Weiß bevorzugt. Wichtiger als die Farbe an sich ist aber die Gleichmäßigkeit von Körper- und Point-Farbe.

Es gibt zahlreiche Farbkombinationen. Neben den vier Standardfarben Seal Point, Blue Point, Chocolate Point und Lilac Point finden sich unter anderem rötliche Varianten wie Creme, Cinnamon oder gestreifte Tabby-Points.

Liebenswerte Thai-Katze: Charakter und Wesen

Die thailändische Katze ist nicht nur äußerlich einzigartig. Genau wie ihre modernen Verwandten ist sie freundlich, aufgeschlossen und liebt Menschen. Ihr geselliger Charakter ist vermutlich auf die überdurchschnittlichen Wurfzahlen von vier bis sechs Kitten zurückzuführen.

Die klassische Thai-Siam gilt außerdem als lebhaft, intelligent und äußerst neugierig. Statt zu schmusen, spielt sie lieber – und auch sonst hat sie eigenwillige Züge. Trotzdem ist sie ungern allein und folgt ihrem Halter auf Schritt und Tritt.

Oft plappert die schöne Thai dabei munter vor sich hin. Denn sie ist überaus gesprächig und macht gerne lautstark auf sich aufmerksam.

Pflege und Haltung: Pflegeleicht mit sozialen Ansprüchen

Da die Thai-Katze besonders sozial und lebhaft ist, braucht sie Gesellschaft und viel Beschäftigung. Ein Artgenosse ist deshalb das schönste Geschenk, das Sie Ihrer Thai-Katze machen können.

Kuscheln, Spielen und die Fellpflege machen dann gleich doppelt so viel Spaß. Allerdings neigen orientalische Katzenrassen dazu, dominant zu sein. Ideale Lebensgefährten sind deshalb ruhige Katzentypen oder Wurfgeschwister.

Tipps für die Haltung Ihrer Thai-Katze

Doch auch, wenn eine zweite Katze Ihre Thai begleitet, können Sie zu einem aktiven Katzenalltag beitragen und Ihre Samtpfoten damit rundum glücklich machen:

Übrigens ist das Fell dieser Katze pflegeleichter als ihr Seelenleben. Gelegentliches Bürsten genügt, um abgestorbene Haare zu entfernen.

Keine Chance für Langeweile: So können Sie Ihre Wohnungskatze beschäftigen.

thai katze auf teppich in lauerstellung © Pixel-Shot / stock.adobe.com
Die Thai-Katze ist sehr aktiv, lebhaft und verspielt.

Gesundheit und Lebenserwartung der Thai-Katze

Bei der Thai-Katze können genetisch bedingt verschiedene Erbkrankheiten und Fehlbildungen vorkommen. Bei dem auch bei Abessiniern bekannten Netzhautschwund wird die Netzhaut des Auges durch lokale Stoffwechselstörungen im Gewebe zerstört.

Einige Thai-Katzen schielen zudem. Das ist vermutlich auf den Teilalbinismus der Rasse zurückzuführen. Hierdurch werden die Tiere aber in der Regel kaum eingeschränkt.

Gefährlichere Erbkrankheiten

Gefährlicher sind dagegen die vererbliche Nierenkrankheit PKD und Herzerkrankungen wie eine Verdickung der inneren Herzwand oder der angeborene Herzfehler PDA. Dieser verhindert, dass sich die Verbindung zwischen Aorta und Lungengefäßstamm nach der Geburt schließt, und kann Schwäche oder Herzversagen hervorrufen.

Selten treten auch Gesäugetumoren bei Thais auf.

Lassen Sie sich von solchen Erkrankungen aber nicht abschrecken. Mit Gentests lassen sich heute viele Krankheiten erkennen oder ausschließen. Regelmäßige Kontrollen durch Ihren Tierarzt helfen, Erkrankungen frühzeitig zu erkennen. Verantwortungsvolle Zucht trägt außerdem dazu bei, ihre Weitergabe zu verhindern.

Wie alt werden Thai-Katzen?

Grundsätzlich ist die Thai-Katze robust und für Krankheiten nicht anfälliger als andere Rassen. Bei artgerechter Pflege blicken die Samtpfoten in der Regel einem 15 bis 17 Jahre langen Leben entgegen.

Nicht vergessen: Zu einem langen Katzenleben gehört auch ausgewogene Ernährung. Eine große Auswahl an Futtersorten finden Sie im Onlineshop von zooplus.

Geschichte der Rasse: Zurück zu den Ursprüngen

Die Thai-Katze stammt aus Thailand, dem ehemaligen Siam. Dort wird sie liebevoll „wichian mat“ genannt. Das bedeutet Monddiamant.

Seit über 700 Jahren schätzen die Thailänder ihr hübsches Katzenjuwel mit der auffälligen Point-Färbung und leuchtend blauen Augen als Haustier. Ende des 18. Jahrhunderts gelangten die ersten Siamkatzen des klassischen Typs dann mit Seefahrern nach England und von dort aus in die USA.

Ein Geschenk des Königs

Als der siamesische König Chulalongkorn dem britischen Generalkonsul 1884 ein Siam-Pärchen schenkte, war dann der Grundstein für die moderne Siamkatzen-Zucht in Europa gelegt. 1892 entstand der erste Zuchtstandard der Royal Cat of Siam. 1901 folgte die Gründung des Siamese Cat Clubs in England.

In Deutschland begann die systematische Zucht erst 1927. Aufgrund des geringen Siamkatzen-Bestandes und der Zucht mit wenigen Tieren war allerdings der Inzucht-Faktor der Rasse hoch und begünstigte die Entstehung ihre noch heute bestehenden Gendefekte.

Klassischer und moderner Typ

Die Thai-Katze blickt auf eine außergewöhnliche Zuchtgeschichte zurück. Mit ihrem weltweiten Erfolg veränderte sich der Rassestandard hin zu einem immer schlankeren, langbeinigeren Typ. Viele Züchter und Katzenliebhaber bevorzugten jedoch noch immer den rundlicheren Typ der Rassekatze.

In den 1980er-Jahren entstanden daher erste Zuchtvereine, die sich gezielt dem traditionellen Typ der Maskenkatzen widmeten. Diese „Old Style Siamesen“ wurden 1990 als eigenständige Rasse unter dem Namen Thai anerkannt. Heute darf die Thai-Katze eigenständig gezüchtet oder mit Siamkatzen verpaart werden.

Kauf: Verantwortungsvolle Zucht unterstützen

Damit Sie mit Ihrer Thai-Katze viele glückliche Jahre verbringen können, sollten Sie die Exotin nur aus verantwortungsvoller Zucht kaufen. Für professionelle Thai-Katzen-Züchter steht die Katzengesundheit an erster Stelle. Sie testen frühzeitig auf vererbbare Erkrankungen, verpaaren durchdacht und begleiten Muttertiere durch die gesamte Trächtigkeit.

Nehmen Sie sich Zeit, potenzielle Züchter kennenzulernen. Mit unseren 10 Fragen an Katzenzüchter finden Sie heraus, wie sie gute Züchter erkennen.

Wie viel kostet eine Thai-Katze?

Was darf eine Thai-Katze kosten, die aus professioneller Züchterhand stammt? Preise ab 500 Euro sind die Regel.

Von Anzeigen, die „Rassekatzen zum kleinen Preis“ versprechen, sollten Sie allerdings unbedingt Abstand nehmen. Solche Katzen stammen oftmals von rücksichtslosen Vermehrern, die nicht an der Gesundheit der Zuchttiere interessiert sind, sondern am schnellen Gewinn.

Tipp: Wenn Sie eine Thai Katze kaufen, dabei Gutes tun und gleichzeitig sparen möchten, ist das örtliche Tierheim eine Alternative zu Züchtern oder Zuchtvereinen. Hier warten auch viele Rassekatzen auf eine neue Familie und die Schutzgebühr liegt in der Regel unter dem Kaufpreis einer Rassekatze mit Papieren.

Fazit: Eine außergewöhnliche Katze

Die Geschichte der thailändischen Katze ist lang und bewegt. Beinahe gäbe es die Thai-Katze, wie wir sie heute kennen, gar nicht mehr. Ambitionierten Züchtern ist es zu verdanken, dass die blauäugigen Thailänder heute Katzenfreunde auf der ganzen Welt begeistern.

Wer seiner Thai-Katze genug Aufmerksamkeit schenkt, keine Langeweile aufkommen lässt und regelmäßig den Tierarzt konsultiert, bietet ihr die besten Voraussetzungen für ein langes gesundes Katzenleben.

Steckbrief zur Thai-Katze

Besonderheiten: Die Thai-Katze ist eine elegante und anmutige Katzenrasse mit einer langen Geschichte, die Katzenfans mit ihren strahlend blauen Augen begeistert.
Charakter: intelligent, kommunikativ, verspielt, gesellig
Größe: ca. 30-35 cm
Gewicht: ca. 3-5 kg
Augenfarbe: blau
Farben: zahlreiche Farbkombinationen wie Seal Point, Blue Point, Chocolate Point und Lilac Point, rötliche Varianten oder gestreifte Tabby-Points
Fell: kurzes, seidiges Fell
Fellpflege: geringer Pflegeaufwand, regelmäßiges Bürsten genügt
Lebenserwartung: ca. 15-17 Jahre
Typische Krankheiten: genetisch bedingt können Erbkrankheiten und Fehlblidungen auftreten
Preis: ab ca. 500 €
Herkunft: Thailand (ehemals Siam)

Quellen:


Sabrina Quente
Profilbild von zooplus Magazin Autorin Sabrina Quente

Tiere begleiten mich schon, seitdem ich denken kann. Es existiert kaum ein Kinderfoto ohne Wellensittich auf dem Kopf oder Katze auf dem Schoß. Seit über zehn Jahren schreibe ich als Redakteurin über verschiedene Themen von der Krankenversicherung bis hin zur Katzenhaltung. Immer dabei: meine Katze Mimi, die für viele Texte die beste Impulsgeberin ist und weiß, wann es Zeit für eine Schreibpause ist.


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