Katzen in der Pubertät: Wenn Stubentiger erwachsen werden

Eine Katze liegt auf ein Steinplatten

Gemütsschwankungen gibt es auch bei pubertierende Katzen: Mal sind sie verschmust, dann wieder gereizt.

Für jedes Kätzchen kommt irgendwann die Zeit, erwachsen zu werden und Grenzen auszutesten. Wann die Pubertät bei Katzen anfängt und was die Trotzphase für Sie als Katzenbesitzer bedeutet, erklärt Ihnen der folgende Artikel.

Wann kommen Katzen in die Pubertät?

Die Pubertät ist der Lebensabschnitt, in dem Ihre Katze ihre Geschlechtsreife erlangt. Sie beginnt, sobald der Körper Ihrer Fellnase Geschlechtshormone bildet. Bei Kätzinnen sind das Progesteron und Östrogen entscheidend, beim Kater ist es das Testosteron. In der Regel beginnt dieser Prozess während des dritten bis zwölften Lebensmonats.

Haben Sie eine weibliche Samtpfote, können Sie etwa zwischen dem vierten und sechsten Lebensmonat beobachten, dass sie rollig wird. Kater hingegen werden meist zwischen dem fünften und siebten Lebensmonat geschlechtsreif. Der genaue Zeitpunkt – sowohl bei Weibchen als auch bei Männchen – hängt jedoch von der Rasse und weiteren Faktoren ab.

Allgemein können Sie aber davon ausgehen, dass Ihre Katze anschließend etwa ein halbes Jahr lang in der Pubertät ist.

Was sind frühreife Katzenrassen?

Frühreife Katzen können bereits zwischen dem vierten bis fünften Lebensmonat geschlechtsreif werden. Darunter zählen insbesondere Kätzinnen orientalischer Katzenrassen wie die Abessinierkatze, Heilige Birma oder Siamkatze.

Was sind spätreife Katzenrassen?

Anders als bei frühreifen Katzenrassen, beginnt die Geschlechtsreife bei spätreifen Katzen erst nach etwa einem Jahr. Hierunter fallen vor allem große und langhaarige Katzenrassen – etwa die Maine Coon oder Norwegische Waldkatze.

Welche Anzeichen zeigen Katzen in der Pubertät?

Sicherlich kommen Ihnen ähnliche Erinnerungen in den Sinn, wenn Sie an Ihre eigene Pubertät zurückdenken. Stimmungsschwankungen und Gereiztheit sind typisch für diese Lebensphase. Obwohl die Pubertät bei Katzen meist milder verläuft als bei Menschen, zeigen auch Stubentiger während der nicht umsonst so benannten Trotzphase ähnliche Veränderungen des Verhaltens:

1. Die Stimmung schwankt

Haben Sie gerade noch mit Ihrer Katze freudig gespielt, kann die Stimmung von jetzt auf gleich kippen. Auf einmal faucht Ihre Katze und schlägt Ihnen mit der Pfote das Spielzeug aus der Hand. Stimmungsschwankungen wie diese können Sie häufig bei pubertären Katzen beobachten.

2. Pubertäre Katzen markieren viel

Wird ihre Katze erwachsen, will sie für potenzielle Geschlechtspartner interessant sein und ihr Territorium vor Rivalen schützen. Deshalb kommt es häufig vor, dass Katzen, insbesondere Kater, ihre Umgebung während der Pubertät häufig mit Urin markieren. Im Urin sind wichtige Duftstoffe (Pheromone) enthalten, die für Katzen anziehend und für Konkurrenten abschreckend wirken.

3. Kätzinnen werden rollig

Die Geschlechtshormone im Körper bewirken, dass Ihre Samtpfote sich nun paaren kann. Damit Kater beeindruckt werden, rollt Ihre Katze miauend über den Boden und nutzt jede Gelegenheit zum Schmusen. Rollige Katzen können deshalb sehr anhänglich werden.

4. Das Selbstbewusstsein steigt

Werden Kätzchen zu Katzen, wächst auch ihr Selbstbewusstsein. Dies merken Sie, wenn Ihr Kater über hohe Bäume klettert oder Sprünge wagt, die er sich als Katzenwelpe noch nicht getraut hat.

Katze in der Pubertät markiert Busch
Ein typisches Zeichen für die Pubertät ist, dass Katzen vermehrt ihr Revier markieren.

Darauf müssen Sie während der Pubertät Ihrer Katze achten

Katzen sind von Natur aus sehr sensible Tiere. Während der Pubertät müssen Sie jedoch noch verständnisvoller mit ihnen umgehen. Bewahren Sie daher immer die Ruhe und zeigen Sie Geduld, wenn sich Ihre Katze wieder einmal sprunghaft verhält oder den neuen Teppich mit Urin markiert hat.

Das heißt auf der anderen Seite natürlich nicht, dass Sie Ihrem Stubentiger gar keine Grenzen setzen dürfen. Auch Katzen in der Pubertät brauchen Erziehung: Belohnen Sie Ihre Fellnase, wenn sie etwas richtig gemacht hat. Bei unerwünschtem Verhalten sollten Sie dagegen sofort entschieden, aber sanft „Nein“ sagen – zum Beispiel, wenn Ihre Katze unerlaubterweise auf die Küchenplatte springt. Schimpfen Sie Ihre Katze allerdings nie aus.

Haben Sie das Gefühl, dass Ihre Katze während der Pubertät sehr gestresst ist, können Sie den Stress mithilfe von Pheromon-Präparaten oder Katzenminze lindern.

Mehr zu diesen Themen erfahren Sie auch in unseren Beiträgen Pheromone für Katzen und Grundlagen der Kittenerziehung.

Sollten Katzen während der Pubertät kastriert werden?

In Deutschland gibt es viele Gemeinden, in denen vorgeschrieben ist, freilaufende Katzen kastrieren zu lassen. Ziel ist es, eine unkontrollierte Vermehrung und damit das Vorkommen von streunenden Katzen zu reduzieren.

Die Kastration von Katzen ist also auch tierschutzrechtlich begründet, da weniger Katzen um ihr Leben in der freien Natur kämpfen müssen. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt zum Kastrieren?

Kastration von Katern

Es ist sinnvoll, Kater ungefähr ab dem sechsten Lebensmonat kastrieren zu lassen. So senken Sie das Risiko, dass sich Ihr Kater während des Freilaufs bei gefährlichen Revierkämpfen verletzt. Gleichzeitig wird er Gegenstände und Flächen weniger mit Urin markieren, sodass Ihr Zuhause frei von unangenehmen Gerüchen bleibt.

Übrigens: Kastriert man Kater, bevor sich die Wachstumsfugen ihrer Knochen geschlossen haben, werden sie eher langbeinig. Dieses Phänomen ist als eunuchoider Hochwuchs bekannt.

Kastration von Kätzinnen

Freilaufende Kätzinnen sollten hingegen früher, wenn möglich bereits vor dem fünften Lebensmonat kastriert werden.

So vermeiden Sie zum einen schlaflose Nächte während der Rolligkeit und zum anderen das Risiko, dass Ihre Katze an einer Gebärmuttervereiterung (Pyometra) oder unter Gesäugekrebs erkrankt. Noch wichtiger ist allerdings: Sie schließen damit zuverlässig ungewollten Nachwuchs aus.

Sind Sie sich nicht sicher, ob und wann Sie Ihre Katze kastrieren lassen sollten, können Sie sich immer von Ihrem Tierarzt beraten lassen.

Unsere beliebtesten Beiträge
5 min

Vertraut mir meine Katze? Diese 5 Anzeichen zeigen es

Eine harmonische Beziehung zu Ihrer Katze braucht Vertrauen. Doch wie können Sie Vertrauen zur Katze aufbauen und wie zeigen Fellnasen Vertrauen? Die Samtpfoten gelten als unabhängig und schwer durchschaubar, doch diese fünf Verhaltensweisen verraten Ihnen, ob und wie sehr Ihre Katze Ihnen vertraut.
6 min

Ist meine Katze glücklich?

Wenn wir jemanden lieben, wünschen wir uns natürlich, dass er glücklich ist – und tun gerne so einiges, um zum Glück desjenigen beizutragen. Das gilt natürlich auch im ganz besonderen Maß für die Liebe zu unseren felinen Fellfreunden auf vier Pfoten, mit denen wir das Leben teilen. Schließlich machen auch sie uns sehr glücklich. Zunächst mal können Sie sicher sein: Wenn Sie Ihrer geliebten Mitbewohner-Mieze ein artgerechtes Leben ermöglichen, das ihrem Wesen und ihren Bedürfnissen voll und ganz entspricht, tun Sie schon sehr viel dafür, dass Ihre geliebte Katze glücklich ist. Dazu gehört einerseits eine angemessene Beschäftigung mit entsprechendem Spielzeug, das auch der Intelligenz der jeweiligen Rasse beziehungsweise der Katze an sich entspricht. Auch sehr wichtig: Das hochwertige Futter. Außerdem braucht Ihre Katze zu ihrem Glück einen Kratzbaum, um ihre Krallen zu wetzen und ihr ganz individuelles Duftsignal setzen zu können, sowie einen oder mehrere zugluftgeschütze Rückzugsorte wie beispielsweise ein Katzenhäuschen. Je nach Rasse oder Wesen braucht die Katze mehr oder weniger Freigang. Und was die meisten Katzen zusätzlich sehr glücklich macht – Sie ahnen es schon: Ausgiebiges Schmusen! Wenn Sie Ihrer Katze all das geben, können Sie ziemlich stark davon ausgehen, dass es ihr gut geht. Damit Sie ganz sicher gehen können, dass Sie Ihre geliebte Mieze glücklich machen, haben wir kompetente Katzenflüsterer nach den untrüglichen Anzeichen des Katzenglücks gefragt. Und das sind ihre Antworten: