Singapura

Die Singapura-Katze ist eine Rarität, denn in Europa gibt es nur wenige Züchter. Wer das Glück hat, die winzige Samtpfote adoptieren zu können, darf sich über eine Begleiterin mit einzigartigem Charakter freuen.

Singapura

Die Singapura ist die kleinste Katzenrasse der Welt.

Aussehen: Große Augen, kleine Statur

Charakteristisch ist vor allem die Singapura-Größe: Die Mini-Katze Singapura ist die kleinste Katzenrasse der Welt. Sie wiegt nur zwei bis drei Kilogramm, wobei Katzen und Kater fast gleich schwer sind. Ihre volle Körpergröße erreicht die Singapura erst mit 15 bis 24 Monaten.

Der Schwanz der ästhetischen Exotin ist durchschnittlich lang. Ihre Augen und Ohren sind groß. Die Ohren haben einen breiten Ansatz.

Trotz ihrer zierlichen, zarten Gestalt wirkt die Exotin athletisch und kräftig, da ihre Muskeln gut sichtbar ausgebildet sind. Dadurch besitzt dieses kleine Kraftpaket ein hohes Sprungvermögen.

In welchen Farben gibt es die Singapura?

Das seidige, feine Fell dieser Katzenrasse ist sepiafarben. Deshalb wirkt sie stets so, als wäre sie geradewegs einer Fotografie des 19. Jahrhunderts entsprungen. Die oval geformten Augen können grün, braun, grün-braun oder gelb sein.

Die Kitten dieser Katzenrasse werden hell geboren und dunkeln erst später nach. Als voll ausgereift gilt die Fellfarbe dieser seltenen und interessanten Schönheit laut Standard erst nach zwei bis drei Jahren.

Fellmuster und Point-Färbungen bei der Singapura

Die Fellfarbe der Singapura wirkt fast ausschließlich einfarbig, allerdings ist jedes einzelne Katzenhaar abwechselnd hell und dunkel gefärbt. Züchter bezeichnen diese Bänderung als „ticking“, die Fellzeichnung, die daraus entsteht, heißt „agouti“. Die genaue Bezeichnung der einzigen offiziell anerkannten Fellfarbe lautet „sepia agouti“.

Im Gesicht, an den Ohren, Beinen und am Schwanz hat die Singapura dunkler gefärbte „Points“. Erzeugt wird die charakteristische Fellfarbe durch eine Mutation: Ein partieller Albinismus führt dazu, dass kühlere Körperregionen dunkler gefärbt sind (Akromelanismus).

Erfahren Sie mehr über Fellfarben und Fellmuster bei Katzen.

Singapura Katze Gesicht © Evdoha / stock.adobe.com
Für eine kleine Katze hat die Singapura verhältnismäßig große Augen, die sie besonders süß wirken lassen.

Charakter: Zurückhaltend und freundlich

Die kleine Singapura-Katze ist eine liebenswürdige und angenehme Katze. Wenn Sie das Glück haben, eine Vertreterin dieser seltenen Rasse zu finden, wird sie sich allerdings zunächst schüchtern zeigen.

Sie braucht Zeit, um sich an ihren menschlichen Mitbewohner zu gewöhnen. Hat sie erst einmal Vertrauen gefasst, weicht die menschenbezogene Samtpfote ihrem Besitzer oft nicht mehr von der Seite.

Fremden gegenüber zeigt sie sich freundlich, benötigt jedoch ebenfalls etwas Zeit, um warm zu werden. Mit Geduld und Fingerspitzengefühl überzeugen Sie die scheue Samtpfote schnell davon, dass Sie nur die besten Absichten für sie haben.

Haltung und Pflege: Was die Singapura zum Glücklichsein braucht

Die Singapura ist pflegeleicht. Ihr seidiges kurzes Fell hat keine Unterwolle, und als Kurzhaarkatze verliert sie nur wenige Haare.

Bürsten Sie das Fell Ihrer Minikatze regelmäßig, um lose Haare zu entfernen, die Durchblutung anzuregen und Verfilzungen vorzubeugen. Vor allem stärken Sie mit der Körperpflege die Bindung zwischen Ihnen und Ihrem Stubentiger.

Passt diese Katze zu Familien?

Mit ihrem sozialen Wesen füg die Singapura sich gut in Familien mit Kindern ein. Allerdings sollten die Kinder umsichtig mit der Katze umgehen. Deshalb empfiehlt sich eine Anschaffung erst, wenn die Kinder älter als sechs Jahre sind.

Für in Vollzeit berufstätige Singles, die den ganzen Tag nicht zu Hause sind, ist die Singapura hingegen nicht geeignet. Die Katze braucht Gesellschaft, am besten in Form von Artgenossen. Halten Sie sie deshalb im besten Fall zusammen mit anderen Katzen.

Singapura verschmust © Viktoras / stock.adobe.com
Die Singapura erwartet von ihrem Halter Schmuseeinheiten, aber auch Abwechselung und Spielmöglichkeiten.

Wie beschäftigt man eine Singapura?

Die edle Exotin ist mitteilungsbedürftig, verspielt und neugierig. Sie ist gern mittendrin und immer zu Späßen aufgelegt. Deshalb sollte immer für genügend Abwechslung gesorgt werden. Das gilt vor allem bei reiner Wohnungshaltung.

Nutzen Sie Katzenspielzeug und Intelligenzspielzeug, um Ihre Fellnase zu beschäftigen. Ihre Verspieltheit und hohe Intelligenz erhalten sich einige Vertreter dieser raren Rasse bis ins hohe Katzenalter.

Gesundheit: Ist die Singapura eine gesunde Katze?

Grundsätzlich gilt die Mini-Katzenrasse Singapura als robust. Allerdings besteht bei Rassen mit kleinem Genpool die Gefahr von Inzucht, die gesundheitliche Probleme mit sich bringt. Es ist deshalb wichtig, eine Katze dieser Rasse nur von einem seriösen Züchter zu adoptieren, der im Zweifel länger nach einem passenden Deckkater sucht.

Bei gewissenhafter Zucht und artgerechter Haltung erreicht eine Singapura-Katze ein Alter von circa 15 Jahren.

Was ist bei der Ernährung der Singapura-Katze zu beachten?

Jede Katze hat ihre Vorlieben, was das Futter betrifft. Ob Trocken- oder Nassfutter: Die Qualität ist ausschlaggebend. Hochwertiges Katzenfutter mit hohem Fleischanteil liefert wichtige Nährstoffe. Dabei spielen jedoch verschiedene Faktoren, wie das Katzenalter oder der Gesundheitszustand eine Rolle.

Mehr über das Thema Katzenernährung und welche Ernährungsform zu Ihrem Vierbeiner passt, zeigen Ihnen unsere Ratgeber:

Eine Singapura kaufen: Das ist zu beachten

Wenn Sie sich für eine Singapura entschieden haben, sollten Sie zuerst einmal das Tierheim ansteuern. Zwar ist die Singapura eine seltene Katzenrasse, doch kommt es vor, dass auch diese Rassekatzen im Tierschutz abgegeben werden.

Möchten Sie ein Singapura-Kitten beim Züchter kaufen, sollten Sie sicherstellen, dass dieser professionell und verantwortungsvoll züchtet. Ein seriöser Singapura-Züchter zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass er Ihnen Auskünfte über den Stammbaum der Katze geben kann.

Unsere Ratgeber informieren Sie rund um die Adoption eines Kitten oder einer erwachsenen Katze:

Geschichte und Zucht der Singapura

„Singapura“ ist der malaiische Begriff für Singapur. Der Stadtstaat gilt den meisten Quellen nach als Herkunft dieser seltenen Katzenrasse, andere nennen die USA als Herkunftsort. Möglicherweise haben beide recht.

Die Katzenfans Hal und Tommy Meadow, zwei Auswanderer aus den USA, sollen die Vorfahren der Rasse etwa 1970 in der „Löwenstadt“ Singapur entdeckt haben. Aus der kleinen Singapur-Katze und ihren eigenen Katzen züchteten die Katzenliebhaber die Singapura und nahmen sie 1975 mit in ihre Heimat. Ende der 1980er Jahre kam die erste Singapura nach Großbritannien.

Gut zu wissen: Der Überlieferung nach haben die kleinen Katzen in Singapur in engen Abflussrohren gelebt und den Namen „drain cats“ (Abflussrohr-Katzen) erhalten.

Anerkennung und Verbreitung

Die Züchter der kleinen Katzenrasse Singapura strebten ein einheitliches Aussehen und gute Gesundheit bei ihren Tieren an. Deshalb gibt es nur eine begrenzte Anzahl an Rassevertreterinnen, die heute jedoch weltweit zu finden und von den meisten Registrierungsverbänden anerkannt sind.

Seit 1982 ist die Singapura in den USA als Rassekatze anerkannt, seit 1988 ist sie für die Teilnahme an Wettbewerben zugelassen. 2014 erkannte auch die internationale Dachorganisation von Katzenzuchtverbänden FIFé (Féderation Internationale Féline) die Singapura offiziell an.

Mit welchen Rassen ist die Singapura verwandt?

Aller Wahrscheinlichkeit nach besteht eine Verwandtschaft mit Abessinier Katzen, Siamkatzen und Burmesen.

Fazit: Exotische Katze

Der malaiische Spitzname „Kucinta“ dieser Katzenrasse bedeutet übersetzt „Liebeskatze“. Eine treffende Bezeichnung, denn Halter der Singapura lieben die kleine Katze mit der großen Persönlichkeit. Bieten Sie Ihrer Katze Gesellschaft, Abwechslung und viele Streicheleinheiten, dann wird sie die Liebe gern erwidern.

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Steckbrief zur Singapura

Besonderheiten:seltene und zudem die kleinste Katzenrasse der Welt; typisch für die Singapura ist ihr sepiafarbenes Fell
Charakter:Zu Beginn oft schüchtern, dann sehr menschenbezogen, verspielt und neugierig
Größe:klein, bis zu 20 cm Schulterhöhe, Länge bis max. 40cm
Gewicht:Kater: bis 3 kg
Katze: bis 2 kg
Augenfarbe:grün, braun, grün-braun oder gelb
Farben:sepiafarben
Fell:kurz, seidig, glänzend,
Fellpflege:pflegeleicht, haart wenig
Lebenserwartung:15 Jahre
Typische Krankheiten:robust, keine Erbkrankheiten oder häufigen Krankheitsanfälligkeiten bekannt
Herkunft:Singapur und USA

Quellen:

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