Siamkatze

Siamkatze

Die strahlend blauen Augen sind typisch für Siamkatzen.

Die Siam zählt zu den ältesten Katzenrassen überhaupt. Man erkennt sie vor allem an der typischen Färbung ihres Fells und den blauen Augen. Doch auch ihr liebenswerter Charakter darf nicht außer Acht gelassen werden. Lesen Sie im folgenden Artikel alles Wissenswert über Siamkatzen.

Aussehen: Schlanke Schönheiten

Siamkatzen sind mittelgroß. Ihr Körper ist schlank mit langen Beinen und schmalen Pfoten. Sie erreichen eine Schulterhöhe von 20 bis 25 Zentimetern. Kater wiegen dann zwischen vier und fünf Kilogramm, Kätzinnen zwischen drei und vier Kilogramm.

Der keilförmige Kopf wird durch aufrechte Ohren mit breitem Ansatz verlängert. Typisch für Siamkatzen sind außerdem die tiefblauen mandelförmigen Augen, die etwas schräg stehen.

Neben den blauen Augen ist auch die Färbung der Siamkatze sehr charakteristisch. Sie sind Teilalbinos, das heißt sie produzieren nur eine geringe Menge des Pigmentstoffes Melanin. So entstehen die sogenannten Points: unterschiedlich dunkel gefärbte Areale am Körper der Katze. Laut Rassestandard dürfen die Point nur an Ohren, Gesicht, Pfoten und Schwanz der Siamkatze zu sehen sein. Das restliche Fell ist weiß bis cremefarben. Es ist kurz mit wenig Unterwolle und liegt dicht am Körper der Katze an.

Übrigens: Die Färbung der dunklen Points entsteht erst nach der Geburt. Mit circa neun Monaten hat die Siamkatze dann ihre endgültige Färbung.

siam katze
Siamkatzen haben eine typische Färbung mit Points.

Charakter: Siamkatzen sind anhängliche Plaudertaschen

Siamkatzen werden manchmal scherzhaft auch als Hunde unter den Katzen bezeichnet, denn ihr Verhalten ähnelt dem des Hundes. Sie lassen sich zum Beispiel bis zu einem gewissen Grad vom Menschen dressieren und sind sehr anhänglich.

Siamesen sind sehr gesellig und haben ein hohes Mitteilungsbedürfnis. Sie sind kommunikativ und besitzen eine ausgeprägte Stimme. Wenn ihnen etwas nicht passt, bringen sie das lautstark zum Ausdruck. Deshalb gilt die Siamkatze auch als äußerst durchsetzungsfähig.

Obwohl Siamkatzen sehr menschenbezogen sind, sollten Sie möglichst immer zwei Samtpfoten bei sich aufnehmen. Sie können sich stundenlang miteinander beschäftigen und kümmern sich gegenseitig um die Fellpflege.

Haltung: Siamkatzen brauchen viel Beschäftigung

Damit sich die aktiven Siamkatzen so richtig austoben können, sollten Sie einige Kratzmöbel in Ihrer Wohnung platzieren. Ein Kratzbaum mit mehreren Ebenen eignet sich sehr gut, da Katzen am liebsten auf erhöhten Plätzen liegen. Auch ausreichend Spielzeug um Kopf und Körper der Energiebündel auszulasten, darf natürlich nicht fehlen.

Ist die Wohnung katzengerecht eingerichtet, reicht den Samtpfoten dann auch eine kleinere Wohnung. Allerdings sollten Sie Siamkatzen nicht zu lang allein lassen, da die cleveren Tiere sonst schnell auf dumme Ideen kommen.

Sofern Sie die Möglichkeit dazu haben, sollten Sie den Siamesen Freilauf gewähren, denn damit sorgen Sie für ausreichend Beschäftigung und Bewegung. Alternativ können Sie einen katzensicheren Balkon einrichten. Siamkatzen lassen sich auch mit Leine und Geschirr ausführen. Gewöhnen Sie Ihre Katze hierfür aber so früh wie möglich an die Leine. Üben Sie vor dem ersten Ausgang, damit es im Freien nicht zu bösen Überraschungen kommt.

Ihre Intelligenz und Gutmütigkeit macht sie zu perfekten Familienkatzen. Ausgiebige Spiel- und Kuscheleinheiten genießen Siamkatzen ganz besonders.

Pflege: Siamkatzen mögen es warm

Die Pflege einer Siamkatze ist sehr einfach, da das kurze Fell kaum menschliche Aufmerksamkeit benötigt. Bürsten Sie Ihre Katze ab und zu, um lose Haare zu entfernen. Die meisten Siamkatzen genießen diese Pflegeeinheiten in vollen Zügen.

Da Siamkatzen fast keine Unterwolle besitzen, fühlen sie sich in nasser und kalter Umgebung nicht wohl. Achten Sie deshalb darauf, dass die Temperatur Ihrer Wohnung nicht zu niedrig ist. Weiterhin ist es wichtig, dass Sie Ihre Siamkatze gut abtrocknen, falls sie durchnässt von ihrem Freigang nach Hause kommt.

Gesundheit: Erbkrankheiten der Siamkatze

Wie bei den meisten Rassekatzen treten auch bei den Siamesen zuchtbedingte Krankheiten auf. Dazu gehört die Progressive Retinaatrophie (PRA), auch Netzhautschwund genannten. Im schlimmsten Fall führt dieser zur Blindheit. Weiterhin können Herzerkrankungen und Krebserkrankungen (zum Beispiel Tumore am Gesäuge) auftreten.

Keine Seltenheit bei Siamkatzen ist das Schielen (Strabismus convergens) und das Augenzittern (Nystagmus). Es wird vermutet, dass die Ursachen auf den Melaninmangel aufgrund des Teilalbinismus zurückzuführen ist. Sprechen Sie deshalb regelmäßig beim Tierarzt Ihres Vertrauens vor, damit dieser frühzeitig entsprechende Maßnahmen einleitet.

Trotzdem erfreut sich die Siamkatze einer, für Rassekatzen eher ungewöhnlichen, hohen Lebenserwartung. Sie erreichen ein durchschnittliches Alter von 18 bis 20 Jahren.

Ernährung: Was eine Siamkatze gerne frisst

Zu artgerechten Haltung einer jeden Siamkatze gehört natürlich auch eine gesunde Ernährung. Ob Sie Ihrer Katze Nass- oder Trockenfutter geben oder sich für eine andere Fütterungsmethode entscheiden, richtet sich ganz nach Ihren Vorlieben – und natürlich dem Gaumen Ihrer Samtpfote.

Siamkatzen können, wie viele andere Katzenrassen auch, bisweilen sehr wählerisch sein. Bringen Sie also etwas Geduld bei der Suche nach dem ideal Futter mit. Achten Sie beim Futterwechsel aber darauf, immer langsam von einer Sorte auf die andere zu wechseln.

Katzen benötigen außerdem immer ausreichend frisches Wasser. Das gilt umso mehr, wenn Ihre Katze vor allem Trockenfutter frisst. Trinknäpfe, die Sie im Haus verteilen, oder sogar auch ein Trinkbrunnen, können Ihre Siam zusätzlich zum Trinken animieren.

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Kauf: Die Siam bitte nur vom verantwortungsvollen Züchter

Bevor Sie sich für einen Züchter entscheiden, sollten Sie sich ein Bild der Tiere und ihrer Umgebung machen. Außerdem sollten die Kitten nicht bei Ihnen bei Ihnen einziehen bevor sie mindestens zwölf Wochen alt sind. Diese Zeit benötigen Sie, um von ihrer Mutter und den Geschwistern das Sozialverhalten und andere wichtige Dinge zu lernen.

Am besten vereinbaren Sie einen Termin mit dem Züchter, um sich die Katzen vorher anzusehen. Die Kitten sollten bei Übergabe geimpft und entwurmt sein und in einer artgerechten Umgebung leben. Scheuen Sie sich nicht, nach wichtigen Papieren wie dem Stammbaum oder Ergebnisse von Untersuchungen zu fragen!

Von Züchtern, die Siamkatzen ohne Papiere anbieten, sollten Sie dagegen Abstand nehmen. Diese versuchen meist Geld zu sparen, damit sie die Tiere besonders günstig anbieten können. Aufgrund dessen verzichten solche Vermehrer häufig auf wichtige Untersuchungen und unter Umständen auch auf gute Lebensbedingungen für die Katzen.

Mit 750 bis 900 Euro für ein Kitten sind Siamkatzen nicht gerade ein Schnäppchen. Da aber auch immer wieder Rassekatzen in Tierheimen landen, lohnt sich eventuell die Suche dort.

siamkätzchen
Schon als Kitten bestechen Siamkatzen durch ihr besonderes Aussehen.

Katzenrasse mit königlicher Vergangenheit

Die Siamkatze ist neben der Perserkatze eine der ältesten und bekanntesten Katzenrassen. Sie hat ihren Ursprung in Südostasien, genauer gesagt in Siam. Dies entspricht heutzutage dem größten Teil von Thailand. Dort wurde die Siamkatze als Tempelkatze verehrt.

Gezüchtet werden durften Siamkatzen anfangs nur vom thailändischen König. Untertanen, die sich besonders verdient gemacht hatten, bekamen als Auszeichnung eine Katze. So kam auch das erste Zuchtpaar in Europa im Jahr 1884 nach England. König Chulalongkorn schenkte dem britischen Generalkonsul Sir Edward Blencowe Gould die Katzen Pho und Mia.

1885 wurden die ersten Siamkatzen im Londoner Crystal Palace ausgestellt, seit 1892 gibt es einen festgelegten Rassestandard. In Deutschland gab es 1927 die ersten eingetragenen Züchter dieser Rasse.

In den 60er und 70er Jahren spaltete sich die Zucht der Siamkatzen in die „traditionellen“ und die „modernen“ Siamesen. Der Fokus lag bei den modernen Siam hauptsächlich auf dem äußeren Erscheinungsbild der Katze und führte zu extremen Ausprägungen der rassetypischen Merkmale. Da dies leider nicht unbedingt gesundheitsfördernd für die Tiere war, ist man inzwischen wieder von dieser Extremzucht abgekommen.

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