Havana-Katze

Verfasst von Jana Schubert
Havana-Katze

Die Havana-Katze hat ein bemerkenswert glänzendes und feines Fell.

Wie genau die Havana-Katze entstand, darüber ist man sich nicht ganz einig. Tatsache ist jedoch, dass die zierlichen, verspielten Katzen am liebsten in der Wohnung bleiben, wo sie ihren Menschen überall hin folgen. Mehr zu der seltenen Katzenrasse mit dem feinen mahagonifarbenen Fell finden Sie hier.

Aussehen der Havana-Katze: Eine echte Schönheit

Die Havana-Katze zählt zu den Orientalisch-Kurzhaar-Katzen und ist eine echte Schönheit. Sie bringt nicht mehr als vier Kilogramm Gewicht auf die Waage und wirkt gleichzeitig muskulös und grazil. Der kantige Kopf und die besondere leuchtend-braune Fellfarbe geben der Rasse ein exotisches Aussehen.

Elegante Erscheinung

Die mittelgroße Havana-Katze hat einen sehr schlanken und langgezogenen Körper auf hochgewachsenen Beinen. Ihr keilförmiger Kopf ist mit großen, nach vorne gerichteten Ohren versehen, die ihr ihren typischen Charakter verleihen.

Die Augen sind klassischerweise hellgrün und leicht schräg, ihre Schnauze in der Regel recht lang und mit prägnanter Nase. Der schmale Rumpf endet in einem mittellangen, sich verjüngenden Schwanz und betont die anmutige Erscheinung der Havana-Katze.

Glänzend braunes Fell

Ein typisches Merkmal der Havana-Katze ist ihr kurzes und glattes braunes Fell, das Erinnerungen an Mahagoni und Schokolade weckt. Tolerierte Farbnuancen spielen sich nur zwischen braunem und rotbraunem Einschlag ab. Rassevertreter sind grundsätzlich einfarbig, Muster und Abzeichen nicht vorgesehen.

Neue Farbe Die Havana-Katze ist selten. Zur Erweiterung des Genpools haben manche Zuchtvereinigungen die Fellfarbe Lilac, ein Beige mit leicht bläulichem Anteil, in ihren Rassestandard aufgenommen.

Charakter: Havana-Katze ist menschenbezogen und verspielt

Die Havana-Katze gilt als intelligent und verspielt. Spielzeug, Kletter- und Kratzmöglichkeiten werden von der neugierigen Havana-Katze mit Freude genutzt. Jedoch nie für sonderlich lange, denn das Aktivitätsniveau der Rasse ist eher niedrig.

Spielen, Schmusen und Ansprache den ganzen Tag sind ganz nach ihrem Geschmack. Die anhängliche, menschenbezogene Katze ist ungern allein. Sie rollt sich für ihr Leben gerne auf dem Schoß zusammen und ist im Umgang sehr liebevoll, auch mit Kindern.

Von der Samtpfote zur Kratzbürste

Es gibt jedoch auch Zeiten, in denen sie ihre Ruhe will und zu einer kleinen Kratzbürste werden kann. Dann das Tier besser nicht hochnehmen, sondern ihm den gebührenden Freiraum einräumen. Sie können sich sicher sein, dass die treue Samtpfote in kurzer Zeit wieder um Ihre Beine streicht.

Außerdem „redet“ sie gerne mit ihren Mitbewohnern, wenngleich sie nicht so sehr zum Miauen neigt wie die Siam-Katze. Fremden gegenüber kann die Havana-Katze scheu sein.

Haltung: Nicht für Freigang gemacht

Die Havana-Katze ist keine Freigängerin, sondern eine Wohnungskatze. Sie bleibt gerne in der warmen Stube, sucht dort sozialen Anschluss und Spielmöglichkeiten.

Selbstverständlich kann es in den warmen Monaten vorkommen, dass sie bei offenen Türen eine kleine Exkursion auf den Balkon oder in den Garten vornimmt, jedoch nur bei optimalen Witterungsbedingungen. Ansonsten bevorzugt sie einen wohltemperierten Platz an der Heizung.

Bezugsperson mit Spieltrieb gesucht

Die Havana-Katze ist eine zeitintensive Katze. Sie sucht sich ihre Bezugspersonen aus und baut starke Bindungen auf. Gerne kommt sie auf den Lieblingsmenschen zu und fordert ihn direkt dazu auf, sich mit ihr zu beschäftigen und sie zu bespaßen.

Sie ist dabei sehr intelligent, gibt viel Rückmeldung und liebt es, immer wieder mit neuen Herausforderungen überrascht zu werden.

Kinderfreundlich und anpassungsfähig

Havana-Katzen mögen Kinder, solange diese ihre Grenzen respektieren und sie nicht etwa am Schwanz ziehen.

Leben noch andere Katzen oder Hunde im Haushalt, ist das für die Havana in der Regel auch kein Problem. Die anpassungsfähige Mieze lässt sich auf tierische Mitbewohner ein und ermöglicht so ein harmonisches Zusammenleben.

Nicht zu lange allein lassen

Die Bezugsperson ist außer Haus? Das mag die Havana-Katze gar nicht! Lassen Sie sie also nicht längere Zeit allein. Sie ist gerne im Mittelpunkt des Geschehens und nimmt am sozialen Miteinander intensiv teil.

Dabei kommentiert das Kätzchen das Geschehen mit seinem sanften Stimmchen und versucht so, seine Menschen zu Reaktionen zu bewegen. Nach der aktiven Phase sucht die Havana Körperkontakt, um zu kuscheln, sich auszuruhen und ein wenig Liebe zu tanken.

Havana-Katze © bozhdb / stock.adobe.com
Die intelligente und verspielte Havana-Katze ist eine reine Wohnungskatze.

Ernährung und Pflege: Unkomplizierte Katze

Die Havana-Katze benötigt eine normale, katzengerechte Ernährung. Frisches Nassfutter mit einer gewissen Abwechslung sollte die Basis darstellen. Hin und wieder kann dieses auch durch Trockenfutter ergänzt oder ersetzt werden. Ein Schälchen frisches Wasser sollte immer zugänglich sein.

Generell kommt die Havana-Katze mit wenig Futter aus. Die täglichen Fresszeiten können aber zur Geduldsprobe werden, wenn die Samtpfote mal wieder das liebevoll angerichtete Futter links liegen lässt.

Sie ist kein großer Esser und kann durchaus heikel bei den akzeptieren Futtersorten sein. Probieren Sie sich einfach durch das vielfältige Angebot.

Glänzendes Fell braucht nur wenig Pflege

Die Havana-Katze begeistert von Natur aus mit einem glänzenden Fell. Dieses braucht nur wenig Fellpflege. Sie können es von Zeit zu Zeit mit einem weichen Tuch oder einer weichen Bürste ausstreichen. Bestimmt genießt ihr kleiner Tiger diese innige Zuwendung und die Extraportion Aufmerksamkeit.

Gesundheit: Keine rassetypischen Krankheiten bekannt

Mit einer Havana-Katze entscheiden Sie sich für ein robustes Tier, das kaum krank wird. Dem Tierarzt werden Sie deshalb in der Regel nur zum routinemäßigen Check-Up und bei den regelmäßigen Impfungen begegnen.

Sollte das Fell Ihrer Katze allerdings seinen Glanz verlieren oder sie ein auffälliges Verhalten zeigen, dann ist etwas nicht in Ordnung. Bitte lassen Sie ihre Havana umgehend untersuchen.

Wie alt wird die Havana-Katze?

Havana-Katzen werden zwischen 15 und 20 Jahre alt.

Achtung Kälte Havana-Katzen verkühlen sich schnell und meiden deshalb kalte und zugige Aufenthaltsorte. Sperren Sie Ihre Katze niemals aus der Wohnung aus, damit sie im Zweifel in Warme kommen kann.

Geschichte: Viele Theorien zur Entstehung der Havana-Katze

Wie die Havana-Katze zu ihrem Namen kam, darüber gibt es viele Spekulationen. Einige glauben, er wurde von Havanna-Kaninchen inspiriert, die über eine identische Fellfarbe verfügen.

Andere meinen, die Ursprünge des Namens seien im kubanischen Tabak zu finden, der ebenso schokoladenbraun wie die Katze ist. Unklar bleibt jedoch, warum man die Havana-Katze mit nur einem „n“ schreibt.

Zu ihrer Geschichte finden sich ebenfalls verschiedene Theorien. Eine Geschichte beginnt in Thailand, wo die Rasse aus einer Kreuzung zwischen Tonkanese und Burma-Katze entsprungen sein soll.

Eine andere führt nach England, wo die Züchterin Baronin von Ulmann 1952 eine Siamkatze mit einer Europäischen Kurzhaarkatze gekreuzt hat. Ihr Kater „Elmtower Bronze Idol“ wäre demnach der Urvater der Rasse.

Eine Rasse – viele Namen

Gesichert ist, dass der Mensch bei dieser Rasse seine Finger im Spiel hatte – sie entstand nicht auf natürlichem Wege. Die Havana-Katze ist in Übersee sehr beliebt. Dort hat sie noch viele weitere Namen, darunter:

  • Chestnut Oriental Shorthair
  • Chestnut Havana
  • Swiss Mountain Cat
  • Havana Brown

Preis: Was kostet eine Havana-Katze?

Die Havana-Katze ist bei uns selten und das Netz an Züchtern eher dünn. Daher müssen Sie beim Kauf auch mit einem gehobenen Anschaffungspreis rechnen. 1.000 bis 1.200 Euro sind für diese Katzen üblich.

Achten Sie bei der Auswahl des Züchters explizit darauf, dass er sich auf Havana-Katzen spezialisiert hat, alle Gesundheitszeugnisse vorweisen kann und der Stammbaum nachvollziehbar ist.

Fazit zur Havana-Katze

Da die Havana-Katze eine starke Persönlichkeit hat und eine tiefe Bindung zum Halter aufbaut, gilt sie nicht als Anfängerkatze. Sie sollten sich bewusst sein, dass die Katze ihre Ansprüche an Sie stellt und Aufmerksamkeit einfordert. Das kann schon mal anstrengend werden, wenn Sie nach einem langen Tag einfach nur die Beine hochlegen möchten!

Wenn Sie sich jedoch nichts Schöneres vorstellen können als eine anhängliche, verspielte Katze, für die Sie die ganze Welt bedeuten – dann haben Sie Ihre Traumkatze gefunden.

Steckbrief zur Havana-Katze

Kurzinfo: charmante, spielfreudige Katze mit orientalischem Aussehen für die Wohnungshaltung
Widerristhöhe: 25 cm
Gewicht: 2,5-4,2 kg
Durchschnittliche Lebenserwartung: 15-20 Jahre
Preis: 1.000-1.200 Euro
Wesen: kommunikativ, anhänglich, verspielt, intelligent
Fell: kurzhaarig
Fellfarben: einfarbig, schokobraun bis rotbraun
Pflegeaufwand: niedrig
Energieniveau: mäßig
Herkunft: ungeklärt

Quelle:

Oriental Cat Association


Jana Schubert
Profilbild von zooplus Magazin Autorin Jana Schubert

Schon als Baby habe ich lieber mit unserer Perserkatze gekuschelt als mit meinem Teddy. Später ging ich meinen Eltern so lange auf die Nerven, bis ich ein Pferd adoptieren durfte. Mit meinen Tieren habe ich viel erlebt. Und auch wenn das Leben mit Tieren nicht immer einfach ist, kommt für mich kein anderes in Frage. Denn Tiere berühren mich an einer Stelle meiner Seele, wo sonst nichts und niemand hinkommt. Diesen Zauber spüre ich sogar, wenn ich über Vierbeiner schreibe. Ich hoffe, etwas davon kommt bei Ihnen an.


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