{"url":"https://www.zooplus.de/magazin/katze/katzengesundheit-pflege/kokzidien-katze","title":"Kokzidien bei der Katze: Symptome und Behandlung","mag_id":340629,"is_single":true,"cat_name":"Katze","sub_cat_id":91,"sub_cat_name":"Katzengesundheit und Pflege","cat_id":9}
Eine Durchfallerkrankung bei der Katze kann verschiedene Ursachen haben. Dazu gehört auch die durch Kokzidien ausgelöste Kokzidiose. Erfahren Sie, wie gefährlich Kokzidien bei der Katze sind, woher sie kommen und wie Sie Ihre Samtpfote schützen.
Kokzidien sind einzellige Darmparasiten, sogenannte Protozoen. Die winzigen Parasiten leben im Darm verschiedener Tierarten und können auch den Menschen befallen.
Kokzidien sind einzellige Parasiten (Protozoen), die im Darm verschiedener Tierarten leben und in seltenen Fällen auch den Menschen befallen können. Die Erkrankung, die sie auslösen, wird als Kokzidiose bezeichnet. Bei der Katze wird sie durch zwei spezifische Arten verursacht: Isospora felis und Isospora rivolta – beide auch unter dem Synonym Cystoisospora bekannt.
Sind Kokzidien gefährlich für meine Katze?
Während einige Arten harmlos sind, führen andere vor allem bei Jungtieren zu schwerem Durchfall. Ob und wie stark eine Katze an einer Kokzidiose erkrankt, hängt von neben der Kokzidien-Spezies auch vom Alter und dem aktuellen Gesundheitszustand des betroffenen Tiers ab.
Bei Katzenwelpen kann eine massiv ausgebrochene Kokzidiose unerkannt und unbehandelt tödlich enden. Bei einer frühzeitigen Diagnosestellung und mit der richtigen Therapie stehen die Heilungschancen jedoch gut.
Ursachen: Wie bekommen Katzen Kokzidien?
In der Regel nehmen Katzen infektiösen Oozysten, die Übertragungsform von Kokzidien, aus der Umgebung auf. Oozysten kommen zum Beispiel im Kot infizierter Tiere vor und können Gras oder Futter kontaminieren.
Darüber hinaus kann es beim Verzehr von rohem Fleisch zu einer Übertragung ruhender Isospora-Stadien, den Dormozoiten, über einen Zwischenwirt, zum Beispiel Mäuse oder andere Nagetiere, und somit zu einer Kokzidiose kommen.
Infektion in jedem Alter möglich
Isospora-Arten der Katze sind weltweit verbreitet und wirtspezifisch. Häufig werden Kitten schon in den ersten Lebenswochen durch die Mutter infiziert. Doch auch ältere Katzen können sich anstecken.
Insbesondere bei Haltungen mit vielen Katzen auf engem Raum kommt es zu einem erhöhten Infektionsdruck, da die Oozysten in der Umgebung mehrere Monate überlebensfähig sind. Bei einer Reinfektion, also einer erneuten Infektion mit dem Erreger, kommt es im Allgemeinen zu keinen klinischen Symptomen, jedoch scheiden die Tiere erneut Oozysten aus.
Vor allem kleine Katzen können sich mit Kokzidien infizieren, die über kontaminiertes Gras oder Futter übertragen werden.
Symptome: Wie machen sich Kokzidien bemerkbar?
Kitten und Jungtiere sind besonders anfällig. Bei einer Infektion leiden sie häufig an breiigem bis wässrigen, teilweise auch blutigem Durchfall. Zusätzlich verursachen Kokzidien bei Katzen Appetitlosigkeit, Abmagerung und Apathie.
Insbesondere bei sekundären bakteriellen oder viralen Infektionen kann es zu schweren Verläufen mit Dehydratation und vereinzelten Todesfällen kommen.
Kann Kokzidiose bei Katzen auch ohne Symptome auftreten?
Ältere Tiere mit einer stabilen Darmimmunität oder Tiere, die sich wiederholt mit Kokzidien infizieren, zeigen meistens keinerlei Symptome. Allerdings können Katzen ohne Symptome zu Erreger-Ausscheidern und somit zu einer Infektionsquelle für andere Tiere werden.
Diagnose: Wie lassen sich Kokzidien bei Katzen nachweisen?
Um eine Kokzidiose bei der Katze sicher nachzuweisen, ist eine Kotuntersuchung erforderlich. Da die Ausscheidung der Darmparasiten nicht ständig erfolgt, ist es ratsam, den Kot Ihres Vierbeiners an mindestens drei aufeinanderfolgenden Tagen zu sammeln.
Die Sammelkotprobe wird mittels des Flotationsverfahrens untersucht und die Kokzidien unter dem Mikroskop identifiziert.
Therapie: Was hilft gegen Kokzidien bei der Katze?
Gegen die Kokzidien selbst können verschiedene Medikamente wie Sulfonamide oder Toltrazuril eingesetzt werden. Die Dosierung und das Behandlungsprotokoll richten sich dabei nach Alter und Gewicht des Tieres, dem eingesetzten Medikament und dem Ausmaß der Infektion.
Intensive Therapie bei besonders jungen und alten Katzen
Bei Katzenwelpen oder älteren Tieren mit massiven Krankheitszeichen ist zusätzlich eine symptomatische Therapie notwendig. Diese richtet sich nach dem Allgemeinzustand des Tieres und wird vom behandelnden Tierarzt individuell angepasst.
Unter anderem können Infusionen zum Ausgleich einer Dehydratation und eines Unterzuckers notwendig sein. Auch weitere Medikamente gegen Durchfall und zur Regeneration des Darm-Mikrobioms oder zur Behandlung weiterer Begleitinfektionen können nötig sein.
Wichtige Hygienemaßnahmen bei einer Kokzidiose der Katze
Ein wichtiger Punkt, den Halter bei der Behandlung einer Kokzidiose ihrer Katze nicht vergessen sollten, sind Hygienemaßnahmen. Ansonsten kommt es zu Reinfektionen der Welpen und der Therapieerfolg bleibt aus.
Zu den vorgeschlagenen Hygienemaßnahmen bei Kokzidien gehört:
Kontaminierte Oberflächen gründlich reinigen (optimal mit Dampfstrahler) und mit einem geeigneten Desinfektionsmittel desinfizieren
Prognose: Wie stehen die Heilungschancen, wenn die Katze Kokzidien hat?
Mit einer Kombination aus intensiver Therapie und strengen Hygienemaßnahmen kann eine Kokzidiose bei Katzen geheilt werden. Insbesondere bei Freigängern oder in großen Katzenbeständen kann es jedoch jederzeit zu einer erneuten Infektion mit Isospora kommen.
Prophylaxe: Wie vermeide ich eine Kokzidiose bei Katzen?
Bei Freigängern lässt sich die Infektion mit Kokzidien nicht vermeiden, da diese sich jederzeit über eine gefressene Maus anstecken können.
Bei Katzenwelpen oder vor der Integration eines Neuzugangs in eine reine Wohnungshaltung von Katzen können Kotuntersuchungen von Sammelkotproben das Risiko einer Einschleppung und Übertragung von Isospora auf andere Tiere deutlich senken. Insbesondere bei trächtige Freigängerkatzen sollte eine ausführliche parasitologische Untersuchung vor der Geburt immer zur Vorsorge dazugehören.
Die zooplus Redaktion besteht aus einem engagierten Team mit langjähriger Erfahrung im Bereich der Tierhaltung: Luisa mit ihrem Schweizer Schäferhund Elyos, Laura, Julio und Florian. Zusammen mit einem großen Netzwerk aus Tierexperten arbeiten wir daran, das zooplus Magazin zu einer vertrauenswürdigen Informationsquelle für alle Tierbesitzer und -liebhaber zu machen. Unser Ziel ist es, spannendes Wissen und relevante Informationen zur artgerechten Haltung von Haustieren bereitzustellen.
Das Hundealter lässt sich bekannterweise einfach herleiten: Ein Hundejahr gleicht sieben Menschenjahren – wobei diese beliebte Faustformel ihre Tücken hat und inzwischen als veraltet gilt. Wie lässt sich aber das Katzenalter bestimmen und in Menschenjahre umrechnen? Wie alt werden Katzen überhaupt? Und ab welchem Alter gelten Katzen als Senioren?
Viele Samtpfoten genießen es, sich auf dem Autodach oder dem Balkon die warme Sonne auf ihr Fell scheinen zu lassen. An besonders sommerlichen Tagen und bei großer Hitze kommen aber auch Katzen an ihre Grenzen. Wir haben die besten Sommer-Tipps für Sie zusammengefasst, mit denen Sie Ihre Katze abkühlen können.
Sie sorgen sich, weil Ihre in die Jahre gekommene Samtpfote nicht mehr auf ihren Namen hört? Oder wundern Sie sich, weshalb Ihr Stubentiger seinen Futternapf nicht mehr auf Anhieb findet? Vermutlich hat Ihre Katze ein stolzes Seniorenalter erreicht und braucht jetzt besondere Pflege. Erfahren Sie, wie Sie die Symptome von Altersschwäche bei Ihrer Katze frühzeitig erkennen und ihr ein altersgerechtes Leben bieten.