Neue Langzeitstudie

Kinder, die mit Hunden aufwachsen, sind aktiver

Kind spielt mit Hund auf Wiese
Ballspielen, Gassigehen, Herumtoben: Ein Hund sorgt dafür, dass sich Kinder mehr bewegen.

Viele Kinder erreichen das empfohlene Bewegungsziel der WHO nicht. Ein Hund kann hier Abhilfe schaffen und für jede Menge Spiel und Spaß sorgen.

Mit einem vierbeinigen Freund aufwachsen zu dürfen, hat für Kinder viele gesundheitliche Vorteile. Eine australische Langzeitstudie hat nun neue spannende Erkenntnisse zu diesem Thema gebracht. Ein Forscherteam der University of Western Australia hat nämlich herausgefunden, dass sich Kinder mehr bewegen, wenn sie mit einem Hund zusammenleben.

Langzeitstudie zwischen 2015 und 2021

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchten, inwiefern sich der Besitz, die Anschaffung und der Verlust eines Vierbeiners auf die körperliche Aktivität von Kindern auswirken.

Dazu analysierten sie die Daten aus einer Langzeitstudie, die zwischen 2015 und 2021 durchgeführt wurde. Die Studie hatte die körperliche Betätigung von 600 Kindern zwischen zwei und sieben Jahren gemessen – und zwar anhand von Fitnesstrackern und Elternaussagen.

Mit Hund oder ohne?

204 der teilnehmenden Kinder besaßen während des gesamten Untersuchungszeitraums einen Hund. Bei 58 Kindern zog während der Erhebung ein Hund ein, bei 31 starb der Vierbeiner im Laufe der Studie. 307 Kinder wuchsen ohne Fellfreund auf.

Wie wirkt sich die Anwesenheit eines Hundes nun auf die Bewegungsfreudigkeit der Kids aus? Die Antwort auf ihre Forschungsfrage präsentierten die Wissenschaftler im „International Journal of Behavioral Nutrition and Physical Activity“.

Empfehlungen der WHO

Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) rät, dass sich Kinder zwischen einem und vier Jahren täglich drei Stunden bewegen sollten. Kinder und Jugendlichen zwischen 5 und 17 Jahren sollten wenigstens eine Stunde pro Tag körperlich aktiv sein, um sich physisch und psychisch gesund zu entwickeln. Doch viele Kinder erreichen das Bewegungsziel der Weltgesundheitsorganisation nicht.

Die australische Studie konnte nun belegen, dass sich ein Hund positiv auf das kindliche Aktivitätslevel auswirkt. Gassigehen, Toben, Spielen – die Beschäftigung mit dem vierbeinigen Familienmitglied führt dazu, dass sich die Kids mehr bewegen.

Mädchen profitieren besonders stark

Demnach übten Mädchen mit Hund im Schnitt acht körperliche Aktivitäten mehr pro Woche aus als ihre Geschlechtsgenossinnen ohne Hund. Bei den Jungs waren es sieben körperliche Aktivitäten mehr pro Woche.

Kinder, die während des Untersuchungszeitraums einen Hund bekamen, waren fortan deutlich mehr in Bewegung: Sie steigerten ihre körperliche Aktivität um sieben Einheiten pro Woche. Auch in dieser Untersuchungsgruppe war der beobachtete Effekt bei den Mädchen etwas stärker ausgeprägt: Sie bewegten sich durchschnittlich 52 Minuten pro Tag mehr als Mädchen ohne Hund.

Weitere Forschung nötig

In Familien, bei denen der Hund innerhalb des Erhebungszeitraums verstorben war, wurde ein gegenläufiger Effekt festgestellt. Bei den Jungs nahm die körperliche Aktivität um acht Einheiten pro Woche ab, bei den Mädchen sogar um zehn. Die Forscher vermuten, dass die betroffenen Kinder um ihren vierbeinigen Freund trauerten und die wegfallenden Aktivitäten wie gemeinsame Spaziergänge nicht durch adäquate Alternativen ersetzten.

In ihrer Schlussfolgerung schreiben die Autoren, dass die Studienergebnisse darauf hindeuten, dass sich ein Hund positiv auf das Aktivitätslevel von Kindern auswirkt. Inwieweit das Alter, die Größe und die Rasse des Vierbeiners dabei eine Rolle spielen würden, müssten nun weitere Studien zeigen.

Vielfältige positive Effekte

Gewusst? Hunde steigern nicht nur die Bewegungsfreudigkeit bei Kindern. Die Tiere senken auch das Risiko, die Hautkrankheit Neurodermitis zu entwickeln, wie eine dänische Studie zeigen konnte. Auch das Allergie-Risiko nimmt ab, wie Forscher am Helmholtz Zentrum München herausfanden. Zudem fördert die Anwesenheit eines Hundes laut einer US-amerikanischen Studie die Konzentrationsfähigkeit der Kleinen.

Was denkst du darüber? Hast du vielleicht schon selbst die positiven Effekte beobachtet, die Hunde auf die körperliche und seelische Gesundheit von Kindern haben können?

Quellen:

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