Erkrankungen der Extremitäten und Muskeln beim Hund

Erkrankungen der Extremitäten und Muskeln beim Hund

Nur ein Hund mit gesunden Gelenken hat Spaß am Spiel.

Gesunde Knochen, Gelenke und Muskeln halten unseren tierischen Gefährten schmerzfrei auf Trab. Erste Anzeichen für Erkrankungen sind meist Bewegungseinschränkungen: Der Hund vermeidet unangenehme Bewegungen, beispielsweise Treppensteigen bei Wirbelsäulen-Erkrankungen, oder hinkt, um die betroffene Region zu schonen. Wir geben im Folgenden einen kleinen Überblick über mögliche Erkrankungen des Bewegungsapparats.

Vorbeugen ist besser als Therapieren

Wie auch beim Menschen sind Ernährung und Bewegung die beiden Säulen, auf denen ein gesunder Bewegungsapparat – wortwörtlich – steht. Die Basis dafür wird im Welpenalter gelegt: Vor allem bei großen Hunden kann in diesem Zeitraum eine zu hohe Energieaufnahme zu einem proportional zu schnellen Wachstum führen, was die Skelettbildung stört.

Auch die ausgewogene Kalzium-Phosphor-Zufuhr über die Nahrung spielt hierbei eine große Rolle. Es empfiehlt sich also, vorbeugend auf Tiernahrung speziell für Welpen großer Rassen zurückzugreifen, die diese Problematik berücksichtigt. In jedem Alter gilt: Schützen Sie Ihren tierischen Gefährten durch eine ausgewogene Ernährung vor Übergewicht!

Ebenso sollten Sie darauf achten, Muskeln und Gelenke nicht durch falsche oder zu intensive Bewegungen zu überlasten. Sprünge für schwere Hunde oder Treppensteigen für noch nicht ausgewachsene Vierbeiner oder Hunde großer Rassen sollten tabu sein.

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Hüft- und Ellbogendysplasie

Hüftgelenksdysplasie, kurz „HD“ genannt, ist eine der häufigsten Erkrankungen des Bewegungsapparats. Sie resultiert aus einer Fehlbildung im Hüftgelenk, die je nach Ausprägung (es wird unterschieden in die Schweregrade 1-5 oder A-D) zu schweren und schmerzhaften Bewegungsstörungen führen kann. Bei hochgradiger HD zeigt meist bereits der Junghund ein ungewöhnliches Gangbild, teils haben die Tiere zudem Schwierigkeiten beim Treppensteigen oder Aufstehen.

Häufig führt eine HD zu einem Verschleiß des Gelenkknorpels und damit einhergehend zu einer Arthrose (siehe unten). Zwar können Hüftdysplasien nicht geheilt werden, jedoch kann bei übergewichtigen Hunden eine Gewichtsreduktion die Krankheit stark verlangsamen. Im Fachhandel sind außerdem Nahrungsergänzungsmittel erhältlich, die zu einem gesunden Knorpelerhalt beitragen können. In schweren Fällen kann eine Operation notwendig sein.

Bei Ellbogendysplasien sind analog die Ellbogengelenke betroffen, was zu Lahmheiten oder Gelenkschwellungen führen kann.

Patella- oder Kniescheibenluxuation

Vor allem bei jungen Vierbeinern oder Hunden kleiner Rassen kann die Kniescheibe gelegentlich oder häufig herausrutschen, was zu Schmerzen in dem betroffenen Bein führt. Das Tier nimmt entsprechend einen auffälligen Schongang ein. Durch eine spontane Bewegung oder geführte Streckung kann die Kniescheibe wieder zurückgleiten, woraufhin der Vierbeiner beschwerdefrei wird. In schweren Fällen können die Kniegelenke durch eine Operation korrigiert werden.

Arthrose

Mit „Arthrose“ bezeichnet man einen häufig altersbedingten Gelenkverschleiß, der durch Fehlstellungen, Übergewicht oder falsche Belastungen beschleunigt werden kann. Arthrose führt bei vielen älteren Hunden zu Schmerzen, Lahmheiten und zu Problemen beim Aufstehen – insbesondere nach längerem Liegen – oder beim Hinlegen. Kaltes, feuchtes Wetter kann die Problematik verstärken.

Der Tierarzt kann schmerzlindernde und/oder entzündungshemmende Medikamente verschreiben. Ergänzend können bestimmte Bewegungen im Rahmen einer Physiotherapie oder Nahrungsergänzungsmittel wie Grünlippmuschel, dabei helfen, die Beschwerden zu stoppen oder zu lindern.

Kreuzbandriss

Das Kreuzband ist ein Halteband am Kniegelenk Ihres Hundes, das bei meist sehr bewegungsfreudigen Vierbeinern einen Riss, den sogenannten Kreuzbandriss, bekommen kann. Schonhaltung des Hinterbeins nach längerer Bewegung oder Humpeln können auf einen Kreuzbandriss hinweisen. Suchen Sie baldmöglichst einen Tierarzt auf, denn ein unbehandelter Kreuzbandriss kann zu Folgeerkrankungen wie chronischem Lahmen oder Gelenkverschleiß führen.

Mittels Abtasten oder Röntgen kann der Veterinär den Kreuzbandriss diagnostizieren. Die Behandlung hängt schließlich von mehreren Faktoren, beispielsweise von Alter und Agilität des Tieres ab. Häufig macht eine Operation Sinn und kann Ihrem Gefährten Linderung verschaffen.

Sonstige Verletzungen

Treten die Symptome wie Lahmheit oder Gangbildveränderungen sowie deutliche Schmerzen akut auf oder sehen Sie Gelenkschwellungen oder gar Verschiebungen von Extremitäten, sollten Sie in jedem Fall schnellstmöglich einen Tierarzt aufsuchen, um Ihrem Gefährten wieder „auf die Beine“ zu helfen.

Auch unbemerkte Unfälle können zu Überdehnungen oder kleinen Rissen in Muskeln oder Gelenken führen. Eine Erste-Hilfe-Maßnahme bei solchen Zerrungen und Stauchungen ist das Kühlen der betroffenen Stellen.

Info: Muskeln

Auch Hunde können einen „Kater“ bekommen – wenn Sie merken, dass Ihr tierischer Liebling nach größeren Anstrengungen Bewegungsunlust zeigt, gönnen Sie ihm ruhig etwas Erholung, denn womöglich leidet er an einem Muskelkater.

Neben diesem harmlosen Muskelproblemchen gibt es auch schwerwiegendere, die die Lebensqualität Ihres Tieres beeinträchtigen können. Hierzu gehört beispielsweise Myasthenia gravis, eine Autoimmunerkrankung, die sich durch belastungsunabhängige Muskelschwäche äußert, die bis zur Lähmung der hinteren Gliedmaßen führen kann. Mit einer abgestimmten medikamentösen Behandlung kann vielen betroffenen Hunden gut geholfen werden.

Muskelschwund

Muskeln brauchen regelmäßiges Training, ansonsten werden sie kleiner und kleiner, es setzt also ein Muskelschwund ein. Allerdings kann auch eine Gelenkerkrankung oder eine degenerative Myelopathie dazu führen, dass der Vierbeiner eine Schonhaltung einnimmt und hierdurch Einschränkungen der Beweglichkeit sowie partieller Muskelschwund auftreten.

Auch Eiweißmangel, Erkrankungen, die mit einem Nährstoffmangel einhergehen, oder Tumore können zu Muskelschwund führen. Neben der Beseitigung der jeweiligen Ursache für den Muskelschwund können ein spezielles Training sowie Physiotherapie und Massage dabei helfen, die betroffene Muskulatur wieder aufzubauen.

Muskelentzündungen

Muskelentzündungen durch Quetschungen, Prellungen oder Überdehnungen äußern sich durch verdickte, warme Muskeln, die Ihrem Gefährten Schmerzen bereiten. Meist führt dies zu sichtbaren Bewegungseinschränkungen inklusive eines steifen Gangbilds. Unternimmt man nichts, kann die akute in eine chronische Form übergehen – der Tierarzt sollte also früh konsultiert werden.

Muskelrheumatismus

Vor allem im Winter sowie nach Erkältungen kann es zu einem Muskelrheumatismus und damit einhergehend zu schmerzhaften Entzündungen kommen, die den Hund in Schonhaltungen zwingen und sich bei Berührung des entsprechenden Muskels verstärken. Mangelnder Appetit und teils Fieber können parallel auftreten.

Muskelkrämpfe

Bei Muskelkrämpfen wird der behandelnde Tierarzt das Augenmerk auf die dahinterliegende Primärerkrankung legen. Dies kann beispielsweise eine Infektion oder eine Herzerkrankung sein. Kleinere Rassen und insbesondere Scottish Terrier können von „Schottenkrämpfen“ betroffen sein. Diese neuromuskuläre Bewegungsstörung äußert sich durch einen durch Beinkrämpfe bedingten steifen Gang.

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