Retro-Mops

Retro-Mops schaut in die Kamera.

Der Retro-Mops ist sportlicher und weniger extrem in seinem Aussehen als der „normale“ Mops.

Möpse kennt jeder – aber Retro-Möpse? Was nach einem hippen Trend klingt, hat einen ernsten und ambitionierten Hintergrund. Denn der Retro-Mops steht für den Versuch, dem beliebten Gesellschaftshund Mops mehr Gesundheit und Lebensqualität zu ermöglichen.

Aussehen des Retro-Mops: Gesünder und sportlicher

Ein Retro Mops sieht aus wie ein Mops – genauer gesagt, wie ein Mops aus den 1950er- oder 1960er-Jahren. Denn seitdem hat die Mops-Zucht eine ungesunde Richtung eingeschlagen. „Mopsig“ steht heute für „plump“ und „unbeweglich“.

Fakten zum Retro-Mops

Der Retro-Mops orientiert sich an folgendem Standard:

  • Gewicht: acht bis zwölf Kilogramm, also schwerer als der „normale“ Mops
  • Widerristhöhe: 32 bis 38 Zentimeter
  • stumpfe, quadratische Schnauze
  • breiter Kiefer
  • gerader Nasenrücken mit wenig Falten
  • offene Nasenlöcher für freies Atmen
  • kleine Ohren, die nach vorne fallen
  • ovale, ins Gesicht eingebettete Augen
  • geringelte Rute
  • kurzes glattes Fell in allen Beige-Tönen sowie Silber und Schwarz
  • erlaubt: geschecktes und gestromtes Fell

Insgesamt wirkt der Retro-Mops sportlicher, beweglicher und weniger „extrem“ als das, was viele heute als „Mops“ kennen. Normale Augen statt „Glupschaugen“, keine zu pflegenden Hautfalten, eine Nase, die Atmen erlaubt – all diese optischen Unterschiede zielen auf eine Verbesserung der Lebensqualität ab.

Welchen Charakter hat ein Retro-Mops?

Der Retro-Mops ist ein kluger Vierbeiner, der sich gerne eng an seinen Menschen bindet und mit ihm zusammenarbeitet. In einer seriösen Zucht unterscheidet sich das Wesen von Retro-Möpsen wenig von den „normalen“ Vertretern der Rasse.

Wesen

Ob „Retro“ oder nicht: Möpse sind unkomplizierte Begleithunde. Retro-Möpse sind bewegungsfreudiger als ihre Verwandten mit den kaum vorhandenen Schnauzen. Sie passen sich gut an den Alltag mit ihrem Menschen an, neigen kaum zum Bellen und sind – eine gute Sozialisierung vorausgesetzt – freundlich zu Mensch und Tier.

Den Retro-Mops erziehen

Mit Konsequenz, Motivation und ein wenig Geduld ist es kein Problem, einen Retro-Mops zu erziehen. Denn der Vierbeiner mag es, gemeinsam mit seinem Zweibeiner zu arbeiten.

Militärischen Gehorsam dürfen Sie jedoch nicht erwarten – dafür ist seine Persönlichkeit zu unabhängig. Hat der Mops keine Lust, hat er eben keine Lust. Dennoch können Sie ihm einen guten Grundgehorsam vermitteln.

Der Retro-Mops kann einen geringen Jagdtrieb mit sich bringen, da sich unter seinen Vorfahren Parson Russell Terrier oder Beagle befinden können.

Pflege und Haltung des Retro-Mops: Pflegeleichter Familienhund

Die Fellpflege des Retro-Mops stellt die Halter kaum vor Herausforderungen. Denn das kurze, glatte Fell verfilzt nicht. Dennoch sollten Sie ihn alle paar Tage bürsten oder mit einem Gummi-Massagehandschuh pflegen. So sammeln Sie viele überschüssige Haare ab, die sich ansonsten in Ihren vier Wänden verteilen. Der Retro-Mops neigt zum Haaren.

Geringe Gefahr entzündeter Hautfalten

Anders als bei Mops-Verwandten mit extrem verknautschten Gesichtern soll der Retro-Mops nur minimale Gesichtsfalten haben. Diese sind darum viel leichter zu pflegen. Das Risiko für Entzündungen der Hautfalten ist minimiert. Auch die Augen sind weniger empfindlich. Die Schlappohren sollten Sie aber regelmäßig säubern.

Eignet sich der Retro-Mops als Familienhund?

Die neue alte Mops-Variante eignet sich hervorragend für Familien. Er mag Kinder, doch sollten Sie kleine Kinder nie unbeaufsichtigt mit dem Mops lassen. Da Retro-Möpse außerdem etwas fitter sind als ihre schweratmenden Artgenossen, sind sie auf Ausflügen gute Begleiter. Auch Rentner, die gerne mit ihrem Hund draußen sind, können mit dem Retro-Mops glücklich werden.

Verträgt der Retro-Mops sich mit Katzen?

Da Retro-Möpse aufgeschlossen und freundlich sind, vertragen sie sich in der Regel gut mit Katzen. Eine Ausnahme können Hunde sein, die schlechte Erfahrungen mit Samtpfoten gemacht haben.

Stadt- oder Landhund?

Ob Stadt oder Land – Hauptsache mitten im Rudel. Der Mops fühlt sich überall wohl, wo sein Mensch ist. Die Vierbeiner passen außerdem zu Menschen, die ihren Hund mit ins Büro nehmen können.

Sport und Aktivitäten mit dem Retro-Mops

Wer einmal einen extrem gezüchteten Mops beim normalen Gassigang gesehen hat, weiß: Die Vierbeiner sind mit Gehen bereits ausgelastet. Sportliche Aktivitäten fallen also flach.

Beim Retro-Mops schaut dies besser aus, aber eine Sportskanone ist er nicht. Sie können mit ihm täglich einige Kilometer in gemütlichem Tempo zurücklegen. Der Vierbeiner ist aber auch mit weniger Bewegung zufrieden.

Agility oder bewegungsintensive Sportarten wie Flyball passen nicht zum Retro-Mops. Aber Apportieren in seinem Tempo, Zerr- und Intelligenzspiele eignen sich prima, um den Mops auszulasten. Auch kleine Tricks, zum Beispiel via Clicker-Training, und Suchspiele machen manchen Retro-Möpsen Freude.

Was ist beim Kauf eines Retro-Mops zu beachten?

Obwohl der Retro-Mops für eine Hundezucht steht, die Wert auf Gesundheit legt, ist dies leider nicht bei allen „Anbietern“ selbstverständlich. Denn mittlerweile kommen findige Nachahmer auf die Idee, Retro-Möpse zu verkaufen, die schlicht Mops-Mischlinge sind. Retro-Mops-Züchter kreuzen zwar Fremdrassen ein – allerdings kontrolliert und mit dem Ziel, den Mops-Anteil in den Folgegenerationen wieder zu erhöhen.

Der Kauf eines Retro-Mops sollte gut geplant sein: In Deutschland ist beispielsweise die Züchtergemeinschaft Retromops eine gute Anlaufstelle für Interessierte. Einige Züchter haben allerdings lange Wartelisten. Der Preis für einen Retro-Mops beträgt 900 Euro und mehr.

Spielender Retro-Mops
Der Retro-Mops ist keine Sportskanone. Dennoch tobt er gerne auch mal herum.

Mopsfidel: Gesundheit

„Der Kopf ist rund, damit die Gedanken die Richtung ändern können.“

Beim Mops stammen die meisten gesundheitlichen Einschränkungen von seinem kugelrunden Kopf – Zeit, etwas zu ändern! Retro-Mops-Züchter setzen genau bei den Punkten an, die den Mops in den Augen vieler Tierfreunde zur „Qualzucht“ machen. Denn für sie zählt Gesundheit zu den wichtigsten Zuchtzielen.

Zu untersuchende Erbkrankheiten

  • Hüftdysplasie (HD) via Röntgen
  • Patellaluxation (PD) via Röntgen
  • Nekrotisierende Meningoenzephalitis (auch: „Pug Dog Encephalitis“, PDE) via Gentest
  • Primäre Linsenluxation (PLL) via Gentest
  • May-Hegglin-Anomalie (MHA) via Gentest
  • Progressive Retinaatrophie (PRA) via Gentest
  • Late Onset Ataxia (LOA) via Gentest
  • Von-Willebrand-Erkrankung Typ 1 via Gentest
  • Spinocerebelläre Ataxie (SCA) via Gentest
  • Imerslund-Gräsbeck-Syndrom (IGS) via Gentest

Dies ist eine lange Liste. Doch die Gentests sind vor allem zum Start der Zucht wichtig. Sind die Elterntiere „frei“, reicht oft ein entsprechender Nachweis im Stammbaum. Durch gründliche Auswahl steht die Retro-Mops-Zucht auf soliden Füßen. Obwohl die Züchter viel Wert auf eine längere Schnauze legen, kann es beim Retro-Mops zu Brachykephalie und damit zu Atembeschwerden kommen.

Ernährung: Das Gewicht im Auge behalten

Rund um die Ernährung gibt es bei einem Retro-Mops nicht mehr oder weniger zu beachten als bei der Mops-Ernährung. Allerdings können einige der Vierbeiner zu Übergewicht neigen. Eine Veranlagung, die beim „normalen“ Mops ausgeprägter ist. Achten Sie auf bedarfsgerechte Portionen. Setzen Sie ein hochwertiges Trockenfutter statt fettiger Snacks zum Trainieren ein und passen Sie die Tagesration entsprechend an.

So alt werden Retro-Möpse

Ein gesunder Retro-Mops kann 15 Jahre und älter werden.

Geschichte des Retro-Mops: Zurück zum ursprünglichen Mops

Die Bezeichnung „Retro-Mops“ ist (Zucht-)Programm: Die Züchter gehen zurück zu den Ursprüngen. Doch dabei ernten sie auch Kritik.

Geschichte des Mops

Vermutlich stammt der Mops aus dem Kaiserreich China, wo er für den Adel gezüchtet wurde. Zu Beginn der Neuzeit kam er in die Niederlande und eroberte von hier aus die Salons vieler reicher Damen in ganz Europa. Ab Beginn des 20. Jahrhunderts wuchs das Interesse. Rund 100 Jahre später ist der Mops dann zum Modehündchen geworden.

Leider ist die ursprüngliche Optik dabei Extremen gewichen: Die Augen quellen regelrecht aus dem kleinen, faltigen Kopf hervor. Die Atemwege leiden unter der platten Schnauze. Der Mops in dieser extremen Form gilt heute vielen als Qualzucht. In den Niederlanden sind bereits Zuchtverbote erfolgt. Seriöse Züchter bemühen sich darum um neue Wege. Und hier kommt der Retro-Mops ins Spiel…

Zurück zu den Wurzeln

Retro-Mops-Züchter haben sich von den Standards der Mops-Zucht abgewendet. Sie stellen ihre Hunde nicht aus und kreuzen Fremdrassen ein – in der Mops-Zucht der FCI ein Tabu. Kritiker werfen den Retro-Züchtern vor, Mischlinge zu züchten. Doch seriöse Retro-Mops-Freunde verfolgen mit Einkreuzungen gezielt den Plan zurück zum 100-prozentigen Mops vor rund 60 Jahren.

Anders als bei Mischlingen oder Designer Dogs verpaaren sie gezielt Folgegenerationen miteinander, um einen einheitlichen Phänotyp zu erschaffen. Dennoch: Die Retro-Mops-Zucht bleibt unter Mops-Fans ein kontroverses Thema.

Gibt es Alternativen zum Retro-Mops?

Sie lieben Möpse, möchten aber die Zucht von unter Atemproblemen leidenden Tieren nicht unterstützen? Eine gute Idee – und nicht nur Retro-Mops-Züchter können diesen Wunsch wahr werden lassen.

Eine Alternative bieten Zuchtprogramme, die von der FCI unterstützt werden. Hierzu zählt „Mops 2.0“, ein Projekt im „Club für den Mops“. Die Züchter kreuzen keine fremden Rassen ein, sondern wählen ausschließlich Möpse mit einem geringeren Grad der Brachykephalie aus, die über einen FCI-Stammbaum verfügen. Noch sind diese Möpse jedoch nicht käuflich zu erwerben.

Eine weitere Möglichkeit sind „Altdeutsche Möpse“. Dabei handelt es sich ebenfalls um reinrassige Möpse, die gezielt nach altem Vorbild miteinander verpaart werden.

Achtung: Häufig werben unseriöse Vermehrer mit der Bezeichnung „Altdeutscher Mops“, obwohl es sich um Mischlinge handelt! Ähnliches gilt für den Pugpuggle und dessen Ursprung, den Designer Dog Puggle. Alternative Rasse sind übrigens der Boston Terrier und die Französische Bulldogge.

Tipp: Auch im Tierheim warten viele Möpse und ähnliche Vierbeiner auf ein neues Zuhause.

Fazit: Gesundheit und Wohlergehen stehen an erster Stelle

Keine Frage: Der Retro-Mops ist ein rundum sympathisches Kerlchen! Doch die Zucht bleibt unter Hundefreunden umstritten. Informieren Sie sich darum vor einem Kauf ausführlich. Denn findige Vermehrer wittern die Chance auf schnelles Geld, wenn sie Mops-Mixe mit dem Etikett „Retro“ versehen. Dennoch: Ein Mops, bei dem Gesundheit und Wohlergehen des Tieres oberste Priorität haben, ist sicher eine sinnvolle Idee.

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