Peruanischer Nackthund

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Der Peruanische Nackthund polarisiert: Während einige Hundefreunde sein Aussehen gewöhnungsbedürftig finden, schwärmen andere regelrecht von dem besonderen Look und nicht zuletzt dem einzigartigen Charakter der geselligen Rasse.

Erscheinungsbild : Nicht immer nackt

Der Name ist Programm: Am auffälligsten an den meisten Peruanischen Nackthunden ist das, was fehlt: das Fell. Allerdings erlaubt der Standard auch bei haarlosen Nackthunden einige Büschel an Kopf und Rute. Die Haut kann hell oder dunkel in verschiedenen Farbtönen, einfarbig oder weiß gefleckt sein. Allerdings sind nicht alle Nackthunde nackt, denn es gibt eine Variante mit Haar: die sogenannten „Peludos“, die für die Zucht aus gesundheitlichen Gründen unabdingbar sind. Hierzu zählt rund ein Drittel der Nackthunde. Seit 2013 sind die haarigen Varianten auch auf Hundeausstellungen zu sehen, da sie dem Standard hinzugefügt wurden. Ihr Fell muss kurz und weich sein, alle Färbungen sind zugelassen. Der Peruanische Nackthund erinnert vom Körperbau her an Windhunde. Der schlanke Vierbeiner hat große, aufrecht stehende Ohren, die er in Ruhe nach hinten legen kann, eine elegant geschwungene, hängende Rute und einen athletischen Körperbau. Nackthunde-Freunde können sich über drei verschiedene Größenvarianten freuen: Die kleine Variante hat eine Schulterhöhe von 25 bis 40 cm, die mittlere von 40 bis 50 cm und die großen Peruanischen Nackthunde sind zwischen 50 und 65 cm groß. Das Gewicht variiert entsprechend von 4 bis 25 Kilogramm. Nur wenige Nackthunde ohne Fell verfügen über ein vollständiges Gebiss – hierzu zählen jedoch in der Regel alle Vertreter der behaarten Variante.

Geschichte : Seit Jahrhunderten verehrt

Die genaue Herkunft des Peruanischen Nackthunds, der in seiner Heimat „Perro sin pelo del Perú“ genannt wird, ist nicht bekannt. Allerdings scheinen seine Ahnen tief in Peru verwurzelt zu sein: Abbildungen auf Gefäßen der Moche-Kultur, zeigen bereits um das Jahr 750 v. Chr. haarlose Hunde. Später waren die anmutigen Tiere den vermögenden Inkas vorbehalten, die darauf achteten, dass sie sich nicht mit anderen einheimischen Hunden paarten. Die Inkas waren es auch, die den Verzehr von Hundefleisch in den nördlichen Regionen Perus verboten. Als die Spanier das Land eroberten, fanden sie viele Nackthunde zwischen den Orchideen der Inkas, weswegen die Europäer sie auch als „flower dogs“, Blumenhunde, bezeichneten. Während der Eroberungszeit kam es fast zur Ausrottung der Rasse, doch einige Exemplare überlebten in abgeschiedenen Dörfern, in denen die Bewohner sie aufgrund der ihnen zugeschriebenen, teils mythischen Eigenschaften schätzten: Den Vierbeinern wurde aufgrund ihres besonderen Äußeren eine heilsame Wirkung bei bestimmten Krankheiten, beispielsweise Knochen- und Gelenkleiden, zugeschrieben. Im Jahr 1985 hat der weltweit größte Dachverband für Hundezucht, die Fédération Cynologique Internationale (kurz: FCI) den Peruanischen Nackthund als eigenständige Rasse anerkannt. Damit gibt es heute offiziell drei Nackthunderassen. Dies sind neben dem Peruanischen Nackthund der Mexikanische Nackthund, der auch unter dem schönen Namen „Xoloitzcuintle“ bekannt ist, sowie der Chinesische Schopfhund. Alle drei Rassen sind eng miteinander verwandt.

Charakter : Gesellig, aber eigenständig

Der Peruanische Nackthund hat auch auf den Zähnen keine (sprichwörtlichen) Haare: Er ist ein rundherum freundlicher, anpassungsfähiger Begleiter. Am liebsten ist er mit seinem Menschen zusammen, mit dem er eine enge Bindung eingeht. Ohnehin zählt er zu den sehr geselligen Hunden. Er integriert sich gerne in eine Familie und schließt schnell Freundschaft mit anderen Haustieren und Kindern. Vielen Peruanischen Nackthunden wird nachgesagt, dass sie insbesondere Frauen und Kinder des Rudels inbrünstig beschützen. Hier gilt es, bei Kinderbesuch aufzupassen, dass der Peruaner harmlose Situationen nicht überinterpretiert und seinem zweibeinigen kleinen Freund ohne Not zur Hilfe eilt. Lebhaft und neugierig ist er ein wunderbarer Begleiter bei Outdoor-Aktivitäten, verhält sich aber im Haus ruhig und entspannt. Besonders gerne macht er es sich hier auf dem Schoß seines Besitzers gemütlich und genießt Nähe und Wärme. Fremden gegenüber zeigt er sich in der Regel distanziert und wachsam, allerdings nicht aggressiv.

Tipps für die Erziehung

Als Hund vom Urtyp bringt der Peruanische Nackthund auch einiges an ursprünglichem Verhalten mit in die Mensch-Tier-Beziehung. Darum ist es in Erziehungs-Fragen durchaus sinnvoll, wenn man bereits etwas Hundeerfahrung mitbringt. Allerdings können auch ambitionierte Anfänger einen Peruanischen Nackthund erfolgreich erziehen. Klare Regeln und Konsequenz sind – wie bei den meisten Hunden – der Schlüssel zum Erfolg. Der Peruanische Nackthund ist ein sensibler Vierbeiner – mit Härte erreichen Sie bei ihm nur das Gegenteil – er wird sich zurückziehen. Manche Peruanischen Nackthunde neigen zu Schreckhaftigkeit oder fürchten neue Situationen. Es ist darum besonders wichtig, diesen Hund ausgiebig und im richtigen Tempo auf verschiedene Situationen zu prägen, ohne ihn dabei zu überfordern. Ihr Züchter wird Ihnen beim Welpenkauf einige Tipps an die Hand geben können. Ob Zugfahren, Ausflüge in die Innenstadt oder Besuch zu Hause – führen Sie Ihren Gefährten bereits im Welpenalter an solche Alltagssituationen heran. Regelmäßiges Training in einer Hundeschule, am besten bereits mit dem jungen Welpen in Form von Welpenspielgruppen, ist sehr empfehlenswert und stärkt zudem die soziale Seite des Peruanischen Nackthundes.

Zucht : Bedingt wind- und wetterfest

Wie bereits erwähnt, ist eine gesundheitliche Besonderheit bereits bei der Verpaarung zu beachten: Bei der Zucht müssen regelmäßig Peludos, also haarige Vertreter der Rasse, eingekreuzt werden. Der Grund hierfür liegt darin, dass das dominante Allel für Haarlosigkeit nur in Kombination mit einem Allel für Haare, also heterozygot (mischerbig), zu lebensfähigen Embryonen führen kann. Reinerbig haarlose Embryos werden bereits im Mutterleib resorbiert. Da eine Reinzucht auf Haarlosigkeit also nicht möglich ist, entstehen immer wieder auch haarige Nackthunde. Die haarlosen Peruaner haben meistens ein unvollständiges Gebiss, was sie in der Regel nicht einschränkt. Bei hellhäutigen Exemplaren ist vor allem zu Beginn des Sommers darauf zu achten, dass sie langsam an die Sonneneinstrahlung gewöhnt werden – sie bräunen dann. Auch Sonnencreme macht Sinn, denn die Hunde können andernfalls einen starken Sonnenbrand entwickeln – zumal sie gerne sonnige Plätzchen aufsuchen. Auch im Winter benötigen einige Exemplare Wetterschutz in Form eines Hundemantels, denn wenn sie nicht gerade umherflitzen können, friert es sie beim normalen Gassigang schnell. Kleinere Varianten der Rasse sind diesbezüglich empfindlicher als die größeren. Ein Peruanischer Nackthund kann ein Alter von bis zu 15 Jahren erreichen.

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Peruanischer Nackthund Ernährung

Dass das Gebiss bei den meisten Peruanischen Nackthunden nicht vollständig ist, bringt glücklicherweise keine Einschränkungen bei der Ernährung mit sich. Sie können sich bei der Suche nach dem richtigen Futter also ganz auf das konzentrieren, was für alle Hunde höchste Priorität hat: ein hoher Fleischanteil und der Verzicht auf Getreide oder Zucker. Ob Trocken- oder Nassnahrung ist dabei nicht entscheidend. Allerdings wird Nassnahrung häufig lieber gefressen und enthält außerdem weitaus mehr Feuchtigkeit, so dass die Hunde nicht so viel trinken müssen, um ihren Organismus mit Flüssigkeit zu versorgen. Achten Sie darauf, dass der Vierbeiner seine schlanke Taille behält – sollte er zu viel auf die Waage bringen, reduzieren Sie die Tagesrationen und rechnen Sie insbesondere jedes Zusatz-Leckerli hinzu. Größengerechte getrocknete Kauartikel sind eine gute Möglichkeit, das Kaubedürfnis Ihres Hundes zu befriedigen. Natürlich sollte Ihr Peruanischer Nackthund immer Zugang zu frischem Wasser haben.

Haut- statt Fellpflege

Bei den nackten Vertretern der Rasse können Sie den Kamm getrost links liegen lassen. Zudem haben Sie bei diesen den großen Vorteil, dass Sie Parasiten auf der Haut des Peruanischen Nackthundes meist sofort entdecken und entsprechende Gegenmittel – von der Zeckenzange bis zum Flohmittel – anwenden können. Dennoch benötigt auch der Peruanische Nackthund regelmäßige Pflege. Waschen Sie ihn bei Bedarf – einige Halter empfehlen einmal wöchentlich – mit einem Schwamm und einem sanften Hundeshampoo ab. Manche Peruanische Nackthunde neigen zu trockener Haut – dem können Sie mit milden Feuchtigkeitscremes für Babys ohne Duftstoffe oder aber mit Oliven- oder Kokosöl Abhilfe schaffen. Im Sommer gehört bei hellen Hunden Sonnencreme zu den unverzichtbaren Utensilien. Schneiden Sie Ihrem Peruanischen Nackthund die Krallen, falls diese zu lang werden, und reinigen Sie die Ohren Ihres Vierbeiners bei Bedarf mit einem Ohrenreiniger für Hunde.

Vielseitige Gefährten

Die lebhaften Vierbeiner sind gerne draußen und genießen lange Ausflüge, auf denen sie viel entdecken können. Ausgewachsen eignen sie sich gut als Jogging-Gefährte, wenn sie behutsam hierauf trainiert werden. Auch Inline-Skaten, Reiten oder ans Hundetempo angepasstes Radfahren ist möglich. Der Peruanische Nackthund ist in der Regel leicht abrufbar und verfügt kaum über Jagdtrieb. Weniger Spaß machen den klugen Hunden eintönige Abläufe mit vielen Wiederholungen – am klassischen Apportieren verlieren sie also schnell die Lust. Agility, Dog Dancing, Dog Frisbee oder das Erlernen von Tricks – probieren Sie aus, was Ihnen gemeinsam am meisten Spaß macht!

peruanischer nackthund mit haare

Passt ein Peruanischer Nackthund zu mir?

Diese unkomplizierte Rasse kann vielen Hundefreunden Freude bereiten. Die Hunde eignen sich für die Wohnungshaltung, sofern sie ausreichend Bewegung und Beschäftigung bekommen. Für Allergiker bieten sie eine hervorragende Möglichkeit, den Traum vom Leben mit Hund doch noch wahrwerden zu lassen – allerdings sollten Sie dies dennoch vorher mit Ihrem Arzt besprechen und den Züchter vor einer Kaufentscheidung aufsuchen, um auf Nummer sicher zu gehen. Zudem lässt er das Herz von allen Hundefans, die nicht gerne kämmen und bürsten, höherschlagen. Auch die Fusselbürste können Sie getrost im Schrank lassen, wodurch die Haltung hinsichtlich der Sauberkeit sehr unkompliziert ist. Allerdings müssen Halter teilweise selbst ein sprichwörtliches „dickes Fell“ haben, wenn Sie mit dem Peruaner Gassi gehen, denn der nackte Look ruft teils Kritik hervor.

Der Peruanische Nackthund passt in eine sportliche Familie mit Kindern. Allerdings ist er kein Freund von Hektik – diese überfordert ihn schnell. Sollten Sie also kleine Kinder haben, stellen Sie Ihrem Peruanischen Nackthund einen Rückzugsort zur Verfügung. Er eignet sich als Wachhund, da er Fremde durch Bellen anzeigt. Die Frage, ob der Peruanische Nackthund für Anfänger geeignet ist, lässt sich nur eingeschränkt bejahen. Denn durch seine Selbstständigkeit kann er Hundeunerfahrene durchaus vor Herausforderungen stellen. Wer als Anfänger über den Einzug eines Nackthundes nachdenkt, sollte unbedingt vor der Ankunft des neuen Mitbewohners Termine in der Hundeschule gemacht haben und sich zudem umfangreich ins Thema Hundeerziehung einlesen. Mit einem fundierten Hintergrundwissen als Basis verzeiht der Nackthund dann auch kleine Erziehungsfehler. Nicht geeignet ist die Rasse für extreme Temperaturen, insbesondere Kälte.

Wo finde ich meinen Peruanischen Nackthund?

Peruanische Nackthunde sind in Europa selten zu sehen und entsprechend selten sind auch die Züchter. Suchen Sie in Ihrem Land nach entsprechenden Dachverbänden, die Ihnen bei der Suche weiterhelfen können. In Deutschland beispielsweise hat der Club für Exotische Rassehunde e.V. eine Züchterliste, in der Schweiz gibt es einen „Schweizer Club für lateinamerikanische Nackthunde“, der sich der Förderung der beiden Hunderassen Mexikanischer Nackthund und Peruanischer Nackthund verschrieben hat. Bei solchen und ähnlichen Vereinen können Sie Informationen und Kontakte zu ambitionierten Züchtern finden. Bedenken Sie bei potenziellen Adoptionen über die Ländergrenzen hnaus, was es bei Adoptionen von Welpen aus dem Ausland zu beachten gilt.

Als Nackthund-Fan kennen Sie vermutlich die eng verwandten Rassen, den Mexikanischen Nackthund sowie den Chinesischen Schopfhund – eventuell könnte einer dieser Hunde für Sie ebenfalls in Frage kommen und ist eher in Ihrer Region zu finden. Zudem ist Offenheit gegenüber den anderen beiden Rassen sowie Mischlingen meist zielführend, wenn Sie einem älteren Nackthund ein Zuhause geben möchten. Dies erfordert meist etwas Recherche. Doch mittlerweile versprechen Schlagwörter wie „Nackthunde in Not“ im Internet Treffer, die zu erwachsenen Nackthunden führen, die auf der Suche nach einer neuen Wirkungsstätte sind. Versuchen Sie, möglichst viel über die Vorgeschichte Ihres potenziellen neuen Mitbewohners herauszufinden.

Wir wünschen Ihnen eine wunderbare Zeit mit Ihrem außergewöhnlichen Peruanischen Nackthund!

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