{"url":"https://www.zooplus.de/magazin/katze/katzengesundheit-pflege/nerven-und-hormonstoerungen-bei-katzen","title":"Nerven- und Hormonstörungen bei Katzen","mag_id":526,"is_single":true,"cat_name":"Katze","sub_cat_id":91,"sub_cat_name":"Katzengesundheit und Pflege","cat_id":9}
Der Katzenkörper funktioniert durch ein fein abgestimmtes Zusammenspiel verschiedenster Elemente. Dieses normalerweise perfekt arbeitende System gerät schnell aus den Fugen. Besonders anschaulich kann man dies anhand von Problemen des Nervensystems, sowie Hormonstörungen bei Katzen sehen.
Das Nervensystem der Katze besteht aus Billionen kleiner Nervenzellen, die alle Organe durchziehen, sich zum Rückenmark vereinigen und deren Schaltzentrale das Gehirn ist. Dieses Netzwerk koordiniert fast alle Sinneseindrücke und Bewegungen des Katzenkörpers, es steuert Bewegungen und Emotionen.
Wie auch bei uns Menschen ist das Katzengehirn die Zentrale des Zentralen Nervensystems. In diesem zwischen 20 und 28 Gramm wiegende Organ, das etwa 3,5 cm lang und breit und 2,5 cm hoch ist, laufen alle Sinneseindrücke der Katze zusammen. Das Gehirn ist für Auswertung, Verknüpfung und Speicherung von Nervenimpulsen zuständig – es entscheidet auch über die Stärke einer potentiellen Reaktion auf Sinnesreize.
Erkrankungen des zentralen Nervensystems
Dieses Informationsnetzwerk kann durch verschiedene Einflüsse gestört werden, darunter Traumata beispielsweise durch einen Unfall, angeborene Erkrankungen oder Infektionen.
Eine bekannte Störung des Zentralen Nervensystems ist die so genannte „Ataxie“. Ataxie-Katzen zeigen starke neurologische Störungen, die sich in einem wackelnden Gang, Koordinationsproblemen, einer Schiefhaltung des Kopfes und oft auch Unsauberkeit äußern können. Die Ursachen der Ataxie können beispielhaft für diverse Störungen des Zentralen Nervensystems genommen werden, denn sie sind ungewöhnlich vielfältig:
Eine Infektionder Mutterkatze mit dem Katzenseuche-Virus, auch Feline Parvovirus genannt, Vergiftungen der trächtigen Katze oder eines Kitten können zur Schädigung des Nervensystems mit den genannten Symptomen führen.
Die Lysosomale Speicherkrankheit, eine vererbbare Stoffwechselstörung, ist ebenfalls als Auslöser bekannt.
Äußere Einwirkungen wie Verkehrsunfälle oder Stürze mit einer Verletzung von Kopf und/oder Rückenmark können das zentrale Nervensystem nachhaltig schädigen.
Doch auch schleichende Erkrankungen wie Wirbelsäulendeformationen und degenerative Erkrankungen des Zentralen Nervensystems schädigen das Nervennetz und können für neurologische Ausfallerscheinungen sorgen.
Nicht zuletzt können auch Katzen unter Hirntumoren oder Schlaganfällen leiden, Störungen des Zentralen Nervensystems sind hier manchmal der einzige Anhaltspunkt, dass etwas nicht stimmt.
Neurologische Ausfallerscheinungen sind immer ein Notfall! Beim ersten Anzeichen dieser ungewöhnlichen Symptome sollte gleich der Tierarzt aufgesucht werden – am Wochenende oder in der Nacht bietet sich der Gang zum tierärztlichen Notdienst an. Abhängig von der jeweiligen Ursache der Symptome kann der Zustand akut, lebensbedrohlich oder chronisch sein. Dennoch sind sie nicht immer ein Todesurteil: Ataxie-Katzen werden beispielsweise oft mit neurologischen Störungen geboren. Wenn der Mensch bereit ist, sich auf ihre kleinen Besonderheiten einzustellen, können die „Wackelkatze“ dennoch ein glückliches und langes Leben führen. Das gleiche gilt für Fellnasen, die unter einem Schlaganfall gelitten haben. Änderungen im Haushalt wie eine Rampe zum leicht erhöhten Katzenbett, Katzentoiletten mit tiefem Eingang und das Verständnis sowie besondere Zuneigung des Menschen können zwar keine Wunder bewirken, der betroffenen Katze aber ein wunderschönes Katzenleben ermöglichen!
Bitte nehmen Sie aber von Ferndiagnosen mittels Internetrecherche Abstand. Eine Diagnose und potentielle Behandlungsmöglichkeiten kann hier nur der Tierarzt stellen!
Genau wie das Nervensystem der Katze besteht auch der Hormonhaushalt unserer Stubentiger aus Millionen kleiner Bestandteile, die im Idealfall nahtlos zusammenarbeiten. Hormone sind körpereigene chemische Substanzen, die Informationen im Organismus übermitteln und so Körperfunktionen und Stoffwechselvorgänge aufrechterhalten und steuern. Gebildet werden Hormone von endokrinen Drüsen im Katzenkörper, sie wandern über die Blutbahnen zu ihrem jeweiligen Zielorgan. Kontrolliert und reguliert wird die Hormonausschüttung über das Gehirn, der Schaltstelle des zentralen Nervensystems.
Das Hormonsystem der Katze ist essentiell für jeden Vorgang im Katzenkörper, von der Bildung von Eizellen über die Regulation des Blutzuckerspiegels und die Verwertung von Nahrungsbestandteilen bis zum Körperwachstum. Es hat einen großen Einfluss auf die Emotionen unserer Stubentiger. Ein ausgeglichener Hormonhaushalt ist so essentiell, damit alle biologischen Prozesse des Katzenkörpers problemlos ablaufen können, Katzenkinder zu gesunden Katzen heranwachsen können und der Stubentiger auch im Alter fit und gesund bleibt. Gerät das Gleichgewicht aus den Fugen, hat dies immense Auswirkungen.
Hormonstörungen bei Katzen
Hormonstörungen bei Katzen können vielfältige Folgen haben. Zu den bekanntesten Erkrankungen des Hormonsystems gehören beispielsweise Schilddrüsenüber- und Schilddrüsenunterfunktion und Diabetes Mellitus.
Erkrankungen der Schilddrüse
Die Schilddrüse steuert viele essentielle Stoffwechselvorgänge und ist darum ein unverzichtbares endokrines Organ des Katzenkörpers. Bei einer Unterfunktion wird der Stoffwechsel der Katze stark reduziert, er läuft auf „Sparflamme“.
Katzen mit Schilddrüsenunterfunktion nehmen oft auffällig an Gewicht zu. Eine Therapie besteht oft in einer Gabe von künstlich hergestellten Schilddrüsenhormonen. Diese müssen lebenslänglich gegeben werden, verringern die Symptome aber immens und erhalten so die Lebensqualität des Tieres.
Eine Schilddrüsenüberfunktion wirkt sich auch auf den Stoffwechsel aus – es kommt zu einer vermehrten Ausschüttung von Hormonen, das Zusammenspiel der Organe gerät aus den Fugen. Typische Anzeichen einer Schilddrüsenüberfunktion sind nervöses Zittern, Gewichtsverlust und vermehrte Futteraufnahme. Abhängig von der Ursache der Überfunktion der Schilddrüse kann diese chirurgisch entfernt oder zerstört werden. Es gibt aber auch medikamentöse Behandlungsmethoden.
Hormonstörungen bei Katzen: Diabetes
Diabetes ist eine immer häufiger auftretende Erkrankung der Katze.
Die als „Diabetes insibitus“ bezeichnete Form der Erkrankung ist eine hormonbedingte Störung des Wasserhaushalts des Katzenkörpers, die sich durch eine extreme Konzentration des Harns zeigt. Diese seltene Art der Diabeteserkrankung wird mit einer durch den Tierarzt erfolgenden Hormongabe behandelt.
Sehr viel häufiger kommt die Erkrankung „Diabetes mellitus“, oft als „Zuckerkrankheit“ bezeichnet, vor. Ihre Ursache liegt oft in einer Störung der Bauchspeicheldrüse, die für die Produktion des Hormons Insulin verantwortlich ist. Eine wichtige Aufgabe, denn Zucker ist die wichtigste Energiequelle des Körpers! Diabetes mellitus Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung. Der Katzenkörper zerstört die Zellen, die für die Insulinproduktion zuständig sind. Diabetes Typ 2 wird oft als „Altersdiabetes“ bezeichnet. Die Körperzellen haben eine sehr hohe Toleranz für Insulin entwickelt und reagieren nicht mehr auf das körpereigene Insulin. Entsprechend leidet ihre Fähigkeit, Zucker im Blut zu verwerten. Die Bauchspeicheldrüse versucht nun, diesen Mangel mit einer erhöhten Insulin-Produktion auszugleichen. Es kommt zu einer Entgleisung des Blutzuckerspiegels. Diabetes Typ 2 bei der Katze wird oft mit einer Regulation des Insulinstoffwechsels behandelt, oft durch die direkte Gabe von Insulin.
Diabetes und Schilddrüsenerkrankungen sind nur zwei Beispiele für Hormonstörungen bei Katzen. Alle Störungen des Hormonsystems sind ernsthaft, sie können nur durch den Tierarzt diagnostiziert und behandelt werden.
Wie kann ich solche Erkrankungen vermeiden?
Die Ursachen von derartigen Erkrankungen sind oft in der züchterischen Auswahl, manchmal aber auch in der Ernährung unserer Hauskatzen zu sehen. Schützen können Sie Ihre Katze nur selten, doch ein gesunder Lebensstil mit Gewichtskontrolle und artgerechter Ernährung sind ein guter Beitrag zur Gesundheit Ihrer Fellnase!
Wichtiger Hinweis: Der Inhalt dient nur zu Informationszwecken und ist nicht als Ersatz für eine professionelle tierärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung gedacht. Wenn Sie Fragen oder Bedenken bezüglich der Gesundheit Ihres Haustieres haben, wenden Sie sich bitte immer an einen zugelassenen Tierarzt.
An der Justus-Liebig-Universität Gießen wurde ich zur Tierärztin ausgebildet und durfte Erfahrungen in verschiedensten Bereichen sammeln.
Seitdem arbeite ich nicht nur als tierärztliche Autorin, sondern auch an meiner Dissertation. Mein Ziel ist es, Tiere vor krankheitserregenden bakteriellen Erregern zukünftig besser zu schützen.
Neben meinem tierärztlichen Wissen teile ich meine eigenen Erfahrungen als glückliche Hundebesitzerin. Dadurch kann ich Ängste und Probleme nachvollziehen und zugleich über diese aufklären.
Das Hundealter lässt sich bekannterweise einfach herleiten: Ein Hundejahr gleicht sieben Menschenjahren – wobei diese beliebte Faustformel ihre Tücken hat und inzwischen als veraltet gilt. Wie lässt sich aber das Katzenalter bestimmen und in Menschenjahre umrechnen? Wie alt werden Katzen überhaupt? Und ab welchem Alter gelten Katzen als Senioren?
Viele Samtpfoten genießen es, sich auf dem Autodach oder dem Balkon die warme Sonne auf ihr Fell scheinen zu lassen. An besonders sommerlichen Tagen und bei großer Hitze kommen aber auch Katzen an ihre Grenzen. Wir haben die besten Sommer-Tipps für Sie zusammengefasst, mit denen Sie Ihre Katze abkühlen können.
Sie sorgen sich, weil Ihre in die Jahre gekommene Samtpfote nicht mehr auf ihren Namen hört? Oder wundern Sie sich, weshalb Ihr Stubentiger seinen Futternapf nicht mehr auf Anhieb findet? Vermutlich hat Ihre Katze ein stolzes Seniorenalter erreicht und braucht jetzt besondere Pflege. Erfahren Sie, wie Sie die Symptome von Altersschwäche bei Ihrer Katze frühzeitig erkennen und ihr ein altersgerechtes Leben bieten.