Liegeschwielen beim Hund Dieser Artikel ist tierärztlich verifiziert

Liegeschwielen beim Hund

Liegeschwielen beim Hund bilden sich oft, wenn der Vierbeiner bevorzugt auf harten Böden schläft.

Haben Sie bei Ihrem Vierbeiner verhärtete Hautstellen am Ellenbogen entdeckt? Dabei könnte es sich um ein sogenanntes Tylom handeln, genauer gesagt Liegeschwielen oder Liegebeulen. Wie gefährlich diese Hautveränderungen sind und was Sie gegen Liegeschwielen beim Hund tun können, erfahren Sie in diesem Artikel.

Welche Hunde neigen zu Liegeschwielen? 

Generell kann jeder Hund unabhängig von Rasse, Geschlecht oder Alter Liegeschwielen (Tylome) bekommen. Es gibt jedoch Hunde, bei denen das Risiko etwas größer ist als bei anderen.

  • Da Senioren sich im Vergleich zu Junghunden weniger bewegen und viel Zeit am Tag im Liegen verbringen, neigen ältere Hunde automatisch mehr dazu, Liegeschwielen zu entwickeln.
  • Große Hunderassen haben im Vergleich zu kleinen Hunderassen ein größeres Gewicht. Deshalb sind sie wie ältere Hunde häufiger betroffen.  
Liegeschwiele beim Hund Detailaufnahme © Kritchai / stock.adobe.com
Schwielen treten beim Hund häufig im Bereich der Ellbogen auf und sind oft gut zu erkennen.

Symptome: Wie sehen Liegeschwielen beim Hund aus?

Liegeschwielen treten bei Hunden hauptsächlich im Bereich der Ellbogen auf. Daneben können allerdings weitere Körperstellen betroffen sein. Dazu gehören:

  • das Brustbein,
  • das Sprunggelenk und
  • andere Gelenke.

Betroffen sind vor allem Körperstellen, deren oberflächliche Knochen beim Liegen oder Sitzen einer erhöhten Druckbelastung ausgesetzt sind. 

Die folgenden Merkmale helfen Ihnen dabei, Liegeschwielen bei Ihrem Vierbeiner zu erkennen: 

  • es bildet sich dicke Hornhaut, die sich rau anfühlt und rissig ist 
  • an der betroffenen Stelle fallen die Haare aus (Alopezie 
  • die Hautfarbe wirkt dunkler als an gesunden Stellen 
  • lagert sich Wasser ein, bilden sich sichtbare Liegebeulen 
  • reißen die trockenen Stellen auf, kann es zu kleinen Blutungen kommen 

In den meisten Fällen treten Tylome beidseitig auf. In einzelnen Fällen leiden Hunde jedoch auch unter einseitigen Liegeschwielen. 

Wann sollte ich zum Tierarzt? 

Verschlimmern sich die Hautveränderungen von Tag zu Tag oder zeigt Ihr Vierbeiner noch weitere Krankheitsanzeichen wie Schwäche, Fieber oder starken Gewichtsverlust, sollten Sie Ihren Tierarzt aufsuchen.

Ein Besuch beim Tierarzt ist auch deshalb wichtig, damit er ernstzunehmende Krankheiten wie Hautkrebs frühzeitig erkennen und behandeln kann. 

Diagnose: Wie wird ein Tylom beim Hund erkannt? 

In der Regel erkennen Tierärzte Liegeschwielen auf den ersten Blick. In manchen Fällen ist es jedoch nicht so leicht, Tylome von anderen Krankheiten wie etwa einem Tumor zu unterscheiden.

Ist eine rein visuelle Diagnose nicht möglich, wird Ihr Tierarzt daher weiterführende Untersuchungen einleiten. Dazu zählt zum Beispiel eine Biopsie. Bei dieser Methode trägt der Arzt mit einer Biopsiezange etwas Hautmaterial ab und lässt es in einem Labor auf krankhaft veränderte Zellen untersuchen. 

Was ist der Unterschied zu einem Hygrom? 

Obwohl sie von außen gleich aussehen können, sind eine Liegeschwiele und ein Wassergeschwulst (Hygrom) genau genommen nicht dasselbe. Denn während ein Tylom lediglich aus Hornhaut besteht, ist ein Hygrom eine mit Flüssigkeit gefüllte Zyste. Allerdings können beide entstehen, wenn Ihr Hund zu häufig zu lange liegt. 

Therapie: Was tun bei Liegeschwielen beim Hund? 

Sind die Liegeschwielen Ihrer Fellnase stark entzündet und schmerzhaft, kann Ihr Tierarzt Ihrem Hund Entzündungshemmer und schmerzlindernde Medikamente verschreiben. Sind Bakterien an der Entzündung beteiligt, benötigt Ihr Vierbeiner unter Umständen auch Antibiotika. 

Glücklicherweise geht es den meisten Hunden mit Liegeschwielen jedoch generell gut. Oft ist eine große Behandlung nicht notwendig. Meist reicht es aus, wenn Sie Ihrem Hund bis zur Besserung eine entlastende Bandage anlegen und die empfindlichen Stellen mit einer vom Tierarzt empfohlenen Salbe einreiben. Diese machen die Haut wieder geschmeidig und fördern die Durchblutung. 

Ursachen: Was sind Auslöser für Liegeschwielen beim Hund? 

Eine immer wieder auftretende mechanische Belastung der Haut in Form von Druck oder Reibung führt zu einer lokalen Entzündung. Die Folge: Die betroffenen Hautzellen verhornen zu stark, was Tierärzte als Hyperkeratose bezeichnen. 

Deshalb entstehen Liegeschwielen besonders dann, wenn Ihr Hund zu lange oder zu häufig auf harten Böden mit Fliesen oder Parkett liegt. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn sich Ihr Hund aus gesundheitlichen Gründen oder aufgrund seines Alters nicht ausreichend bewegen kann.

Auch Hunde aus Zwingerhaltung oder dauerhaft angeleinte Hunde leiden besonders häufig unter Liegeschwielen, da sie nicht genügend Auslauf haben. 

Prognose: Wie sind die Heilungschancen? 

Sind die Liegeschwielen Ihres Hundes nicht zu groß oder entzündet, müssen Sie sich vorerst keine Sorgen machen. Nehmen Sie das Problem jedoch ernst und lassen Sie Ihren Tierarzt einen Blick auf die Veränderungen werfen, um Ihrem Hund Schmerzen zu ersparen.  

Sind die Liegeschwielen aber einmal da, werden sie in der Regel nicht mehr einfach so von allein wieder verschwinden. Eine vollständige Heilung ist also meist nicht möglich. Regelmäßige Checks und eine entsprechende Pflegeroutine helfen aber dabei, die betroffenen Stellen zu pflegen und ernsthaften Problemen vorzubeugen.

Vorbeugung: So schützen Sie Ihren Hund vor Liegeschwielen 

Liegeschwielen lassen sich leider nicht immer vermeiden. Aber mit ein paar einfachen Tipps können Sie dem Auftreten von Liegeschwielen bei Ihrem Hund vorbeugen oder zumindest ihre Folgen eingrenzen: 

  • Die beste Möglichkeit, Liegeschwielen vorzubeugen, ist ein weicher und gepolsterter Liegeplatz zum Ausruhen. Dafür eignet sich zum Beispiel ein kuscheliges Hundebett.
  • Neigt Ihr Hund zu Liegeschwielen, können Sie ihm während des Liegens zudem Ellbogenschoner anziehen.
  • Cremen Sie die betroffene Stelle ab und zu mit spezieller Salbe wie Pfotenschutzcreme ein, sofern sie nicht entzündet ist.
  • Achten Sie darauf, dass sich Ihr Hund ausreichend bewegt und vermeiden Sie Übergewicht (Adipositas).

Quellen: 


Franziska G., Tierärztin
Profilbild von Tierärztin Franziska Gütgeman mit Hund

An der Justus-Liebig-Universität Gießen wurde ich zur Tierärztin ausgebildet und durfte Erfahrungen in verschiedensten Bereichen sammeln. Seitdem arbeite ich nicht nur als tierärztliche Autorin, sondern auch an meiner Dissertation. Mein Ziel ist es, Tiere vor krankheitserregenden bakteriellen Erregern zukünftig besser zu schützen. Neben meinem tierärztlichen Wissen teile ich meine eigenen Erfahrungen als glückliche Hundebesitzerin. Dadurch kann ich Ängste und Probleme nachvollziehen und zugleich über diese aufklären.


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