Welsh Terrier

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Er sieht aus wie eine Kleinausgabe des Airedale Terriers, doch eng verwandt sind die beiden Rassen keineswegs. Der Welsh Terrier, der auf eine lange Geschichte als Fuchs-Jagdhund zurückblickt, ist heute ein idealer Familienhund mit einem freundlichen und lebhaften Wesen.

Charakter

Eines ist sicher: Langweilig wird es mit diesem aufgeweckten Vierbeiner nicht! Denn der Welsh Terrier besitzt eine große Bandbreite von Charaktereigenschaften mit denen er seine Besitzer nicht nur bestens zu unterhalten weiß, sondern auch gehörig auf Trab hält. Schließlich ist er ein sehr sportlicher und intelligenter Hund, der sowohl körperlich wie auch geistig beschäftigt werden möchte. Hundesport, wie Agility, Obedience, Discdogging oder Turnierhundesport ist für den geschickten Walisen deshalb ideal. Aber auch für Ausfluge zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem Pferd ist der ausdauernde Rassehund zu begeistern.

Furchtloser Draufgänger

Seine fröhliche, aufgeweckte Art und sein lebhaftes Temperament wirken ansteckend und so sollte es seiner Familie nicht schwerfallen, gemeinsam mit ihrem unternehmungslustigen Vierbeiner auf Tour zu gehen. Richtig erzogen und sozialisiert erweist er sich dabei als sehr gehorsamer und leichtführiger Hund, der selbst bei der Begegnung mit Fremden oder anderen Hunden weder scheu noch nervös reagiert. Bei Spaziergängen sollten Sie jedoch bedenken, dass dem ursprünglichen Fuchsjäger auch schon mal „die Pferde durchgehen“, sollte etwas seine Jagdleidenschaft wecken.

Wie viel Erziehung braucht der Welsh Terrier?

Eine konsequente Erziehung und eine früheinsetzende Sozialisation sind für den englischen Draufgänger von großer Bedeutung. Seine Jagdleidenschaft sowie seine zuweilen recht dominante und launische Art erfordern klare Grenzen, deutliche Kommandos und einen verlässlichen, liebevollen und souveränen Rudelführer. Besonders Hundeanfängern sei in diesem Zusammenhang der Besuch einer Welpenschule ans Herz gelegt. Wer die Grundlagen der Hundeerziehung erst einmal verstanden hat, sollte mit dem Welsh Terrier jedoch wenig Probleme haben. Denn im Grunde genommen sehnt sich dieser freundliche und anhängliche Rassehund nach Nähe und Harmonie. Im Vergleich zu anderen Terrierrassen sucht er nur selten Streit und zeigt trotz eines gewissen Eigensinns große Bereitschaft zum Gehorsam.

Erscheinungsbild

Mit einer Widerristhöhe von 36 bis 39 cm und einem Gewicht zwischen 8 und 10 kg gehört der Welsh Terrier zu den mittelgroßen Hunderassen. Sein kompakter Körper ist gut proportioniert und offenbart eine hohe Geschicklichkeit und Kraft, die er besonders beim Hundesport unter Beweis stellt.

Schwarzer Sattel und englische Jacke

Sein Äußeres, das ihm aufgrund der Ähnlichkeit zwischen den Rassen den Beinamen „kleiner Airedale Terrier“ gegeben hat, wird dominiert von dem schwarzen oder dunkelgrauen Sattel („grizzle“ = meliert) auf einem ansonsten lohfarbenen Fell. Dabei bildet sein harsches, drahtiges und üppiges Deckhaar zusammen mit der dichten, weichen Unterwolle die so genannte „englische Jacke“, die ihn zuverlässig vor Wind, Regen und Kälte schützt.

Seine V-förmigen Ohren auf dem länglich flachen Schädel sind nach vorne geklappt. Die hoch angesetzte Rute, die früher meist kupiert wurde, ist heute in ihrer natürlichen Form mittellang. Charakteristisch für den Welsh Terrier sind auch seine kleinen dunklen Knopfaugen, aus denen er seine Besitzer erwartungsvoll anschaut.

Geschichte

Wenngleich dem Welsh Terrier eine starke Ähnlichkeit zum Airedale Terrier nicht abzusprechen ist, sind die Rassen keineswegs eng verwandt. So ist der kleinere Welsh etwa um einiges älter als sein größeres Abbild, der Airedale. Seine Vorfahren, die wohl in den so genannten Black and Tan Terriern zu finden sind, existierten bereits im 10. Jahrhundert. Erstmals als „Welsh Terrier“ erwähnt wird die Hunderasse 1737, allerdings noch unter dem etwas umständlichen Namen „Carnarvonshire Welsh Terrier“.

Fuchsjäger in den Tälern von Wales

Die schriftlichen Überlieferungen dokumentieren, dass der Welsh Terrier in seinen Anfängen vornehmlich zur Dachs-, Otter- und Fuchsjagd eingesetzt wurde. Die Bewohner von Wales schätzten dabei seine Wendigkeit und sein Geschick, mit denen er die Füchse aus ihrem Bau lockte und in die Hände der Jagdmeute trieb. Jahrhundertelang bestimmte diese Aufgaben das Leben des Welsh Terriers, der über die Grenzen seiner walisischen Heimat hinaus lange Zeit unbekannt war. Dies änderte sich erst Ende des 19. Jahrhunderts, nach dem es Hundezüchtern aus Wales gelungen war, durch sorgfältige Selektion einen einheitlichen Hundetyp zu schaffen und die Eigenschaften des Welsh Terriers zu festigen.

Rassemerkmale kaum verändert

1886 wurde in England der erste Welsh Terrier Club gegründet und ein erster offizieller Rassestandard aufgestellt. Dieser Standard wurde bis heute nur wenig verändert und bildet nach wie vor die Grundlage für den Standard der FCI (Fédération Cynologique Internationale) bei der der Welsh Terrier unter der Nummer 78 in der Gruppe 3 (Terrier) und Sektion 1 (hochläufige Terrier) geführt wird. Seit 1895 wurde der Welsh Terrier auf Hundeausstellungen in aller Welt präsentiert. Am häufigsten kommt er aber nach wie vor in seiner Heimat Großbritannien vor, wo er nicht nur bei Jagdliebhabern sondern auch bei Familien ein sehr beliebter Begleiter ist.

Zucht und Gesundheit

Es ist der umsichtigen Zucht einiger Welsh-Liebhaber zu verdanken, dass sich die Hunderasse ihre ursprünglichen Rassemerkmale bewahren konnte und vor Massenzucht oder fragwürdigen Mode-Erscheinungen verschont geblieben ist. Dank sorgfältiger Auswahl der Zuchttiere anhand umfassender Untersuchungen und Gen-Tests ist es gelungen, den robusten Allgemeinzustand der Hunde zu erhalten und ihre Lebenserwartung auf 14 bis 15 Jahre zu steigern.

Gibt es beim Welsh Terrier rassetypische Krankheiten?

Besondere Krankheiten, die in enger Verbindung zur Rasse stehen, sind beim Welsh Terrier keine bekannt. Allerdings bereitet der Grüne Star (Glaucom) zuweilen Probleme. Dabei schädigt ein erhöhter Augen-Innendruck Sehnerv und Netzhaut des Tieres und führt bei Nichtbehandlung in relativ kurzer Zeit zur vollständigen Erblindung. Bei den ersten Anzeichen für Augenbeschwerden, zum Beispiel geröteten Augen, einer geweiteten Linse, Augenreiben oder häufigen Zusammenkneifen der Augen, sollten Sie deshalb umgehend einen Tierarzt aufsuchen. Nach einer Messung des Augeninnendrucks kann dieser den Druck durch spezielle Augentropfen senken und damit versuchen, die Sehkraft zu erhalten.

Was Sie beim Kauf eines Welpen beachten sollten

Wenn Sie sich für einen Welsh Terrier interessieren, sollten Sie zunächst ein unverbindliches Treffen mit einem Züchter vereinbaren. In diesem ersten Gespräch geht es noch nicht um das Abschließen eines Kaufvertrags, sondern zunächst darum, sich ein umfassendes Bild vom Züchter, seinen Hunden und seiner Zuchtstätte zu machen. Ein seriöser Züchter wird Ihnen bereitwillig alles zeigen (inklusive dem Muttertier) und Ihnen einiges über die Rasse im Allgemeinen und seine Hunde im Speziellen erzählen. Keinesfalls wird er versuchen, Ihnen einen Welpen „anzudrehen“, sondern im Gegenteil durch Fragen herausfinden wollen, ob Sie für die Haltung seiner Schützlinge überhaupt geeignet sind. Das Abgeben der Welpen ist selbst für erfahrene Züchter nicht leicht und so ist es für sie umso wichtiger, dass sie die Gewissheit haben, dass ihre Zöglinge es gut bei Ihnen haben.

junge welsh terrier

Welsh Terrier Ernährung

Ein unbedenklicher DNA-Test allein reicht zur Gesunderhaltung Ihres Hundes natürlich nicht aus. Die wahrscheinlich wichtigste Rolle kommt in diesem Zusammenhang vermutlich der Ernährung zu. Sie kann entscheidend zum Wohlbefinden Ihres Haustieres beitragen und ein wirksamer Schutz vor vielen Krankheiten sein. Voraussetzung dafür ist, dass sie gesund ist und Ihren Hund mit allen lebensnotwendigen Nährstoffen in der richtigen Dosis versorgt. Doch welches Futter erfüllt diese Kriterien?

Welches Futter ist das Beste?

Genau wie wir Menschen braucht der Hund Proteine, Kohlenhydrate, Fette, Mineralstoffe, Vitamine und Wasser. Doch im Gegensatz zu uns, braucht er diese Nährstoffe in anderen Mengenverhältnissen und Zusammensetzungen. Hunde sind von Natur aus Karnivoren (Fleischfresser) und brauchen höhere Fleischrationen als Menschen. Doch Fleisch allein reicht auch ihm nicht aus. So sollte sein Futter im Allgemeinen aus ca. 70 bis 80 Prozent Fleisch, 20 bis 30 Prozent Gemüse sowie ca. fünf bis zehn Prozent Reis, Getreide oder Kartoffeln bestehen. Bevor Sie sich für ein Futter entscheiden, empfiehlt es sich, beim Tierarzt eine genaue Ernährungsanalyse durchführen zu lassen, die sowohl Alter, Größe, Gewicht, Aktivitätsgrad und Gesundheitszustands Ihres Hundes berücksichtigt.

Trocken, nass, roh oder gekocht?

Wenn Sie wissen, welche Nährstoffe in welcher Menge Ihr Hund genau braucht, ist es deutlich einfacher das richtige Hundefutter zu finden. Die Frage, die sich viele Hundebesitzer stellen, ob das Futter in trockener, nasser, gekochter oder roher Form (Stichwort BARFen) verabreicht werden soll, ist dabei eher zweitrangig. Tatsache ist, dass Sie Ihren Hund sowohl mit selbst zubereiteten Futter als auch mit Fertigfutter gesund und ausgewogen ernähren können. Beim Kauf von Fertigfutter sollten Sie in jedem Fall die auf der Packung angegebenen Inhaltsstoffe genau durchlesen. Wenn der Getreideanteil sehr hoch ist, chemische Konservierungsstoffe, künstliche Geschmacksverstärker oder Zucker hinzugeführt wurden, sollten Sie von diesem Futter besser Abstand nehmen.

Lesen Sie auch unseren Artikel über Hundefutter : Nass vs Trocken?

Pflege

Deutlich einfacher als die Wahl des richtigen Futters ist die Pflege des Welsh Terriers. Sein drahtig, hartes Fell verliert so gut wie keine Haare, braucht weder geduscht noch shampooniert werden und sollte nicht geschoren werden. Zum Säubern nach einem ausgiebigen Spaziergang durch die Natur empfiehlt es sich, das Fell mit einem Tuch oder einem Hundehandschuh abzureiben. Außerdem sollten Sie das Fell regelmäßig bürsten oder kämmen, um abgestorbene Haare zu entfernen. Um das rassetypische Aussehen zu erhalten, sollte das Haar außerdem drei bis vier Mal im Jahr fachgerecht getrimmt werden.

Haltung eines Welsh Terriers

Als Besitzer eines Welsh Terriers muss man sich so einiges einfallen lassen – denn nur mit „Gassi“ gehen um den Block lässt sich dieser energiegeladene Engländer nicht abspeisen. Auf Ihrem Wochenplan sollten deshalb gemeinsame Joggingrunden, abwechslungsreiche Spaziergänge und Wanderungen, Radtouren und natürlich Hundesport stehen. Auch eine Hundewiese in einem nahegelegenen Park, auf der sich Ihr Vierbeiner nach Lust und Laune austoben kann, bietet sich an – denn natürlich hat man nicht jeden Tag Zeit für das „große Programm“.

Ist der Welsh Terrier die geeignete Hunderasse für Sie?

Zeit ist nichtsdestotrotz ein wesentlicher Faktor bei der Frage, ob Sie als Halter eines Welsh geeignet sind. Um die Intelligenz und körperliche Fitness dieses Rassehundes ausreichend zu fördern, bedarf es wie bereits erwähnt eine Menge Ideen und Beschäftigungsangeboten. Für Menschen, die sehr viel im Büro sitzen oder anderweitig unterwegs sind und die an ihrem wohlverdienten Feierabend erst einmal die Beine hochlegen möchten, ist dieser Hund – wie wahrscheinlich die meisten Hunderassen – sicherlich die falsche Wahl.  Ein Welsh braucht unbedingt eine sportlich aktive Familie, die seine Unternehmungslust teilt und genügend Zeit hat, diese in die Tat umzusetzen.

Was braucht ein Welsh Terrier noch?

Ob Sie auf dem Land wohnen oder in der Stadt spielt dabei kaum eine Rolle. Denn ist der Welsh Terrier körperlich und geistig ausgelastet, passt er sich wunderbar den Gegebenheiten an. Trotz seiner gewissen „Terrier-Eigenschaften“, wie Eigensinn und Dominanz, erweist er sich im häuslichen Umfeld als sehr unkomplizierter Geselle, der wenig Dreck macht (da er kaum haart) und der sich dank seiner Größe auch mit kleinem Wohnraum zufrieden gibt – vorausgesetzt sein Besitzer ist in seiner Nähe. Denn neben viel Auslauf braucht ein Welsh vor allem Zuwendung und Aufmerksamkeit.

Treuer Weggefährte für souveräne Hundeführer

Ist sich der Welsh der Liebe seines Herrn erst einmal sicher, zeigt er sich als unglaublich treuer und anhänglicher Hund, der sich bereitwillig unterordnet und führen lässt. Wie alle Terrier braucht aber auch er unbedingt eine konsequente Erziehung. Übertriebene Härte ist dabei genauso unangebracht wie eine falsch verstandene Hundeliebe, die ihrem Liebling alles durchgehen lässt. Ein Hund braucht klare und verständliche Kommandos und einen verlässlichen Partner, auf dessen Souveränität er vertrauen kann.

Wann der Besuch einer Hundeschule erforderlich ist

Wenn Sie bisher wenig Erfahrung im Umgang mit Hunden haben, ist der Besuch einer guten Welpen- bzw. Hundeschule sicherlich ratsam. Unter der Leitung eines erfahrenen Trainers und in der Gemeinschaft einer netten kleinen Gruppe lernen Sie neben nützlichen Tricks zur Hundeerziehung auch Ihren Hund besser kennen. Durch die gemeinsamen Spiele und Erlebnisse schaffen Sie Vertrauen und bauen damit die Basis für ein harmonisches Zusammenleben mit Ihrem Hund auf.

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