{"url":"https://www.zooplus.de/magazin/hund/hundegesundheit-pflege/liegeschwielen-beim-hund","title":"Liegeschwielen beim Hund: Ursachen, Symptome und Behandlung","mag_id":249159,"is_single":true,"cat_name":"Hund","sub_cat_id":82,"sub_cat_name":"Hundegesundheit und Pflege","cat_id":79}
Haben Sie bei Ihrem Vierbeiner verhärtete Hautstellen am Ellenbogen entdeckt? Dabei könnte es sich um ein sogenanntes Tylom handeln, genauer gesagt Liegeschwielen oder Liegebeulen. Wie gefährlich diese Hautveränderungen sind und was Sie gegen Liegeschwielen beim Hund tun können, erfahren Sie in diesem Artikel.
Generell kann jeder Hund unabhängig von Rasse, Geschlecht oder Alter Liegeschwielen (Tylome) bekommen. Es gibt jedoch Hunde, bei denen das Risiko etwas größer ist als bei anderen.
Da Senioren sich im Vergleich zu Junghunden weniger bewegen und viel Zeit am Tag im Liegen verbringen, neigen ältere Hunde automatisch mehr dazu, Liegeschwielen zu entwickeln.
Große Hunderassen haben im Vergleich zu kleinen Hunderassen ein größeres Gewicht. Deshalb sind sie wie ältere Hunde häufiger betroffen.
Schwielen treten beim Hund häufig im Bereich der Ellbogen auf und sind oft gut zu erkennen.
Symptome: Wie sehen Liegeschwielen beim Hund aus?
Liegeschwielen treten bei Hunden hauptsächlich im Bereich der Ellbogen auf. Daneben können allerdings weitere Körperstellen betroffen sein. Dazu gehören:
das Brustbein
das Sprunggelenk
andere Gelenke
Betroffen sind vor allem Körperstellen, deren oberflächliche Knochen beim Liegen oder Sitzen einer erhöhten Druckbelastung ausgesetzt sind.
Was auf Liegeschwielen beim Hund hindeutet
Die folgenden Merkmale helfen Ihnen dabei, Liegeschwielen bei Ihrem Vierbeiner zu erkennen:
es bildet sich dicke Hornhaut, die sich rau anfühlt und rissig ist
an der betroffenen Stelle fallen die Haare aus (Alopezie)
die Hautfarbe wirkt dunkler als an gesunden Stellen
lagert sich Wasser ein, bilden sich sichtbare Liegebeulen
reißen die trockenen Stellen auf, kann es zu kleinen Blutungen kommen
In den meisten Fällen treten Tylome beidseitig auf. In einzelnen Fällen leiden Hunde jedoch auch unter einseitigen Liegeschwielen.
Wann sollte ich zum Tierarzt?
Verschlimmern sich die Hautveränderungen von Tag zu Tag oder zeigt Ihr Vierbeiner noch weitere Krankheitsanzeichen wie Schwäche, Fieber oder starken Gewichtsverlust, sollten Sie Ihren Tierarzt aufsuchen.
Ein Besuch beim Tierarzt ist auch deshalb wichtig, damit er ernstzunehmende Krankheiten wie Hautkrebsfrühzeitig erkennen und behandeln kann.
Diagnose: Wie wird ein Tylom beim Hund erkannt?
In der Regel erkennen Tierärzte Liegeschwielen auf den ersten Blick. In manchen Fällen ist es jedoch nicht so leicht, Tylome von anderen Krankheiten wie etwa einem Tumor zu unterscheiden.
Ist eine rein visuelle Diagnose nicht möglich, wird Ihr Tierarzt daher weiterführende Untersuchungen einleiten. Dazu zählt zum Beispiel eine Biopsie. Bei dieser Methode trägt der Arzt mit einer Biopsiezange etwas Hautmaterial ab und lässt es in einem Labor auf krankhaft veränderte Zellen untersuchen.
Was ist der Unterschied zu einem Hygrom?
Obwohl sie von außen gleich aussehen können, sind eine Liegeschwiele und ein Wassergeschwulst (Hygrom) genau genommen nicht dasselbe. Denn während ein Tylom lediglich aus Hornhaut besteht, ist ein Hygrom eine mit Flüssigkeit gefüllte Zyste. Allerdings können beide entstehen, wenn Ihr Hund zu häufig zu lange liegt.
Therapie: Was kann man gegen Liegeschwielen beim Hund machen?
Sind die Liegeschwielen Ihrer Fellnase stark entzündet und schmerzhaft, kann Ihr Tierarzt Ihrem Hund Entzündungshemmer und schmerzlindernde Medikamente verschreiben. Sind Bakterien an der Entzündung beteiligt, benötigt Ihr Vierbeiner unter Umständen auch Antibiotika.
Glücklicherweise geht es den meisten Hunden mit Liegeschwielen jedoch generell gut. Oft ist eine große Behandlung nicht notwendig.
Welche Salbe hilft gegen Liegeschwielen beim Hund?
Meist reicht es aus, wenn Sie Ihrem Hund bis zur Besserung eine entlastende Bandage anlegen und die empfindlichen Stellen mit einer vom Tierarzt empfohlenen Salbe einreiben. Diese machen die Haut wieder geschmeidig und fördern die Durchblutung.
Ursachen: Warum bekommt ein Hund Liegeschwielen?
Eine immer wieder auftretende mechanische Belastung der Haut in Form von Druck oder Reibung führt zu einer lokalen Entzündung. Die Folge: Die betroffenen Hautzellen verhornen zu stark, was Tierärzte als Hyperkeratose bezeichnen.
Was verursacht Schwielen an den Ellbogen von Hunden?
Deshalb entstehen Liegeschwielen besonders dann, wenn Ihr Hund zu lange oder zu häufig auf harten Böden mit Fliesen oder Parkett liegt. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn sich Ihr Hund aus gesundheitlichen Gründen oder aufgrund seines Altersnicht ausreichend bewegen kann.
Auch Hunde aus Zwingerhaltung oder dauerhaft angeleinte Hunde leiden besonders häufig unter Liegeschwielen, da sie nicht genügend Auslauf haben.
Heilungschancen: Sind Liegeschwielen gefährlich für Hunde?
Sind die Liegeschwielen Ihres Hundes nicht zu groß oder entzündet, müssen Sie sich vorerst keine Sorgen machen. Nehmen Sie das Problem jedoch ernst und lassen Sie Ihren Tierarzt einen Blick auf die Veränderungen werfen, um Ihrem Hund Schmerzen zu ersparen.
Vollständige Heilung oft nicht möglich
Sind die Liegeschwielen aber einmal da, werden sie in der Regel nicht mehr einfach so von allein wieder verschwinden. Eine vollständige Heilung ist also meist nicht möglich. Regelmäßige Checks und eine entsprechende Pflegeroutine helfen aber dabei, die betroffenen Stellen zu versorgen und ernsthaften Problemen vorzubeugen.
Vorbeugung: So schützen Sie Ihren Hund vor Liegeschwielen
Liegeschwielen lassen sich leider nicht immer vermeiden. Aber mit ein paar einfachen Tipps können Sie dem Auftreten von Liegeschwielen bei Ihrem Hund vorbeugen oder zumindest ihre Folgen eingrenzen:
Die beste Möglichkeit, Liegeschwielen vorzubeugen, ist ein weicher und gepolsterter Liegeplatz zum Ausruhen. Dafür eignet sich zum Beispiel ein kuscheliges Hundebett.
Neigt Ihr Hund zu Liegeschwielen, können Sie ihm während des Liegens zudem Ellbogenschoner anziehen.
Cremen Sie die betroffene Stelle ab und zu mit spezieller Salbe wie Pfotenschutzcreme ein, sofern sie nicht entzündet ist.
Achten Sie darauf, dass sich Ihr Hund ausreichend bewegt und vermeiden Sie Übergewicht (Adipositas).
Kurz und knapp: Die häufigsten Fragen rund um Liegeschwielen beim Hund
Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen rund um die Hautveränderung am Ellbogen und anderen Körperstellen.
Warum bekommt ein Hund Liegeschwielen?
Liegeschwielen beim Hund entstehen durch dauerhaften Druck auf bestimmte Hautstellen, meist an Knochenvorsprüngen wie Ellbogen, Sprunggelenken oder Hüfte. Die Haut reagiert darauf, indem sie dicker und robuster wird – ähnlich wie Hornhaut beim Menschen.
Hilft Zinksalbe gegen Liegeschwielen beim Hund?
Um die Liegeschwielen zu behandeln, ist es grundsätzlich ratsam, ein für Hunde zugelassenes Produkt zu verwenden. So stellen Sie sicher, dass durch das Ablecken der Salbe keine problematischen Bestandteile in seinen Körper gelangen. Haben Sie keine spezielle Hundesalbe zur Hand, können Sie eine Zinksalbe oder ein Präparat mit Dexpanthenol (bekannt als Bepanthen) benutzen.
Mit welchen Hausmitteln kann ich Liegeschwielen beim Hund behandeln?
Konsultieren Sie Ihren Tierarzt, bevor Sie die Liegeschwielen Ihres Hundes mit Naturheilmitteln wie Kokosöl oder Ringelblumensalbe pflegen. Diese Hausmittel können nämlich in bestimmten Fällen kontraproduktiv sein, etwa wenn Bakterien in die offenen Hautstellen eingedrungen sind.
Wie kann ich eine Bandage selber machen?
Eine spezielle Ellbogen-Bandage können Sie entweder kaufen oder selbst herstellen. Dazu ziehen Sie einen Schlauchverband aus der Apotheke über die betroffenen Stellen und schneiden ihn so zurecht, dass Sie die beiden Enden über dem Rücken Ihres Hundes zusammenknoten können. Kontrollieren Sie die Haut unter der Bandage täglich auf Rötungen, Scheuerstellen und Feuchtigkeit und wechseln Sie den Verband regelmäßig.
Soll man die betroffenen Hautpartien ausdrücken?
Eine Liegeschwiele ist keine gefüllte Stelle wie ein Pickel, sondern eine Verdickung der Haut. Sie sollten daher nicht daran herumdrücken, dies würde die Haut nur unnötig verletzen und Ihrem Hund Schmerzen zufügen. Auch ein Hygrom, eine weiche, flüssigkeitsgefüllte Schwellung am Ellbogen, sollten Sie nicht ausdrücken, um das Eindringen von Keimen zu vermeiden.
Welche Rolle spielt die Ernährung?
Um generell die Hautfunktion zu stärken, können Sie ungesättigte Fettsäuren in Form von hochwertigen Ölen dem Hundefutter beimischen. Empfehlenswert sind z. B. Futterzusätze wie Lachsöl.
Fazit: Liegeschwielen als Schutzreaktion der Haut
Liegeschwielen sind an sich keine Krankheit, sondern eine Schutzreaktion der Haut. Problematisch wird es erst, wenn die betroffenen Stellen aufreißen, bluten und sich entzünden. Mit weichen, gut gepolsterten Liegeplätzen sowie ausreichend Bewegung durch gemeinsame Spaziergänge und Spieleinheiten können Sie deren Entstehung verhindern.
Wichtiger Hinweis: Der Inhalt dient nur zu Informationszwecken und ist nicht als Ersatz für eine professionelle tierärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung gedacht. Wenn Sie Fragen oder Bedenken bezüglich der Gesundheit Ihres Haustieres haben, wenden Sie sich bitte immer an einen zugelassenen Tierarzt.
An der Justus-Liebig-Universität Gießen wurde ich zur Tierärztin ausgebildet und durfte Erfahrungen in verschiedensten Bereichen sammeln.
Seitdem arbeite ich nicht nur als tierärztliche Autorin, sondern auch an meiner Dissertation. Mein Ziel ist es, Tiere vor krankheitserregenden bakteriellen Erregern zukünftig besser zu schützen.
Neben meinem tierärztlichen Wissen teile ich meine eigenen Erfahrungen als glückliche Hundebesitzerin. Dadurch kann ich Ängste und Probleme nachvollziehen und zugleich über diese aufklären.
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