Husten bei Katzen This article is verified by a vet

Tierärztlich bestätigter Inhalt
Verfasst von Franziska Gütgemann, Tierärztin
husten bei katzen

Als Husten wird ein explosionsartiges Ausstoßen von Atemluft aus der Lunge durch das Maul der Katze bezeichnet. Auslöser dieses Symptoms ist immer ein Reiz, welcher den dazugehörigen Hustenreflex auslöst. Ziel dieses Reflexes ist entweder das Aushusten von Fremdkörpern oder auch die Beseitigung von Bronchialschleim aus dem Atemtrakt. Husten kommt bei Katzen sehr häufig vor und kann durch eine Vielzahl an Ursachen ausgelöst werden.

Ursachen für Katzenhusten

Auf Grund der Vielseitigkeit der Entstehung von Husten bei Katzen ist eine Aufteilung in nicht-infektiöse und infektiöse Ursachen zum besseren Verständnis sinnvoll:

Nicht-Infektiöse Ursachen

Besonders häufig werden als Ursache für akuten Husten bei Katzen aspirierte Fremdköper (z.B. Grashalme oder Fäden) im Atemtrakt gefunden. Grashalme setzen sich beispielsweise gerne am Gaumendach fest und führen zu einen angestrengten Würgehusten. Daneben spielen aber auch allergische Reaktionen wie das Feline Asthma, Verletzungen des Atemtraktes als auch die Inhalation von Gasen (z.B. im Rahmen einer Rauchvergiftung) zu Husten bei Katzen. Felines Asthma bedingt bei Katzen eine starke Entzündung der Bronchien (chronische Bronchitis), welche sich typischerweise durch anfallsartige Atemnot und Würgen am Ende des Hustens auszeichnet. Ein tumuröses Geschehen ist ebenfalls eine weitere Möglichkeit für chronischen Katzenhusten. Anders als Hunde husten Katzen auf Grund von Herzerkrankungen jedoch nicht.

Infektiöse Ursachen

Zu dieser Kategorie zählen verschiedene bakterielle und virale Erreger, als auch Pilze und Parasiten:

Vor allem junge Katzen im Welpenalter zeigen häufig Anzeichen einer Infektion mit dem Katzenschnupfenkomplex. Dabei handelt es sich um eine weltweit vorkommende Infektionserkrankung, welche neben Husten auch zu Bindehautentzündungen und Schleimhautschäden führen.

Folgende Erreger spielen bei der Entstehung der Erkrankung eine bedeutende Rolle:

  • Viren: Caliciviren, Felines Herpesvirus 1 (FHV-1)
  • Bakterien: Chlamydophila felis, Mykoplasmen, Bordetella bronchiseptica, Pasteurella und Klebsiella

Neben dem Katzenschnupfen-Komplex können aber auch Parasiten zu Katzenhusten führen. Lungenwürmer wie Aelurostrongylus abstrusus, Troglostrongylus brevior oder Capillaria aerophila werden durch die Aufnahme der infektiösen Stadien oral aufgenommen und gelangen im Laufe ihres Entwicklungszyklus in den Respirationstrakt. Dort führen die Würmer zu entzündlichen Reaktionen, welche das Lungengewebe schädigen. Im weiteren Verlauf der Wurminfektion werden die Larven über die Luftröhre hochgehustet und anschließend abgeschluckt. Über den Kot gelangen die infektiösen Stadien erneut in die Umwelt und können wieder oral aufgenommen werden.

Husten bei Katzen: Symptome

Der Hustencharakter sowie mögliche Begleitsymptome hängen von dem Grund der Erkrankung ab:

  • Allgemeinsymptome: Müdigkeit, Fieber (z.B. bei Infektionserkrankungen), Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust
  • Husten: Schmerzen, Flüssigkeitsbeimengungen (z.B. Blut, Eiter, Schleim), akut oder chronisch
  • Andere respiratorische Symptome: Niesen, Atemnot, Atemgeräusche (z.B. pfeifend, rasselnd), Nasenausfluss, Schluckbeschwerden, Würgen

Diagnostik

Zur Diagnosestellung ist für den Tierarzt die Abklärung des Hustencharakters sehr wichtig. Dazu erfragt der Tierarzt während der Besitzerbefragung (Anamnese) unter anderem die Häufigkeit und Stärke des Hustens, die Produktivität (Hochhusten von etwaigen Flüssigkeiten) und ob der Husten vermehrt zu bestimmten Situationen (z.B. während des Fressens) vorkommt. Auch ist die Einschätzung in einen akuten oder chronischen Husten von Vorteil, um Differentialdiagnosen besser eingrenzen zu können. Während tumuröse Geschehen meist chronisch auftreten, ruft ein festsitzender Grashalm eher einen akuten Husten hervor.

Kann der Tierarzt anhand der erfragten Hinweise das Hustengeschehen genauer einordnen, so führt dieser als nächstes eine klinische Allgemeinuntersuchung durch. Hierbei ermittelt er den aktuellen Gesundheitsstatus der Katze mit Hilfe von verschiedenen Vitalparametern. Dazu zählen:

  • Der Allgemeinzustand (z.B. aufmerksam, abwesend)
  • Die Herz- und Atemfrequenz
  • Der Zustand der Schleimhäute (z.B. pappig, blass, rosa)
  • Die rektale Körperinnentemperatur

Für die weiterführende Untersuchung des Atemtraktes ist ein stabiler Kreislaufzustand der Katze wichtig. Sollten die Vitalparameter etwas anderes ergeben, so ist gegebenenfalls eine Kreislaufstabilisierung durch Infusionen notwendig.

Während der weiterführenden Untersuchung können unterschiedliche diagnostische Methoden zum Einsatz kommen. Die Adspektion (Betrachtung) und vorsichtige Palpation (Abtasten) der Maulhöhle und Luftröhre kann bereits festsitzende Fremdkörper ausschließen. Zum Abhören des Atemtraktes nutzt der Tierarzt anschließend ein Stethoskop. Hiermit kann er das Lungenfeld während der Perkussion ausmessen, als auch Atemgeräusche (z.B. durch Flüssigkeit in der Lunge) lokalisieren. Liegt der Verdacht nahe, dass möglicherweise innere Strukturen verändert sein könnten (z.B. durch Tumoren), so können die Organe des Brustkorbs, besonders die Lunge, mit Hilfe von bildgebenden Verfahren (z.B. Röntgen) genauer betrachtet werden. Zur Abklärung einer Infektionskrankheit haben sich jedoch besonders die Blutuntersuchung oder Kotuntersuchung bewährt.

Therapie

Die Therapie von Katzenhusten ist stark abhängig von der jeweiligen Ursache und teilt sich in eine spezielle und symptomatische Behandlung auf:

Spezielle Behandlung:

  • Infektionserkrankungen: z.B. Entwurmungsmittel, Antibiotika
  • Tumuröse Geschehen: ggf. Chemotherapeutika, Bestrahlung oder operative Maßnahmen
  • Allergische Reaktionen: Antihistaminika, Desensibilisierung
  • Fremdkörper: operative Entfernung (eventuell unter Narkose)

Symptomatische Behandlung:

  • Hustenreizlindernde Medikamente: Schleimlöser, bronchienerweiternde Medikamente
  • Entzündungshemmer
  • Unterdrückung des Immunsystems: Kortison (z.B. bei Felinem Asthma)
  • Unterstützung des Immunsystems: Vitaminpräparate
  • Hygienische Maßnahmen zur Vermeidung der Verbreitung von Infektionserregern

Prognose

Wie auch die Therapie ist die Prognose von Katzenhusten abhängig von der Grunderkrankung. In der Regel lässt sich ein frühzeitig diagnostizierter Lungenwurmbefall bei Katzen mittels Wurmmittel gut behandeln. Dies gilt auch für eine Infektion mit dem Katzenschnupfen-Komplex und anderen Infektionserkrankungen. Die Prognose eines Felinen Asthmas hängt dabei von den auslösenden Allergenen ab. Ist es möglich, den Kontakt zu den Allergenen gänzlich zu vermeiden, ist die Prognose für ein ungestörtes Katzenleben gut. Sollten die Allergene nicht vermieden werden können, ist eine Linderung der Symptome zur Verbesserung der Lebensqualität durch bestimmte Medikamente jedoch möglich.

Vorbeugen

Zur Vermeidung von Infektionserkrankungen sind folgende prophylaktische Maßnahmen hilfreich:

  • Regelmäßiges Reinigen (z.B. der Katzentoilette)
  • Kontaktvermeidung zu erkrankten Tieren
  • Impfung gegen Caliciviren, das Feline Herpesvirus 1 (FHV-1) und Chlamydophila felis
  • Wirksame und regelmäßige Parasitenprophylaxe

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