Türkisch Angora

Verfasst von Bärbel Edel
Türkisch Angora

Die seidig weiche Türkisch Angora hilt als die älteste Katzenrasse der Welt.

Die Türkisch Angora gilt als älteste Rassekatze der Welt und war früher an den Höfen der Sultane und Könige zu Hause. Kenner dieser Rasse schätzen ihr seidiges Fell und ihre anmutigen Bewegungen. Türkisch Angora sind intelligent, verspielt und wahre Schmusekatzen.

Aussehen: Wie sieht eine Türkisch Angora aus?

Wie der Name schon vermuten lässt, stammt die Türkisch Angora ursprünglich aus der Türkei. Auf Türkisch wird die Katzenrasse „Ankara kedisi“ genannt, was auf Deutsch „Katze aus Ankara“ bedeutet.

In der Umgangssprache werden Perserkatzen oft als Angorakatzen bezeichnet. Doch die Türkisch Angora ist eine eigenständige Katzenrasse, die sich in vielerlei Hinsicht von den Persern unterscheidet.

Körperbau mit guten Proportionen

Katzen dieser Rasse zeichnen sich durch einen gut proportionierten Körperbau und anmutige Bewegungen aus. Die Weibchen sind mittelgroß und wiegen zwischen zweieinhalb und vier Kilogramm. Kater sind etwas größer und bringen um die fünf Kilo auf die Waage.

Auf dem mittelgroßen, keilförmigen Kopf sitzen zwei große, spitze Ohren, die mit Büscheln versehen sind. Die Nase der Türkisch Angora ist gerade oder sanft gebogen und hat keinen Stopp, wie er zum Beispiel für Perserkatzen typisch ist.

Die Augen sind groß, mandelförmig und leicht schrägt gestellt. Es kommen alle katzentypischen Augenfarben vor.

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Seidiges Fell ohne Unterwolle

Die Türkisch Angora gehört zu den Halblanghaarkatzen. Liebhaber dieser Rasse schätzen das glatte Fell mit seinem seidigen Glanz. Am Körper sind die Haare mittellang, am Hals etwas länger, sodass sie die typische Halskrause bilden. Der Schwanz ist buschig.

Im Gegensatz zu anderen Katzenrassen mit längeren Haaren, wie zum Beispiel der Maine Coon hat das Fell der Türkisch Angora keine Unterwolle und wirkt dadurch weniger voluminös.

Dem Klima des Ursprungsgebietes ist es zu verdanken, dass diese Katze im Winter ein dichtes, buschiges Fell mit einem ausgeprägten Kragen zeigt, der Pelz im Sommer aber besonders kurz, leicht und seidig wirkt: Sie ist perfekt an die heißen Sommer und den kalten Winter der anatolischen und kaukasischen Berggebiete angepasst.

Fellfarben der Türkisch Angora

Ursprünglich erkannten Katzenzüchter Organisationen nur die Fellfarbe Weiß an. Seit 1978 sind alle Fellfarben und -zeichnungen erlaubt. Ausnahmen: die Fellfarben Chocolate, Lilac, Cinnamon und Fawn. Auch Abzeichen in Form von Points sind nicht erwünscht.

Türkisch Angora Kitten
Heute sind bei der Türkisch Angora neben Weiß auch andere Fellfarben erlaubt.

Die Türkisch Angora gilt als eine besonders intelligente Katzenrasse, die geistig ausgelastet werden möchte. Für Futtersuch- und Intelligenzspiele ist sie meistens zu haben.

Die lebensfrohen Katzen haben auch Freude am traditionellen Spiel mit Spielangeln, Spielbällen und Katzenmäusen.

Sind Türkisch Angora verschmust?

Ja, diese Rasse ist ausgesprochen verschmust und genießt es, gestreichelt zu werden. Viele Angoras folgen „ihrem“ Menschen auf Schritt und Tritt durchs Haus. Sie sind außerdem sehr kinderlieb und fühlen sich in einer Familie meistens sehr wohl.

Trotz ihres unkomplizierten, freundlichen Wesens braucht die Türkisch Angora viel Beschäftigung, um glücklich zu sein. Sorgen Sie unbedingt für eine abwechslungsreiche Umgebung und planen Sie ausreichend Zeit zum Spielen ein.

Katzen dieser Rasse können als Freigänger oder als Wohnungskatze gehalten werden. Wie alle Stubentiger, freut sie sich aber über einen gesicherten Balkon, auf dem sie frische Luft schnappen kann.

Wie aufwändig ist die Fellpflege?

Weil die filzige Unterwolle fehlt, ist das Fell der Türkisch Angora relativ pflegeleicht. Regelmäßiges Bürsten ist bei dieser Katzenrasse nicht nötig. Doch möglicherweise genießt Ihre Samtpfote die Aufmerksamkeit, die mit der Fellpflege einhergeht.

Im Onlineshop von zooplus finden Sie zahlreiche Katzenbürsten und weitere Produkte für die Fellpflege.

Türkisch Angora auf Sofa
Von ihren Haltern erwartet die Türkisch Angora viel Zuneigung und Streicheleinheiten.

Die Türkisch Angora ist häufiger von Ataxie betroffen als andere Katzenrassen. Ataxie ist eine erblich bedingte neurologische Störung, die Probleme mit der Koordination verursacht. Typische Symptome sind ein torkelnder Gang und ein Zittern des Kopfes.

Mit ausgedehnter Pflege, besonderer Hilfe, der richtigen Wohnungseinrichtung und besonderer tierärztlicher Betreuung können Ataxiekatzen aber durchaus ein hohes Alter erreichen!

Wie alt wird eine Türkisch Angora durchschnittlich?

Die Lebenserwartung einer Türkisch Angora beträgt ungefähr 15 bis 18 Jahre.

Weiße Türkisch Angora sind oft taub

Genetisch bedingt, sind rein weiße Katzen oft schwerhörig oder sogar taub. Auch Störungen des Gleichgewichtssinnes können vorkommen. Diese Probleme sind nicht rassespezifisch, da viele Türkisch Angora aber rein weiß sind, treten die Störungen hier gehäuft auf.

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen

Außerdem sollten Sie Ihre Türkisch Angora regelmäßig beim Tierarzt vorstellen, um die nötigen Vorsorgeuntersuchungen sowie Impfungen und Entwurmungen durchzuführen. So stellen Sie sicher, dass Ihre Fellnase bei guter Gesundheit bleibt.

Die Türkisch Angora stammt ursprünglich aus dem Kaukasus und gilt als älteste Katzenrasse der Welt. Sie war die erste langhaarige Katzenrasse, die in Westeuropa Fuß fasste.

In der Türkei ist sie seit dem 15. Jahrhundert bekannt. Im 16. Jahrhundert sandten Sultane des osmanischen Reiches Katzen als Geschenk an englische und französische Höfe und machten sie so auch in Europa bekannt. Dort war ihr bis ins 18. Jahrhundert aufgrund ihres langen Fells die Aufmerksamkeit der Adeligen, Reichen und Schönen gewiss.

Perserkatze läuft der Türkisch Angora den Rang ab

Die wachsende Beliebtheit der Perserkatze ließ die Türkisch Angora dann aber in den Hintergrund geraten und ihren Bestand selbst in der Türkei auf ein bedrohliches Maß schrumpfen. In den Zoos in Ankara und Istanbul wurden sogar einige Exemplare gehalten, um die Rasse zu erhalten.

Die 1950er-Jahre waren die Geburtsstunde der modernen Zucht der Türkisch-Angora-Katze. 1954 kam die erste in die USA, wo sie seit 1973 durch US-amerikanische Katzenzucht-Organisation CFA anerkannt wurden – allerdings erst nur mit weißem Fell. Die Anerkennung farbiger Rassevertreter folgte 1978.

Von den USA zurück nach Europa

Von den USA aus gelangten auch die ersten Rassetiere erneut nach Deutschland. Die Zucht dort wurde aber schlussendlich hauptsächlich auf importierten Tieren aus der Türkei aufgebaut. Interessanterweise handelte es sich bei diesen Katzen vorwiegend um Importe aus Zoos.

Anschaffung: Wo kann man eine Türkisch Angora kaufen?

Für eine reinrassige Türkisch Angora müssen Sie nicht in die Türkei reisen. Sie können sie auch hierzulande bei einem Züchter kaufen.

Bitte nur vom seriösen Züchter

Ein verantwortungsvoller Züchter kann Ihnen tierärztliche Untersuchungsunterlagen und Papiere der Elterntiere vorlegen. Er hat nichts zu verbergen und zeigt Ihnen auch die Eltern der Kätzchen. Achten Sie auf eine hygienische und katzengerechte Unterbringung der Tiere.

Außerdem gibt er seinen Kätzchen zwölf Wochen Zeit, um zu wachsen und alles „Katzennötige“ von Mutter und Geschwistern zu erlernen. Erst dann sind die Katzenkinder bereit, sich ihrer neuen Familie anzuschließen.

Vorsicht beim Online-Kauf

Auch auf diversen Anzeigenportalen im Internet werden manchmal Angoras verkauft. Tierschützer raten jedoch von solchen Angeboten ab. Denn oft werden die Tiere unter fragwürdigen Bedingungen „produziert“ und gehalten.

Vielleicht werden Sie auch in Ihrem örtlichen Tierheim fündig. Es ist gar nicht so selten, dass auch Rassekatzen im Tierschutz landen. Tierheime geben Katzen in der Regel gegen eine geringe Schutzgebühr ab.

Wie viel kostet eine Türkisch Angora?

Eine Türkisch Angora aus einer seriösen Zucht kostet zwischen 800 und 900 Euro. Der Preis ist unter anderem abhängig vom Alter der Katze und vom Standort des Züchters.

Fazit

Die Türkisch Angora ist eine wunderschöne, liebenswerte Familienkatze. Leider hat diese Rasse mit einigen Gesundheitsproblemen zu kämpfen, auf die Sie achten sollten.


Bärbel Edel
Profilbild von Magazin-Autorin Bärbel Edel

Ich bin Journalistin, liebe Tiere und habe bereits während meines Volkskunde-Studiums zur Beziehung zwischen Menschen und Hunden geforscht. Vor einigen Jahren habe ich einen Kater aus dem Münchner Tierheim adoptiert. Elvis war der Anlass, meinen Katzenblog „Lieblingskatze“ zu gründen und mich auch journalistisch mit Tieren zu befassen. Mit meinen Artikeln möchte ich dazu beitragen, dass Menschen ihre Heimtiere besser verstehen.


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