Kartäuser-Katze (Chartreux)

Verfasst von Bärbel Edel
Kartäuser-Katze

Kartäuser-Katzen sind freundlich und anschmiegsam

Die Kartäuser-Katze gehört zu den Kurzhaarkatzen. Mit ihrem samtigen grauen Fell und den leuchtend gelben Augen ist sie eine edle Erscheinung. Liebhaber dieser Katzenrasse schätzen ihren ruhigen, freundlichen Charakter und ihre Intelligenz.

Aussehen der Kartäuser-Katze

Die Kartäuser-Katze wird auch „Chartreux“ genannt und stammt ursprünglich aus Frankreich. Eine andere Schreibweise ist „Karthäuser-Katze“.

Graues Fell und gelbe Augen

Markenzeichen der Kartäuser-Katze ist ihr blaugraues Fell. Es ist kurz, dicht und verfügt über reichlich Unterwolle. Organisierte Katzenzüchter erkennen ausschließlich die Farbe „Blau“ (Blaugrau) an. Andere Farben oder Muster sind nicht erlaubt.

Besonders auffällig sind die intensiv gefärbten gelben Augen. Die Farbe kann von dunklem Gelb bis hin zu Kupfer variieren.

So entsteht die Fellfarbe „Blau“

Wie die Russisch Blau ist auch die Kartäuser-Katze genetisch gesehen eine schwarze Katze. Ein sogenanntes „Verdünner-Gen“ sorgt dafür, dass die schwarze Farbe aufgehellt wird und als bläuliches Grau erscheint. Diese Fellfarbe wird „Blau“ genannt.

Kräftiger Körperbau

Die Chartreux hat einen kräftigen, muskulösen Körperbau. Ihre Beine sind von mittlerer Länge und werden von großen, breiten Pfoten getragen.

Der trapezförmige Schädel soll breit an der Basis und schmal an der Stirn sein. Die Schnauze ist gut ausgeprägt und kantig. Die aufrechten Ohren sind hoch angesetzt und stehen recht eng beieinander.

Wie viel wiegt eine Kartäuser-Katze?

Eine Kartäuser-Katze wiegt zwischen vier und sieben Kilogramm. Weibchen und Männchen unterscheiden sich bei dieser Rasse deutlich voneinander.

Typisch für die Männchen sind die breiten, fluffigen „Katerbacken“. Insgesamt sind die Kater deutlich kräftiger als die zierlichen Katzen.

Kartäuser Katze Portrait © Maxime / stock.adobe.com
Sehr edel: Das graue Fell und die gelben Augen

Charakter: Welche Eigenschaften hat eine Kartäuser-Katze?

Eine Kartäuser-Katze kann so schnell nichts aus der Ruhe bringen. Im Gegensatz zu den relativ lauten orientalischen Katzenrassen ist auch das Miauen der Kartäuser-Katze eher leise.

Angehörige dieser Rasse gelten als unkompliziert, intelligent und menschenfreundlich. In einer neuen Umgebung werden sie schnell heimisch. Zu viel Stress sollten Sie Ihrer Chartreux dennoch nicht zumuten.

Sind Kartäuser-Katzen verschmust?

Besitzer einer Kartäuser beschreiben ihre Katze oft als ruhig und besonders verschmust. Die liebenswerten Samtpfoten brauchen viel Aufmerksamkeit und sind deshalb kuschelbedürftig.

Haltung und Pflege der Kartäuser-Katze

Aufgrund ihres unkomplizierten Charakters können diese Katzen als Freigänger und als Wohnungskatzen gehalten werden. Wie alle Stubentiger, freut sich auch die Chartreux über einen gesicherten Balkon, auf dem sie frische Luft schnappen kann.

Kartäuser-Katzen vertragen sich im Allgemeinen gut mit Kindern, anderen Katzen und sogar mit Hunden. In Frankreich werden die anhänglichen Tiere manchmal als Hunds-Katzen bezeichnet, denn sie lieben – neben ausgiebigen Schmuseeinheiten – auch das Apportieren.

Können Kartäuser-Katzen allein gehalten werden?

Genug Beschäftigung und Ansprache vorausgesetzt, können Kartäuser-Katzen auch einzeln gehalten werden.

Bei der alleinigen Haltung im Haus sollten Sie Ihrer Chartreux ausreichend Gelegenheit zum Austoben geben, damit sie physisch und psychisch ausgelastet ist.

Zur Ausstattung gehören sowohl Kletter- und Kratzmöglichkeiten als auch Ruheplätze und Verstecke. Rutschfeste Kissen auf der Fensterbank und Heizungsliegen laden zum Ausruhen und Beobachten ein.

Wie stark haaren Kartäuser?

Auch wenn ihr Fell üppig ist, verliert die Kartäuser nicht übermäßig viele Haare. Ihr kurzes, dichtes Fell neigt außerdem nicht zum Verknoten und ist einfach zu reinigen.

Regelmäßiges Bürsten ist bei dieser Katzenrasse nicht nötig – doch möglicherweise genießt Ihre Samtpfote die Aufmerksamkeit, die mit der Fellpflege einhergeht.

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Gesundheit: Robust mit Einschränkungen

Die Chartreux gilt als robust und nicht besonders anfällig für Erbkrankheiten. Ausnahme ist die Neonatale Isoerythrolyse (FNI) – auf Englisch auch fading kitten syndrome genannt.

Was passiert bei der FNI?

Paart sich eine Katze mit der Blutgruppe B mit einem Kater der Blutgruppe A, kann es dazu kommen, dass die Blutgruppen von Mutter und Kindern inkompatibel sind.

Wenn die Mutter die Blutgruppe B hat, nehmen die Kitten mit der Erstmilch Antikörper gegen die Blutgruppe A auf. Bei Welpen mit der Blutgruppe A führt dies zum Ausscheiden des roten Blutfarbstoffs über den Urin und zu einer Blutarmut. Eine akute Feline neonatale Isoerythrolyse ist für die Jungkatzen in aller Regel tödlich.

Generell kann eine Verpaarung von nicht kompatiblen Blutgruppen vermieden werden. Voraussetzung ist eine vorherige Blutgruppenbestimmung durch den Tierarzt. Die Krankheit kommt nicht nur bei Kartäuser-Katzen, sondern auch bei Britisch Kurzhaar-Katzen vor.

Wie alt wird eine Kartäuser?

Wenn gesundheitlich und bei der Pflege alles in Ordnung ist, hat die Kartäuser-Katze eine Lebenserwartung von etwa 12 bis 15 Jahren.

Generell sollten Sie Ihre graue Schönheit regelmäßig beim Tierarzt vorstellen, um alle nötigen Vorsorgeuntersuchungen sowie Impfungen und Entwurmungen durchzuführen. So stellen Sie sicher, dass Ihre Fellnase viele Jahre lang bei guter Gesundheit bleibt.

Geschichte und Zucht der Kartäuser

Auch wenn es der Name nahelegt, die Kartäuser-Katzen haben nichts mit den Kartäuser-Mönchen zu tun – deren Geschäftsfeld war nämlich nicht die Katzenzucht, sondern die Herstellung von Kräuterlikör.

Tatsächlich wurde der Grundstein der Chartreux-Zucht auf den bretonischen Inseln gelegt. Dort begannen die Geschwister Léger unter dem Zwingernamen „de Guerveur“ in den 1920er Jahren die gezielte Zucht von graublauen Katzen, die halbwild auf den Inseln lebten.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden auch die Britisch Kurzhaar-Katzen (BKH) und Russisch Blau zur Zucht verwendet. Das ist heute laut Zuchtstandard nicht mehr erlaubt, erklärt aber die enge Verwandtschaft der Katzenrassen. 1977 wurde die Kartäuser-Katze von der Züchter-Organisation FIFe als eigenständige Rasse anerkannt.

Was ist der Unterschied zwischen BKH und Kartäuser?

Am einfachsten lassen sich die beiden Katzenrassen anhand ihrer Gesichtsform unterscheiden. Während diese bei Kartäusern trapezförmig ist, haben die Köpfe der BKH eher eine rundliche Form.

Eine Kartäuser-Katze kaufen

Haben Sie sich in die Rasse mit dem weichen Fell und dem unkomplizierten Charakter verliebt? Nun geht es an die Suche nach einem neuen, vierbeinigen Familienmitglied.

Wer an einer Chartreux interessiert ist, sollte wie bei anderen Katzenrassen nur einem professionellen Züchter vertrauen. Idealerweise ist dieser Mitglied in einem der großen Zuchtverbände oder der Interessengemeinschaft der Züchter und Liebhaber der Kartäuser, Chartreux d’Europe.

Auch wenn Kleinanzeigen „Rassekatzen ohne Papiere zum kleinen Preis“ anbieten und Sie eigentlich keine Zuchtpapiere benötigen, sollten Sie von solchen Angeboten Abstand nehmen. Solche Tiere stammen oft aus fragwürdigen Quellen und werden nicht artgerecht gehalten.

Seriöse Züchter legen dagegen Wert auf eine gezielte Verpaarung ihrer Tiere. So wird Inzucht vermieden und Erbkrankheiten werden minimiert. Außerdem lassen sie ihre Muttertiere nicht ununterbrochen decken, sondern billigen ihnen eine gewisse Schonzeit zur Erholung zu.

Die Kitten bekommen genug Zeit, um aufzuwachsen und alles Katzennotwendige von Müttern und Geschwistern zu erlernen, bevor sie mit frühestens zwölf Wochen in ihr neues Zuhause ziehen.

Wie viel kostet eine Kartäuser?

Eine Kartäuser-Katze mit Stammbaum von einem seriösen Züchter kostet rund 1.500 Euro. Sie können auch eine Kartäuser-Katze aus dem Tierschutz adoptieren. Im Tierheim finden Sie Katzen aller Rassen und mit etwas Glück auch eine Chartreux. Tierheime geben Katzen normalerweise gegen eine geringe Schutzgebühr ab.

Kartäuser Kitten © detry26 / stock.adobe.com
Kaufen Sie Ihr Kartäuser-Kätzchen nur bei einem seriösen Züchter

Fazit: Charmante, pflegeleichte Schönheit

Die Kartäuser-Katze ist eine wunderschöne Samtpfote. Mit ihrem unkomplizierten, freundlichen Wesen ist sie besonders gut für Katzen-Anfänger und für Familien geeignet.

Steckbrief zur Kartäuser

Besonderheiten: Edle Katzenrasse, die aufgrund ihres Charakters auch als Hunds-Katze bezeichnet wird.
Charakter: ruhig, intelligent, verschmust
Größe: mittelgroß
Gewicht: 4-7 kg
Augenfarbe: gelb
Farben: grau
Fell: kurz, dicht, viel Unterwolle
Fellpflege: unkompliziert
Lebenserwartung: ca. 12-15 Jahre
Typische Krankheiten: robuste Rasse
Preis: ca. 1.500 €
Herkunft: Frankreich

Quelle:

FIFe: Chartreux / Karthäuser


Bärbel Edel
Profilbild von Magazin-Autorin Bärbel Edel

Ich bin Journalistin, liebe Tiere und habe bereits während meines Volkskunde-Studiums zur Beziehung zwischen Menschen und Hunden geforscht. Vor einigen Jahren habe ich einen Kater aus dem Münchner Tierheim adoptiert. Elvis war der Anlass, meinen Katzenblog „Lieblingskatze“ zu gründen und mich auch journalistisch mit Tieren zu befassen. Mit meinen Artikeln möchte ich dazu beitragen, dass Menschen ihre Heimtiere besser verstehen.


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