Snowshoe

Verfasst von zooplus Redaktion

In Deutschland ist die ursprünglich aus den USA stammende Snowshoe-Katze noch recht selten vertreten, findet aber aufgrund ihres interessanten Äußeren in Verbindung mit einem einzigartigen Charakter auch hierzulande immer mehr Freunde. Wir stellen Ihnen die Rasse mit den auffälligen weißen Pfoten näher vor.

snowshoe

Neben ihren weißen Pfoten ist die Gesichtsmaske typisch für die Snowshoe.

Aussehen: Elegante Katze in „Schneeschuhen”

Die Snowshoe ist eine mittelgroße, massive Katze mit einer schlanken, zugleich aber kräftigen Statur, die sie ihren siamesischen Ahnen verdankt. Ihr Hals ist mittellang, ihre Muskulatur ist stark, der Rücken weist eine leichte Krümmung auf. Der Kopf der schönen Katzenrasse sitzt keilförmig auf dem Körper.

Ihre Ohren sind groß und spitz, und ihre mandel- bis walnussförmigen Augen besitzen eine intensiv blaue Farbe. Ihr charakteristisches Gesicht ist durch ein weißes umgekehrtes „V” geprägt und zeichnet sich durch hohe Wangenknochen aus.

Kurzhaar-Point-Katze mit Weiß-Scheckung

Der Schwanz der Snowshoe verdünnt sich zum Ende hin, was ihren eleganten Auftritt unterstreicht. Am Ansatz ist ihr Schwanz hingegen dick ausgebildet. Die Schöne schreitet auf mittellangen bis langen geraden Beinen durchs Leben – und, wenn Sie Glück haben, vielleicht bald durch Ihr Wohnzimmer. Die weißen „Schneeschuhe” an ihren Pfoten, denen sie ihren Namen verdankt, sind an den Vorderfüßen weniger hoch ausgeprägt als an den Hinterbeinen.

Die Snowshoe ist eine Kurzhaar-Point-Katze mit Weiß-Scheckung, und ihr Fell liegt dicht am Körper an. Point-Katze bezeichnet eine Katze, deren Körperfell aufgehellt ist, während die kühleren Körperregionen – die sogenannten Points, wie Gesicht, Ohren, Beine, Schwanz (und Hodensack) – dunkler gefärbt sind.

Als Baby ist die Snowshoe komplett weiß

Die Snowshoe gibt es in allen Siam-Farben: Rot, Creme, Seal, Blau, Chocolate, Lila, Tabby Pointed, Fawn Pointed, Cinammon und Schildpatt Pointed. Weibliche Snowshoe-Katzen erreichen ein Gewicht von 2,5 bis 5 kg, während Snowshoe-Kater 4 bis 6 kg auf die Waage bringen.

Ein Wurf Snowshoe-Kitten steckt immer voller süßer Überraschungen: Die jungen Kätzchen sind zum Zeitpunkt der Geburt noch ganz weiß und entwickeln die verschiedenen Färbungen erst im Laufe ihrer Entwicklung. Erste Farbgebungen sind etwa zehn Tage, nachdem die hübschen Wesen das Licht der Welt erblickt haben, erkennbar.

Charakter: Mix aus Selbstbewusstsein und Gelassenheit

Die Snowshoe ist selbstbewusst und keck, neugierig, intelligent und eigenwillig. Allerdings scheinen zwei Herzen unter ihrem Brustfell zu schlagen.

Denn während sie einerseits sehr sensibel ist und ein ausgeprägtes Ruhebedürfnis hat, so schätzt sie es auf der anderen Seite nicht, allein zu sein. Die Snowshoe ist nämlich von ihrem Naturell her sehr auf den Menschen bezogen. Sie liebt aber auch die Gegenwart anderer Katzen. Als ideal erweist es sich daher, wenn Sie Wurfgeschwister mit aufnehmen.

Verträglichkeit mit Kindern und Hunden

Auch kommt die Snowshoe im Allgemeinen mit Hunden gut aus. Da sie gern spielt, eignet sie sich unter diesem Aspekt für den Umgang mit Kindern. Kleine Kinder können dem Ruhebedürfnis der Snowshoe allerdings zuwider laufen. Daher ist diese Konstellation eher nicht zu empfehlen. Denn das sanfte, sensible Katzenwesen mag keinen Trubel und vor allem keine laute Umgebung!

Die Snowshoe hat eben viele Facetten, die das Leben an ihrer Seite spannend und vor allem sehr angenehm machen. Bei ihr ergeben die Wesenszüge ihrer Stammeltern die einzigartige Mischung: Sie vereint die Neugier und das Temperament der Siam mit der Ruhe und Gelassenheit der American Shorthair.

Haltung: Was braucht die Snowshoe?

Im Sinne der samtpfotigen Schönheit ist es sehr wichtig, dass Sie als potenzieller Besitzer sich im Detail mit ihren Anforderungen auseinandersetzen, damit Sie beide viel Freude an- und miteinander haben und Ihre geliebte Mieze ein Leben führt, das ihrem Naturell entspricht. Fast scheint es, als empfände die Snowshoe ähnlich wie ein hochsensibler Mensch.

Rückzugsmöglichkeiten schaffen

Wahrscheinlich fühlt sie sich daher mit einem Besitzer wohl, der ein ähnlich starkes Ruhebedürfnis hat wie sie selbst. Trotzdem ist sie gleichzeitig mitteilungsbedürftig. Da sie eine angenehme Stimme hat, wird das als schön empfunden.

Der Mensch an der Seite einer Snowshoe sollte sehr einfühlsam sein und ein Gespür dafür entwickeln, wann die Reize der Umgebung seine geliebte Katze überfordern – und sich entsprechend auf sein samtpfotiges und sensibel beseeltes Wesen und dessen Bedürfnisse einstellen. Geben Sie Ihrer Katze die Möglichkeit, sich bei zu vielen Außenreizen in ihren Katzentunnel oder an einen anderen geschützten Platz zurückzuziehen.

Lieblingsbeschäftigungen: Spielen, Klettern, Jagen

Gleichzeitig sollte ihr menschlicher Mitbewohner ihr aber auch viele Anregungen durch gemeinsames Spielen und durch gute Gesellschaft bieten. Ihre Neugier und ihr Köpfchen fordern Sie am besten bei Intelligenzspielen heraus. Außerdem braucht die Snowshoe Möglichkeiten zum Jagen, denn sie ist eine gute Jägerin und pflegt dieses Talent gern.

Auch schätzt sie Klettergelegenheiten. Ein Kratzbaum mit mehreren Etagen ist daher unerlässlich. Wenn sie nicht gerade jagt, spielt oder klettert – oder selbst dann – strahlt die Snowshoe eine würdevolle Ruhe aus, die sich auf den Zweibeiner an ihrer Seite überträgt.

Ernährung: Was gibt es bei der Snowshoe zu beachten?

Als Carnivorin ernährt sich die Snowshoe gern zu großen Teilen von Fleisch. Sie braucht einen recht hohen Anteil, um genügend Fett und Protein aufzunehmen. Kohlehydrate können Katzen nur begrenzt verarbeiten.

Übergewicht und Folgeerkrankungen vermeiden

Die Snowshoe würde durch die Aufnahme von zu vielen Kohlehydraten unter Umständen Übergewicht entwickeln. Diese könnten zudem im weiteren Verlauf zu Diabetes führen. Für die Größe der zu verfütternden Portionen ist unter anderem entscheidend, ob Ihre geliebte Katze ein Freigänger oder eine Wohnungskatze und ob sie sterilisiert oder kastriert ist.

Die Snowshoe frisst gern über den Verlauf des gesamten Tages hinweg. Ihr Katzenfutter sollte also immer zugänglich und frisch sein. Mit Leckereien sollten Sie es nicht übertreiben.

Pflege: Wenig Aufwand bei der Snowshoe

Den Großteil der Fellpflege übernimmt diese kurzhaarige Rasse selbst. Um den Glanz des Fells zu erhalten und die Bindung zu stärken, sollte sie aber dennoch gelegentlich gebürstet werden. In der Regel genießt sie dieses gemeinsame Pflegeritual sehr.

Gesundheit: Welche Krankheiten können auftreten?

Die Rasse ist noch recht jung und es gibt nur relativ wenige Exemplare. Daher wurden im Zusammenhang mit der Snowshoe bis jetzt vor allem die typischen Katzenkrankheiten, aber keine spezifischen, auf die spezielle Züchtung zurückzuführenden Krankheiten festgestellt.

Es ist allerdings grundsätzlich nicht unwahrscheinlich, dass die Snowshoe aufgrund ihrer Siam-Herkunft die Veranlagung zu ähnlichen rassetypischen Krankheiten mitbringen könnte. Dazu zählen u. a. Gesäugetumore, Herz- und Gefäßerkrankungen, progressive Retinaatrophie und das Pica-Syndrom.

Wie alt werden Snowshoe-Katzen?

Bereits im Kittenalter sollten Sie Ihre Snowshoe gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen grundimmunisieren lassen. Freigängerkatzen sollten zudem eine Impfung gegen Tollwut und Leukose erhalten. Denken Sie auch unbedingt an die anschließenden Auffrischungsimpfungen. Bei guter Pflege besitzt die Rasse eine Lebenserwartung von ca. 12 bis 16 Jahren.

Geschichte: Woher stammt die Snowshoe?

Geschaffen hat die gescheckte Schöne ursprünglich der Zufall, der schon an der Entstehung mehrerer Katzenrassen beteiligt war. Ende der 60er-Jahre erhielt die Katzenzüchterin Dorothy Hinds-Daugherty im amerikanischen Philadelphia einen Wurf Kitten einer Siam-Katze, der „Schneeschuhe” an den Pfoten hatte. Zum weiteren Verlauf äußern sich die Quellen auf unterschiedliche Weise.

(Un-)Willkommene Laune der Natur

Die einen schreiben, diese eigentlich schön anzusehende Erscheinung wurde zunächst negativ betrachtet, als Fehltritt der Natur. Schließlich war das Gegenteil gewünscht – die charakteristischen dunkel gezeichneten Beine der Siam statt den weißen „Socken” der Snowshoe.

Das vermeintliche Problem wurde dadurch gelöst, dass man Kurzhaar-Rassen (zweifarbige American Shorthair) in den Siam-Stamm einkreuzte. So wurde eine neue Rasse kreiert, die für ihre markanten weißen Pfoten und ihre typische Gesichtsmaske in Form eines umgekehrten „V” bekannt und begehrt wurde – zunächst allerdings vor allem in den USA.

Experimentelle Rasse mit weißen Pfötchen

Anderen Quellen zufolge war die Züchterin von Vornherein erfreut über diese Laune der Natur, die sich in weißen Pfoten äußerte – und bildete diese schöne Erscheinung durch gezieltes Züchten heraus. Noch in den 60er-Jahren wurde die Snowshoe auf Ausstellungen präsentiert. Anerkennung als „experimentelle Rasse” erhielt die Schönheit mit den weißen Pfoten jedoch erst einige Zeit später.

Erst 1974 nahmen die amerikanischen Zuchtverbände CFF (Cat Fanciers Federation) und ACFA (American Cat Fanciers Association) die Snowshoe in ihr Rasseverzeichnis auf. Ende der 70er-Jahre stellte es sich zunächst so dar, als würde die neu gezüchtete Rasse sogleich wieder aussterben, denn es gab nur noch vier registrierte Tiere.

Sind Snowshoe-Katzen selten?

Glücklicherweise gelang es jedoch, weitere Züchter für die Snowshoe zu begeistern. Nach einer Überarbeitung der Rassestandards und der Registrierungsregeln wurde die Snowshoe 1982 durch die CFF und 1989 nochmal durch die amerikanischen Zuchtverbände TICA und ACFA anerkannt.

Durch zahlreiche Meldungen in der Fachpresse erlangte die Snowshoe schließlich auch auf internationaler Ebene die wohlverdiente Aufmerksamkeit. In Deutschland ist sie nach wie vor relativ selten vertreten und gilt als Geheimtipp.

Anschaffung: Wo finde ich meine Snowshoe?

Kaufen Sie die Kitten keinesfalls bei einem Hobbyzüchter, der keinem Verein angehört. In Kleinanzeigen finden sich mitunter unseriöse Angebote. Sie zeichnen sich meistens durch einen auffällig geringen Preis aus und stammen von Menschen, die ohne genaue Kenntnisse über genetische Zusammenhänge züchten. Von solchen Angeboten ist abzuraten.

Wenn Sie eine Snowshoe bei sich aufnehmen möchten, so sollten Sie sich unbedingt an einen seriösen Züchter wenden. Dieser kann Ihnen den Stammbaum der Katze nachweisen. Nur so können Sie sichergehen, dass Sie eine Katze erhalten, die nicht genetisch vorbelastet ist – und bei der die Chancen auf ein gesundes Leben an Ihrer Seite sehr gut stehen.

Kurz und knapp: Die häufigsten Fragen zur Snowshoe

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen rund um die rare amerikanische Schönheit.

Was ist eine Snowshoe-Katze?

Die Snowshoe ist eine Katzenrasse aus den USA, die aus der Krezung von Siamkatze und American Shorthair hervorging. Typisch sind die namensgebenden weißen „Schneeschuhe” und die Gesichtsmaske.

Welche Größe erreicht die Snowshoe?

Die Snowshoe ist eine mittelgroße Katze. Sie erreicht eine Schulterhöhe von ca. 35 cm, wobei Kater in der Regel größer und kräftiger als Kätzinnen sind.

Gibt es Snowshoe-Katzen im Tierheim?

Da die Snowshoe in Deutschland zu den seltenen Rassen zählt, ist die Chance, ein Exemplar im Tierheim zu finden, gering. Ein Besuch bei Ihrem Tierschutzverein vor Ort lohnt sich aber dennoch: Vielleicht wickelt Sie ja eine andere Mieze um die Pfote? Weiße „Söckchen” kommen übrigens auch bei anderen Rassen vor.

Eignet sich die Snowshoe für die Wohnungshaltung?

Die Snowshoe kann in der Wohnung gehalten werden, wobei ein begrenzter Zugang nach draußen empfohlen wird – etwa in Form eines vernetzten Balkons oder eines gesicherten Gartens.

Fazit: Charmante Sockenträgerin

Die rassetypischen weißen „Socken“ an den Pfoten machen die Snowshoe zu einem echten Hingucker. Aber auch ihr angenehmes Wesen begeistert: Die soziale, menschenbezogene Mieze liebt es zu spielen und zu kuscheln. Allein zu sein, mag sie dagegen gar nicht. Wer diese intelligente, lernfähige Rasse halten möchte, sollte daher unbedingt genügend Zeit für gemeinsame Spiel- und Schmuseeinheiten einplanen.

Steckbrief zur Snowshoe

Kurzinfo:Der Name „Snowshoe“ bedeutet „Schneeschuh“ und weist auf ihre charakteristischen weißen Pfötchen hin.
Widerristhöhe:ca. 35 cm
Gewicht:Kater: bis 5 kg
Kätzinnen: ca. 3 kg
Durchschnittliche Lebenserwartung:ca. 12-16 Jahre
Typische Krankheiten:keine rassespezischen Krankheiten bekannt, vermutlich ähnlich der Siamkatze (Gesäugetumor, Pica-Syndrom, Herzprobleme u. a.)
Wesen:aktiv, freundlich, sozial, neugierig, intelligent, verspielt, gelassen
Fell:kurz, glatt, dicht anliegend, kaum Unterwolle
Fellfarbe:Seal, Chocolate, Blau und Lilac mit Weiß
Erziehungsaufwand:gering
Pflegeaufwand:gering
Bewegungsbedarf:mittel bis hoch
Herkunft:USA

Quellen:


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