Tibet Spaniel

tibet spaniel

Ein kleiner Allrounder

Von seinen Anhängern liebevoll „Tibbie“ genannt, ist der Tibet Spaniel ein sympathischer kleiner Hund, der zu recht immer mehr Hundefreunde von sich begeistert. Freundlich und verspielt eignet sich der ursprünglich aus Tibet stammende Vierbeiner für Familien ebenso wie für ältere Hundefreunde, die Freude an einem robusten Gefährten mit Köpfchen haben.

Löwen im Kleinformat

Auf maximal 7 Kilogramm komprimierte Löwen-, pardon: Hundepower: Der Tibet Spaniel gehört zu den Löwenhündchen – dazu später mehr – und strahlt die Kraft und Würde aus, die seiner langen Geschichte entspricht. Es wird angenommen, dass die Rasse bereits vor Jahrhunderten ein ähnliches Erscheinungsbild wie heute hatte. Den Tibet Spaniel schmückt seidiges, mittellanges Deckhaar über dichter, feiner Unterwolle. Insbesondere Rüden haben oft eine üppige Mähne – ähnlich wie bei echten Löwen. Tibet Spaniel gibt es in fast allen Farbvariationen. Die Ohren sind hängend und liegen nicht am Schädel an. Die Rute ist hoch angesetzt und wird eingerollt oder über dem Rücken getragen. Die Widerristhöhe beträgt circa 25 cm, wobei die Körperlänge etwas größer ist als die Höhe.

Wo finde ich (m)einen Tibet Spaniel?

Wer einen Tibet Spaniel in seinem Zuhause einziehen lassen möchte, sollte sich unbedingt an entsprechende Züchter wenden, die in einem Verein züchten. Bei der Suche hilft Ihnen das Internet, doch seien Sie vorsichtig, denn hier finden Sie auch jede Menge vermeintliche Züchter, die nur auf möglichst großen Gewinn mit der Rasse aus sind oder aber ohne Sachverstand Hunde miteinander paaren, was nicht nur schlecht für den „Typ“ ist, sondern zudem zu gesundheitlichen sowie charakterlichen Beeinträchtigungen der Welpen führen kann. Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie sich an einen speziellen Verein wenden, beispielsweise solche für tibetische Hunderassen. Hier finden Sie nicht nur Tipps zur Rasse selbst, sondern auch Informationen zu dem Verein angehörenden Züchtern. Diese sollten nicht nur ermöglichen, dass Sie die Welpen sowie deren Elterntiere zuhause besuchen können, sondern auch offen Fragen zur Gesundheitsvorsorge der Welpen beantworten. Ihr neues Familienmitglied zieht frühestens im Alter von acht Wochen bei Ihnen ein und ist dann mehrfach entwurmt, gechipt sowie geimpft – vergessen Sie die Auffrischungsimpfungen nicht. Im Gepäck hat der Welpe außerdem einen Heimtierausweis sowie oftmals einen kleinen Vorrat des ihm bekannten Futters sowie Lieblingsspielzeug oder Kuscheldecke.

Auch wer einen älteren Tibet Spaniel bei sich einziehen lassen möchte, findet in Vereinen für die Rasse einen guten Ansprechpartner, denn diese vermitteln häufig Vierbeiner, die auf der Suche nach einem neuen Zuhause sind – beispielsweise, weil sich die Familiensituation geändert hat. Informieren Sie sich vorab gut über den jeweiligen Tibbie oder Tibbie-Mischling und gleichen Sie die Vorgeschichte mit Ihren eigenen Möglichkeiten ab, um zu entscheiden, ob Sie Dream-Team-Potenzial haben.

Wir wünschen Ihnen viel Freude mit Ihrem faszinierenden Löwenhündchen!

schwarz tibet spaniel

Weit zurückreichende Wurzeln

Wie der Lhasa Apso oder der Shih Tzu zählt auch dieser Vierbeiner zu den sogenannten Löwenhündchen Buddhas. Diese werden in Tibet seit Jahrhunderten als Tempelwächter geschätzt. Der Tibet Spaniel jedoch war im Verhältnis zu seinen Verwandten häufiger auch bei der Landbevölkerung zu finden. Nur besonders schöne Exemplare der Rasse durften in den Tempeln zum Einsatz kommen. Zentralasiatische Quellen aus der Chin-Dynastie (225 – 206 v. Chr.) zeugen bereits von den Vorfahren dieser Hunde, die sich vermutlich über Tausende von Jahren nur wenig verändert haben. In Tibet selbst findet der Vierbeiner erst seit der Entwicklung der tibetischen Schrift ab circa 630 n. Chr. Erwähnung. Zudem sind zahlreiche Bronzen und Keramiken vorhanden, die dem Tibet Spaniel ähnliche Hunde abbilden. Möglich ist auch, dass der Tibet Spaniel bereits früh nach Europa gelangte und hier zu einem Urahnen von Rassen wie Papillon und Co. wurde.

Der erste offizielle Tibet-Spaniel-Wurf in Europa fiel 1895 in Großbritannien, das auch das Patronat über den Tibbie hat. Allerdings blieb die Rasse in Europa lange Zeit nahezu unbekannt und wurde nur von wenigen Kennern gezüchtet. Deren Bemühungen um den Tibet Spaniel fanden im Zweiten Weltkrieg ein jähes Ende. Doch nach Kriegsende flammten die europäischen Zuchtbemühungen wieder auf, aus Tibet importierte „Spaniel“ wurden zum Meilenstein für die neuen Entwicklungen innerhalb der Rasse. Nach einer Erneuerung des Standards im Jahre 1959 erfolgte nur zwei Jahre später die Anerkennung der Rasse durch die FCI. Übrigens: Trotz seines Namens ist der Tibet Spaniel eigentlich kein Spaniel, denn in der Jagd kam er nie zum Einsatz. Wie die optisch sehr unterschiedlichen Lhasa Apso, Do Khyi und Tibet Terrier gehört er zu den Tibetischen Hunden, von denen er der kleinste ist.

Freundlich und klug

Der Tibet Spaniel ist ein fröhlicher und unkomplizierter Begleithund, der einen wunderbaren Hausgenossen abgibt. Er ist klug, sozialverträglich gegenüber Artgenossen und meist auch gegenüber anderen Haustieren. Apropos andere Haustiere: Manche sagen, der Tibet Spaniel sei ein katzenähnlicher Hund, weil er gerne auf Sofas oder Tische springt, um von dort aus alles im Blick zu haben und weil viele Tibet Spaniel es lieben, es sich auf dem Schoß ihrer Halter bequem zu machen. Dieses Verhalten rührt übrigens auch daher, dass Tibet Spaniel in Klöstern gerne auf den Schößen von Mönchen Platz nahmen, während diese meditierten – eine angenehme Wärmequelle für beide Seiten. Seiner Familie gegenüber ist dieser Gefährte stets loyal und geht eine sehr enge Bindung zu seiner Bezugsperson ein, wohingegen er bei Fremden eher distanziert ist. Ein Tibet Spaniel eignet sich gut als Wachhund, weil er ungewohnte Geräusche zuverlässig meldet. Trotz seiner anhänglichen und freundlichen Art bewahrt der Tibet Spaniel stets eine charmante Portion Eigensinn und verhält sich nie unterwürfig – auch hier tritt die Parallele zum Löwen beziehungsweise zur Katze wieder zu tage.

Erziehung und Beschäftigung

Mit Konsequenz und dem nötigen Know-how ist die Erziehung dieses pfiffigen Hündchens für jeden ernsthaft interessierten Hundefreund leicht zu schaffen. Der Tibet Spaniel hat zwar in manchen Dingen einen kleinen Dickkopf, doch ist er vor allem sehr loyal, intelligent und hat Spaß am Lernen. Optimale Voraussetzungen also, um ihm den Hunde-Knigge beizubringen. Welpenspielstunden sowie anschließende Trainingseinheiten in einer Hundeschule eignen sich bestens, um Ihren Welpen weiter zu sozialisieren und mit ihm gemeinsam ein eingespieltes Team zu bilden.

Einen Tibet Spaniel sollten Sie artgerecht beschäftigen, damit keine Langweile aufkommt: Hierfür eignet sich vor allem, was auch sein Köpfchen fordert, beispielsweise Agility für kleine Hunde oder Dog Dancing. Der Tibet Spaniel ist kein ausdauernder Läufer. Denken Sie neben der Zeit für Spiel und Spaß auch an regelmäßige Ruhephasen.

zwei tibet spaniel

Robuster Kleinhund

Grundsätzlich ist der Tibet Spaniel ein robuster Hund mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 13 bis 16 Jahren. Allerdings sollten Sie sich bei Interesse für einen solchen Hund für einen Welpen von einem kundigen und einem Verein angeschlossenen Züchter entscheiden, der entsprechende Gesundheitsvorsorge betreibt, um bestimmte Krankheiten auszuschließen, zu denen einige Tibet-Spaniel-Linien eine Disposition haben können. Hierzu zählt beispielsweise die Progressive Retinaatrophie (PRA), eine Augenkrankheit, bei der die Netzhaut langsam abstirbt. Es handelt sich um eine erbliche Krankheit, die fast immer zum vollständigen Erblinden des Hundes führt. Mittlerweile gibt es einen Gentest – verantwortungsvolle Züchter schließen durch entsprechende Selektion das Risiko für eine PRA weitestgehend aus. Gesunde Tibet Spaniel sind sehr robust und gemäß ihrer rauen Herkunft auch wenig wetterempfindlich: Schnee und Kälte im Winter machen der Rasse fast ebenso wenig aus wie Hitze im Sommer. Dass Sie Ihrem Hund im Sommer ein schattiges Plätzchen ermöglichen und auch diese Rasse nicht im verschlossenen Auto in der Hitze stehen lassen, versteht sich von selbst.

Unkomplizierte Pflege

Auch wenn es recht üppig aussieht, verlangt das glatte Haar des Tibet Spaniels keinen besonderen Pflegeaufwand. Die Fellpracht ist weniger ausgeprägt als bei anderen Tibetern, allerdings gibt es auch einen kleinen Nachteil: Dieser Hund haart mehr als seine tibetischen Artgenossen. Kämmen oder bürsten Sie ihn mindestens einmal die Woche, um Verfilzungen vorzubeugen – hierzu benötigen Sie einen Kamm und am besten eine Zupfbürste. Während des Fellwechsels ist es sinnvoll, Ihren Tibet Spaniel häufiger zu kämmen – so verliert er außerdem weniger Haare in der Wohnung. Hängeohren neigen aufgrund des feucht-warmen Klimas eher zu Verschmutzungen sowie Entzündungen. Kontrollieren Sie also die Ohren- sowie auch die Augen beim Kämmen und reinigen diese, falls nötig, mit einem speziellen Ohren- beziehungsweise Augenreiniger. Insbesondere bei älteren Hunden ist es sinnvoll, auch die Krallen regelmäßig zu inspizieren und diese, wenn sie zu lang werden, mit einer Krallenschere für Hunde zu kürzen. Einige Halter gewöhnen bereits ihren Welpen ans Zähneputzen mit einer speziellen Hundezahnbürste sowie -zahnpasta. Dies erscheint zwar mühsam, ist allerdings eine hervorragende Zahnsteinprophylaxe, die dafür sorgt, dass die Zähne bis ins hohe Alter gut gepflegt sind.

Tibet Spaniel Ernährung

Tibet Spaniel wiegen nur bis zu sieben Kilogramm und entsprechend gering ist auch der Energiebedarf im Verhältnis zu größeren Hunden. Wichtig ist, dass Sie sich für ein hochwertiges Futter mit hohem Anteil an Fleisch entscheiden, denn als Fleischfresser ist Ihr Vierbeiner auf ein entsprechend hochwertiges Futter angewiesen. Achten Sie darum darauf, dass Fleisch an erster Stelle der Deklaration steht. Wiegen Sie den erwachsenen Tibet Spaniel regelmäßig, um aufkommendem Über- oder Untergewicht rechtzeitig vorzubeugen. Gerade bei einem so kleinen Hund ist es wichtig, Leckerlis in die Tagesration mit einzubeziehen und am besten nur gesunde Snacks zu reichen – beispielsweise Trockenkauartikel, die sein Kaubedürfnis stimulieren, oder aber gesunde Zahnpflege-Snacks oder gefriergetrocknete Fleisch-Leckerchen für Hunde. Achten Sie darauf, dass Sie bei Futterumstellungen behutsam vorgehen, denn auf ungewohntes Futter können die kleinen Vierbeiner mit Durchfall oder Erbrechen reagieren. Besser ist es, das Futter langsam umzustellen, so dass Sie jeden Tag etwas mehr des neuen Futters in das bereits bekannte mischen. Stellen Sie sicher, dass Ihr tierischer Liebling immer ausreichend Trinkwasser zur freien Verfügung hat.

Passt ein Tibet Spaniel zu mir?

Dieser Hund ist ein unkomplizierter Gefährte, der zu vielen Hundefreunden kleiner Rassen passt. Er fühlt sich bei ausreichendem Auslauf auch in einer Stadtwohnung wohl, mag Kinder und kommt bei sorgsamer Gewöhnung aneinander auch mit Samtpfoten prima zurecht. Er ist eine Bereicherung für Familien ebenso wie für Einzelpersonen oder ältere Menschen, die gemeinsam mit ihm auf Erkundungstour gehen. Es braucht keine große Hundeerfahrung für die Haltung dieses Hundes, so dass er sich auch für Anfänger eignet. Allerdings ist er kein geeigneter Mitbewohner für Menschen, die ihren Hund häufiger alleine lassen müssen. Im Gegenzug kann dieser handliche Gefährte recht unproblematisch mit zur Arbeit genommen werden, wenn der Arbeitgeber Hunde erlaubt. Auch in einen Urlaub kann dieser kleine Hund Sie häufig problemlos begleiten: Heutzutage erlauben immer mehr Hotels tierische Gäste als Begleitung, sofern diese wohlerzogen sind. Da der Tibet Spaniel nicht gerne alleine bleibt, ist es für ihn ohnehin am besten, wenn er auch im Urlaub mit von der Partie sein darf.

Überlegen Sie vor dem Einzug eines Tibet Spaniels außerdem, welche Kosten auf Sie zukommen: Neben dem Preis für einen Hund vom Züchter fällt die Grundausstattung vom Bettchen über die Leine bis zur Krallenzange an, falls dies Ihr erster Hund ist. Außerdem entstehen natürlich regelmäßige Ausgaben für ein hochwertiges Futter, Hundesteuer und Hundehaftpflichtversicherung sowie regelmäßige Tierarztbesuche. Nicht zuletzt ist es sinnvoll, sich vor der endgültigen Entscheidung noch einmal bewusst zu machen, dass ein Hund auch recht zeitintensiv ist und die kommenden Jahre viel von Ihrer Aufmerksamkeit inklusive Zeit für Spaziergänge bei Wind und Wetter benötigt.

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