Birma-Katze (Heilige Birma)

Verfasst von Bärbel Edel
Birma Katze

Typisch für die Birma-Katze sind ihre Point-Zeichnung mit den weißen Pfoten und ihre blauen Augen

Die Birma-Katze, auch Heilige Birma genannt, gehört zu den Halblanghaarkatzen. Mit ihren strahlend blauen Augen und der typischen Point-Zeichnung erinnert sie an eine Siam-Katze – nur, dass ihr Fell flauschiger ist. Besonderes Kennzeichen dieser wunderschönen Katzenrasse sind die weißen Pfoten.

Aussehen der Birma-Katze: Point-Zeichnung und weiße Pfoten

Die Heilige Birma gehört zu den mittelgroßen Katzenrassen. Typisch ist ein langer Rumpf mit kurzen, kräftigen Beinen und rundlichen Pfoten. Der Schwanz ist buschig und von mittlerer Länge.

Wie sehen Birma-Katzen aus?

Birma-Katzen haben ein rundliches Gesicht mit einer mittellangen Nase. Ihre Ohren sind relativ klein und haben eine abgerundete Spitze. Die Augen sind mittelgroß und leicht oval geformt. Besonders auffällig ist ihre tiefblaue Farbe.

Das Fell der Birma-Katze ist halblang, seidig und verfügt über wenig Unterwolle. Im Gesicht sind die Haare kürzer als am Körper. Am Hals sind die Haare länger und bilden die für die Katzenrasse charakteristische Halskrause.

Welche Farben und Muster gibt es bei der Birma-Katze?

Wie die Siamkatze hat auch die Heilige Birma ein sogenanntes Point-Muster. Das bedeutet, am Körper hat das Fell eine helle Farbe – Schnauze, Ohren, Beine und Schwanz sind dagegen deutlich dunkler gefärbt.

Verantwortlich für die Point-Zeichnung ist eine genetisch bedingte Stoffwechselstörung: Das Enzym Tyrosinase, das zur Melaninproduktion notwendig ist, wird in diesem Fall nur bei kälteren Temperaturen aktiv. Melanin wird jedoch gebraucht, um das Fell dunkel zu färben.

Bei Point-Katzen funktioniert die Dunkelfärbung daher nur bei den kälteren, außen gelegenen Körperteilen, den „Points“. In der Mitte, wo der Körper wärmer ist, bleibt das Fell hell (Teil-Albinismus). Die eigentliche Grundfarbe der Katze kommt nur in den „Körperspitzen“ zum Ausdruck.

Kurz nach der Geburt sind Point-Kätzchen ganz weiß, denn in der Gebärmutter ist es so warm, dass kein Melanin gebildet wird. Im Lauf der Zeit färbt sich erst die Nasenspitze dunkler, danach kommen die Spitzen der Ohren dran.

Mit ungefähr drei Jahren ist die Heilige Birma komplett ausgefärbt und hat ihre endgültige Zeichnung. Junge Birma-Katzen sehen daher immer anders aus als erwachsene Tiere.

Neben den Siams haben auch Thaikatzen, Ragdolls, Balinesen, Burma-Katzen und Mekong Bobtail Katzen eine Point-Zeichnung.

Point-Farben im Überblick

Organisierte Katzenzüchter erkennen bei der Heiligen Birma sämtliche Point-Farben an:

  • Seal-point: Schwarz
  • Blue-point: Blaugrau
  • Chocolate-point: Braun
  • Cinnamon-point: Rotbraun
  • Fawn-point: Rötliches Beige
  • Lilac-point: Cremefarben mit Lila-Stich
  • Red-point: Rot
  • Creme-point: Cremefarben

Es gibt sogar Vertreter mit gestreiften Points, diese werden als „Tabby“ bezeichnet.

Hat eine Heilige Birma immer weiße Pfoten?

Eine weitere Besonderheit dieser Katzenrasse sind ihre weißen Pfoten: Ob Seal-point-Birma, Tabby oder Chocolate-point: Birma-Katzen sehen aus, als würden sie Handschuhe und Söckchen tragen.

Laut Rassestandard soll die Weißfärbung der Pfoten auf der Rückseite der Hinterbeine in einem umgekehrten „V“, den sogenannten Sporen, nach oben auslaufen.

Wie schwer wird ein Heiliger Birma-Kater und wie viel wiegen die Katzen?

Ein Birma-Kater bringt zwischen viereinhalb und sechs Kilo auf die Waage. Ein Birma-Weibchen wiegt dagegen nur zwischen dreieinhalb und vier Kilogramm.

Zu dem hübschen Aussehen der Birma gesellt sich ein ausgesprochen liebenswerter Charakter. Die kleinen Wuschel gelten als ideale Familienkatzen, denn sie sind sanftmütig, unkompliziert und menschenbezogen. Man sagt ihnen nach, dass sie nicht so eigenwillig sind, wie andere Katzenrassen.

Sind Heilige Birma anhänglich?

Eine Katze dieser Rasse ist ungern allein und folgt „ihrem“ Menschen gern auf Schritt und Tritt. Trotz ihres eher ruhigen Naturells freut sie sich, wenn Sie sich mit ihr beschäftigen und ausgiebig mit ihr spielen. Vielleicht probieren Sie es auch einmal mit Clickertraining.

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Welche Katze passt zur Heiligen Birma?

Mit Katzen, anderen Haustieren und sogar mit Hunden verstehen sie sich in der Regel gut – vorausgesetzt, Sie planen die Zusammenführung sorgfältig. Mit welcher Katzenrasse Ihre Birma zusammenwohnt, ist nicht ausschlaggebend. Viel wichtiger ist, ob die beiden charakterlich harmonieren.

Die Heilige Birma eignet sich besonders gut für die Haltung als Wohnungskatze. Wie alle Stubentiger, freut sie sich über einen gesicherten Balkon, auf dem sie wohl behütet frische Luft schnappen kann.

Freigang dagegen will gut überlegt sein, denn die Birma-Katze ist auch Fremden gegenüber sehr zutraulich. Dadurch kann sie leicht auch Menschen in die Hände fallen, die es nicht gut mit Katzen meinen.

Wie oft sollte ich meine Birma bürsten?

So schön das Fell der edlen Samtpfoten ist, so ist es doch auch einer der wenigen Heilige-Birma-Nachteile. Durch die spärliche Unterwolle tendiert das Fell zwar nicht zum Verfilzen, dennoch erfordert es etwas mehr Aufmerksamkeit als das Fell anderer Rassen.

Idealerweise sollte es mindestens zweimal in der Woche gebürstet werden. Achten Sie dabei besonders auf die Halskrause mit den längeren Haaren. Regelmäßiges Bürsten sorgt nicht nur für ein gepflegtes Haarkleid. Die gemeinsame Zeit stärkt auch die Beziehung zwischen Ihnen und Ihrer Samtpfote.

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Birma Katze Buerste
Als Halblanghaarkatze sollte die Heilige Birma regelmäßig gebürstet werden

Die Birma-Katze gilt im Großen und Ganzen als robuste Katze, die nicht zu Gesundheitsproblemen neigt.

Eine Ausnahme bildet die sogenannte Hypomyelination, ein Gendefekt, der bei Birma-Katzen gehäuft auftritt. Betroffene Tiere neigen durch eine Störung der Zellkommunikation zu starkem Zittern und spastischen Anfällen.

Erkennbar ist die Hypomyelination oft schon ab der dritten Woche. Erkrankte Kitten wirken spastisch oder unkoordiniert und entwickeln einen Tremor (Zittern). Oft gehen die Symptome mit Hörverlust oder einer geringen Lebenserwartung einher.

Diese Probleme können sich in Ausnahmefällen allerdings während des Wachstums stabilisieren und werden darum oft nicht ernst genommen. Ein fataler Fehler, denn Hypomyelination ist vererbbar – auch dann, wenn die Zuchttiere selbst keine Symptome (mehr) zeigen.

Davon abgesehen ist auch eine Heilige Birma nicht immun gegen „normale“ Katzenkrankheiten oder Parasiten. Sorgen Sie also für die notwendigen Impfungen und bringen Sie Ihre Katze einmal im Jahr zum Tierarzt für einen Gesundheitscheck.

Wie lange lebt eine Heilige Birma?

Mit gewissenhafter Pflege, regelmäßigen Besuchen beim Tierarzt und Ihrer Liebe hat eine Birma beste Voraussetzungen für ein langes Katzenleben. Gesunde Tiere werden zwischen zwölf und 15 Jahre alt, einige Vertreter der Rasse erreichen sogar das 20. Lebensjahr.

Anders als der Name vermuten lässt, steht die Wiege dieser Katzenrasse nicht in Asien, sondern in Frankreich. Dort wird die Heilige Birma seit 1925 systematisch gezüchtet. Seit 1964 ist die Rasse auch in der internationalen Züchterorganisation Fédération Internationale Féline (FIFe) anerkannt.

Der englische Name der Heiligen Birma lautet „Sacred Birman“, der französische „Chat Sacré de Birmanie“. Aufgrund des ähnlichen Namens wird sie leicht mit der Burma-Katze verwechselt, die aus Thailand stammt.

Warum ist die Birma-Katze heilig?

Um den Ursprung der Rasse ranken sich allerlei Legenden: So soll ein Industrieller im Jahr 1919 ein Siam-Pärchen aus dem Fernen Osten mitgebracht haben. Der Kater starb auf der Überfahrt, nur das Weibchen überlebte die Reise. Deshalb verwendete man Perserkater für die Zucht.

Andere Geschichten vermuten, dass die Vorfahren der Samtpfote Tempelkatzen aus Birma waren, weshalb sie auch als Heilige Birma bezeichnet wird. Optisch jedenfalls sieht die Heilige Birma wie eine Kreuzung aus einer Siamkatze und einer Perserkatze aus.

Birma Kitten
Bei jungen Birma-Kätzchen sind zunächst nur die Nasen und die Ohrenspitzen eingefärbt

Eine heilige Birma kaufen

Überlegen Sie, eine dieser sanftmütigen Schönheiten bei sich aufzunehmen? Dann werden Sie bei einem Züchter fündig.

Was kostet eine Birma-Katze?

Eine Heilige Birma mit Stammbaum kostet zwischen 600 und 1.300 Euro. Der Preis ist abhängig vom Alter der Katze, der Region und der jeweiligen „Cattery“ (Birma-Katzen-Zucht).

Vor dem Katzenkauf sollten Sie sich allerdings vergewissern, dass es sich bei dem Anbieter um einen seriösen Züchter handelt. Lassen Sie sich nicht nur die kleinen Kätzchen zeigen, sondern auch deren Mutter und Vater. Achten sie auf eine artgerechte und saubere Unterbringung der Tiere.

Ein Heilige Birma-Kitten sollte mindestens zwölf Wochen alt sein, bevor Sie es mit nach Hause nehmen. Vor der Abgabe sollte es geimpft, gechipt, entwurmt und mit vollständigen Papieren ausgestattet sein. Ist das nicht der Fall, sehen Sie sich besser anderswo um.

Birma-Katzen aus anderen Quellen

Auch auf diversen Online-Portalen können Sie Birma-Kitten kaufen. Tierschützer raten jedoch von solchen Angeboten ab, denn oft werden die Tiere unter fragwürdigen Bedingungen „produziert“ und gehalten.

Vielleicht finden Sie auch in Ihrem örtlichen Tierheim eine Heilige Birma. Es kommt immer wieder vor, dass Rassekatzen im Tierschutz landen. Tierheime geben Katzen in der Regel gegen eine geringe Schutzgebühr ab.

Fazit: Liebenswerte Rassekatze

Die Heilige Birma ist nicht nur wunderschön, sie hat auch einen liebenswerten Charakter. Ihre Haltung ist vergleichsweise unkompliziert. Wenn Sie eine Heilige Birma kaufen möchten, sollten Sie unbedingt auf einen vertrauenswürdigen Züchter achten oder sich in Ihrem örtlichen Tierheim umsehen.


Bärbel Edel
Profilbild von Magazin-Autorin Bärbel Edel

Ich bin Journalistin, liebe Tiere und habe bereits während meines Volkskunde-Studiums zur Beziehung zwischen Menschen und Hunden geforscht. Vor einigen Jahren habe ich einen Kater aus dem Münchner Tierheim adoptiert. Elvis war der Anlass, meinen Katzenblog „Lieblingskatze“ zu gründen und mich auch journalistisch mit Tieren zu befassen. Mit meinen Artikeln möchte ich dazu beitragen, dass Menschen ihre Heimtiere besser verstehen.


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