Welsh Springer Spaniel

Verfasst von zooplus Redaktion

Der Welsh Springer Spaniel zählt zu den ältesten Jagdhunden Großbritanniens und wird auch heute noch als Apportier- und Stöberhund eingesetzt. Gleichzeitig ist der kleine Wirbelwind mit dem rot-weißen Fell aber auch ein anhänglicher und freundlicher Familienhund, der mit seinem Temperament viel Leben in den Alltag bringt.

drei Welsh Springer Spaniel Hunde

Ausgelastet sind Welsh Springer Spaniels wirklich tolle Familienhunde.

Aussehen: Einzigartige Fellfarbe für einen Spaniel

Das charakteristischste Merkmal des Welsh ist zweifellos seine Fellfarbe. Das satte Rot auf seidig-glänzendem Weiß findet man bei keiner anderen Spanielrasse. Das Haar ist mittellang, dicht und gerade und weist Schmutz zuverlässig ab. Ohren, Brust, Bauch und Beine sind besonders dicht behaart.

Wie groß wird ein Welsh Springer Spaniel?

Der Welsh Springer Spaniel erreicht eine maximale Widerristhöhe von 48 cm und gehört mit dieser Größe (gerade so) zu den mittelgroßen Hunderassen. Er ist damit etwas kleiner als der English Springer Spaniel, mit dem er eng verwandt ist.

Der Körper des Walisers ist etwas kräftiger und kompakter als bei seinem englischen Bruder. Trotz seiner Substanz wirkt der Welsh jedoch niemals schwerfällig. Sein maximales Gewicht liegt bei 15 kg, wobei Hündinnen in der Regel etwas kleiner und leichter sind.

Typisch Spaniel

Wie die anderen Spanielrassen auch, besitzt er die typisch herabhängenden Spaniel-Ohren. Sie sind relativ tief angesetzt und laufen, der Form eines Weinblatts ähnlich, am Ende spitz zu. Dabei sind sie mäßig lang und etwas breiter als beim English Cocker Spaniel.

„Typisch Spaniel“ ist auch sein sanfter Blick aus seinen mandelförmigen, haselnuss- bis dunkelbraunen Augen.

Welsh Springer Spaniel Welpe spielt © Frank Gärtner / stock.adobe.com
Unwiderstehlich ist der Blick aus den sanften, mandelförmigen Augen.

Temperament: Wie ist der Charakter eines Welsh Springer Spaniels?

Schlechte Laune scheint der Welsh Springer Spaniel nicht zu kennen. Fröhlich, aufgeweckt und lebenslustig geht der kleine Waliser mit der außergewöhnlichen rot-weißen Fellfärbung durch die Welt.

Er ist stets zum Spielen aufgelegt, apportiert für sein Leben gern, geht bei jedem Wetter schwimmen und liebt ausgiebige und abwechslungsreiche Spaziergänge mit seiner Familie.

Dürfen Welsh Springer Spaniels alleine gelassen werden?

Die Gesellschaft seiner Menschen genießt er in vollen Zügen und so fühlt er sich am wohlsten, wenn er überall mit dabei sein darf. Langes Alleinsein würde aus dem lebenslustigen Kerlchen vermutlich schnell ein kleines Häufchen Elend machen.

Wer einen Welsh Springer Spaniel halten möchte, sollte also vor allem zwei Dinge mitbringen: 1. Zeit und 2. Lust, sich mit dem Welsh ausgiebig zu beschäftigen. Als Hund, der ursprünglich ausschließlich als Arbeitshund für die Jagd gezüchtet wurde, braucht der Welsh Springer Spaniel auch heute noch eine sinnvolle Beschäftigung sowie ausreichend Bewegung.

Energiebündel mit großem Beschäftigungsdrang

Sein Enthusiasmus und seine Ausdauer, mit denen er seine Aufgaben bewältigt, sind bemerkenswert. Ob bei der Jagd, im Hundesport oder einfach draußen in Wald, Feld und Wasser: Der Welsh Springer Spaniel ist überall in seinem Element. Hauptsache, er kann sich richtig austoben und dabei auch noch sein Köpfchen anstrengen.

Die körperliche und geistige Auslastung ist nicht nur wichtig für die Fitness des Welsh, sie ist auch eine Grundvoraussetzung für ein harmonisches Zusammenleben. Die vielen positiven Eigenschaften des Welsh kommen nur zur Geltung, wenn er sein temperamentvolles Wesen, seinen Spiel- und Bewegungsdrang, ausleben darf. Nur ein Spaniel, der entsprechend gefordert ist, wird sich im Haus ausgeglichen zeigen.

Erziehung: Trotz Jagdtrieb leicht erziehbar

Ein ausgelasteter Welsh Springer Spaniel zeigt sich im Training als gelehriger und folgsamer Schüler. Dank seiner Intelligenz und seinem Bestreben, es seinem Menschen recht zu machen, erweist er sich als kooperativer Partner.

Liebevolle Konsequenz statt übertriebener Härte

Kommandos und Tricks merkt er sich schnell und so stellt selbst sein ausgeprägter Jagdtrieb in der Regel kein Problem dar. Wie bei allen Hunden sollte seine Erziehung allerdings mit liebevoller Konsequenz erfolgen. Bei inkonsequentem Verhalten oder übertriebener Härte schaltet der intelligente Welsh auch gerne mal auf stur.

Falls der Welsh Springer Spaniel der erste Hund für Sie ist, sollten Sie sich vorab unbedingt mit den Grundregeln der Hundeerziehung beschäftigen.

Haltung: Ist der Welsh Springer Spaniel ein Anfängerhund?

Generell gelten Welsh Springer Spaniels als sehr unkomplizierte und robuste Hunde. Sie sind daher auch für Anfänger gut geeignet. Dennoch sollten Sie als Halter immer im Blick haben, dass Ihr Hund als ursprünglicher Jagd-, Stöber- und Apportierhund besondere Bedürfnisse hat.

Wie viel Auslauf braucht der Welsh Springer Spaniel?

Regelmäßige und abwechslungsreiche Beschäftigung, die Ihren Hund sowohl körperlich als auch geistig fordert, ist für die Zufriedenheit Ihres Welsh unabdingbar. Planen Sie deshalb mindestens zwei Stunden täglich für die Beschäftigung Ihres Hundes ein – vor allem, wenn Sie Ihren Hund nicht jagdlich führen, sondern als reinen Familienhund halten.

Ein Haus mit Garten ist als Zuhause für den aktiven Hund ideal. Bei ausreichend Auslastung fühlt er sich aber auch in einer nicht allzu kleinen Wohnung wohl. Kennt der Welsh Springer Spaniel Katzen von Beginn an, ist ein Zusammenleben möglich. Kleintiere könnten hingegen wegen seines ausgeprägten Jagdtriebs schwierig sein.

Sport und Aktivität: Intensive Beschäftigung stärkt die Beziehung

Ihr Spaniel freut sich über lange, abwechslungsreiche Spaziergänge, bei denen neue Wege ausprobiert werden. Zudem liebt es der Welsh, wenn er die Option hat, ins kühle Nass zu springen.

Vielseitige Unternehmungen mit dem Welsh Springer Spaniel

Auch das Spielen sollte nicht zu kurz kommen: Lassen Sie ihn Hundespielzeug apportieren oder üben Sie mit ihm ein paar Tricks ein. Als Hundesport eignet sich zum Beispiel Agility oder Dog Dancing. Auch Fährtensuche oder das Ablegen von Jagdprüfungen sind gute Möglichkeiten, um Ihren Hund richtig auszulasten.

Gleichzeitig wird die intensive Beschäftigung mit Ihrem Hund auch die Beziehung und das gegenseitige Vertrauen zwischen Ihnen positiv beeinflussen – wichtige Voraussetzungen für ein harmonisches Zusammenleben mit Ihrem Welsh Springer Spaniel.

Welsh Springer Spaniel © GT-Films / stock.adobe.com
Welsh Springer Spaniels sind gerne draußen, um sich auszupowern.

Pflege: Trimmen, bürsten, reinigen

Wie bei allen anderen Spanielrassen auch, sollten die Haare des Welsh Springer Spaniels regelmäßig getrimmt werden. Alle zwei Monate sollten Sie die Haare besonders an Pfoten, Ohren, Rute und Hals kürzen. Um Glanz und Struktur zu erhalten, sollte das Fell außerdem ein bis zweimal wöchentlich ausgiebig gebürstet werden.

Wichtig ist auch, dass Sie sich Augen, Pfoten, Ohren und Zähne Ihres Hundes regelmäßig anschauen und bei Bedarf reinigen. Falls Ihnen dabei Veränderungen oder erste Entzündungen auffallen, sollten Sie einen Termin bei Ihrem Tierarzt vereinbaren.

In unserem Ratgeber beantworten wir die wichtigsten Fragen rund um die Hundepflege:

Ernährung: Vorsicht vor Übergewicht

Grundsätzlich stellt der Welsh Springer Spaniel keine besonderen Ansprüche an seine Ernährung. Doch ein Futter, das ihn im richtigen Maß mit Nährstoffen und Vitaminen versorgt, ist auch für ihn unerlässlich.

Manche Spaniels neigen zu Übergewicht und sollten deshalb nie mehr als die empfohlene Tagesmenge erhalten. Leckerlis zwischendurch müssen Sie miteinrechnen. Frisches Trinkwasser sollte Ihrem Liebling immer zur Verfügung stehen.

Lesen Sie mehr über gesunde Hundeernährung in unserem Magazin:

Gesundheit: Welche rassebedingten Krankheiten gibt es?

Welsh Springer Spaniels gelten als sehr gesunde und robuste Hunde. Erbliche Augenkrankheiten, Hüftgelenksdysplasie, aber auch typische Spaniel-Krankheiten wie Familial Nephropathy (FN) und Canine Fucosidose treten zwar auch gelegentlich beim Welsh Springer Spaniel auf, stellen aber im Großen und Ganzen keine Probleme für die Rasse dar.

Geschichte: Ursprünglicher Jagdhund aus Großbritannien

Auch wenn er nie die Popularität eines Cocker Spaniels erreicht hat, so existiert der Welsh Springer Spaniel bereits seit fast 400 Jahren. Seine Eigenarten, sein Jagdinstinkt und auch seine äußeren Merkmale haben sich in dieser Zeit kaum verändert. So gilt er heute nicht nur als einer der ältesten Jagdhunde Großbritanniens, sondern auch als einer der ursprünglichsten.

Verschiedene Spaniel-Varietäten

Kynologen sehen im Springer Spaniel den Vorfahren aller Spaniels. Bildliche Darstellungen aus dem 17. Jahrhundert zeigen, dass ein solcher Hundetyp bereits damals auf der britischen Insel, insbesondere im Gebiet von Wales, existierte.

Lange Zeit wurden in Großbritannien alle Spaniel-Varietäten unter dem Begriff „Field Spaniels“ zusammengefasst. Ab 1803 wurden sie – abhängig von der Art ihres Jagens – in „Springing Spaniels“ und „Cocking Spaniels“ unterteilt.

Was bedeutet eigentlich „Springer Spaniel“?

Die Bezeichnung „Springer“, die auch im heutigen Rassenamen noch enthalten ist, leitet sich dabei von der englischen Beschreibung seiner Jagdaufgabe ab. „To spring game into open“ bedeutet, dass er das Wild aufstöbert und aus seiner Deckung treibt. Dadurch sollen es die Jäger im offenen Gelände oder in aufgestellten Netzen erlegen können.

Heute wird der Waliser, der 1902 vom Kennel Club offiziell als eigene, vom English Springer Spaniel unabhängige Rasse anerkannt wurde, in erster Linie als Stöberer und Apportierhund gezüchtet.

Anschaffung: Wo kann ich einen Welsh Springer Spaniel kaufen?

Trotz seiner hervorragenden Eigenschaften und seines hübschen Äußeren ist der Welsh Springer im Vergleich zu anderen Spaniel-Rassen nur selten anzutreffen. Einen Züchter in der Nähe zu finden, kann für Interessenten entsprechend schwierig sein.

Welpen nur bei seriösen Züchtern kaufen

Offiziell anerkannte Spaniel-Vereine oder –Klubs sind meist ein guter erster Anlaufpunkt, um sich einen Überblick über seriöse Züchter und die aktuellen Welpenzahlen zu machen. Auch wenn der Züchter mit dem nächsten zu erwartenden Wurf etwas weiter weg sein sollte, sollte vor einem Kauf dringend ein persönliches Treffen stattfinden.

Praktische Tipps zum Hundekauf finden Sie in unserem Magazin:

Kurz und knapp: Die häufigsten Fragen zum Welsh Springer Spaniel

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen rund um den Vorfahren aller Spaniels.

Welche Farben hat das Fell des Welsh Springer Spaniels?

Laut Rassestandard ist das Fell des Welsh Springer Spaniels immer zweifarbig. Auf dem perlweißen Untergrund ist eine tiefrote Zeichnung zu sehen.

Gibt es eine Kurzhaar-Variante der Rasse?

Das Fell ist immer halblang, eine Variante mit kurzem Haar gibt es nicht.

Wie alt werden Welsh Springer Spaniels?

Die Lebenserwartung der Rasse beträgt ca. 12 bis 15 Jahre.

Welcher Spaniel ist der ruhigste?

Als Spaniels werden verschiedene Jagdhundrassen bezeichnet, die vor allem als Stöberhunde eingesetzt werden. In Deutschland sind v. a. der English Springer Spaniel und der English Cocker Spaniel anzutreffen. Als ruhigster Vertreter aller Spaniels gilt der Sussex Spaniel. Doch auch ein gut ausgelasteter Welsh Springer Spaniel wird sich zu Hause von seiner ruhigen Seite zeigen.

Fazit: Fröhlicher Wirbelwind

Der Welsh Springer Spaniel ist ein freundlicher, folgsamer Jagd- und Familienhund. Er besitzt eine ausgezeichnete Spürnase, apportiert gerne und liebt es zu schwimmen. Wenn er körperlich und geistig ausreichend gefordert wird, zeigt er sich sanftmütig und ausgeglichen, sodass die Haltung auch für Anfänger möglich ist.

Steckbrief zum Welsh Springer Spaniel

Besonderheiten:Der Welsh Springer Spaniel zählt zu den ältesten Jagdhundrassen Großbritanniens und gilt als Stammvater aller Spaniels. Er besitzt einen hervorragenden Geruchssinn und einen ausgeprägten Jagdinstinkt.
Charakter:freundlich, verspielt, loyal, anhänglich, stur, lebhaft
Widerristhöhe:Rüden: bis 48 cm
Hündinnen: bis 46 cm
Gewicht:nicht festgelegt, bis ca. 15 kg
Fell:glatt oder anliegend, seidig, ohne Wellen oder Locken, in sattem Weiß und Rot
Fellpflege:mäßiger Aufwand
Auslauf:braucht viel Auslauf und Beschäftigung
Anfängerhund:eher ja
Bellen:bellt viel und mit lauter Stimme
Lebenserwartung:ca. 12-15 Jahre
Typische Krankheiten:Hüftdysplasie, Familial Nephropathy (FN), Canine Fucosidose
Verwendung:Jagdhund, Familienhund
FCI-Gruppe:8. Apportierhunde – Stöberhunde – Wasserhunde
Bewegungsbedarf:hoch
Herkunft:Großbritannien

Quellen:


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