Stabyhoun

Verfasst von Jana Schubert
Stabyhoun

Der wenig verbreitete Stabyhoun hat friesische Wurzeln.

Der Stabyhoun ist ein hübscher und aufmerksamer Hund aus dem niederländischen Friesland. Er wird in seiner Heimat als zuverlässiger Hofhund sowie als Vorstehhund zur Jagd genutzt. Was Sie zu diesem wenig verbreiteten Vierbeiner sonst noch wissen sollten, lesen Sie hier.

Aussehen: Wie erkenne ich den Stabyhoun?

Der Stabyhoun ähnelt optisch sehr dem Kleiner Münsterländer. Er kann bis zu 27 Kilogramm schwer werden und macht dabei einen harmonischen Eindruck. Im Idealfall ist er weder übermäßig muskulös noch zu schmächtig geraten.

Überhaupt ist er im positiven Sinne durchschnittlich: Er sieht aus, wie ein Kind einen Hund zeichnen würde.

Der Stabyhound ist mittelgroß, die Augen sind horizontal eingesetzt und eher rund. Obwohl die Augen stets aufmerksam blicken, ist der Gesamtausdruck der Hunde sehr freundlich. Die tief angesetzten Schlappohren bilden ein flauschiges Dreieck. Die leicht gebogene Rute reicht bis zum Sprunggelenk und ist eher tief angesetzt.

Ein Fell wie mit Weichspüler gewaschen

Das mittellange Fell des Stabyhoun ist sein Markenzeichen. Keine Sorge, wenn Sie ständig die Finger in seinem leicht welligen Haarkleid haben möchten: So geht es fast jedem!

Es ist schließlich auch verführerisch weich und seidig. Farblich rangiert das Fell meist im Bereich von schwarz-weiß oder schwarz-braun. Am Rumpf ist es länger als an den Läufen.

Verhalten: Wachsam und scheu gegenüber Fremden

Der unabhängige Stabyhoun beschäftigt sich tagsüber gerne selbst auf seinem Grundstück. Er hat einen natürlichen Trieb, seinen Hof zu bewachen und dessen Grenzen abzulaufen. Sein Zuhause ist ihm heilig und er sieht es als seine Pflicht an, es gegenüber Gefahren zu verteidigen.

Gegenüber Menschen verhält sich der Stabyhoun grundsätzlich friedlich. Er beißt nicht und wird auch nicht aggressiv. Unbekannten Menschen gegenüber zeigt er sich oft zurückhaltend bis scheu.

Sein Vertrauen muss man sich erarbeiten. Wenn er sich jedoch an einen Menschen gewöhnt hat, ist er sehr zutraulich und freundlich.

Wenn Besuch kommt, wird gebellt

Eines sei vorausgesagt: Der Stabyhoun ist kein Kläffer. Allerdings wird er regelmäßig bellen und Alarm schlagen, wenn sich etwas seinem Zuhause nähert. Besuch, der Postbote oder auch heimkehrende Familienmitglieder müssen also damit rechnen, lautstark begrüßt zu werden.

Wenn Sie den Stabyhoun entgegen der Empfehlung in der Wohnung halten, kann das zum Problem werden – Stichwort Lärmbelästigung. Da der Stabyhoun aber ein gut erziehbarer Schüler ist, lassen sich solche Themen in einer Hundeschule angehen.

Gehorsam und gelehrig

Der Stabyhoun eignet sich sehr gut für das Dummy-Training, Jagd- und Fährtenarbeit sowie den Turnierhundesport. Dabei basiert die gute Einsetzbarkeit in diesen Disziplinen auf seinem von Natur aus gehorsamen und gelehrigem Wesen.

Stabyhouns lieben es einfach, Sachen beigebracht zu bekommen und dem Herrchen oder Frauchen zu gefallen. Mit Intelligenz und einem hohen Grad an Aufmerksamkeit erfassen die Tiere rasch Neues und können gelernte Bewegungsabläufe problemlos umsetzen.

Auch verschiedenes Hundespielzeug eignet sich dazu, den Hund immer wieder neu zu begeistern, auch wenn der Stabyhoun nicht übermäßig verspielt ist. Abwechslung hält den Geist fit und das Tier ausgeglichen.

Hat seinen eigenen Kopf Stabyhouns gehorchen Anweisungen in der Regel sofort. Manche Stabyhoun-Besitzer berichten aber auch über eine gewisse Dickköpfigkeit.

Was muss ich bei der Haltung des Stabyhouns beachten?

Der Stabyhoun ist dafür geschaffen, Höfe zu bewachen und als Jagdhund viel Freilauf zu haben. Daher ist er in einem Haus mit etwas Land am besten aufgehoben.

Der Stabyhoun braucht viel Auslauf

Da der Stabyhoun ein sehr umgänglicher Hund ist, wird er sich auch an die Haltung in der Wohnung gewöhnen. Jedoch verlangt er in der Wohnungshaltung noch mehr nach Auslauf und geistiger Anregung.

Kompensieren Sie den engeren Horizont der Wohnung mit vielen Spaziergängen und Streifzügen durch die Natur. Andernfalls droht der unzufriedene Hund sein Wesen zu verändern und aufsässig zu werden. Das ist jedoch pure Langweile!

Ist der Stabyhoun ein Familienhund?

Hundeanfänger können mit dem Stabyhoun glücklich werden, da er über einen guten, leicht lenkbaren Charakter verfügt. Eine Prise Eigensinn und viel Arbeitseifer sollten Sie jedoch nicht abschrecken.

Mit anderen Hunden verträgt sich die Rasse grundsätzlich gut – Katzen hingegen jagt der Stabyhoun mit Vorliebe auf den nächsten Baum. Besonders sanft und liebevoll geht er mit den kleinsten Familienmitgliedern um. Haben Sie also Kinder, können Sie sie bedenkenlos mit dem Hofhund spielen und kuscheln lassen.

Beachten Sie diese Haltungsempfehlungen für den Stabyhoun:

  • Der Hund hat ein gewisses Interesse an selbstständigen Ausflügen, weshalb man ihn nicht aus den Augen lassen sollte.
  • Achtung Jagdtrieb: Der Stabyhoun hat einen ausgeprägten Jagdinstinkt. Greifen Sie lieber öfter zu Leine, wenn Sie im Wald unterwegs sind.
  • Die Rasse ist ihren Menschen treu ergeben. Ein zu strenger oder gar ruppiger Erziehungsstil verunsichert sie daher zutiefst. Erziehen Sie lieber mit liebevoller Zuwendung und freundlicher Konsequenz.
Stabyhoun Welpe © Polarpx / stock.adobe.com
Noch schlägt er nicht Alarm, aber ausgewachsen wird der Stabyhoun zum verlässlichen Hofhund.

Fütterung: Was frisst der Stabyhoun?

Der Stabyhoun ist kein Kostverächter. Sowohl Trockenfutter als auch Nassfutter frisst er gerne. Er hat einen soliden Magen und verträgt vieles. Das ist jedoch kein Argument dafür, ihn mit Resten zu füttern!  Qualitatives Hundefutter bildet die Basis für ein langes und glückliches Hundeleben.

  • Den Hauptanteil des Futters sollte Fleisch mit einer Menge von 80 % ausmachen. Gehen Sie beim Einkauf unnötigen Zusatzstoffen aus dem Weg, vor allem solchen mit Zucker. Der Hund wird es wahrscheinlich gerne fressen, aber gesund ist es nicht.
  • Achten Sie außerdem darauf, dass das Futter für die jeweilige Altersgruppe geeignet ist.
  • Die Futtermenge richtet sich nach Größe, Gewicht und Beanspruchung. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie einen Tierarzt um Rat.

Rohfütterung als Alternative

Der Stabyhoun ist ein Hund, der auch gut mittels Barfen (biologisch artgerechte Rohfütterung) ernährt werden kann, da dies der ursprünglichen Hundenahrung sehr nahekommt. Jedoch ist diese Methode mit einem gehörigen Mehraufwand für den Halter verbunden. So gelingt die Fütterungsmethode:

  • Starten Sie die Rohfütterung erst ab dem ersten Lebensjahr. Bei Welpen ist die Gefahr einer unwissentlichen Unterversorgung zu groß.
  • Stellen Sie Ihren Hund in kleinen Schritten auf das Rohfutter um. Nach einigen Tagen hat sich der Darm an das neue Futter gewöhnt.
  • Manche Hunde mögen den Geschmack von rohem Fleisch nicht. Abhilfe schafft Barfen light, bei dem das Fleisch und Gemüse vor dem Servieren gekocht wird.

Pflege des Stabyhouns

Der Stabyhoun hat zwar langes Fell, aber mit einer Besonderheit: Es gilt als selbstreinigend. Das bedeutet, dass trockener Dreck und Schlamm selbstständig aus dem Fell bröseln und kein größeres Problem darstellen.

Trotzdem kann es nicht schaden, hin und wieder eine Bürste in die Hand zu nehmen. Solche Pflegeeinheiten verstärken die Verbindung zwischen Halter und Hund und machen auch Spaß, wenn sie spielerisch ablaufen.

Stabyhoun © Charlotte / stock.adobe.com
Das Fell des Stabyhoun ist besonders wetterfest.

Gesundheit: Langes Leben ohne Krankheiten

Der Stabyhoun erfreut sich einer guten Gesundheit. Rassetypische Krankheiten sind keine bekannt. Bei zu wenig Bewegung kann es passieren, dass der Stabyhoun etwas moppelig wird.

Dem können Sie aber einfach mit kontrollierter Fütterung und wetterunabhängigen langen Spaziergängen entgegenwirken. Den Stabyhoun interessiert das Wetter nämlich nicht. Sein Fell ist kälte- und nässesicher.

Wie alt wird der Stabyhoun?

Wenn Sie auf ausreichend körperliche Betätigung, gutes Futter und genug geistigen Anspruch achten, wird der Hund circa 14 Jahre alt. Viel Zeit für tolle Erlebnisse mit Ihrem treuen Begleiter!

Herkunft und Geschichte: Woher kommt der Stabyhoun?

Wahrscheinlich gibt es diese Hunde im niederländischen Friesland schon recht lange. Über die tatsächliche Wurzel der Rasse spekuliert man. Es wird angenommen, dass die Urväter der Rasse spanische wie auch französische Spaniel sein könnten, die in die Niederlande importiert wurden.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde dann der Wetterhoun eingekreuzt. Das wetterfeste Fell soll der Stabyhoun von dieser kalten Schnauze geerbt haben. Seit 1960 ist der Stabyhoun als offizielle Rasse vom FCI anerkannt.

Stabyhound oder Stabijhoun? Ein weiterer Name für die Rasse ist Stabijhoun – die niederländische Schreibweise.

Zucht und Anschaffung: Wo gibt es einen Stabyhoun zu kaufen?

Der Stabyhoun ist nicht sehr weit verbreitet, weshalb sich seine Zucht auf seine Heimatregion in den Niederlanden konzentriert. Wahrscheinlich werden Sie dort hinfahren müssen, um einen Stabyhoun-Welpen kaufen zu können.

Rechnen Sie damit, ein wenig auf einen verfügbaren Welpen warten zu müssen, da der Markt recht klein ist.

Was kostet ein Stabyhoun?

In den Niederlanden gibt es sowohl günstigere Hobbyzüchter als auch professionelle, teurere Profizüchter. Je nachdem, ob man sich an einen Profi- oder Hobbyzüchter wendet, können die Preise für Stabyhoun-Welpen zwischen 500 und 1.000 Euro variieren.

Tipp: Achten Sie immer auf eine saubere Zuchtlinie und machen Sie sich vor Ort ein Bild von der Zuchtstätte.

Fazit zum Stabyhoun

Der Stabyhoun ist ein ausgeglichener Hund, der Haus und Hof mit Hingabe bewacht. Seine größten Vorzüge sind sein flauschiges Fell und sein Allroundcharakter. Aktivität und Familie lassen sich mit diesem Hund wunderbar und unkompliziert vereinen.

Allein bei der Verfügbarkeit von Welpen müssen Sie etwas Geduld mitbringen und mit Aufwand bei der Beschaffung rechnen. Bei einer Lebenserwartung von 14 Jahren ist das aber eine lohnende Investition.

Steckbrief zum Stabyhoun

Besonderheiten: Der Stabyhoun ist ein hoftreuer, freundlicher Vorstehhund aus den Niederlanden, der durch Ruhe und Wachsamkeit besticht. Sein Fell ist besonders wetterfest.
Charakter: wachsam, gelehrig, freundlich
Widerristhöhe: Rüde: 50 – 53 cm Hündin: 48 – 51 cm
Gewicht: Rüde: 22 – 27 kg Hündin: 18 – 23 kg
Fell: langes, leicht gewelltes Fell gescheckt in schwarz, braun mit weißen Abzeichen
Fellpflege: nicht zu intensiv, regelmäßiges Bürsten ist sinnvoll
Auslauf: bewegungsfreudig, braucht regelmäßige, ausgiebige Spaziergänge
Anfängerhund: bei guter Erziehung und ausreichend Auslastung als Anfängerhund geeignet
Bellen: bellt bei Besuch
Lebenserwartung: 13 – 14 Jahre
Typische Krankheiten: sehr robuste Gesundheit, keine rassetypischen Erkrankungen bekannt
Preis: 500 – 1.000 €
FCI-Gruppe: Gruppe 7: Vorstehhunde
Herkunft: Friesland, Niederlande

Quelle:


Jana Schubert
Profilbild von zooplus Magazin Autorin Jana Schubert

Schon als Baby habe ich lieber mit unserer Perserkatze gekuschelt als mit meinem Teddy. Später ging ich meinen Eltern so lange auf die Nerven, bis ich ein Pferd adoptieren durfte. Mit meinen Tieren habe ich viel erlebt. Und auch wenn das Leben mit Tieren nicht immer einfach ist, kommt für mich kein anderes in Frage. Denn Tiere berühren mich an einer Stelle meiner Seele, wo sonst nichts und niemand hinkommt. Diesen Zauber spüre ich sogar, wenn ich über Vierbeiner schreibe. Ich hoffe, etwas davon kommt bei Ihnen an.


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