22. Juli 2019 - Aktualisiert 21. August 2019

LaPerm

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Die Katze mit der Dauerwelle: Die noch junge Katzenrasse LaPerm entstand durch eine zufällige Genmutation und zeichnet sich in erster Linie durch ihr einzigartiges Lockenfell aus. Doch nicht nur ihre weichen Locken, sondern auch ihr menschenbezogener und anhänglicher Charakter machen sie zur perfekten Schmusekatze.

Aussehen

Namensgeber und typisches Erkennungsmerkmal der LaPerm ist natürlich das gelockte, weiche Fell, das locker vom Körper absteht und ihr einen leicht zerzausten Look verpasst. Dabei kann die Lockenpracht, die sowohl als kurze Variante als auch als langhaarige Variante auftritt, sehr unterschiedlich sein: von leicht gewellt bis hin zu geringelten Locken ist alles erlaubt (wobei ausgeprägte Locken deutlich bevorzugt werden). Einige Züchter unterscheiden dabei zwischen den drei, von Linda Koehl benannten, Haartypen:

  • BC (born curled): Die Katzenwelpen kommen bereits mit gelocktem Fell auf die Welt (bevorzugte und mittlerweile die am weitesten verbreitete Variante).
  • BS (born straight): Die Katzenwelpen haben glattes Haar.
  • BB (born bald): Die Katzenwelpen werden kahl geboren und entwickeln ihr bleibendes Fell erst später.

Farblich gibt es bei der LaPerm keine Einschränkungen, das heißt alle Farben und Zeichnung sind erlaubt und die Möglichkeiten dadurch schier endlos. Besonders beliebt sind jedoch rote LaPerms oder LaPerms mit Points (Siamzeichnung), bei denen die Locken besonders betont werden. Abhängig von Alter und Jahreszeit kann sich das Fell der LaPerm-Katzen auch verändern. So kann es zum Beispiel in der kalten Jahreszeit dichter werden und manch erwachsene LaPerm entwickelt am Hals einen Kragen.

Charakteristisch für die mittelgroße, sportlich-schlanke und muskulöse LaPerm sind auch die runden Pfoten und der sehr buschige Schwanz. Auch die Ohren sind relativ groß und dürfen wie beim Luchs behaart sein. Ihr keilförmiger Kopf besitzt ausgeprägte, runde Schnurrhaarkissen, von denen – passend zum Fell – gewellte Schnurrhaare entspringen. Ausdrucksstark sind auch die Augen der LaPerm, die leicht schräg gestellt und mandelförmig, in allen Farben vorkommen können. Das Gewicht der Rassekatzen liegt zwischen 2,5 bis 5 kg, wobei weibliche LaPerms meist leichter sind als Kater.

Geschichte

Alles begann im Jahr 1982 auf dem Bauernhof von Linda Koehl in der Nähe von The Dalles, im amerikanischen Oregon. Eine ihrer Hauskatzen, die frei auf ihrem Hof lebten und sich frei verpaarten, gebar einen Wurf mit sechs Katzenwelpen. Schon bei der Geburt fiel auf: Ein Kätzchen war anders als seine Geschwister, denn es war völlig kahl. Aber auch in ihrem Wesen unterschied sich die junge Kätzin von den anderen. Im Gegensatz zu den anderen fünf Kitten, die sich zu unabhängigen Freigeistern entwickelten und auf dem Hof ihrer eigenen Wege gingen, suchte sie bewusst die Nähe ihrer menschlichen Besitzerin und folgte ihr bald auf Schritt und Tritt.

Curly, die Stammesmutter aller LaPerm-Katzen

Die eigentliche Besonderheit des kleinen Sonderlings zeigte sich aber im Alter von etwa acht Wochen. Die anfangs kahle Jungkatze entwickelte – im Gegensatz zu ihrer Mutter und ihren Geschwistern – ein sehr weiches, lockiges Haar. Koehl gab ihrem besonderen Nachwuchs daraufhin den Namen „Curly“ (engl. lockig). Wie ihre Geschwister lebte Curly draußen auf der Farm ihrer Besitzerin und verpaarte sich auf natürliche Weise mit einem Kater. Es zeigte sich, dass sie das mutierte Gen, welches für ihre Locken verantwortlich war, an ihre Katzenkinder vererbte. So waren die fünf Kater von Curlys erstem Wurf bei der Geburt allesamt nackt und bekamen später dasselbe lockige Haarkleid wie ihre Mutter. Koehl, die sich bis dato kaum mit Vererbungslehre auskannte, begann sich mehr und mehr in Züchtung und Genetik von Katzen einzulesen. Sie nahm Curly und ihren außergewöhnlichen Nachwuchs mit in ihr Haus und begann dort, sie genau zu beobachten und gezielt mit normalen Hauskatzen zu verpaaren.

Der Weg zur Rassekatze

Angetan von der Lockenpracht und dem sanften Wesen von Curly und ihrem Nachwuchs, bekam Koehl von einem Freund den Rat, die Katzen auf einer Ausstellung zu zeigen. Koehl war gespannt auf die Meinung der Katzenexperten und zeigte der CFA-Zuchtrichterin Kim Everett als eine der ersten ihre gelockten Katzen. Everett war von der neuen Katzenrasse mit dem Namen „LaPerm“ begeistert und ermutigte Linda Koehl weiter zu züchten und eine offizielle Anerkennung der Rasse anzustreben. Der Rassenname „LaPerm“ entstand in Anlehnung an den amerikanischen Ausdruck „perm“, Kurzform von „permanent wave“ (=Dauerwelle). Koehl hatte Erfolg: 2004 wurde ihre Rasse offiziell von der TICA (The International Cat Association), dem weltweit zweitgrößten Dachverband für Rassekatzen, anerkannt. Seit 2015 wird die Rasse nun auch offiziell bei der FIFe (Fédération Internationale Féline) geführt.

Zucht heute

Da die LaPerm eine vergleichsweise junge Katzenrasse ist, ist auch die Anzahl der Züchter, die sich dieser besonderen Locken-Katze gewidmet haben, noch recht überschaubar. Die meisten Züchter gibt es im Ursprungsland, den USA, aber auch in Großbritannien, den Niederlanden, Deutschland, Russland und Frankreich gibt es Züchter, die an einer stärkeren Verbreitung der Katzenrasse arbeiten. Je nach Zuchtverband, in dem die Züchter Mitglied sind, kann eine Verpaarung mit bestimmten Katzenrassen des östlichen Typs zur Erweiterung des Genpools erlaubt sein. Da das „Locken-Gen“ bei den LaPerm-Katzen – anders als bei allen Rex-Katzenrassen) dominant vererbt wird, blieb das typisch gelockte Fell trotz Fremdverpaarung erhalten. Unter der FIFe und der CFA (Cat Fanciers' Association) ist seit 2015 jedoch keine Einkreuzung anderer Rassen mehr erlaubt. Nach wie vor gibt es im Zuchtpool aber auch einige glatthaarige LaPerms, die in der Verpaarung mit gelockten LaPerms sowohl Nachwuchs mit „normalem“ Fell als auch mit Locken bekommen.

Charakter

Ungewöhnlich bei dieser jungen Katzenrasse ist nicht nur ihr Aussehen, auch ihr Wesen unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von anderen Katzen. Bereits Curly, die Stammesmutter der LaPerm-Rasse, war für eine Farmerkatze außergewöhnlich zutraulich. Sie war keineswegs wild oder unberechenbar wie ihre Geschwister, sondern schien stets zu versuchen, ihrer Besitzerin, Linda Koehl, alles recht zu machen und genoss deren Streichel- und Krauleinheiten in vollen Zügen. Das freundliche, verschmuste Wesen und die menschenbezogene Art konnte sich die neue Rasse, trotz verschiedener Fremdeinkreuzungen, bis heute bewahren.

Lieblingsplatz: Der Schoß ihres Menschen

In England nennt man LaPerms manchmal liebevoll „Lappies“, was sich vom englischen Wort „lap“ (Schoß) ableiten lässt und einiges über den Lieblingsplatz dieser besonderen Katzen verrät. Das heißt jedoch nicht, dass eine LaPerm nur auf dem Schoß ihrer Menschen liegt. Genauso gern wie ausgiebige Streicheleinheiten liebt sie es nämlich, zu spielen, zu klettern und zu toben. Besonders Jungkatzen legen dabei viel Energie an den Tag und sind zuweilen regelrecht übermütig, was häufig zu sehr komischen und lustigen Situationen führt. Wenn sie dabei auch noch die volle Aufmerksamkeit ihrer Bezugsperson erfahren, ist für sie das Leben perfekt.

Am liebsten in Gesellschaft

Was LaPerms hingegen gar nicht mögen, ist das Alleinsein. Die sozialen und geselligen Tiere suchen regelrecht den Kontakt zu Menschen, wobei sie sich bei einer mehrköpfigen Familie meist eine Bezugsperson aussuchen. Mit Kindern, aber auch mit anderen Haustieren, wie zum Beispiel Hunden, kommen die verspielten und freundlichen Katzen in der Regel sehr gut zurecht. Auch die Gesellschaft von Artgenossen – zumindest wenn diese genauso agil und temperamentvoll sind wie sie selbst – wissen LaPerms sehr zu schätzen. Die Interaktion mit dem Menschen kann eine Zweitkatze jedoch nicht ersetzen.

Haltung und Pflege

Wer eine LaPerm bei sich zu Hause aufnehmen möchte, sollte sich ihrer anhänglichen und menschenbezogenen Art bewusst sein. Für Berufstätige etwa, die den ganzen Tag arbeiten müssen, ist diese Rasse denkbar ungeeignet. Besitzer einer LaPerm sollten sich ihrer Katze mehrere Stunden täglich widmen können, mit ihr spielen, sie herumtragen und natürlich ausgiebig mit ihr schmusen. Das wohlige Schnurren, wenn das kleine „Lockenmonster“ auf dem Schoß liegt, wird bei ihnen aber garantiert für wahre Glücksgefühle und pure Entspannung sorgen.

Wichtig ist ihr die Nähe zum Menschen

Da eine LaPerm so anhänglich ist, wird sie – selbst wenn ihr Freigang zugestanden wird – meist in der Nähe ihres Zuhauses bleiben. Auch eine reine Wohnungshaltung ist bei ihr möglich, ein gesicherter Balkon mit Katzennetz ist jedoch wünschenswert. Insgesamt ist sie, in Bezug auf ihre Umgebung, aber sehr anspruchslos und gibt sich selbst mit einer kleineren Stadtwohnung zufrieden. Viel wichtiger als die Wohnverhältnisse ist ihr der Kontakt zu ihrer Bezugsperson, die sie am liebsten immer in ihrer Nähe haben möchte.

Pflege

Eine wunderbare Möglichkeit, sich seiner Katze zu widmen und ihr Aufmerksamkeit zu schenken, ist auch die Fellpflege – wobei diese bei der LaPerm eigentlich recht wenig Zeit beansprucht. Die Pflege erledigt sie – wie die meisten Samtpfoten – weitestgehend selbst. Lediglich zur Zeit des Fellwechsels im Sommer sollten Sie die überschüssigen Haare mit einer weichen Bürste aus dem Fell herauskämmen. Das Bürsten genießt die liebebedürftige LaPerm übrigens sehr! Wie bei allen Hauskatzen sollten Sie außerdem Ohren, Augen und Zähne regelmäßig kontrollieren. Verunreinigungen oder Entzündungen können so frühzeitig festgestellt und behandelt werden.

Gesundheit und Imfpungen

Eine regelmäßige Pflege trägt entscheidend zur Gesundheit Ihrer LaPerm bei. Dazu gehören natürlich auch jährliche Kontrollbesuche beim Tierarzt sowie das Einhalten wichtiger Impftermine. Obwohl die junge Katzenrasse sehr robust ist und keine rassespezifischen Krankheiten bekannt sind, kann eine LaPerm – genauso wie jede Hauskatze – an regulären Krankheiten, wie zum Beispiel einer bakteriellen Magen-Darm-Infektion oder einer Erkrankung der oberen Atemwege, erkranken. Sie sollte deshalb gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche geimpft sein. Hat die LaPerm Freilauf, sollte sie zusätzlich gegen Tollwut und Leukose geimpft werden.

Ernährung

Welches Futter braucht die LaPerm?

Dank ihrer robusten Gesundheit stellt die LaPerm keine besonderen Ansprüche an ihre Ernährung. Damit sie alle wichtigen Nährstoffe, die sie für ein langes und gesundes Katzenleben braucht, geliefert bekommt, sollte sie jedoch ein hochwertiges Katzenfutter erhalten. Dabei sollten Sie weniger auf den Preis als auf die Inhaltsstoffe achten. Ein qualitativ hochwertiges Futter besteht aus einem hohen Fleischanteil (Achtung, keine Fleischabfälle), ergänzt durch verschiedene Gemüse- und Obstsorten. Der Getreideanteil sollte dabei so gering wie möglich sein. Auf Zucker, chemische Konservierungsstoffe oder künstliche Geschmacksverstärker sollte vollständig verzichtet werden.

Tierfutter aus der Dose oder lieber frisch?

Das so genannte BARFen wird bei Haustierbesitzern von Hund und Katze immer beliebter. Allerdings erfordert diese Methode der „biologisch frischen Roh-Fütterung“ einige Kenntnisse hinsichtlich des Nährstoffbedarfs der Katze sowie des Nährstoffgehalts der verschiedenen Lebensmittel. Wer über ein solches Wissen nicht verfügt und wem Nahrungstabellen ein Graus sind, sollte lieber zu Tierfutter aus der Dose greifen. Viele Katzenbesitzer ernähren ihr Tier zum Beispiel mit einer Mischung aus Trocken- und Nassfutter, so dass die Vorteile aus beiden Futterarten herausgezogen werden können. Entscheiden Sie selbst, mit welcher Fütterungsmethode Sie sich am wohlsten fühlen und welches Futter Ihrer LaPerm am besten schmeckt – das ist das Gesündeste!

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Ist die LaPerm die geeignete Katzenrasse für mich?

Andere Frage: Mögen Sie Hunde? Gerne wird die LaPerm nämlich mit einem Hund verglichen. Genauso wie „der beste Freund des Menschen“ folgt sie ihrem Besitzer auf Schritt und Tritt. Sie versucht alles, um die Aufmerksamkeit und die Zuneigung ihrer Menschen zu bekommen. Sie ist kein Freigeist, wie viele ihrer Artgenossen, die sich ihre Unabhängig bewahren und mehrere Stunden auf Streifzügen in der Natur unterwegs sind. Die LaPerm sucht immer wieder die Nähe ihrer Familie. Selbst eine Zweitkatze – die das Leben der sozialen und geselligen Katzenrasse zweifellos bereichern wird und über deren Gesellschaft sie sich sehr freut – kann den Kontakt und die Nähe zum Menschen nicht ersetzen.

Die wichtigste Frage vor dem Kauf

Die wichtigste Frage, die Sie sich vor dem Kauf einer LaPerm also stellen sollten, ist: „Kann ich jeden Tag genügend Zeit für meine Katze aufbringen, um mit ihr zu spielen, sie zu pflegen und mit ihr zu schmusen?“ Wenn Sie viel unterwegs sind, sei es beruflich oder privat, und sie ihre Katze viel zuhause allein lassen müssen, wird Ihnen jeder seriöse Züchter vom Kauf dieser anhänglichen Rassekatze abraten. Wenn Sie oder Ihre Familie jedoch genügend Zeit und Lust haben, sich voll und ganz einer Katze zu widmen, der wird mit der LaPerm einen unglaublich liebevollen und charmanten Gefährten bekommen, der mit seiner „Dauerwelle“ nicht nur optisch, sondern auch mit seinem charmanten und humorvollen Wesen, etwas ganz Besonderes ist.

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