Bandog

bandog bullmastiff

Die Bezeichnung „Bandog“ kann verschiedene Bedeutungen haben, steht dabei aber nicht für eine anerkannte Rasse. Im Folgenden erklären wir, welcher Hund gemeint sein kann, wenn jemand von einem „Bandog“ spricht.

Allgemein: ein „Kettenhund“

„Bandogs“, große eindrucksvolle Hunde, werden oft als Wachhunde gehalten. Weil diese Hunde leider häufig in Kettenhaltung leben, hat sich die Bezeichnung „Bandog“ im Sinne von „Kettenhund“ verbreitet. Parallel gibt es hierzu die Bezeichnung „Chain dog“. In der Regel handelt es sich dabei um Wachhunde, die beispielsweise tagsüber an der Kette oder in einem Zwinger leben und nachts ein Fabrikgelände überwachen. Klar, dass es sich bei solchen Wachhunden um stattliche, speziell abgerichtete und furchtlose Vierbeiner handelt, weswegen auf viele dieser „Kettenhunde“ auch die zweite Bedeutung für „Bandog“ zutrifft – doch dazu später mehr.

Grundsätzlich gilt: Anbindehaltung eignet sich nicht für eine artgerechte Haltung eines Hundes. Die Tiere sind sehr sozial und benötigen den Austausch mit ihrem menschlichen Rudel und Interaktion mit ihrer Umwelt – die Anbindehaltung ist also abzulehnen. Gleiches gilt für die Zwingerhaltung, bei der ein (Wach)Hund stundenlang in einem kleinen Zwinger eingesperrt ist, um nachts aufs Grundstück gelassen zu werden. Zwingerhaltung macht nur in seltenen Fällen Sinn – beispielsweise bei der Haltung von mehreren Hunden auf einem großen Grundstück wie bei Jagdhundemeuten, die sich meist frei bewegen können und den Zwinger freiwillig aufsuchen.

Was viele nicht wissen: Anbindehaltung ist in vielen europäischen Ländern nur unter engen Auflagen möglich – so auch in Deutschland und Österreich: Dort ist in der Tierschutzhunde-Verordnung unter anderem gesetzlich geregelt, dass die Leine an einer mindestens sechs Meter langen Laufvorrichtung anzubringen ist, die zudem 5 Meter Bewegungsspielraum zur Seite ermöglicht. Außerdem soll der Hund seine Schutzhütte ungehindert aufsuchen und sich in ihr drehen können. Ganz verboten ist die Anbindehaltung bei Hunden unter 12 Monaten, bei säugenden oder trächtigen Hündinnen im letzten Drittel ihrer Trächtigkeit sowie bei kranken Hunden. Eine Schutzhütte muss immer vorhanden sein und Schutz vor Regen und Kälte bieten, also trocken und wärmegedämmt sein. Unabhängig davon ist täglicher Auslauf nötig. Wer also in Deutschland oder Österreich einen Hund in Anbindehaltung antrifft, kann anhand der geltenden Tierschutz-Gesetze prüfen, ob alle Auflagen erfüllt werden. Trifft dies nicht zu und der Besitzer zeigt sich uneinsichtig, kann das Veterinäramt eingeschaltet werden. Auch in der Schweiz gelten bestimmte Regeln: Hier muss ein Hund in Anbindehaltung mindestens fünf Stunden täglich Auslauf erhalten, wobei der Auslauf sich auch auf einen Freilauf auf einem entsprechend großen Grundstück beziehen darf.

Egal in welchem Land Sie sind, wenn Sie einen solchen „Bandog“ sehen und helfen möchten, suchen Sie zuerst das Gespräch mit den Besitzern und überlegen Sie gegebenenfalls gemeinsam, wie die Situation besser gestaltet werden kann. Zeigt der Besitzer sich uneinsichtig, informieren Sie sich anschließend über die genauen Vorschriften im jeweiligen Land und schalten dann – wenn möglich – das Veterinäramt ein.

bordeauxdogge bandog

Der Bandog als „Rasse“

Nein, ein „Bandog“ steht nicht für eine Rasse – auch wenn manche Halter das so sehen. „Bandog“ kann eine Bezeichnung für einen großen Hund vom Typ Molosser seiner. Manche verstehen darunter reinrassige Molosser, also doggenartige Hunde wie Mastiffs, Bordeauxdoggen, Deutsche Boxer oder Rottweiler. Andere beziehen sich explizit auf Mischlinge. Ob reinrassig oder Mischling: Gemeinsam ist diesen massigen Hunden ihre Vergangenheit als mittelalterliche Saupacker oder Bärenbeißer, als Jagdgehilfen bei der Jagd auf Wildschweine und ferner als Schutzhunde. Doggenartige Hunde sind mutig und wehrhaft und können in den falschen Händen leider schnell als gefährliche Waffe missbraucht werden. Hierauf zielt auch die Bezeichnung „Bandog“ ab, die man mit einem eindrucksvollen Hund verbindet, der seinem Halter oftmals wie ein Statussymbol einen gefährlichen Anstrich verleihen soll.

Der „Swinford-Bandog“

In den 1960er Jahren des 20. Jahrhunderts engagierte der Tierarzt John Swinford sich für die Zucht von „Bandogs“, die jenseits optischer Kriterien vor allem einen Charakter gemeinsam hatten, der sie zum perfekten Wachhund prädestinierte. Swinford vertrat die Auffassung, dass in zeitgenössischer Hundezucht zuviel Wert auf Optik, zu wenig auf Wesen und Gesundheit gelegt wurde. Durch entsprechende Selektion, meist von English Mastiffs oder American Pitbull Terriern oder Mischlingen, wollte er einen „Swinford Bandog“ erschaffen. Seine Bemühungen führten zu einigen Berichten in den Medien, doch nach seinem Tod im Jahre 1971 widmeten sich nur noch wenige Hundefreunde der Zucht von typischen Swinford Bandogs. Auch heute noch gibt es in den USA – sehr vereinzelt – Anhänger dieses Hundetyps.

Bandogs heute

Heute hat die Bezeichnung „Bandog“ in Europa jedoch meist eine andere Bedeutung und bezieht sich auf aggressive oder besonders einschüchternde Hunde, die für Besitzer aus einschlägigen Kreisen ein Statussymbol sind. Wenn es Mischlinge sind, sind es meist besonders große Mischlinge oder solche, die speziell auf die Teilnahme an – verbotenen – Hundekämpfen hin gezüchtet und leider auch entsprechend „ausgebildet“ werden. Diese Hunde können auf Rasselisten, die Einschränkungen bezüglich der Haltung beinhalten, stehen. So beispielsweise im deutschen Bundesland Bayern: Hier gelten „Bandogs“ als Hunde, die bei einer Schulterhöhe von über 45 cm mehr als 30 Kilogramm wiegen, variabel im Aussehen sind, allerdings durch Aggressivität auffallen. Im Schweizer Kanton Zürich sind solche „Bandogs“ verboten, auch in einigen Regionen in Österreich ist die Haltung an bestimmte Auflagen verknüpft.

Sie suchen einen „Bandog“?

Wenn Sie sich für einen „Bandog“ interessieren, schauen Sie sich im Tierschutz um. Kaufen Sie keine als „Bandog“ bezeichneten Welpen. Sie werden dann Welpen ohne Papiere erhalten, wohingegen es zahlreiche Züchter von Molosser-Rassen gibt, die Wert auf einen charakterstarken und gesunden Hund legen. Wenn Sie einen Welpen möchten, schauen Sie sich bei diesen um und vermeiden Sie züchterische Extreme wie besonders schwere Hunde oder Hunde mit vielen Falten oder sehr kurzem Fang. Wenn Sie sich für einen erwachsenen Vierbeiner aus dem Tierschutz entscheiden, informieren Sie sich gut über die Vorgeschichte. Insbesondere Hunde, die als „einschüchterndes Statussymbol“ gehalten wurden, haben oft erhebliche Erziehungsdefizite und benötigen einen sehr erfahrenen Halter. Eine enge Bindung und viel positive Verstärkung in Kombination mit absoluter Konsequenz führen im Idealfall dazu, dass ein solcher Hund Sie respektiert und sich zu einem loyalen, absolut zuverlässigen Gefährten entwickeln kann. Kleine Kinder und Katzen oder andere Haustiere sollten jedoch nicht im Haushalt leben, wenn Sie sich für einen Mastiff-artigen Hund mit unbekannter Vorgeschichte aus dem Tierschutz entscheiden. Lassen Sie sich ausführlich von den vermittelnden Stellen beraten!

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