Perinealhernie beim Hund Dieser Artikel ist tierärztlich verifiziert

Wenn Ihr Hund Schwierigkeiten beim Kotabsatz hat, könnte ein Dammbruch die Ursache sein. Bleibt die sogenannte Perinealhernie beim Hund unbehandelt, kann sie schnell zum Notfall werden. Informieren Sie sich hier über die Erkrankung, um Ihrem Vierbeiner gezielt helfen zu können.

Perinealhernie Hund

Was ist eine Perinealhernie beim Hund?

Eine Hernie ist ein Bruch in der Bauchwand, durch den sich die Eingeweide verlagern können. Unter einer Perinealhernie (Hernia perinealis) beim Hund verstehen Tierärzte einen ein- oder beidseitigen Vorfall der Organe des Beckens oder der Bauchhöhle in den Dammbereich (Perineum) zwischen dem Anus und den äußeren Geschlechtsorganen.

Die Ursache für eine Perinealhernie beim Hund ist in der Regel eine Schwächung oder ein Riss der Muskulatur des Beckenbodens, die normalerweise eine wichtige Stützfunktion für den Enddarm übernimmt.

Wie gefährlich ist die Perinealhernie beim Hund?

Wenn vorgefallene Organe im Bruchsack einklemmen, kann dies für Ihren Hund nicht nur schmerzhaft, sondern auch lebensbedrohlich sein. Eine Perinealhernie erfordert daher stets tierärztliche Hilfe.

Welche Hunde sind besonders häufig von einer Perinealhernie betroffen?

Während Hündinnen nur selten an einer Hernia perinealis leiden, sind ältere Rüden im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren besonders häufig betroffen. Obwohl potenziell jeder Hund erkranken kann, sind einige Hunderassen häufiger betroffen, zum Beispiel:

Symptome: Was sind Anzeichen für eine Perinealhernie?

Hunde mit Perinealhernie leiden in der Regel unter Kotabsatzproblemen, die sich durch die folgenden Symptome äußern:

  • langes Kotpressen
  • Schmerzen beim Kotabsatz
  • Absatz von nur kleinen und harten Kotmengen
  • Auswölbung des Perineums (erkennbar an weichen Schwellungen seitlich des Afters)
  • gegebenenfalls blutige oder schleimige Kotbeimengungen

Verursacht eine Perinealhernie Schmerzen?

Ja, eine Perinealhernie kann bei Hunden Schmerzen verursachen. Dies tritt vor allem dann auf, wenn die Harnblase und die Harnröhre infolge des Dammbruchs umknicken.

Hinweis: Wenn Ihr Hund aufgrund einer perinealen Hernie Schmerzen hat, handelt es sich um einen Notfall, der sofortige tierärztliche Hilfe erfordert.

Wann sollte ich zum Tierarzt?

Sie sollten Ihren Tierarzt aufsuchen, wenn Ihr Hund Kot- oder Harnabsatzprobleme hat. Dies gilt insbesondere, wenn das Tier zusätzliche Krankheitsanzeichen wie Fieber oder Schmerzen zeigt.

Diagnose: Wie erkennt der Tierarzt eine Perinealhernie?

Um eine Perinealhernie bei Hunden festzustellen, untersucht der Tierarzt zunächst die Analregion Ihres Hundes und tastet sie vorsichtig ab.

Durch eine anschließende rektale Untersuchung kann der Tierarzt den Zustand des Diaphragma pelvis und gegebenenfalls den Bruchinhalt, wie Harnblase oder Prostata, beurteilen. Durch eine Röntgenuntersuchung des Beckens kann der Tierarzt Lage und Größe der Organe feststellen.

Therapie: Wie behandelt man eine Dammhernie bei Hunden?

Eine Perinealhernie erfordert chirurgische Maßnahmen, die so früh wie möglich durchgeführt werden sollten. Hierfür eignen sich verschiedene Operationstechniken, über deren Vor- und Nachteile Ihr Tierarzt Sie ausführlich informieren kann.

Was passiert, wenn eine Dammhernie unbehandelt bleibt?

Wenn Ihr Hund nicht behandelt wird, besteht die Gefahr einer Inkarzeration. Dabei rutschen Organe wie die Harnblase in den Bruchsack und klemmen ein. Diese Einklemmung der Organe ist äußerst schmerzhaft und kann zu weiteren Komplikationen führen, etwa zu Harnabsatzstörungen.

Achtung: Wenn Ihr Hund keinen Kot oder Urin mehr absetzen kann, handelt es sich um einen dringenden Notfall.

Warum empfehlen Tierärzte bei Perinealhernie eine Kastration?

Im Rahmen einer Hernienoperation erfolgt bei unkastrierten Rüden in der Regel auch eine Kastration. Damit lässt sich das Rezidivrisiko reduzieren, also die Gefahr des Wiederauftretens der Erkrankung.

Außerdem erreicht der Tierarzt mit der Kastration eine Verkleinerung der Prostata, was eine entlastende Wirkung auf das Diaphragma des Beckens hat.

Im zooplus Magazin finden Sie alle wichtigen Informationen zur Kastration beim Hund.

Was kostet eine Hernien-OP beim Hund?

Die Kosten der Operation hängen von verschiedenen Faktoren ab. So hat beispielsweise der gewählte Gebührensatz nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) einen Einfluss: Seit 2022 betragen die Kosten für die Behandlung einer Perinealhernie (pro Seite) zwischen 179 und 538,74 Euro. Die Kosten für Medikamente, Vor- und Nachuntersuchungen sind hier nicht enthalten.

Für die gesamte Behandlung einschließlich der Nachsorge müssen Sie mit Kosten zwischen 1.500 und 3.000 Euro rechnen. Treten Komplikationen auf oder sind weitere Nachbehandlungen erforderlich, können sich die Kosten erhöhen.

Welche Ernährung eignet sich bei einer Perinealhernie?

Um die Last auf das Diaphragma zu verringern, ist es wichtig, dass Ihr Hund nicht übergewichtig ist. Daher ist es von grundlegender Bedeutung, dass die Ernährung Ihres Hundes individuell auf seinen Energiebedarf abgestimmt ist und dass er sich ausreichend bewegt.

Ursachen: Was löst eine Hernia perinealis beim Hund aus?

Es ist noch nicht vollständig geklärt, wie die Perinealhernie bei Hunden entsteht. Derzeit sind zwei Faktoren in der Diskussion, die an den Veränderungen des pelvinen Diaphragmas beteiligt sein könnten:

  • Ein Faktor könnte das Geschlecht sein. Die Prostata von Rüden bildet zum Beispiel das Hormon Relaxin, das das Bindegewebe im Diaphragma schwächen kann.
  • Der zweite mögliche Faktor sind mechanische Faktoren: Durch starkes Pressen kann das Diaphragma Schaden nehmen. Ursache für dieses Symptom können verschiedene Enddarmerkrankungen oder eine vergrößerte Prostata sein.

Prognose: Muss man einen Hund mit Perinealhernie einschläfern?

In vielen Fällen kann eine Perinealhernie beim Hund chirurgisch behandelt werden. Nur in wenigen Fällen ist es sinnvoll, mit einem Tierarzt über die Möglichkeit der Euthanasie des Hundes zu sprechen. Dies ist in der Regel nur dann notwendig, wenn die vorgefallenen Organe schwer eingeklemmt sind und ein chirurgischer Eingriff keine Aussicht auf Heilung bietet.

Wie ist die Lebenserwartung mit und ohne OP?

Die Prognose einer früh behandelten Perinealhernie ist im Allgemeinen gut – die meisten Hunde haben danach eine normale Lebenserwartung. Bleibt Ihr Hund unbehandelt oder treten Blutungen oder andere Komplikationen auf, kann dies die Prognose verschlechtern.

Es ist daher wichtig, dass Sie Ihren Tierarzt aufsuchen, sobald Sie bei Ihrem Hund Anzeichen einer Perinealhernie feststellen.

Vorbeugung: Lässt sich eine Perinealhernie beim Hund vermeiden?

Leider können Sie das Auftreten einer Perinealhernie bei Ihrem Hund nicht vollständig verhindern. Sie können das Risiko jedoch etwas verringern, indem Sie darauf achten, dass Ihr Hund sich ausgewogen ernährt und ein Idealgewicht hat. Dies gilt insbesondere für Hunde, die ein erhöhtes Risiko für diese Erkrankung haben.

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Quellen:


Profilbild von Tierärztin Franziska Gütgeman mit Hund

An der Justus-Liebig-Universität Gießen wurde ich zur Tierärztin ausgebildet und durfte Erfahrungen in verschiedensten Bereichen sammeln. Seitdem arbeite ich nicht nur als tierärztliche Autorin, sondern auch an meiner Dissertation. Mein Ziel ist es, Tiere vor krankheitserregenden bakteriellen Erregern zukünftig besser zu schützen. Neben meinem tierärztlichen Wissen teile ich meine eigenen Erfahrungen als glückliche Hundebesitzerin. Dadurch kann ich Ängste und Probleme nachvollziehen und zugleich über diese aufklären.


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