Welsh Springer Spaniel

drei Welsh Springer Spaniel Hunde

Der Welsh Springer Spaniel zählt zu den ältesten Jagdhunden Großbritanniens und wird auch heute noch als Apportier- und Stöberhund eingesetzt. Gleichzeitig ist der kleine Wirbelwind mit dem rot-weißen Fell aber auch ein anhänglicher und freundlicher Familienhund, der mit seinem Temperament viel Leben in den Alltag bringt.

Charakter

Schlechte Laune scheint der kleine Welsh Springer Spaniel nicht zu kennen. Fröhlich, aufgeweckt und lebenslustig geht der kleine Waliser mit der außergewöhnlich rot-weißen Fellfärbung durch die Welt. Er ist stets zum Spielen aufgelegt, apportiert für sein Leben gern, geht bei jedem Wetter schwimmen und liebt ausgiebige und abwechslungsreiche Spaziergänge mit seiner Familie. Die Gesellschaft seiner Menschen genießt er in vollen Zügen und so fühlt er sich am wohlsten, wenn er überall mit dabei sein darf. Langes Alleinsein oder gar eine Zwingerhaltung würde aus dem lebenslustigen Kerlchen vermutlich schnell ein kleines Häufchen Elend machen. Wer einen Welsh Springer Spaniel halten möchte, sollte also vor allem zwei Dinge mitbringen: 1. Zeit und 2. Lust, sich mit dem Welsh ausgiebig zu beschäftigen.

Energiebündel mit großem Beschäftigungsdrang

Als Hund, der ursprünglich ausschließlich als Arbeitshund für die Jagd gezüchtet wurde, braucht der Welsh Springer Spaniel auch heute noch eine sinnvolle Beschäftigung sowie ausreichend Bewegung. Sein Enthusiasmus und seine Ausdauer, mit denen er seine Aufgaben bewältigt, sind bemerkenswert. Ob bei der Jagd, im Hundesport oder einfach draußen in Wald, Feld und Wasser: Der Welsh Springer Spaniel ist überall in seinem Element. Hauptsache, er kann sich richtig austoben und dabei auch noch sein Köpfchen anstrengen.

Beste Voraussetzungen für ein harmonisches Miteinander

Die körperliche und geistige Auslastung ist nicht nur wichtig für die Fitness des Welsh, sie ist auch eine Grundvoraussetzung für ein harmonisches Zusammenleben von Hund und Mensch. Auch wenn die freundliche und menschenbezogene Rasse von Natur aus alles mitbringt, was einen guten Familien- und Begleithund ausmacht, so kommen die vielen positiven Eigenschaften des Welsh nur zur Geltung, wenn er auch sein temperamentvolles Wesen, seinen Spiel- und Bewegungsdrang, ausleben darf. Nur ein Spaniel, der geistig und körperlich entsprechend gefordert ist, wird sich im Haus ruhig und ausgeglichen zeigen. Nach getaner Arbeit kann er die Ruhe zuhause voll und ganz genießen und wenn er sich dann am Fuße seines Herrchens oder Frauchens hinlegen kann, ist für ihn die Welt in Ordnung.

Trotz Jagdtrieb leicht erziehbar – selbst für Anfänger

Ein Welsh Springer Spaniel, dem genügend Auslauf und Beschäftigung zugestanden wird, wird sich auch in der Erziehung als gelehriger und folgsamer Schüler erweisen. Dank seiner Intelligenz und seinem Bestreben, es seinem Menschen recht zu machen, erweist er sich als kooperativer Partner. Kommandos und Tricks merkt er sich schnell und so stellt selbst sein ausgeprägter Jagdtrieb in der Regel kein Problem dar. Wie bei allen Hunden, sollte seine Erziehung allerdings mit liebevoller Konsequenz erfolgen. Bei inkonsequentem Verhalten oder übertriebener Härte schaltet der intelligente Welsh auch gerne mal auf stur. Wenn der Welsh Springer Spaniel der erste Hund für Sie ist, sollten Sie sich also mit den Grundregeln der Hundeerziehung beschäftigen – in diesem Fall werden auch Anfänger viel Freude mit dem klugen Wirbelwind haben.

Erscheinungsbild

Das charakteristischste Merkmal des Welsh ist zweifellos seine Fellfarbe. Das satte Rot auf seidig-glänzendem Weiß findet man bei keiner anderen Spanielrasse. Das Haar ist mittellang, dicht und gerade und weist Schmutz zuverlässig ab. Ohren, Brust, Bauch und Beine sind besonders dicht behaart. Der Welsh Springer Spaniel erreicht eine maximale Widerristhöhe von 48 cm und gehört damit (gerade so) zu den mittelgroßen Hunderassen. Er ist damit etwas kleiner als der English Springer Spaniel, mit dem er eng verwandt ist. Auch der Körper des Walisen ist etwas kräftiger und kompakter als bei seinem englischen Bruder. Trotz seiner Substanz wirkt der Welsh jedoch niemals schwerfällig. Sein Maximalgewicht liegt bei 15 kg, wobei Hündinnen in der Regel etwas kleiner und leichter sind.

Welsh Springer Spaniel

Typisch Spaniel

Wie die anderen Spanielrassen auch, besitzt er die typisch herabhängenden Spaniel-Ohren. Sie sind relativ tief angesetzt und laufen, der Form eines Weinblatts ähnlich, am Ende spitz zu. Dabei sind sie mäßig lang und etwas breiter als beim Englischen Cockerspaniel.

„Typisch Spaniel“ ist auch sein sanfter Blick aus seinen mandelförmigen, haselnuss- bis dunkelbraunen Augen.

Geschichte

Auch wenn er nie die Popularität eines Cockerspaniels erreicht hat, so existiert der Welsh Springer Spaniel bereits seit fast 400 Jahren. Seine Eigenart, sein Jagdinstinkt und auch seine äußeren Merkmale haben sich in dieser Zeit kaum verändert und so gilt er heute nicht nur als einer der ältesten Jagdhunde Großbritanniens, sondern auch als einer der ursprünglichsten. Kynologen sehen im Springer Spaniel den Vorfahr aller Spaniel-Varietäten. Bildliche Darstellungen aus dem 17. Jahrhundert zeigen, dass ein solcher Hundetyp, der in seinem Aussehen und mit seiner typisch rot-weißen Farbe stark der heutigen Rasse ähnelt, bereits damals auf der britischen Insel, insbesondere im Gebiet von Wales, existierte.

Verschiedene Spaniel-Varietäten

Lange Zeit wurden in Großbritannien alle Spaniel-Varietäten unter dem Begriff „Field Spaniels“ zusammengefasst. Ab 1803 wurden sie – abhängig von der Art ihres Jagens – in „Springing Spaniels“ und „Cocking Spaniels“ unterteilt. Die Bezeichnung „Springer“, die auch im heutigen Rassenamen noch auftritt, leitet sich dabei von der englischen Beschreibung seiner Jagdaufgabe ab. „To spring game into open“ bedeutete, dass er das Wild aufstöberte und aus seiner Deckung trieb, damit es die Jäger im offenen Gelände oder in aufgestellten Netzen erlegen konnten.

Zucht und Verwendung heute

Heute wird der Waliser, der 1902 vom Kennel Club offiziell als eigene, vom English Springer Spaniel unabhängige Rasse anerkannt wurde, in erster Linie als Stöberer und Apportierhund gezüchtet. Doch auch als Familien- und Sporthund gibt der Welsh Springer Spaniel eine gute Figur ab. Seine gute Nase, sein zuverlässiges, scharfsinniges Wesen und seine hohe Lernbereitschaft und Intelligenz werden bei Jägern und Hundesportlern gleichermaßen geschätzt.

Sie möchten einen Welsh Springer Spaniel kaufen?

Trotz seiner hervorragenden Eigenschaften und seines hübschen Äußeren ist der Welsh Springer im Vergleich zu anderen Spaniel-Rassen nur selten anzutreffen. Einen Züchter in der Nähe zu finden, kann für Interessenten entsprechend schwierig sein. Offiziell anerkannte Spaniel-Vereine oder –Klubs sind meist ein guter erster Anlaufpunkt, um sich einen Überblick über seriöse Züchter und die aktuellen Welpenzahlen zu machen. Auch wenn der Züchter mit dem nächsten zu erwartenden Wurf etwas weiter weg sein sollte, sollte vor einem Kauf dringend ein persönliches Treffen stattfinden. Besuchen Sie den Züchter zuhause und machen Sie sich vor Ort ein Bild von der Zuchtstätte, den Hunden und der Art ihrer Aufzucht. Auch das persönliche Gespräch mit dem Züchter, über Eigenarten und Verhalten der Rasse, kann keine Rassebeschreibung im Buch oder Internet ersetzen.

Achten Sie auf seriöse Papiere

Kaufen Sie nur bei einem Züchter, der Ihnen sympathisch ist und von dessen Seriosität Sie überzeugt sind. Lassen Sie sich die erforderlichen Gesundheitsnachweise zeigen und versichern Sie sich, dass der Züchter von einem unabhängigen Zuchtwart geprüft und ausgezeichnet wurde. Ein guter Hinweis für eine anerkannte und seriöse Zuchtstätte ist das Logo der FCI (Fédération Cynologique Internationale) auf den Papieren des Hundes.

Gesundheit und Pflege

Zwar gelten Welsh Springer Spaniels als sehr gesunde und robuste Hunde, doch nur Welpen aus einer anerkannten und geprüften Zuchtstätte haben die erforderlichen Gesundheitstests durchlaufen. Durch den Ausschluss von kranken oder vorbelasteten Hunden von der Zucht wird das Risiko für eine spätere Erkrankung bei den Nachkommen stark reduziert. Erbliche Augenkrankheiten, Hüftgelenksdysplasie, aber auch typische Spaniel-Krankheiten, wie Familial Nephropathy (FN) und Canine Fucosidose treten zwar auch gelegentlich beim Welsh Springer Spaniel auf, stellen aber im Großen und Ganzen keine Probleme für die Rasse dar.

Trimmen, bürsten, reinigen

Um die jährlichen Tierarztbesuche so gering wie möglich zu halten, ist auch eine gute Pflege Ihres Hundes von Bedeutung. Wie alle anderen Spaniel-Rassen auch, sollten die Haare des Welsh Springer Spaniels regelmäßig getrimmt werden. Alle zwei Monate sollten die Haare besonders an Pfoten, Ohren, Rute und Hals gekürzt werden. Um Glanz und Struktur zu erhalten, sollte das Fell außerdem ein bis zweimal wöchentlich ausgiebig gebürstet werden.

Wichtig ist auch, dass Sie sich Augen, Pfoten, Ohren und Zähne Ihres Hundes regelmäßig anschauen und bei Bedarf reinigen. Falls Ihnen dabei Veränderungen oder erste Entzündungen auffallen, sollten Sie einen Termin bei Ihrem Tierarzt vereinbaren.

Welsh Springer Spaniel Welpe spielt

Welsh Springer Spaniel Ernährung

Genauso wichtig für die Gesundheit wie eine gute Pflege, ist auch eine gute und ausgewogene Ernährung. Grundsätzlich stellt der Welsh Springer Spaniel zwar keine besonderen Ansprüche an seine Ernährung, doch ein Futter, das ihn im richtigen Maß mit Nährstoffen und Vitaminen versorgt, sind auch für ihn unerlässlich. Manche Spaniels neigen zu Übergewicht und sollten deshalb nie mehr als die empfohlene Tagesmenge erhalten. Leckerlis zwischendurch müssen mit eingerechnet werden und nach einer Mahlzeit sollte der Fressnapf gesäubert und weggeräumt werden. Frisches Trinkwasser sollte ihm hingegen immer zur Verfügung stehen.

Nass, trocken, roh oder gekocht? Welches Futter ist das Richtige?

Über die Frage, welches Futter für den Hund das Beste ist, scheiden sich die Geister. Während die einen auf die BARF-Methode (biologisch artgerechte Rohfütterung) schwören, sind andere der Meinung, dass das Fleisch und Gemüse unbedingt abgekocht werden muss. Wieder andere greifen lieber direkt zum fertigen Nass- oder Trockenfutter aus dem Regal – und auch hier gibt es zwischen den Hundebesitzern sehr kontroverse Ansichten, welches Produkt wirklich gut für den Hund ist. Bei all diesen Diskussionen wird jedoch das Wichtigste oft übersehen. Denn egal für welche Ernährungsmethode Sie sich entscheiden, wichtig ist, dass Ihr Hund über sein Futter mit allen lebensnotwendigen Nährstoffen versorgt wird.

Welche Nährstoffe braucht mein Hund?

Für ein gesundes, langes Leben braucht Ihr Spaniel – wie alle anderen Hunde auch – Proteine, Kohlenhydrate, Fette, Mineralstoffe, Vitamine und natürlich Wasser. Diese Nährstoffe müssen in der richtigen Menge und Mischung im täglichen Futter enthalten sein. Wie viel Ihr Hund von den einzelnen Nährstoffen braucht und in welchem Verhältnis diese zueinander stehen sollten, hängt von sehr individuellen Faktoren ab. Je nach Alter, Größe, Gewicht, Bewegungspensum und Gesundheitszustand können diese von Hund zu Hund – oder von Spaniel zu Spaniel – stark variieren. Eine Ernährungsanalyse im Internet oder ein Gespräch mit Ihrem Züchter oder Ihrem Tierarzt, sind in jedem Fall sinnvoll.

Die Frage, nach dem richtigen Futter, kann also nicht pauschal beantwortet werden. Um Ihnen dennoch einen ersten Orientierungswert zu geben:  Ein gesunder, normal ausgelasteter und erwachsener Welsh Springer Spaniel frisst pro Tag etwa 200 bis 250 g Muskelfleisch. Das Fleisch sollte mit Haferflocken, Quark, Reis, Gemüse oder Obst ergänzt werden. Für eine reichhaltige Zufuhr an Ballaststoffen sollte ab und zu roher grüner Pansen vom Rind verfüttert werden. Grätenfreier Fisch und rohe Eier sind wichtige Eiweißlieferanten und sollten im wöchentlichen Ernährungsplan Ihres Welsh Springer Spaniels mindestens einmal vorkommen.

Haltungstipps

Generell gelten Welsh Springer Spaniels als sehr unkomplizierte und robuste Hunde. Ernährung, Pflege und Erziehung der Rasse stellen in der Regel keine Probleme dar und sind auch von Anfängern gut zu meistern. Dennoch sollten Sie als Halter immer im Blick haben, dass Ihr Hund als ursprünglicher Jagd-, Stöber- und Apportierhund, besondere Bedürfnisse hat. Regelmäßige und abwechslungsreiche Beschäftigung, die Ihren Hund sowohl körperlich als auch geistig fordert, sind für die Zufriedenheit Ihres Welsh unabdingbar. Planen Sie deshalb mindestens zwei Stunden täglich für die Beschäftigung Ihres Hundes ein – vor allem wenn Sie Ihren Hund nicht jagdlich führen, sondern als reinen Familienhund halten.

Eine intensive Beschäftigung stärkt auch die Beziehung zu Ihrem Hund

Ihr Spaniel freut sich über lange, abwechslungsreiche Spaziergänge, bei denen immer mal wieder neue Wege ausprobiert werden und bei denen er zwischendurch auch mal in einen Bach oder einen kleinen See springen darf. Auch das Spielen sollte nicht zu kurz kommen: Lassen Sie ihn Hundespielzeug apportieren oder üben Sie mit ihm ein paar Tricks ein. Als Hundesport eignet sich zum Beispiel Agility oder Dog Dancing. Auch Fährtensuche oder das Ablegen von Jagdprüfungen sind gute Möglichkeiten, um Ihren Hund richtig auszulasten. Gleichzeitig wird die intensive Beschäftigung mit Ihrem Hund auch die Beziehung und das gegenseitige Vertrauen zwischen Ihnen positiv beeinflussen – wichtige Voraussetzungen für ein harmonisches Zusammenleben mit Ihrem Welsh Springer Spaniel.

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