Carolina Dog

Verfasst von Natalie Decker
Carolina Dog

Der Carolina Dog ist ein sehr ursprünglicher Hund. Früher lebte er an der Seite der amerikanischen Ureinwohner.

Der Carolina Dog stammt aus den USA. Er lebt sowohl in Menschenhand als auch verwildert in den Sümpfen von South Carolina. Alternative Namen für diese Rasse sind American Dingo, Dixie Dingo, North American Native Dog, Indian’s Dog, Yellow Dog sowie (Old) Yeller.

Aussehen: Wilde, ursprüngliche Erscheinung

Optisch ähnelt der Carolina Dog dem Dingo. Dabei handelt es sich um einen verwilderten australischen Haushund, mit dem diese Rasse auch näher verwandt ist.

Der keilförmige Kopf, die großen, dreieckigen Stehohren, die spitze Schnauze sowie die langen Beine verleihen diesem Hund ein wildes Aussehen, das zudem an einen Wolf oder einen Fuchs erinnert.

Mittelgroße Hunderasse

Der Carolina Dog besitzt einen schlanken, quadratischen Körperbau und erreicht eine Schulterhöhe zwischen 45 und 61 Zentimetern. Sein Gewicht liegt bei 15 bis 20 Kilogramm.

Er gehört damit zu den mittelgroßen Hunderassen.

“Gelber Hund”

Sein Fell ist kurz, dicht und weich. Es hat eine beige, rötliche, braune oder gelbliche Farbe, was diesem Hund die Beinamen „Yellow Dog“ („Gelber Hund“) beziehungsweise „Old Yeller“ einbrachte.

„Old Yeller“ ist auch der Titel eines Disney-Films aus dem Jahr 1957 (übersetzt: „Sein Freund Jello“), in dem ein Streuner mit sandfarbenem Fell zu sehen ist.

Neben einfarbigen Tieren kommen auch gefleckte vor sowie Hunde mit weißen Abzeichen an Wangen, Kehle und Brust. Die Farbe Black and Tan, also Schwarz mit Loh, ist bei dieser Rasse ebenfalls vertreten.

Die Rute als Kommunikationsmittel

Charakteristisch für den Carolina Dog ist darüber hinaus seine säbelförmig gebogene Rute, die er stärker als viele andere Hunde als Kommunikationsmittel einsetzt.

Das verlängerte Deckhaar an Hals, Widerrist und Rücken kann sich bei Erregung aufstellen.

Charakter: Das wilde Wesen des Carolina Dogs

Es gibt sowohl wildlebende Carolina Dogs als auch Exemplare, die als Haustiere gehalten werden. Die Rasse zählt zu den sogenannten Pariahunden. So bezeichnet man Hunde, die zwar in der Nähe des Menschen leben, aber nicht gefüttert oder gezüchtet werden.

Dementsprechend eigenständig und anpassungsfähig ist der Carolina Dog. Wenn er als Haustier gehalten werden soll, muss er bereits als Welpe an das Zusammenleben mit dem Menschen gewöhnt werden.

Ein gut sozialisierter und liebevoll erzogener Carolina Dog präsentiert sich als fröhlicher, anhänglicher und verschmuster Mitbewohner.

Leben im Rudel

In freier Wildbahn leben Carolina Dogs wie Wölfe in Rudeln mit hierarchischen Strukturen zusammen. Sie jagen gemeinsam und kümmern sich im Familienverband um die Welpen. Auch als Haustier ist der American Dingo stark auf sein (menschliches) Rudel fixiert.

Er geht eine enge Bindung zu seinen Besitzern ein und kommt auch gut mit Kindern zurecht. Auf Fremde reagiert er skeptisch bis misstrauisch, ist dabei aber niemals aggressiv.

Seiner Familie gegenüber hegt er einen starken Beschützerinstinkt.

Wildes Wesen

Die Tiere zeigen einige Verhaltensweisen und Eigenheiten, die man eher von Wölfen und wildlebenden Hunden kennt.

So werden die Hündinnen beispielsweise dreimal im Jahr läufig und nicht wie die Hündinnen moderner Rassen zweimal. Die Welpen werden mit hervorgewürgtem Nahrungsbrei gefüttert.

Das Aktivitätslevel hängt stärker als bei anderen Rassen von der Jahreszeit ab: In den Sommermonaten ist der Carolina Dog agiler als im Winter.

Mutiger Jäger

Als mutiger, geschickter Jäger macht der American Dingo selbst vor Schlangen nicht Halt. Ihre Hinterlassenschaften decken diese Hunde übrigens mit Sand oder Erde zu.

Ist der Carolina Dog ist ein Anfängerhund?

Aufgrund seiner wilden Wurzeln ist der Carolina Dog nicht für Anfänger geeignet. Er muss mit ruhiger Hand erzogen und behutsam mit verschiedenen Umweltreizen vertraut gemacht werden.

Jedwede Form der Aggression, selbst das Erheben der Stimme, verunsichert den sensiblen Yellow Dog.

In ungewohnten Situationen reagiert dieser Hund nervös. Umzüge verkraftet er nur schwer und auch gemeinsame Urlaube beziehungsweise Aufenthalte in der Hundepension sind so gar nicht nach seinem Geschmack.

Haltung und Beschäftigung des Carolina Dogs

Ein agiler Naturbursche wie der American Dingo sollte in einem Haus mit Garten leben dürfen. Im Freien kann er sich nach Herzenslust austoben.

Der Garten muss aber gut eingezäunt sein, da der Carolina Dog ein hervorragender Kletterer ist und einen ausgeprägten Jagdtrieb besitzt.

Seine Besitzer sollten zudem keinen allzu großen Wert auf einen gepflegten Rasen und akkurate Beete legen, da dieser Hund gerne buddelt.

Sinnvolle Aufgaben für den Carolina Dog

Gewöhnliche Spaziergänge sind diesem intelligenten, gelehrigen Vierbeiner zu wenig. Er begeistert sich für Hundesport aller Art, etwa für Agility oder Flyball. Mindestens einmal pro Tag muss der schnelle, wendige Yellow Dog so richtig ausgepowert werden.

Da sich der feinfühlige, loyale Carolina Dog eng an seinen Rudelführer bindet und sensibel auf dessen Mimik und Gestik reagiert, kommt auch eine Ausbildung als Arbeitshund infrage, etwa als Rettungshund.

Und auch fordernde Such- und Apportierspiele bereiten dem cleveren Vierbeiner viel Freude.

Pflege und Ernährung: Wenig Aufwand

Das kurze, dichte Haarkleid des American Dingos benötigt nur wenig Pflege. Es genügt, etwa einmal pro Woche mit einem Pflegehandschuh über das Fell zu streichen.

Lediglich während des Fellwechsels sollten Herrchen und Frauchen öfter zur Bürste greifen.

Gut zu wissen: Der Fellwechsel kann bei dieser Rasse stärker ausfallen als bei anderen.

Naturnahes Futter wählen

Ein aktiver Hund wie der Carolina Dog benötigt hochwertiges, nährstoffreiches Futter. Die Fütterungsmethode Barf mit frischen Zutaten wie rohem Fleisch, Eiern und Gemüse, bietet sich für diese ursprüngliche Hunderasse an.

Denn die biologisch artgerechte Rohfütterung kommt der Ernährungsweise wilder Hunde am nächsten.

Gesundheit: Äußerst robuste Rasse

Die Rasse entstand nicht durch gezielte Zucht, sondern ist das Ergebnis natürlicher Selektion. Unter den verwilderten American Dingos überlebten nämlich nur die gesündesten und stärksten Tiere.

Deshalb kommen typische Erbkrankheiten wie Hüftdysplasie, Augenprobleme und erblich bedingte Taubheit bei dieser Rasse kaum vor.

Lediglich allergische Reaktionen, etwa als Folge auf die Gabe bestimmter Medikamente, werden ab und an bei Carolina Dogs beobachtet.

Wie alt wird der Carolina Dog?

Moderne Hunderassen hatten offenbar bislang kaum Einfluss auf das Erbgut des Carolina Dogs.

Stattdessen haben sich die in Freiheit lebenden Tiere im Laufe der Zeit wohl immer wieder mit Kojoten und Wölfen gepaart.

Das Ergebnis ist eine äußerst robuste, langlebige Rasse, die bis zu 15 Jahre alt werden kann.

Geschichte: Begleiter der amerikanischen Ureinwohner

Der Carolina Dog stammt wahrscheinlich von den ostasiatischen Hunden ab, die vor über 8.000 Jahren die Beringia-Landbrücke von Asien nach Alaska überquerten.

Die Tiere begleiteten wohl die ersten Menschen, die den nordamerikanischen Kontinent besiedelten.

Anschließend lebten die Vierbeiner jahrtausendelang an der Seite der amerikanischen Ureinwohner.

Wilde Carolina Dogs in den 70ern wiederentdeckt

Daher kommen auch die Alternativnamen „North American Native Dog” bzw. „Indian’s Dog”. Höhlenmalereien und Knochenfunde in Grabstätten bezeugen das Zusammenleben von Mensch und Hund zu jener Zeit.

Als die europäischen Siedler die verschiedenen Ureinwohner-Stämme immer weiter zurückdrängten, zogen sich deren Hunde in ein abgelegenes Gebiet am Savannah River im US-Bundesstaat South Carolina zurück.

Dort lebten die Tiere versteckt in Rudeln zusammen, bis sie Ende der 70er-Jahre vom Zoologen Dr. I. Lehr Brisbin Jr. entdeckt wurden.

Noch heute leben wilde Exemplare der Rasse in den USA

Der Biologie-Professor der Universität von Georgia erforschte die gelblich gefärbten, wilden Hunde und gründete den „Carolina Dog Club of America“. Seit 2017 ist die Rasse vom American Kennel Club (AKC) offiziell anerkannt.

Wilde Exemplare leben noch heute in den Pinienwäldern und Sümpfen zwischen Georgia und South Carolina.

Carolina Dog am Strand © Diego Ignacio Riquelme Alvarado/Wirestock / stock.adobe.com
Der agile und wendige Carolina Dog braucht viel Bewegung.

Zucht und Anschaffung: Wie viel kostet ein Carolina Dog?

Bislang ist die Rasse vom kynologischen Dachverband FCI nicht anerkannt. Daher gibt es hierzulande keine festen Rassestandards und auch kaum Züchter.

Wer einen Carolina Dog kaufen möchte, muss daher wahrscheinlich lange suchen oder einen Welpen aus den USA importieren. Der Preis für einen Hund dieser seltenen Rasse kann bis zu 4.000 Euro betragen.

Fazit: Ein Wildfang für Hundeprofis

Der Carolina Dog fasziniert durch seine ursprüngliche Optik und sein wildes Wesen. In vielen Punkten unterscheidet er sich von anderen Rassen.

So lebt er beispielsweise eher symbiotisch mit dem Menschen zusammen, statt sich diesem vollständig unterzuordnen. Aus diesem Grund gehört der American Dingo in die Hände erfahrener Hundeliebhaber.

Steckbrief zum Carolina Dog

Besonderheiten: Der Carolina Dog lebt sowohl in Menschenhand als auch verwildert in den Sümpfen von South Carolina.
Charakter: eigenständig, anpassungsfähig, feinfühlig, anhänglich
Widerristhöhe: 45-61 cm
Gewicht: 15-20 kg
Fell: kurz, dicht und weich Beige, Gelb, Rot oder Braun, einfarbig oder mit hellen Abzeichen
Fellpflege: geringer Aufwand
Auslauf: braucht viel Beschäftigung und bewegt sich gern
Anfängerhund: nein
Bellen: bellt kaum
Lebenserwartung: bis 15 Jahre
Typische Krankheiten: kann zu Allergien neigen
Preis: bis zu 4.000 €
FCI-Gruppe: nicht anerkannt
Bewegungsbedarf: hoch
Herkunft: USA

Quellen:


Natalie Decker
Profilbild Natalie Decker (mit Pferd)

„Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos“, hat Loriot einmal gesagt. Dem würde ich uneingeschränkt zustimmen und ergänzen: „Ein Leben ohne Pferd, Katze und Kaninchen ebenfalls!“ Mein Herz schlägt für alle großen und kleinen Tiere und ich habe das große Glück, als freie Autorin über meine Leidenschaft schreiben zu dürfen. Mit meinen Artikeln möchte ich für den Tierschutz sensibilisieren und Tierfreund/innen nützliche Tipps geben.


Ähnliche Beiträge
Unsere beliebtesten Beiträge
10 min

Bolonka-Zwetna

Das „bunte Schoßhündchen“ aus Russland, wie der Name übersetzt lautet, erfreut sich auch außerhalb seines Heimatlandes wachsender Beliebtheit. Kein Wunder, denn schließlich ist der Bolonka Zwetna ein richtiger kleiner Sonnenschein, der mit seinem fröhlichen und unkomplizierten Charakter seinen Besitzern viel Freude bereitet.

10 min

Zwergspitz

Der Zwergspitz beeindruckt nicht mit Größe, dafür aber mit Freundlichkeit, Selbstbewusstsein und Energie. Kein Wunder also, dass immer mehr Vierbeiner dieser Spitz-Variante die Herzen zahlreicher Hundefreunde erobern. Erfahren Sie im zooplus Magazin alles über den Pomeranian.