Cirneco dell’Etna

Verfasst von Kerstin S.
Cirneco dell'Etna

Der elegante und sportliche Cirneco dell’Etna wird auch Sicilian Greyhound, also „Sizilianischer Windhund“, genannt.

Der Cirneco dell’Etna ist ein sportlicher Jagdhund aus Italien, der nicht nur durch sein elegantes Aussehen, sondern auch durch seinen eigenwilligen Charakter auffällt. Erfahren Sie hier mehr über die Rasse, die außerhalb ihrer Heimat nur selten zu finden ist.

Aussehen: Wie aus dem Reich der Alten Pharaonen

Anmut und Eleganz kennzeichnen den mittelgroßen, zierlichen Cirneco dell’Etna, der auch Sicilian Greyhound, also „Sizilianischer Windhund“, genannt wird. Entsprechend sportlich ist seine Statur.

Die aufrechten, hoch angesetzten und großen Ohren erinnern an Abbildungen des altägyptischen Gottes Anubis.

Und wer spätestens jetzt an den Pharaonenhund denkt, liegt richtig: Die beiden Rassen sehen sich sehr ähnlich, wobei der Pharaonenhund etwas größer ist.

Welche Farbe hat der Cirneco dell’Etna?

Das Haarkleid des Cirneco ist fein, circa 2,5 Zentimeter lang und falbfarben beziehungsweise rötlich.

Erlaubt sind weiße Flecken an Kopf, Brust, Bauch, Pfote und Rutenspitze sowie lohfarbene Hunde. Augenfarben sind Ocker, Bernstein und Hellbraun.

Wie groß und schwer wird der Cirneco dell’Etna?

Die Rüden erreichen eine Widerristhöhe von 46 bis 50 Zentimetern bei einem Gewicht von maximal 13 Kilogramm. Hündinnen werden 44 bis 48 Zentimeter groß und bringen zwischen acht und elf Kilogramm auf die Waage.

Charakter des Cirneco dell’Etna: Eigenwillige Persönlichkeit

So filigran der Vierbeiner aussehen mag: Der Cirneco ist ein Freigeist mit großem Jagdtrieb.

In diesem zierlichen Hund steckt eine beeindruckende Persönlichkeit – und ein leidenschaftlicher Kaninchenjäger. Entsprechend sind Vertreter der Rasse auch heute bewegungs- und jagdfreudig.

Der Cirneco dell’Etna ist seinem Zweibeiner gegenüber freundlich und aufmerksam. Der intelligente Vierbeiner lernt schnell, prüft das Gelernte aber selbst kritisch, bevor er es im Alltag umsetzt.

Erziehung erfordert Geduld

Der Cirneco bleibt im Kern ein eigenständiger Hund, der keinesfalls jedes Kommando immer und überall willig befolgt.

Auch der FCI-Standard betont die „Willensstärke“ dieser Rasse. Das gilt es, bei der Hundeerziehung zu berücksichtigen.

Training für einen leidenschaftlichen Jäger

Die Jagd ist für fast alle Vertreter der Rasse eine große Passion – dabei gehen sie am liebsten der Nase nach. Doch auch auf Sicht finden sie potenzielle Beute attraktiv.

Für diese Hunde gilt: Haben sie ein Wildtier im Blick oder eine Fährte in der Nase, gibt es kein Halten mehr! Ein von klein auf durchgeführtes Anti-Jagd-Training kann manchen Cirneci Freilauf ermöglichen.

Doch wenn der Rückruf nicht sicher funktioniert, sollte der Vierbeiner ohne Umzäunung nur mit (Schlepp)Leine unterwegs sein.

Bellt der Cirneco dell’Etna viel?

Ein weiteres Thema in der Erziehung ist das Bellen: Die meisten Cirneci sind territorial veranlagt und bringen dies durch lautstarkes Bellen zum Ausdruck. Aber nicht nur beim Verteidigen ihres Reviers lassen sie gerne ihre Stimme ertönen. Auch bei Aufregung oder wenn sie sich einfach freuen.

Der Cirneco gilt entsprechend als bellfreudig. Wer einen Cirneco bei sich einziehen lassen möchte, sollte darum nicht empfindlich sein und nicht in einer hellhörigen Wohnung leben. Denn Lautäußerungen gehören bei dieser Rasse dazu.

Haltung: Richtig ausgelastet ist der Cirneco dell’Etna pflegeleicht

Die Pflege dieses vierbeinigen Italieners ist einfach – es reicht aus, das kurze Haarkleid regelmäßig mit einer weichen Bürste abzubürsten. Das reduziert auch das Haaren während des Fellwechsels. Viele Hunde genießen diese Fellpflege.

Kann der Cirneco dell’Etna in einer Wohnung leben?

Hat der Cirneco dell’Etna ausreichend Beschäftigung, kann der Vierbeiner auch in einer Wohnung leben. Doch für den bewegungsfreudigen Vierbeiner ist ein Haus mit gut umzäuntem Garten die optimale Wahl.

Hier kann er sich ohne Leine austoben. Da der passionierte Jagdhund auch vor Katzen nicht haltmacht, ist es sinnvoll, den Zaun von außen her abzusichern und auf ausreichend Abstand zu Bäumen zu achten.

Ein artgerecht ausgelasteter Cirneco dell’Etna verhält sich im Haus ruhig und gilt als reinlich.

Ist der Cirneco dell’Etna ein Familienhund?

Mit Kindern kann der Vierbeiner hervorragend zusammenleben, wenn er ausreichend Rückzugsmöglichkeiten hat. Viele Cirneci schätzen langes Spielen mit dem zweibeinigen jungen Rudelmitglied.

Natürlich sollte man Hund und Kind dennoch nicht unbeaufsichtigt lassen. Außerdem lassen sich die Hunde gut mit Artgenossen halten.

Eine Sozialisierung mit Katzen klappt am besten bei Welpen. Ist der Cirneco beim Kennenlernen der Katze ausgewachsen, könnte er die Samtpfote als Beute ansehen.

Die richtige Beschäftigung des vielfältigen Jagdhundes

Nicht nur die Jagd bereitet dem Cirneco Freude. Der Vierbeiner arbeitet sowohl selbstständig als auch gerne mit seinem Zweibeiner zusammen.

Hundesport wie Mantrailing oder andere Nasenarbeit passen prima zu dieser Rasse. Auch Agility und vor allem die Jagd nach dem falschen Hasen beim Coursing kann den zierlichen Wirbelwinden Freude bereiten.

Der Cirneco dell’Etna als geschickter Jagdhund

Der Cirneco dell’Etna ist ein vielfältiger Jagdhund auf Sicht und Fährte. Er eignet sich neben der Jagd auf Kaninchen beispielsweise auch für die Jagd auf Wildschweine, Rebhühner oder die Wasserarbeit rund um Enten. Anders als Vorstehhunde jagt der Cirneco wie ein Spürhund mit der Nase am Boden.

Bei der Kaninchenjagd in seiner Heimat treibt er die Kaninchen auf und hetzt sie vor das Gewehr des Jägers. Dabei überwindet der Hund Geröll und steile Steinpassagen äußerst geschickt.

Allerdings neigen viele Cirneci dazu, die Beute selbst zu reißen und zu verspeisen. Die Rasse profitiert von einer Jagdhund-Ausbildung.

Ernährung: Welche Fütterung passt zum Cirneco dell’Etna?

Ein gesunder Cirneco benötigt kein spezielles Hundefutter. Achten Sie auf ein hochwertiges, gut verträgliches Futter mit einem hohen Fleischanteil.

Einige Hunde dieser Rasse neigen dazu, zu wenig zu trinken. Bei ihnen ist besonders auf ausreichend Flüssigkeitszufuhr und bei Bedarf auf Feuchtigkeit im Futter zu achten.

Herkunft und Geschichte des Cirneco dell’Etna

Die Vorfahren des Cirneco dell’Etna stammen aus Sizilien, wo es bereits seit Jahrtausenden Hunde dieses Typs gibt. Der Name leitet sich vermutlich von der griechischen Kolonie Cyrenaica in Libyen und dem Vulkan Ätna ab.

Auf dem berühmten Mosaik „Cave canem“ aus Pompeji verewigt

Rund um den Vulkan haben sich die Vorfahren der Rasse auf die Jagd nach Kaninchen an Nischen und Felsvorsprüngen angepasst. Zahlreiche Münzen, Schnitzereien und Mosaike aus der Region bildeten den Cirneco dell’Etna bereits ab dem 6. Jahrhundert vor Christus ab.

Vereinzelt ist heute noch die Bezeichnung „Etnahund“ oder „Lavahund“ zu finden, wenn es um den Cirneco geht. Aber auch weiter südlich finden sich Nachweise rund um Hunde, die dem heutigen Cirneco dell’Etna sehr ähnlich sehen – beispielsweise auf dem berühmten Mosaik „Cave canem“ aus Pompeji. 

Seit 1947 als eigenständige Rasse anerkannt

Mittlerweile umstritten ist die These, dass die Hunde mit den Phöniziern aus dem Alten Ägypten in den Mittelmeerraum gelangten. 1947 hat die FCI den Cirneco dell’Etna als eigenständige Rasse anerkannt.

Cirneco dell'Etna © DragoNika / stock.adobe.com
Der Cirneco dell’Etna ist ein vielfältiger Jagdhund und braucht ausreichend Beschäftigung.

Gesundheit des Cirneco dell’Etna: Robuste Rasse

Der Cirneco dell’Etna wirkt empfindlich, doch zeichnet er sich durch eine hohe Robustheit und Ausdauer aus. Es gibt keine rassetypischen Erkrankungen.

Wie alt wird ein Cirneco dell’Etna?

Ein gesunder Cirneco dell’Etna kann bis zu 14 Jahre alt werden.

Die italienischen Hunde sind wärmeliebend und freuen sich in der kalten Jahreszeit über kuschelige Plätze. Ein Hundemantel kann ihnen den Winter erleichtern. Es gibt keine rassetypischen Erkrankungen.

Anschaffung: Tipps zum Kauf eines Cirneco dell’Etna

Die Rasse ist außerhalb ihrer Heimat äußerst selten. So war zum Beispiel der letzte offizielle Wurf in Deutschland im Jahr 2010.

Entsprechend kann es schwierig sein, einen reinrassigen Cirneco dell’Etna zu finden. Die meisten aktiven Züchter sind in Italien zu finden.

Was kostet ein Cirneco dell’Etna?

Der Preis variiert, doch für einen reinrassigen Welpen der Rasse Cirneco dell`etna sind mindestens 1.000 Euro zu zahlen. Meistens liegt der Preis aber bei 1.200 Euro und höher.

Ähnliche Rassen

Ein auf den ersten Blick optischer Zwilling des Cirneco ist der tendenziell etwas größere Pharaonenhund aus Malta. Die beiden Rassen haben außerdem einen ähnlichen Charakter.

Auch mit vielen Podencos teilt sich der Cirneco dell’Etna nicht nur die zierliche Statur, sondern ebenso die Leidenschaft für die Jagd.

Aber auch im Tierschutz werden Hundefreunde bei der Suche nach ähnlichen Hunden fündig. Viele Galgos auf der Suche nach einem neuen Zuhause bringen ähnliche Eigenschaften mit.

Fazit: Faszinierende Hundepersönlichkeit

Der Cirneco dell’Etna ist eine faszinierende Hundepersönlichkeit. Aufgrund der Leidenschaft für die Jagd eignet die Rasse sich aber nur für Hundefreunde, die dem sportlichen Vierbeiner auch ohne Freilauf mentale und körperliche Auslastung ermöglichen und ihren eigenwilligen Charakter schätzen.

Steckbrief zum Cirneco dell’Etna

Besonderheiten:Dieser zierliche Hund aus Italien ähnelt dem Pharaonenhund. Weitere Namen für diese Rasse sind: Sizilianischer Windhund, Etnahund, Sizilianische Bracke und Sicilian Greyhound.
Charakter:Anhänglich, jagdbegeistert, sportlich, eigenwillig
Widerristhöhe:Rüden: 46-50 cm Hündinnen: 44-48 cm
Gewicht:Rüden: bis 13 kg Hündinnen: bis 11 kg
Fell:Mittellang (2,5 cm), meist falbfarben (fawn), weiße Flecken und die Farbe lohfarben sind erlaubt, glatt
Fellpflege:Geringer Pflegeaufwand, in der Wohnung sehr reinlich, einmal wöchentlich abbürsten, haaren während des Fellwechsels durchschnittlich.
Auslauf:Benötigt viel geistige und körperliche Auslastung.
Anfängerhund:Nein
Bellen:Neigt zum häufigen und ausdauernden Bellen.
Lebenserwartung:12 – 14 Jahre
Typische Krankheiten:Robsute Rasse, keine Erbrankheiten bekannt
Preis:1.000 bis 1.500 Euro
FCI-Gruppe:5 – Spitze und Hunde vom Urtyp
Herkunft:Italien

Quellen:

  • fci.be
  • cirneco.online
  • vdh.de
  • windhundverband.de
  • Krämer, Eva-Maria: Der Kosmos-Hundeführer. Stuttgart 2017. S. 235
  • Räber, Hans: Enzyklopädie der Rassehunde: Ursprung, Geschichte, Zuchtziele, Eignung und Verwendung. Band 2. Stuttgart 2001. S. 751-759.

Kerstin S.
puppy

Das zooplus-Forum war für mich der Einstieg ins freiberufliche Schreiben: Hier kamen 2011 interessierte Katzenfreunde zusammen, um ein eigenes Print-Magazin namens „Pfotenhieb“ zu entwickeln. Neben meinem Germanistik-Studium durfte ich einige Beiträge für den „Pfotenhieb“ verfassen. Heute widme ich mich, mittlerweile als glückliche Hundehalterin, vor allem Tier- und Gesundheitsthemen.


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