Australian Cattle Dog

Australian Cattle Dog in Bewegung

Dieser Treibhund vom Fünften Kontinent erfreut sich auch in Europa zahlreicher Fans. Kein Wunder: Der Australian Cattle Dog ist nicht nur eine bunte Augenweide, sondern bringt auch Sportsgeist und einen einzigartigen Charakter mit. Potenzielle Halter sollten sich gerne bewegen und die Selbstständigkeit dieser Rasse zu schätzen wissen.

Aussehen

Der mittelgroße Hund ist von sportlich-kompakter Statur, wobei die größeren Rüden eine Widerristhöhe von maximal 51 cm erreichen. Die aufgerichteten Ohren sitzen auf einem breiten Schädel. Der Australian Cattle Dog hat eine dichte Unterwolle. Das kurze Stockhaar kann blau oder rot gesprenkelt sein und hat immer lohfarbene Abzeichen. Die Welpen werden allerdings weiß-gescheckt geboren, nach und nach kommen dann immer mehr Sprenkel dazu. Das harmonische Gesamterscheinungsbild der Rasse soll Kraft und Dynamik ausstrahlen.

Geschichte

So kunterbunt wie sein Aussehen ist auch die Ahnengalerie des Australian Cattle Dog. Denn diese setzt sich aus verschiedenen Hunden zusammen, die mit europäischen Einwanderern Australien besiedelten. Die Hunde dienten den Farmern als energische Viehtreiber, die auch mit großen Rinderherden arbeiten und diese über die weiten Strecken des Kontinents treiben konnten. Vermutlich sahen die ersten dieser Treibhunde den Vorfahren des heutigen Bobtails ähnlich, doch langes Fell erwies sich im australischen Klima als nachteilig. Als Pionier der Australian-Cattle-Dog-Zucht gilt Thomas Simpson Hall, der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nicht nur hornlose Rinder aus Großbritannien importierte und erfolgreich mit diesen züchtete, sondern auch eine Hundezucht aufbaute. Hierfür kreuzte er getüpfelte Arbeitshunde, die sogenannten Drover Dogs, mit gezähmten Dingos. Die hieraus resultierenden „Hall's Heelers“, wie sie genannt wurden, waren sehr erfolgreiche Treibhunde. Nach Halls Tod wiederum wurden diese Hunde mit anderen Vierbeinern, unter anderem australischen Kelpies, gekreuzt – nicht zuletzt, um ein harmonischeres Äußeres zu erreichen, denn das Wesen der „Heeler“ entsprach bereits den Wünschen vieler Farmer mit großen Rinderherden und viel Arbeit für fleißige Vierbeiner. So entstand schließlich der moderne Australian Cattle Dog. Der erste Rassestandard erschien 1903, im weiteren Verlauf kam es zu einer stärkeren Trennung von Arbeits- und Showlinien.

Charakter

Mut und Ausdauer zeichnen den Australian Cattle Dog als hervorragenden Treibhund aus. Wie ist es aber um seine Eignung als Begleithund bestellt? Auch hierfür bringt das hübsche Kraftpaket einiges mit: Er ist klug, gelehrig und arbeitsfreudig und verhält sich loyal zu seinem Rudel. Fremden gegenüber ist er, ganz Hütehund, eher distanziert. Der Australier kann einen ausgezeichneten Wachhund abgeben und ist ein tierisch guter Begleiter für sportliche Aktivitäten. Allerdings ist er durchaus ein Vierbeiner mit Ecken und Kanten, sprich: ein echter Charakterkopf. Denn als Treibhund ist er selbstständiges Arbeiten gewöhnt und neigt dazu, seinen Willen durchsetzen zu wollen. Die Rangordnung und sein fester Platz innerhalb dieser sind für diesen Hund sehr wichtig. Einem fairen Rudelchef ordnet er sich gerne unter und punktet dann mit Loyalität und großer Personenbezogenheit. Es ist möglich, dass ein Australian Cattle Dog sich sehr auf einen Menschen in der Familie fixiert, dem er sich zugehörig fühlt. Zudem können insbesondere Rüden dazu neigen, ein unduldsames Verhalten gegenüber anderen zu Hunden zeigen.

Erziehung für Freigeister

Neben konsequentem Verhalten ist auch ein sicheres Auftreten für Halter dieser Rasse wichtig, denn der Australian Catttle Dog riecht Unsicherheit förmlich und nutzt diese schnell aus, um die Rudelführerschaft in Frage zu stellen – schließlich weiß er selbst genau, wo es langgeht! Treten Sie also immer gelassen und selbstbewusst auf, wenn Sie mit Ihrem Australier arbeiten. Konsequenz, nicht Härte, ist dabei das Erfolgsgeheimnis, denn der tierische Freigeist wird bei übertriebener Härte eher abblocken. In einer guten Beziehung jedoch möchte dieser Hund seinen Bezugspersonen gefallen. Wichtig ist die Hunde-Herkunft von einem Züchter, bei dem die Welpen bereits viel kennenlernen durften, damit Ihr tierisches Familienmitglied so schnell nichts aus der Ruhe bringt. Besuchen Sie Welpenspielstunden und die Hundeschule, damit Ihr kleiner Eigenbrötler verschiedene Hunde anderer Rassen kennenlernt und so bereits als Junior seine soziale Kompetenz stärkt.

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autralian cattle dog welpe

Sport

Mit einem Australian Cattle Dog haben Sie zahlreiche Beschäftigungsmöglichkeiten: Ausgewachsene Vertreter der Rasse sind hervorragende Begleiter bei Ausritten zu Pferde oder auf dem Fahrrad. Zugute kommt ihnen dabei, dass sie kaum Jagdtrieb haben, aber einen hohen Folgetrieb – optimale Voraussetzungen für gemeinsame Ausflüge. Viele Hundesportarten machen dem Australier Freude – probieren Sie aus, was für Sie beide gut passt. Zur Auswahl stehen unter anderem Agility, Obedience, Flyball, Dog Dancing oder Dog Frisbee. Denken Sie bei sportlichen Aktivitäten daran, altersgemäß zu trainieren – das heißt, erst mit dem ausgewachsenen Hund anstrengendere Einheiten angehen – und das Training immer an Ihren Vierbeiner anzupassen, ohne ihn geistig oder körperlich zu überfordern. Die klugen Vierbeiner eignen sich ebenfalls für eine Ausbildung zum Therapie- oder Rettungshund. Und last but not least sind sie natürlich immer noch ausgezeichnete Hüte- und Treibhunde, die auf großen Grundstücken gerne ihren ursprünglichen Aufgaben nachkommen.

Australian Cattle Dog Ernährung

Ihrem Vierbeiner mit Raubtier-Vergangenheit tun Sie mit einer Nahrung, die hochwertiges Protein in Form von Fleisch bietet, in jedem Fall etwas Gutes. Fleisch sollte an erster Stelle der Zutatenliste stehen und minderwertiges Getreide am besten gar nicht enthalten sein. Die Angaben der Hersteller zur täglichen Futtermenge sind lediglich Richtwerte, die Sie entsprechend der Konstitution und Aktivität Ihres tierischen Familienmitglieds anpassen sollten. Einige Australian Cattle Dogs sind relativ verfressen – halten Sie also die schlanke Linie Ihres Vierbeiners immer im Blick und steuern Sie bei Bedarf rechtzeitig dagegen, indem Sie die tägliche Kalorienmenge reduzieren. Nulldiäten machen höchstens krank. Vorsicht vor „Nebenbei-Leckerchen“: Streichen Sie diese am besten ganz oder ersetzen Sie sie durch Trockenfutter aus der täglich abgewogenen Ration. Reichen Sie von Zeit zu Zeit Trockenkauartikel wie Pansen oder Rinderohren, um Ihrem Hund die Möglichkeit zu ausgiebigem Kauen zu geben. Jederzeit bereitstehen sollte frisches Wasser für Ihren Liebling.

Gesundheit

Ein gesunder Australian Cattle Dog ist sehr robust. Allerdings gibt es in einigen Linien Dispositionen für bestimmte Erbkrankheiten, die in diesen mit höherer Wahrscheinlichkeit als beim Hundedurchschnitt auftreten. Vorab sei gesagt: Ein seriöser Züchter ist der beste Schutz vor Erbkrankheiten. Ein zu beachtendes Thema bei dieser Rasse ist eine mögliche Taubheit, die mit der Farbausprägung zusammenhängt: Mehr als jeder zehnte Australian Cattle Dog ist auf einem oder beiden Ohren taub. Kaufen Sie darum nur bei Züchtern, die audiometrische Hörtests durchführen lassen! Auch große Gesichtsmasken und Körperflecken verringern das Taubheitsrisiko. Die Augen der Rasse können ebenfalls beeinträchtigt sein, beispielsweise durch eine Linsenluxation (PLL), bei der die Augenlinse sich in die vordere Augenkammer verlagert. Unbehandelt kann es dadurch zu Grauem Star und zur Erblindung des Vierbeiners kommen. Die Krankheit kann via Gentest ausgeschlossen werden. Zu den bei dem Australian Cattle Dog vererbbaren Krankheiten gehören außerdem die Wirbelsäulenerkrankungen Spondylose sowie Skelett-Hyperostose (DISH). Bei der Spondylose ist die erbliche Komponente nicht immer gegeben, jedoch sollten verantwortungsvolle Züchter hinsichtlich der Hyperostose, bei der sich die Knochensubstanz vermehrt, entsprechende Röntgenbilder der Elterntiere vorweisen können. Ebenso sollte der Züchter die Hüfte der Elterntiere auf Hüftdysplasie negativ getestet haben. Ein rundum gesunder Australian Cattle Dog kann ein Alter von 14 Jahren und mehr erreichen.

Pflege

Die Fellpflege eines Australian Cattle Dog ist unkompliziert: Bürsten Sie ein- bis zweimal pro Woche sein Fell, um lose Haare zu entfernen. Während des Fellwechsels kann häufigeres Bürsten sinnvoll sein, dennoch werden Sie überall in Ihren vier Wänden Hundehaare finden – die Rasse haart schlichtweg recht stark. Baden sollten Sie Ihren Vierbeiner nur im Notfall und dann mit einem milden Hundeshampoo. Meist reicht es aus, Verschmutzungen trocknen zu lassen und dann auszubürsten. Kontrollieren Sie regelmäßig Augen und Ohren, die Sie bei Bedarf mit einem speziellen Reiniger säubern können. Halten Sie außerdem die Krallen im Blick – sind Sie nicht ausreichend abgenutzt, was vor allem bei älteren Tieren geschehen kann, müssen Sie ihnen mit der Krallenschere zu Leibe rücken. Bei Unsicherheiten können Sie sich dies von Ihrem Tierarzt zeigen lassen.

australian cattle dog strand

Voraussetzungen: Haus, Hof – und Herz!

Bei wem und wo kann ein Australian Cattle Dog ein rundum glückliches Hundeleben führen? Klar ist: Die bewegungsfreudige Rasse gehört nicht in eine Stadtwohnung. Dieser Hund braucht Platz zum Toben, lange Streifzüge durch die Natur und am besten ein großes Grundstück, auf dem er wachen und hüten darf. Auch der Familienanschluss ist für den Vierbeiner, der sehr an seinen Bezugspersonen hängt, wichtig. Neben entsprechenden räumlichen Voraussetzungen brauchen Hundefreunde, die einen Australian Cattle Dog in ihrem Zuhause einziehen lassen möchten, auch täglich viel Zeit für ihr neues Familienmitglied. Gemeinsame Spaziergänge und die Auslastung des energiegeladenen Hundes stehen nach dem Einzug täglich und für viele Jahre auf der Tagesordnung – und nur wer Beschäftigung, Erziehung und Pflege mit Herzblut angeht, der wird jahrelang Freude am Zusammenleben mit diesem aktiven Hütehund haben. Auch verantwortungsvolle und lernbereite Anfänger können auf dieser Basis einen Vertreter der Rasse halten. Denken Sie bereits vor dem Einzug an die Versorgung Ihres Vierbeiners im Krankheitsfall oder Urlaub. Tipp: Viele Hotels begrüßen heute gerne wohlerzogene tierische Begleiter. Kalkulieren Sie zudem die regelmäßig auf Sie zukommenden Kosten in Form von tiergerechter Ernährung, Hundesteuer, Haftpflichtversicherung und Tierarztbesuchen.

Tierische Accessoires

Bevor Ihr Australian Cattle Dog einzieht, kümmern Sie sich um die Grundausstattung, damit er sich in seinem neuen Zuhause pudelwohl fühlen kann. Hierzu gehören Näpfe für Wasser und Futter sowie ein Geschirr oder Halsband samt Leine – eventuell benötigen Sie neben der Standard-Leine noch eine Schlepp- oder Flexi-Leine. Um den Hund sicher zu transportieren, sollten Sie über die individuell beste Sicherung für Autofahrten bereits im Vorfeld nachdenken. Egal ob Transportbox, Transport-Gitter oder Anschnall-Gurt für pelzige Mitfahrer – es gilt die Devise: Hauptsache sicher! Machen Sie es Ihrem neuen Mitbewohner mit Hundedecken und Körbchen gemütlich und erfreuen Sie ihn mit spannenden Spielzeugen, die Sie am besten immer mal wieder austauschen, um für Abwechslung zu sorgen. Schließlich bereiten Sie die Pflege Ihres Vierbeiners vor: Bürste und Massagehandschuh, ein mildes Hundeshampoo, Krallenschere, Ohren- und Augenreiniger sowie eine Zeckenzange bilden eine sinnvolle Grundausstattung für ein rundum sauberes Zusammenleben – vergessen Sie dabei nicht die Fusselbürste!

Vertrauenssache Welpenkauf

Wie bereits angedeutet, kommt es auch bei der Zucht des Australian Cattle Dog auf viele Details an: Ein Züchter braucht umfassende Kenntnisse über die Rasse, um optisch und charakterlich geeignete Zuchtziele vor diesem Hintergrund zu entwickeln und mit den eigenen Zuchttieren zu realisieren. Er scheut weder Zeit noch Geld, um die notwendigen Untersuchungen durchführen zu lassen, denn die Gesundheit seiner Schützlinge liegt ihm selbstverständlich am Herzen. Außerdem werden die Junghunde bereits in den ersten Lebenswochen beim Züchter ausgiebig auf vieles aus dem Alltag geprägt, damit sie zu gelassenen und sozialen Vertreter ihrer Rasse heranwachsen. Ein guter Züchter wird seine Welpen auch nicht jedem gegen Bares anvertrauen, sondern sich ausführlich über das neue Zuhause seiner Junioren erkundigen. Natürlich haben Junghunde von einem seriösen Züchter auch einen entsprechenden Preis, doch hier sollten Sie auf keinen Fall sparen und einen Welpen nur von einem vereinszugehörigen Züchter kaufen. Die Vereinszugehörigkeit allein reicht allerdings noch nicht aus – fragen Sie bei einem Welpen-Besuch ruhig bezüglich der Gesundheitsvorsorge nach und machen Sie sich vor Ort ein Bild von der Umgebung sowie den Elterntieren, die einen gesunden und aufgeschlossenen Eindruck auf Sie machen sollten.

 

Wir wünschen Ihnen allzeit gute Abenteuer mit Ihrem klugen Australian Cattle Dog!

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