Australian Terrier

Verfasst von Kerstin S.

Das soll ein Aussie sein? Na klar! Ein Australian Terrier! Wir stellen den (Kose-) Namensvetter des Australian Shepherds, den Australian Terrier, vor.

australian terrier hund sitzt vor see

Der fröhliche Australian Terrier ist alles andere als ein Schoßhündchen.

Aussehen: Was macht den Australian Terrier aus?

Der FCI-Standard beschreibt den Australian Terrier als „einen der kleinsten Arbeitsterrier“. Auf den ersten Blick erinnert er an eine kühnere, wildere und größere Version eines Yorkshire Terriers.

Größe und Gewicht des Australian Terriers

Der kräftige Hund hat eine Schulterhöhe von 25 Zentimetern und eine längliche Silhouette. Hündinnen sind etwas kleiner. Der Aussie bringt ein Gewicht von etwa 6,5 Kilogramm auf die Waage.

Der Schädel ist lang, flach und mäßig breit mit leichtem Stopp. Die Augen sind klein, oval und dunkelbraun. Die Ohren des Australian Terriers sind ebenfalls klein, aufrechtstehend und spitz zulaufend.

Die Rute des kleinen Aussies

Ursprünglich wurde die Rute oft kupiert, was heute in den meisten europäischen Ländern glücklicherweise verboten ist. Die Rute des Australien Terriers soll außerdem – laut Rassestandard der FCI – in jedem Fall hoch angesetzt und hoch getragen werden. Dabei soll sie aber nicht über den Rücken gezogen werden.

Wie sieht das Fell aus?

Der Aussie hat ein harsches Haarkleid von ungefähr sechs Zentimetern Länge mit kurzer, weicher Unterwolle. Um den Hals ist eine deutliche Krause erkennbar. An dieser Stelle ist das Fell länger.

Es gibt bei dieser Hunderasse zwei Farbvarianten: verschiedene Blautöne mit loh sowie sandfarben/ rot. Dem Standard entsprechend sind Schattierungen und weiße Abzeichen unerwünscht.

infografik zum australian terrier © zooplus

Temperament: Wie ist der Charakter des Australian Terriers?

Obwohl der Australian Terrier sich – typisch Terrier – durch eine starke Persönlichkeit auszeichnet, ist er umgänglich und anpassungsfähig.

Kleiner Tausendsassa

Fröhlich, verspielt und immer für eine gemeinsame Unternehmung zu haben: Der Australian Terrier ist ein sympathischer, robuster Hund. Er geht eine enge Bindung zu seinem Menschen ein und ist anderen Zweibeinern gegenüber aufgeschlossen.

Trotz seiner Größe ist der Australian Terrier selbstbewusst, manchmal draufgängerisch. Wird er im Welpen- und Junghundealter gut sozialisiert, sollten diese typischen Terrier-Eigenschaften bei kontrollierten Begegnungen mit Artgenossen jedoch kein Problem sein.

Kluges Köpfchen

Wie alle Terrier ist auch der Aussie keinesfalls ein Schoßhund. Denn als Arbeitshund braucht er ausreichend Kopf- und Beinarbeit, um zufrieden zu sein.

Der als klug charakterisierte Australian Terrier versteht schnell, was sein Mensch von ihm möchte. Er lässt sich leicht erziehen und passt sich gerne dem Alltag seines Halters an, sofern er dabei sein kann. Natürlich gilt es, den typischen Terrier-Dickkopf zu berücksichtigen. Denn der Vierbeiner bringt viel eigene Persönlichkeit mit.

Bellen australische Terrier viel?

Da der Australian Terrier wachsam ist und vor allem Rüden gerne Territorialverhalten zeigen, sollten Sie sein Bellen von klein auf in geordnete Bahnen lenken.

Seine Vorfahren waren begnadete Ratten- und Schlangenjäger, was beim Freilauf zu berücksichtigen ist. Mauselöcher oder Ratten können den Terrier schnell seine gute Kinderstube vergessen lassen.

Lesen Sie hier hilfreiche Tipps rund um das Anti-Jagd-Training.

Sandfarbener Australian Terrier auf grüner Wiese. © Mikkel Bigandt / stock.adobe.com
Der Australian Terrier liebt lange Spaziergänge.

Haltung: Ist der Australian Terrier für Anfänger geeignet?

Der Australian Terrier bereitet auch Anfängern unter den Hundehaltern viel Freude. Denn aus dem ursprünglichen Arbeiter ist ein echter Begleit- und Familienhund geworden.

Zu wem passt der Australian Terrier?

Der Hund vom anderen Ende der Welt bringt viele Eigenschaften mit, die ihn für zahlreiche Hundefreunde attraktiv machen. Daher passt er zu Familien ebenso wie in Single-Haushalte.

Mit Katzen lässt er sich gut vergesellschaften. Jedoch sollten Kleintiere wie Meerschweinchen vor dem leidenschaftlichen Rattenjäger geschützt sein.

Arbeitswilliger Zwerg

Stadt oder Land? Wohnung oder Haus? Dem Australian Terrier ist es egal. Hauptsache, er hat ausreichend Auslauf und Beschäftigung! Auch bewegungsfreudige Senioren können einen Australian Terrier wunderbar halten, sofern sie ihm einiges an geistiger und körperlicher Auslastung bieten.

Interessenten sollten immer im Hinterkopf behalten, dass dieser Hund ursprünglich ein Arbeitshund war, so niedlich er auch aussehen mag. Für eher gemütliche Menschen, egal ob jung oder alt, eignen sich daher vor allem ältere Vertreter der Rasse.

Ist der Aussie ein Kinderhund?

Der kleine Terrier versteht sich meist sehr gut mit Kindern. Dabei gilt, auch wenn der Australier noch so klein ist: Mit einem Baby oder Kleinkind sollten Sie ihn nie unbeaufsichtigt lassen. Wenn ältere Kinder rücksichtsvoll mit ihm umgehen, können Hund und Kind zum echten Dream-Team werden.

Beschäftigung: Spiel und Spaß mit dem Energiebündel

Der Australian Terrier liebt es, mit Ihnen gemeinsam auf der Couch zu liegen – wenn er vorher ausreichend Bewegung hatte. Denn trotz der kleinen Größe ist dies kein Hund für Stubenhocker. Er genießt lange Spaziergänge. Zudem sollte eine geistige Auslastung für das kluge Köpfchen nicht fehlen.

In seiner Heimat kam der Terrier sogar als Hütehund zum Einsatz, was zeigt, wie robust und engagiert er sein kann. Auch viele Hundesportarten eignen sich für das kleine Energiebündel. Hierzu zählen Agility für kleine Hunde, aber auch Nasenarbeit oder das Lernen von Tricks.

Inspirationen gesucht? Hier finden Sie alle Hundesportarten im Überblick!

australian terrier hund läuft über rampe © Mark Herreid / stock.adobe.com
Agility macht vielen Aussies Freude.

Ernährung: Was gibt es beim Aussie zu beachten?

Kleine Hunde wie der Aussie haben im Vergleich zu größeren Artgenossen einen höheren Grundumsatz. Um ausreichend mit Energie und Nährstoffen versorgt zu sein, sollten sie mehrmals täglich kleinere Portionen zu fressen bekommen.

Empfehlenswert ist ein hochwertiges Futter, das speziell für kleine Rassen entwickelt wurde. Bei Trockenfutter sollte darauf geachtet werden, dass die Pelletgröße zum kleinen Mäulchen des Aussies passt. Das erleichtert das Kauen und unterstützt die Verdauung.

Weitere Tipps rund um die gesunde Hundeernährung lesen Sie in unserem Magazin:

Pflege: Wie hoch ist der Aufwand?

Der Australian Terrier hat harsches Fell mit weicher Unterwolle, das Sie regelmäßig in Form zupfen sollten. Alternativ können Sie es alle paar Wochen beim Hundefriseur professionell trimmen lassen.

Verlieren Australian Terrier viele Haare?

Bürsten Sie den Australier einmal die Woche, um Verfilzungen vorzubeugen. Halten Sie das längere Haar zudem frei von Mitbringseln aus Wald und Flur. Ein großer Vorteil: Diese Rasse verliert kaum Haare.

Insgesamt ist der Vierbeiner im Vergleich zu vielen anderen kleinen Hunden sehr pflegeleicht. Manche Vertreter der Rasse neigen jedoch zu Ohrenentzündungen. Kontrollieren Sie die Ohren darum regelmäßig und reinigen Sie die Lauscher, wenn nötig.

Informieren Sie sich hier rund um die Hundepflege:

Gesundheit: Welche Krankheiten können auftreten?

Australian Terrier sind robuste Hunde, die vereinzelt eine Disposition für bestimmte Erkrankungen mitbringen können. Zu diesen Krankheiten gehören Diabetes, allergische Hauterkrankungen, progressive Retinaatrophie (PRA) und Patellaluxationen.

Wie alt werden Australian Terrier?

Die kleinen Aussies haben eine Lebenserwartung von durchschnittlich 11 bis 15 Jahren. Mit einer hundegerechten Ernährung leisten Sie einen entscheidenden Beitrag zu einem langen und gesunden Hundeleben.

Geschichte: Australier mit europäischen Wurzeln

Anders als der amerikanische Australian Shepherd stammt der Australien Terrier tatsächlich aus Australien. Seine Wurzeln reichen zurück bis nach Europa.

Die Vorfahren der Rasse kamen mit schottischen Siedlern auf den fünften Kontinent, wo sie Allrounder auf vier Pfoten waren. Bewachen, hüten, Schlangen töten – all dies meisterten die kleinen Energiebündel mit großem Geschick.

Seltene Rasse

1880 war der Australian Terrier erstmals auf einer Ausstellung in Australien zu sehen. Die offizielle Zucht startete 1921 mit der Gründung des Australian Terrier Clubs und dem Erstellen des Zuchtstandards.

In Europa ist diese Hunderasse noch ein echter Geheimtipp. So kamen die ersten Vertreter vor zirka 50 Jahren nach Deutschland, wo der Vierbeiner auch heute sehr selten anzutreffen ist.

Zucht und Kauf: Wo finde ich meinen Aussie?

Wer einen Australian Terrier einziehen lassen möchte, wendet sich am besten an einen Züchter, der nach den Richtlinien der FCI züchtet. Hier ist sichergestellt, dass die Eltern einen Stammbaum haben und nur typgerechte, gesunde Tiere in die Zucht gehen.

In Deutschland ist die Rasse selten: 2024 sind lediglich 15 Welpen dem VDH gemeldet worden, die Zahlen sind rückläufig. In vielen anderen Ländern gibt es nur eine Handvoll Züchter. Daher ist es gut möglich, dass Sie viel Zeit und einige Kilometer einplanen müssen, wenn Sie an einem Aussie-Welpen interessiert sind.

Ein Terrier aus dem Tierschutz

Im Tierheim ist diese seltene Rasse nur mit sehr viel Glück zu finden. Ein Besuch vor Ort lohnt sich dennoch, vielleicht erobert ja ein anderer Terrier oder ein Mix Ihr Herz. Eine gute Anlaufstelle ist auch der Club für Terrier, der regelmäßig Terrier in Not in ein neues Zuhause vermittelt.

Was Sie über das Thema Hundekauf wissen müssen, erfahren Sie in unserem Magazin:

Kurz und knapp: Die häufigsten Fragen zum Australian Terrier

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen rund um den quirligen Zwerg aus Down Under.

Gibt es eine Kurzhaar-Variante der Rasse?

Das Fell des Aussies soll laut Rassestandard eine Fellkrause rund um den Hals bilden, die jedoch erst im Alter von ca. drei Jahren voll entwickelt ist. Einen komplett kurzhaarigen Aussie gibt es nicht.

Was sind die Vor- und Nachteile des Australian Terriers?

Der Australian Terrier ist ein anhänglicher, anpassungsfähiger Vierbeiner mit pflegeleichtem Fell. Allerdings sollte man ihn nicht unterschätzen: Er besitzt einen ausgeprägten Jagdtrieb und kennt vor allem bei Mäusen und Ratten oftmals kein Halten mehr. Er braucht trotz seiner kleinen Körpergröße viel Beschäftigung, ist wachsam und bellfreudig.

Wie lange kann ein Aussie alleine bleiben?

Der Australian Terrier ist ein arbeitswilliger Hund, der sich allein zu Hause schnell langweilt. Dieser menschenbezogene Hund sollte daher nicht lange ohne seine geliebte Familie auskommen müssen – andernfalls drohen Verhaltensprobleme wie übermäßiges Bellen oder Zerstörungswut.

Sind Australian Terrier schwer zu erziehen?

Er ist zwar nicht grundsätzlich schwer zu erziehen, aber dennoch gehört der Aussie zu den etwas anspruchsvolleren kleinen Hunderassen. Sein Jagdtrieb und sein terriertypischer Eigensinn müssen mit Geduld und Konsequenz in die richtigen Bahnen gelenkt werden. Doch das sollte dank seiner Lernfreude und seiner hohen Intelligenz auch für Anfänger zu managen sein – am besten mit professioneller Unterstützung durch eine Hundeschule oder einen Hundetrainer.

Fazit: Sympathisches Kerlchen

Wer auf der Suche nach einem verträglichen, rundum sympathischen kleinen Terrier ist, trifft mit dem Aussie eine tierisch gute Wahl. Wenn Hundefreunde den arbeitsfreudigen Vierbeiner aufgrund seiner Größe nicht unterschätzen, finden sie in ihm einen wunderbaren Gefährten.

Steckbrief zum Australian Terrier

Besonderheiten:Der Australian Terrier entstand im 19. Jahrhundert aus der Kreuzung britischer Terrierrassen wie Yorkshire Terrier, Dandie Dinmont Terrier und Cairn Terrier. Er gilt als arbeitsfreudig und robust.
Charakter:lebhaft, mutig, fröhlich, selbstbewusst
Widerristhöhe:ca. 25 cm, Hündinnen etwas weniger
Gewicht:ca. 6,5 kg, Hündinnen etwas weniger
Fell:harsches, glattes, dichtes Deckhaar mit weicher Unterwolle und Haarkrause am Hals; in Blau mit Loh, Sandfarben oder Rot
Fellpflege:geringer Aufwand
Auslauf:braucht viel Auslauf und Beschäftigung
Anfängerhund:eher ja
Bellen:wachsam und bellfreudig
Lebenserwartung:ca. 11-15 Jahre
Typische Krankheiten:Ohrenentzündung, Patellaluxation, allergische Hautkrankheiten
Verwendung:Familien- und Begleithund, Hütehund, Wachhund, Jagdhund
FCI-Gruppe:3. Terrier
Bewegungsbedarf:hoch
Herkunft:Australien

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Quellen:


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Das zooplus-Forum war für mich der Einstieg ins freiberufliche Schreiben: Hier kamen 2011 interessierte Katzenfreunde zusammen, um ein eigenes Print-Magazin namens „Pfotenhieb“ zu entwickeln. Neben meinem Germanistik-Studium durfte ich einige Beiträge für den „Pfotenhieb“ verfassen. Heute widme ich mich, mittlerweile als glückliche Hundehalterin, vor allem Tier- und Gesundheitsthemen.


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