Rassekatze oder Mischling?

Rassekatze oder Mischling

Sie möchten Ihr Zuhause mit einer oder zwei Katzen teilen? Wunderbar! Doch was für eine Katze soll es sein: Lieber eine Rassekatze mit Stammbaum oder eine kunterbunte Wald-Wiesen-Mischung? Wir geben Tipps, die Ihnen bei der Entscheidung helfen.

Was spricht für den Kauf einer Rassekatze?

Sie suchen ein Kitten einer bestimmten Rasse?

Sie sind Fan einer bestimmten Katzenrasse und möchten gerne eine Jungkatze einziehen lassen? Dann ist ein seriöser Züchter die beste Wahl. Hier bekommen Sie Katzenwelpen mit Abstammungsnachweis. So können Sie über Generationen hinweg die Vorfahren Ihrer künftigen Samtpfote einsehen. Gute Züchter lassen die Gesundheit der Elterntiere auf Herz und Nieren prüfen. Wer auf der Suche nach einem Kitten einer bestimmten Rasse aus verantwortungsbewusster Quelle ist, ist beim Züchter an der richtigen Adresse.

Charaktersache

Warum legen Katzenfreunde sich überhaupt auf eine Rasse fest? Vielen geht es dabei nicht nur um die Optik, sondern auch um bestimmte Charaktereigenschaften. So gelten Siam-Katzen als gesprächig, Britisch Kurzhaar als gemütlich. Fans der jeweiligen Rasse lieben nicht nur die Optik, sie lieben das Gesamtpaket. Züchter wählen Tiere für die Zucht aus, die sich charakterlich gut eignen. Hinzu kommt die umfassende Sozialisierung und Prägung von Samtpfoten aus guter Zucht: Seriöse Züchter setzen sich dafür ein, dass die Kitten wesensfest werden. Sie gewöhnen sie in den ersten Lebenswochen behutsam an viele alltägliche Dinge und geben ihnen ausreichend Zeit, von der Mutter zu lernen. Katzen aus einer verantwortungsvollen Zucht sind darum besonders sozial, menschenfreundlich und offen.

Was spricht gegen den Kauf einer Rassekatze?

Die Tierheime sind voll

Das häufigste Argument gegen Tiere vom Züchter sind die vollen Tierheime: Würde niemand bei Züchtern kaufen, würden diese auch keine weiteren Tiere „produzieren“. Denn das Angebot regelt die Nachfrage. Somit hätten Katzenfreunde nur Katzen aus dem Tierschutz zur Auswahl, die Tierheimen würden leerer. In der Theorie mag das logisch klingen. Doch es wird immer Katzenfreunde geben, die sich in bestimmte Rassen verlieben. Schaut man in die Tierheime, findet man dort selten reinrassige Tiere. Die meisten sind Mischlinge. Natürlich haben auch diese ein gutes Zuhause verdient. Aber verantwortungsvolle Züchter sind nicht für die vielen heimatlosen Tierschutzkatzen verantwortlich zu machen. Dennoch gilt: Wer nicht auf eine bestimmte Rasse festgelegt ist, kann das Leben einer Tierschutzkatze für immer positiv verändern.

Unseriöse Züchter

Ein gutes Argument gegen Rassekatzen sind leider unseriöse Züchter. Manche behaupten beispielsweise, sie bräuchten als reine Liebhaber-Zucht keine Papiere. Fakt ist: Fast alle seriösen Züchter betreiben eine reine Hobby-Zucht. Die Mitgliedschaft in einem Verein und damit „Papiere“ sichern ein Mindestmaß an Kontrolle. Dies betrifft die Reinrassigkeit, die Haltungsbedingungen und Gesundheitskontrollen. Eine Katze ohne Papiere ist darum aus Sicht der meisten Katzenfreunde keine Rassekatze. Ein guter Katzenzüchter hat Grundwissen über Genetik und ein klares Zuchtziel. Als unseriös sind Züchter einzustufen, die jeden Trend mitmachen und Wert auf Extreme statt auf Gesundheit legen. Übergroße Ohren oder viele Kilos bei Maine-Coon-Katzen sind ein Beispiel für solche Extreme. Wirbt ein Züchter damit, sollten Katzenfreunde schnell das Weite suchen. Ebenso bei „Rassekatzen“ zum Schnäppchenpreis – denn eine gute Aufzucht hat ihren Preis.

Rassekatzen sind teurer

Ja, es ist richtig – der Kauf einer Rassekatze schlägt mit einigen Hundert Euro zu Buche. Wer keine Rassevorliebe hat, bekommt mit einem Schützling aus dem Tierheim einen ebenso liebenswerten Mitbewohner für weniger Geld. Eine Rassekatze zum Schnäppchenpreis ist für Tierfreunde keine Alternative. Doch wer älteren Rassekatzen eine Chance geben möchte, kann sich über Rassekatzen in Not informieren. Denn manche Rassekatzen suchen aus verschiedenen Gründen ein neues Zuhause. Spezielle Vereine für die Rasse oder Züchter stellen solche Tiere vor. Allerdings sollte der „günstigere“ Preis nie das entscheidende Argument sein, wenn es um den Einzug eines neuen Mitbewohners geht.

Was spricht für den Kauf einer Mix-Katze?

Chance auf ein neues Leben bieten

Wer alle Katzen mag, kann ein oder zwei Samtpfoten den Traum von einem neuen, liebevollen Zuhause erfüllen. Denn im Tierschutz finden sich vor allem Mischlingskatzen. Schwarze Fellnasen sitzen besonders lange im Tierheim, bevor sie ein neues Zuhause finden. Wer mit dem Herzen entscheidet, achtet nicht auf außergewöhnliche Farben. Wenn Sie eine Mix-Katze einziehen lassen möchten, entscheiden Sie sich für eine „Second-Hand-Cat“!

tabby mischling katze

Mischlings-Kitten

Sie möchten Ihre künftige Katze lieber von klein auf begleiten und erziehen? Auch hier gibt es die Möglichkeit, dem Tierschutz unter die Arme zu greifen. Kitten sind besonders beliebt und sitzen selten länger im Tierheim. Doch wenn es ein Kitten sein soll, können Sie sich im Auslandstierschutz informieren. Viele lokale Tierheime arbeiten mit internationalen Organisationen zusammen. Tipp: Achten Sie darauf, dass die jeweilige Tierschutzorganisation sich auch für die Kastration vor Ort einsetzt.

Überraschungspaket

Mischlings-Katzen eignen sich für alle Katzenfreunde, die offen für Überraschungen sind. Ist die Katze eher gemütlich, redselig, spielfreudig? Lassen Sie sich überraschen! Mit der Zeit lernt jeder Katzenhalter die Eigenarten seines Vierbeiners kennen – und lieben. Manche Samtpfoten haben Schlimmes erlebt und bisher keine guten Erfahrungen mit Menschen gemacht. Hier sind echte Katzenflüsterer gefragt. Sie genießen das Privileg, solchen Katzen das Aufblühen im neuen Zuhause zu ermöglichen.

Was spricht gegen den Kauf von Mischlingskatzen?

Verantwortungslose Katzenhalter

„Biete kleine Katze für 90 Euro“. Solche und ähnliche Anzeigen stehen oft für den Verkauf von Kitten vor der zwölften Lebenswoche – schlimmstenfalls ohne Impfung und Entwurmung. Die Verkäufer sehen oft keine Notwendigkeit, ihre Katze zu kastrieren. Somit sind sie – im Gegensatz zu seriösen Rassekatzen-Züchtern – nicht verantwortungsbewusst. Wenn sich immer wieder Abnehmer für die Kitten finden, ändert sich das nicht. Natürlich ist es schwierig, ein Kitten nicht aufzunehmen, wenn Sie das Gefühl haben, der Halter könnte es ansonsten „entsorgen“. Vielleicht können Sie den Halter zumindest davon überzeugen, den Verkaufspreis in die Kastration der Mutterkatze zu investieren. Grundsätzlich gilt: Wenn Mischling, dann am besten aus dem Tierschutz!

Sind Mischlings-Katzen gesünder als Rassekatzen?

Viele Katzenfreunde denken, dass Rassekatzen „überzüchtet“ seien und darum häufiger krank werden. Bei einem seriösen Züchter ist das jedoch nicht der Fall. Die Elterntiere werden vor dem Einsatz gesundheitlich „auf Herz und Nieren“ geprüft, also nach rassespezifischen Erkrankungen untersucht. Mischlinge können diese Erkrankungen ebenso bekommen. Da hier kein lückenloser Stammbaum vorliegt, erkennen die Halter die Zusammenhänge seltener. Stammt die Fellnase aus unseriöser Quelle, fehlen häufig die Impfungen. Oder es zieht nicht nur eine Samtpfote, sondern mit ihr einige Parasiten ein.

Fazit: Rassekatze oder Mix?

Katzenfreunde sollten sich nicht in zwei Lager spalten: Es gibt sowohl für den Einzug von Rassekatzen als auch für Mixe gute Argumente. Entscheidend ist die Quelle. Rassekatzen-Interessenten sollten sich für einen seriösen Züchter entscheiden. So tragen sie ihren Teil zur Gesunderhaltung der Rasse bei. Mix-Freunde schauen sich am besten im Tierschutz um. Hier warten viele Tiere auf ein neues Zuhause. Sie sind auf der Suche nach zwei Katzen? Natürlich können soziale Mischlingskatzen mit einer Rassekatze zusammenleben. Vor allem Kitten gewöhnen sich schnell aneinander. Ohnehin gilt: Wenn Züchter und Tierschützer zusammenarbeiten, können sie gemeinsam viel Gutes rund um Aufklärung und Katzenhaltung bewirken.

Ob Wald-Wiesen-Mischung, Rassekatze – oder beides: Wir wünschen Ihnen viel Freude mit Ihrer Samtpfote!

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