Asthma bei Katzen This article is verified by a vet

Tierärztlich bestätigter Inhalt
Verfasst von Franziska Gütgemann, Tierärztin
asthma bei katzen

Nicht selten leiden Katzen unter dem sogenannten Felinen Asthma bronchiale, einer allergisch bedingten Entzündung der Bronchien (Bronchitis). Alle Altersgruppen und Katzenrassen können unter der Erkrankung leiden. Siamesische Katzen sind jedoch besonders häufig davon betroffen.

Durch die Verengung der Atemwege fallen erkrankte Katzen insbesondere durch trockenen Husten und Leistungsschwäche auf. Da auch anaphylaktische Anfälle drohen, sollte die allergische Erkrankung in jedem Fall nicht unterschätzt werden.

Wie entsteht Asthma bei Katzen?

Allergien können wie bei uns Menschen auch bei Katzen zu jeder Zeit spontan auftreten. So verursachen insbesondere Hausstaubmilben, Pollen oder auch parfümiertes Katzenstreu im Rahmen von Katzenasthma häufig eine Allergie vom Soforttyp (Typ 1):

Im Zuge eines Erstkontaktes zu den Allergenen (z.B. Pollen), schüttet das Immunsystem massenhaft Botenstoffe aus, welche zur Bildung von spezifischen Antikörpern (Schutzproteinen) führt. Diese freiliegenden Antikörper docken anschließend an bestimmte Immunzellen (Basophile Granulozyten und Mastzellen) an und werden damit zu zellständigen Antikörpern. Kommt die Katze nach dieser sogenannten Sensibilisierung erneut mit den Pollen in Kontakt, so entsteht innerhalb weniger Sekunden und Minuten eine feste Bindung zwischen den zellständigen Antikörpern und den Allergenen. Die Folge ist eine massive Ausschüttung von Entzündungsmediatoren wie Histamin, Prostaglandine und Leukotriene, welche sich normalerweise in kleinen Bläschen (Vesikeln) innerhalb der Basophilen Granulozyten und Mastzellen befinden. Die Entzündungsmediatoren bedingen anschließend eine Asthma-typische Verengung der Bronchien durch:

  • Eine Kontraktion der Muskulatur in der Wand der Bronchien
  • Bildung entzündlicher Flüssigkeit und zähflüssigem Schleim
  • Starkes Wachstum der Muskel- und Epithelzellen der bronchialen Strukturen
  • Bindegewebseinlagerungen (Fibrose)

Woran kann Felines Asthma bronchiale erkannt werden?

Felines Asthma bronchiale tritt innerhalb weniger Sekunden bis Minuten auf. Wie häufig die Katze allergische Symptome zeigt, ist jedoch abhängig von der Kontakthäufigkeit zu dem Antigen. Befindet sich dieses alltäglich in näherer Umgebung der Katze, so tritt das Asthma eher chronisch als akut auf. Betroffene Katzen zeigen dabei Symptome wie:

  • Trockenen Husten und ggf. Atemnot (Maulatmung) und Blauwerden von Schleimhäuten
  • Vermehrte Schwäche und Bewegungsunlust
  • Rötung, Schwellung und ggf. Bildung von Quaddeln auf der Haut und den Schleimhäuten
  • Vermehrten Juckreiz
  • Je nach Ausmaß der allergischen Reaktion kann Asthma einen lebensgefährlichen anaphylaktische Schock hervorrufen

Wie wird Asthma bei Katzen diagnostiziert?

Fallen Ihnen Anzeichen für eine allergische Reaktion bei Ihrer Katze auf, so ist ein Tierarztbesuch ratsam. Insbesondere bei schwerwiegenden allergischen Reaktionen, bei welchen die Katze Atemnot verspürt und Maulatmung zeigt, sollte umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden. Dieser kann die lebensgefährliche Situation durch die Gabe von Sauerstoff und bronchienerweiternden Medikamenten innerhalb weniger Minuten deutlich verbessern.

Die Diagnose von Felinem Asthma bronchiale erfolgt nach der Besitzerbefragung (Anamnese) und der allgemeinen klinischen Untersuchung in der Regel anhand einer ausführlichen Untersuchung des Atemtraktes:

Bereits während der Adspektion (Betrachtung) von außen kann oftmals eine Bauchatmung und in schweren Fällen eine Maulatmung beobachtet werden. Auch das Betrachten der Schleimhäute (z.B. im Maul) hilft bei der Diagnosestellung, da blaue Verfärbungen auf einen Sauerstoffmangel hindeuten. Im weiteren Verlauf kann eine Blutuntersuchung durchgeführt werden, welche den Gehalt an Eosinophilen Granulozyten anzeigt. Steigen diese Immunzellen im Blut an, kann dies ein Zeichen für eine Allergie oder einen Parasitenbefall sein. Letzterer kann anschließend durch eine Kotuntersuchung ausgeschlossen werden. Zur strukturellen Bewertung der Lunge und des umliegenden Gewebes ist zusätzlich eine Röntgenuntersuchung hilfreich.

Mittels einer bronchoalveolären Lavage, also einer Lungenspülprobe, kann bei stabilen Patienten weiterhin eine zytologische Untersuchung erfolgen. Auch hier ist ein Anstieg der Eosinophilen Granulozyten hinweisend für Asthma bei Katzen. Leider ist der Nachweis des verursachenden Antigens oftmals schwer, weshalb der Grund für Felines Asthma häufig nicht gefunden wird. Es ist daher hilfreich, Allergene wie parfümiertes Katzenstreu oder auch Rauch durch Zigaretten aus dem näheren Umfeld der Katze zu entfernen. Bessert sich die Situation, kann davon ausgegangen werden, dass es sich um das auslösende Allergen handelt.

Wie kann Asthma behandelt werden?

Die Behandlung von Asthma bei Katzen erfolgt als akute Notfalltherapie oder als Behandlung von chronischem Katzenasthma:

  • Notfalltherapie: Akute und schwerwiegende allergische Reaktionen erfordern schnelle Maßnahmen wie die Verabreichung von Sauerstoff und bronchienerweiternden Medikamenten. Da es sich um eine lebensbedrohliche Situation handelt, müssen die Katzen anschließend unter tierärztlicher Beobachtung bleiben.
  • Chronisches Katzenasthma: Zum Unterdrücken des Immunsystems und Vermeiden von Überreaktionen können in Absprache mit dem Tierarzt Immunsupressiva wie Prednisolon in Form von Tabletten oder Inhalationssprays verabreicht werden. Zusätzlich sollten Allergene aus dem Haushalt möglichst entfernt werden.

Wie ist die Prognose?

Die Prognose von Asthma bei Katzen kann nicht verallgemeinert werden. Es gibt viele Katzen, welche lebenslang nur milde allergische Symptome zeigen, während manche Katzen zu anaphylaktischen Schocks neigen. Letztere können lebensgefährlich enden, werden sie nicht frühzeitig erkannt und behandelt. Bei regelmäßigem Einhalten der korrekten Medikamentengabe oder Entfernen der Allergene aus dem Umfeld der Katze verbessert sich die Prognose jedoch deutlich.

Kann Asthma bei Katzen verhindert werden?

Allergien treten spontan auf und können nicht immer vermieden werden. Ist dem Tierbesitzer jedoch bereits bekannt, auf welches Antigen die Katze allergisch reagiert, kann dieses möglichst aus dem Umfeld der Katze entfernt werden. Auch ist es ratsam, das Rauchen im Umfeld von Katzen zu meiden, unparfümiertes Katzenstreu zu nutzen und den Haushalt regelmäßig von Staub zu befreien.

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