Munchkin

Munchkin Katze

Die Munchkin Katze

Die Katze mit den kurzen Beinen

Diese aus den USA stammende originell aussehende Katzenrasse ist andernorts noch eine Rarität. Ihre charakteristischen kurzen Beine gehen auf eine spontane Genmutation zurück. Genau dieses Merkmal in Verbindung mit ihrer unverwechselbaren Wesensart ist es aber, was die Munchkin Katze in den Augen ihrer Züchter und Fans so besonders macht.

Geschichte

Munchkin Katzen wurden bereits Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckt, wobei sie während des zweiten Weltkriegs in Vergessenheit gerieten. Später tauchte die Munchkin in Stalingrad, New England und schließlich in den 80er Jahren in Louisiana auf. Dort entdeckte Sandra Hochenedel eine kleine schwarze Katze mit kurzen Beinen. Sie taufte das Kätzchen auf den Namen „Blackberry“. Blackberry gebar mehrere Kitten, wovon pro Wurf jeweils die Hälfte kurzbeinig war. Toulouse, ein Kater aus einem Wurf von Blackberry, wurde an eine Freundin von Sandra Hochenedel weitergegeben. Mit den beiden Katzen wurde somit der Grundstein der Munchkin Zucht gelegt.

1991 wurde die Munchkin Katze erstmals in New York im Madison Square Garden ausgestellt und  1994 in das Zuchtprogramm der TICA (The International Cat Association) aufgenommen. Die Rasse erhielt 2003 Championship Status. Eine Vielzahl der renommierten Zuchtverbände, wie beispielsweise die FIFe (Fédération Internationale Féline), erkennen die Munchkin nicht an. Es wird behauptet, die Munchkin beruhe auf einer Erbkrankheit oder die Rasse würde aufgrund der Deformität der Beine zu gesundheitlichen Problemen neigen. Viele Munchkin Züchter sowie Tierärzte sind jedoch der Meinung, dass die Munchkin Katzen in keiner Weise eingeschränkt seien und nicht anfälliger für gesundheitliche Probleme seien, als andere Katzenrassen.

Die Bezeichnung „Munchkin“ geht auf das gleichnamige kleinwüchsige Volk des Fantasielandes Oz aus Flemings „Der Zauberer von Oz“ aus dem Jahr 1939 zurück.

Aussehen

Auffällig sind die Beine der Munchkins. Diese sind im Verhältnis zum Körper ausgesprochen kurz. Sie gelten als Markenzeichen dieser Katzenrasse. Zugleich sind die Beine der Munchkin kräftig und muskulär gut ausgebildet.

Ihre Ohren sind überproportional groß, sitzen aufrecht zeigend auf dem Kopf auf und sind an den Spitzen leicht abgerundet. Der Kopf ist keilförmig und die Stirn ist flach. Die Augen weisen eine mandelartige Form auf, stehen recht weit auseinander und sind leicht schräg angeordnet. Die Augen kommen in allen Farben vor.

Die Beine der Munchkin sollten die gleiche Länge aufweisen, jedoch dürfen die Hinterläufe etwas länger sein. Die Pfoten sollten weder nach außer oder innen, sondern nach vorne zeigen und bgerundet sein. Der Schwanz ist ebenso lange wie der Körper und ist an der Schwanzspitze leicht abgerundet.

Die Munchkin ist mittelgroß bis groß, und ihre Statur ist recht muskulös. Auf ihren süßen Beinchen bringt die Munchkin weiblichen Geschlechts ein Gewicht von zwei bis dreieinhalb Kilo auf die Waage, Kater drei bis vier Kilogramm.

Die Munchkin gibt es in einer Kurzhaar- und Halblanghaarvariante (Munchkin Longhair). Ihr kurzes und sehr plüschiges (Kurzhaar) oder halblanges seidiges (Halblanghaar) Fell liegt eng an ihrem muskulösen Körper an. Die Munchkin gibt es in allen erdenklichen Farben von Schwarz und Weiß bis Grau und Rot und in vielen verschiedenen Zeichnungen. Auch die Augenfarbe ist nicht festgelegt.

Inzwischen existieren auch Untertypen der Munchkin. Eine von ihnen ist die zwergwüchsige Mei Toi. Auch besonders kurzbeinige Züchtungen mit der Bezeichnung „superkurze“ („super short“) Munchkins sind bereits bekannt.

Munchkin Charakter

Ihr Charakter wird als anhänglich, ruhig und zugleich sehr gesellig sowie lebhaft und verspielt beschrieben. Ihr Bewegungsdrang ist ebenso groß ausgeprägt wie der anderer Katzen. Er wird als mittel bis hoch eingestuft. Sie liebt es, zu rennen und zu spielen. Munchkins sind trotz ihrer Kurzbeinigkeit in der Lage zu springen, jedoch nicht so hoch wie andere Katzenrassen. Trotzdem sind sie durch ihre kurzen Beinchen nicht in ihrer Mobilität eingeschränkt. Vor allem ihre Schnelligkeit ist bemerkenswert. Darüber hinaus klettern Munchkins gerne, weshalb ein Kratzbaum im Katzenhaushalt unabdingbar ist.

In der Regel versteht sich die Munchkin-Mieze sehr gut mit Kindern, anderen Katzen und Haustieren im Allgemeinen. Sie liebt es, wenn ihre menschlichen Mitbewohner ihr viel Liebe, Zuwendung und positive Aufmerksamkeit zukommen lassen und sie möglichst viel an verschiedenen Aspekten ihres Lebens teilhaben lassen. Denn die Munchkin ist sehr am Familienleben interessiert und nimmt aufgrund ihres neugierigen Naturells gern regen Anteil. Munchkins sind für ihre Neugier bekannt: Um sich einen besseren Überblick zu verschaffen, stellen sich die kurzbeinigen Fellnasen oft auf ihre Hinterläufe.

Aus diesem Grund sollte die Munchkin nicht in einem Haushalt leben, in dem sie den ganzen Tag sich selbst überlassen ist. Ideal sind Haushalte mit älteren Menschen, die viel Zeit haben, sich mit ihrem geliebten Haustier zu befassen. Auch eine Familie mit Kindern, anderen Katzen oder Haustieren kommt dem Naturell der Munchkin entgegen. Vorausgesetzt natürlich, dass die Kinder rücksichtsvoll und verantwortungsbewusst mit dem Haustiger umgehen.

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Pflege und Haltung

Für die Haltung als Freigängerkatze eignet sich die Munchkin weniger gut. Schließlich findet sie sich im Freien nur bedingt zurecht, im Gegensatz zu ihren sprungfreudigen Artgenossen. Ein gesicherter Freigang, wie beispielsweise ein katzensicherer Garten, kommt ihr aber sehr entgegen.

Je nachdem, wie lang es ist, sollten Sie das Fell Ihrer geliebten Haustigerin auf Dackelbeinen in regelmäßigen Abständen mit einer Bürste pflegen. So wird einer Verfilzung ihres Fells vorgebeugt. Außerdem hat die regelmäßige Fellpflege mit der Bürste den Effekt, dass die Bindung zwischen Ihnen beiden gestärkt wird. Und nicht zuletzt bleibt Ihr Lieblingssofa so verschont von Katzenhaaren. In jeden Haushalt mit Katze gehört ein Kratzbaum. Auch die Munchkin wetzt gern ihre Krallen daran, die sie auf diese Weise pflegt und schärft.

Die Zahnpflege funktioniert bei der Katze in Verbindung mit der Nahrungsaufnahme. Hier ist Trockenfutter sehr wirksam. Selten kann es notwendig sein, dass der Tierarzt Ihres Vertrauens etwas nachhelfen muss.

A propos Tierarzt: Ein bis zwei Mal im Jahr sind ein guter Richtwert für die empfohlene Häufigkeit eines Besuches. Der Tierarzt hat den genauen Überblick über Wurmkuren und Impfungen Ihrer Katze. Durch Vorsorge, gesunde Ernährung und dergleichen können Sie stark dazu beitragen, langwierig verlaufende und kostspielige Eingriffe zu vermeiden und Ihrer geliebten Katze Leid zu ersparen.

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Gesundheit

Nach Einschätzung von „The International Cat Association“ (TICA) gehen die kurzen Beine entgegen der Auffassung von Kritikern nicht mit einer Einschränkung ihrer Bewegungsfähigkeit sowie Rückenproblemen einher.

Da es sich bei der Munchkin um eine relativ junge Katzenrasse handelt, lassen sich über rassespezifische Krankheiten noch keine sicheren Aussagen treffen.

Jedoch wird bei Katzen dieser originellen Rasse nicht selten Lordose diagnostiziert. Diese bezeichnet eine konvexe Krümmung der Wirbelsäule nach vorne. Die von Lordose betroffenen Tiere sterben häufig im jungen Alter. Ob die Erkrankung in einem Zusammenhang zu den kurzen Beinen steht, ist ungeklärt. Anders als der ebenfalls für seine kurzen Beine bekannte Dackel neigt die Munchkin wohl nicht grundsätzlich zu Erkrankungen der Wirbelsäule.

Bei einer artgerechten Haltung und Ernährung können Munchkins bis zu 18 Jahre alt werden.

Munchkin Ernährung

Welches Futter braucht meine Munchkin Katze?

Trockenfutter bietet vor allem dem Halter der Katze Vorteile: Es entwickelt wenig Geruch, und die Katze kann es jederzeit bei Bedarf fressen, wenn ihr Halter beispielsweise am Arbeitsplatz ist. Allerdings sollte es im Sinne der Katze definitiv nur eine Ergänzung oder Abwechslung zum Nassfutter darstellen. Nur so ist eine ausgewogene Ernährung garantiert. Am Trockenfutter ist zu kritisieren, dass es nur wenig Wasser enthält, nämlich nur ungefähr acht Prozent. Das entspricht nicht den natürlichen Fressgewohnheiten der Katze, die in der Natur ihre Flüssigkeitszufuhr über die Nahrung regelt. Nimmt sie also nur Trockenfutter zu sich, können sich Blasen- und Nierenerkrankungen einstellen. Zudem hat Trockenfutter eine hohe Energiedichte, kann also auch zu Übergewicht führen. Manche Tierärzte hingegen empfehlen eine Ernährung auf Basis von – hochwertigem – Trockenfutter.

Katzen würden vermutlich eher Nassfutter kaufen, weil es ihren natürlichen Fressgewohnheiten mehr entspricht. Achten Sie unbedingt auf die richtige Zusammensetzung aus Fleisch und Gemüse. Gute Sorten sind außerdem daran zu erkennen, dass alle verarbeiteten tierischen Nebenerzeugnisse genau aufgelistet werden. Diese Transparenz schafft Vertrauen. Als hochwertig gelten Innereien wie Leber, Herz und Magen. Nur maximal zwei bis fünf Prozent der Inhaltsstoffe sollten pflanzlichen Ursprungs sein.

Außerdem empfehlenswert ist das Barfen – die biologisch artgerechte rohe Fütterung:
Die Katze ist, wie Sie wissen, von Natur aus Fleischfresserin. Dem sollte ihre Ernährung natürlich Rechnung tragen. Das Barfen entspricht dem Instinkt, dem Stoffwechsel und der Anatomie der Katze. Es beruht auf den Ernährungsgewohnheiten der wilden Vorfahrinnen der heutigen Hauskatze. Barfen bietet zahlreiche Vorteile. So sorgt es für gesunde Zähne und beugt der Bildung von Zahnstein sowie Futtermittelallergien und Nierenerkrankungen vor, gewährleistet hohe Qualität und Frische des Fressens, höhere Nährwerte, und es verzichtet auf chemische und synthetische Zusätze.

Wie finde ich den richtigen Munchkin Züchter?

Da die Munchkin überwiegend in den USA gezüchtet wird, ist die Beschaffung einer Munchkin Katze nicht so einfach. Vereinzelt lassen sich seriöse Züchter finden, jedoch sollten Sie bereit sein, einige Kilometer zu fahren. Der Preis für eine Munchkin liegt zwischen 300 und 1.500 US-Dollar.

Achten Sie darauf, dass es sich um einen seriösen Züchter handelt, der verantwortungsbewusst mit seinen Tieren umgeht. Die Kitten sollten bis mindestens 12 Wochen nach der Geburt bei der Mutterkatze bleiben, um alles katzenwichtige zu lernen. Halten Sie Abstand von Züchtern, die Rassekatzen zu billigen Preisen ohne Papiere anbieten.

Im Tierschutz sind Munchkins eher selten anzutreffen, aber vielleicht wartet genau dort Ihre Traumkatze auf Sie. Der Gang ins Tierheim lohnt sich also auf jeden Fall!

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