Chinesische Schopfhund

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Außergewöhnlich

Dieser kleine Hund polarisiert: Die einen lieben ihn, die anderen schmunzeln über die Optik des vermeintlich verzärtelten Modehündchens. Dabei ist der Chinesische Schopfhund ein sehr robustes, munteres Kerlchen mit einer jahrtausendealten Geschichte.

Nackedei mit Schopf

Ein Chinesischer Schopfhund strahlt etwas ganz Besonderes aus, was nicht nur an seinem haarigen Markenzeichen liegt, denn als Nackthund hat er nur an wenigen Stellen Fell: Hierzu gehört der sogenannten „Schopf“, das möglichst wallende Kopfhaar bis zum Hals. Außerdem sind die beiden hinteren Drittel der Rute sowie die Beine behaart. An den Extremitäten wächst das Haar im Idealfall bis auf „Sockenhöhe.“ Das Fell kann gemäß Standard jede Farbe haben. Chinesische Schopfhunde erreichen eine Widerristhöhe von maximal 33 cm und werden sehr zierlich oder als „cobby type“ etwas kräftiger gezüchtet. Der grazile Kopf hat kaum Falten und sitzt auf einem langen, schlanken Hals. Die weit auseinanderstehenden Augen sind mittelgroß und sehr dunkel, so dass sie schwarz wirken. Auffallend sind auch die großen Ohren, die tief angesetzt sind und aufrecht getragen werden.

Variante Powder Puff

Viele verbinden die Rasse mit Haarlosigkeit, was jedoch nicht immer zutrifft: Wer einen Chinesischen Schopfhund mit Ganzkörper-Fell möchte, kann sich über die Varietät „Powder Puff“ informieren. Denn in den Schopfhund-Würfen gibt es meist auch behaarte Welpen, weil haarlose Hunde das Gen für „Haare“ in sich tragen. Die behaarten Schopfhunde sind für eine gesunde Zucht notwendig, da es ansonsten vermehrt zu fehlenden Zähnen kommen würde – dieser Defekt geht mit höherer Wahrscheinlichkeit mit Haarlosigkeit einher. Bei den haarigen Vertretern des Schopfhundes sind übrigens auch Hängeohren erlaubt.

Haarlos aus Tradition

Ob der Chinesische Schopfhund wirklich aus China kommt, ist tatsächlich nicht ganz gesichert. Tatsache ist jedoch, dass das Züchten von haarlosen oder fast haarlosen Gesellschaftshunden im Reich der Mitte eine lange Tradition hat: Quellen bezeugen mögliche Vorfahren dieser Rasse bereits im 12. Jahrhundert v. Chr. Wahrscheinlich erlebten die Vorfahren des Chinesischen Schopfhundes bereits in der Han-Dynastie (206 v.Chr. – 220 n. Chr.) eine erste Blüte. Sie waren Begleiter der Herrschenden und dienten ihnen als Gesellschaftshund, in größeren Varianten auch als Jagd- und Wachhund. Schließlich kamen erste Exemplare in die USA, wo die Vierbeiner mit viel nackter Haut in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts durch Ausstellungen rasch bekannt wurden. Es besteht eine enge Verwandtschaft zum Mexikanischen und zum Peruanischen Nackthund. Die FCI erkannte die Rasse im Jahr 1987 an. In Europa ist ihre Beliebtheit in vielen Ländern während der letzten Jahre gestiegen: Immer häufig sieht man die eleganten Vierbeiner durch Europas Straßen trippeln. Regelmäßig sind Vertreter der Rasse aufgrund ihres außergewöhnlichen Aussehens Preisträger bei Wettbewerben zum „Hässlichsten Hund“ – ein Kuriosum, das ihn in den Augen seiner zahlreichen Anhänger nur noch liebenswerter macht.

chinesische schopfhund welpe

Rundum liebenswürdig

Dieser Vierbeiner liebt seine Menschen! Wer einen anhänglichen Hund sucht, der viel Kontakt zu seinem zweibeinigen Rudel möchte, hat im Chinesischen Schopfhund einen Freund fürs Leben gefunden. Er ist aufmerksam, sensibel und so sehr er auch die Zuwendung seiner Zweibeiner liebt, so gut kann er sich benehmen, wenn es darauf ankommt, weswegen er ein toller Gefährte auf Reisen ist. Die Frohnatur ist außerdem verspielt und unkompliziert. Zwar sind diese Hunde neugierig und daher wachsam, was bedeutet, dass sie Ihnen einen herannahenden Besucher ankündigen. Allerdings neigen sie nicht zum Kläffen. In der Erziehung gilt wie so oft: Konsequenz ist das A und O. Wenn Sie möchten, dass der erwachsene Schopfhund nicht im Bett schläft, dann gewähren Sie auch dem Welpen keinen Zugang auf Ihre weichen Laken – egal wie niedlich er sich darauf zusammenrollt. Wenn alle zweibeinigen Familienmitglieder konsequent sind, ist die Erziehung dieser Rasse ein Kinderspiel. Optimal ergänzt wird das Erlernen von Grundkommandos durch den Besuch einer Hundeschule. Hier lernt Ihr Hund außerdem weitere Vierbeiner unterschiedlicher Rassen und Größen kennen, was nicht nur die Sozialisierung weiter fördert, sondern auch ein guter Ausgangspunkt für das Knüpfen von Kontakten mit tierischen Artgenossen und ihren Haltern ist.

Der Chinesische Schopfhund – ein Sensibelchen?

Der erste Eindruck trügt: Die Rasse ist robust und verträgt durchaus einen frostigen Winterspaziergang – vorausgesetzt, Sie bleiben dabei immer in Bewegung. Bei jungen und älteren Hunden sowie bei extremer Kälte kann es allerdings sinnvoll sein, Ihrem tierischen Liebling einen entsprechenden Schutz in Form eines Hundemantels zu besorgen. Bewahren Sie ihn außerdem vor zu viel Sonne! Vor allem helle Hunde sind in Gefahr, sich schnell einen Sonnenbrand zuzuziehen. Denn bei Nackthunden ist es wie bei Menschen: Hellhäutige bekommen schneller einen Sonnenbrand. Wie bei uns Menschen verändert sich auch bei Nackthunden die Hautfarbe unter Sonneneinstrahlung – sie bräunen. Genetisch gesehen können einige Chinesische Schopfhunde zu einer Linsenverlagerung im Auge und in diesem Zusammenhang zu Grünem Star neigen. Für diese Disposition gibt es einen Gentest, den verantwortungsvolle Züchter vor Verpaarungen durchführen – lassen Sie sich vor dem Kauf eines Welpen die entsprechenden Ergebnisse zeigen! Ein gesunder Chinesischer Schopfhund kann 12 bis 14 Jahre alt werden.

Hundgerechte Ernährung

Wie bei jedem Hund gilt auch beim Chinesischen Schopfhund: Eine artgerechte Ernährung ist die beste Gesundheitsvorsorge! Achten Sie bei der Wahl des Futters auf einen hohen Fleischanteil, was konkret bedeutet, dass Fleisch an erster Stelle der Deklaration stehen sollte – unabhängig davon, ob Sie sich für Trocken- oder Nassfutter entscheiden. Die Herstellerangaben bezüglich der Futtermengen sind immer nur Richtwerte. Insbesondere bei der „Hairless“-Variante des Chinesischen Schopfhundes ist es jedoch einfach, die Taille im Blick zu halten. Meist können die Nackedeis ohnehin etwas mehr fressen als ihre haarigen Verwandten, ohne dabei zuzunehmen. Wenn Ihr Vierbeiner zu viele Pfunde auf den Rippen hat, reduzieren Sie die Nahrung entsprechend. Achten Sie bei der Umstellung auf ein neues Futter immer darauf, den Wechsel langsam durchzuführen, indem Sie Tag für Tag mehr des neuen Futters in das bekannte mischen. So beugen Sie Überempfindlichkeitsreaktionen vor. Selbstverständlich sollte Ihrem kleinen Gefährten immer frisches Wasser zur freien Verfügung stehen.

Gepflegt von Schopf bis Socke

Auf den ersten Blick ist klar: Die „haarlose“ Variante benötigt kaum Fellpflege! Das spärliche Haarkleid bringt weitere Vorteile mit sich: Der Chinesische Schopfhund in der Hairless-Variante wird kaum je nach nassem Hund riechen und auf der nackten Haut kann sich kein Ungeziefer einnisten. Ab und an sollten Sie Ihren Chinesischen Schopfhund baden und mit einer Hautlotion einreiben, da die Rasse zu trockener Haut neigen kann. Im Sommer ist Sonnenschutz angebracht – insbesondere bei wenig pigmentierten, also hellen Exemplaren. Kontrollieren Sie regelmäßig die Krallen und kürzen Sie sie, falls notwendig. Achten Sie auf gesunde Zähne – mit speziellen Zahnpflege-Snacks können Sie Zahnstein vorbeugen. Wenn Sie Ihrem Schopfhund bereits im Welpenalter das Ritual des Zähneputzens beibringen, leisten Sie damit einen großen Beitrag zu blitzsauberen Beißerchen.

Sportlich & verspielt

So sehr die kleinen Frohnaturen das Schmusen und Kuscheln schätzen: Auch Bewegung ist ihnen wichtig! Viele von ihnen lieben es zu rennen und zu spielen. Agility für kleine Hunde kann eine gute Option sein, um die Vierbeiner auszulasten. Bei Schnee, Regen oder Eis müssen Sie keine ausgedehnten Spaziergänge mit dem Chinesischen Schopfhund unternehmen, doch sollten Sie ihn dann anders auslasten. Wie wäre es mit dem Erlernen kleiner Tricks, beispielsweise über Clicker-Training? Das stärkt die Bindung zwischen Ihnen und Ihrem Hund, trainiert sein cleveres Köpfchen und macht in der Regel beiden Seiten tierischen Spaß! Auch Dog Dancing oder Dog Frisbee sind gut geeignet – probieren Sie aus, was Ihnen zusammen am meisten Freude bereitet!

chinesische schopfhund im grass

Passt ein Chinesischer Schopfhund zu mir?

Grundsätzlich passt der freundliche Vierbeiner zu jedem Hundefreund, der einen anhänglichen tierischen Gefährten zu schätzen weiß und viel Zeit mit ihm verbringen kann. Er eignet sich ausgezeichnet für ein Leben in einer Wohnung und speziell in der Stadt. Da er leicht zu erziehen ist, passt er prima zu Anfängern. Wer mit einem Vertreter dieser außergewöhnlichen Rasse zusammenleben möchte, muss sich darauf einstellen, häufig auf das kaum vorhandene Fell angesprochen und vielleicht auch von Laien kritisiert zu werden – wer einen Chinesischen Schopfhund sein eigen nennt, fällt eben auf. Dieser freundliche Vierbeiner kommt prima mit Kindern zurecht – achten Sie darauf, dass er Rückzugsmöglichkeiten hat, und bringen Sie den Kindern von Anfang an einen respektvollen Umgang mit dem zierlichen Gefährten bei. Dann steht einer tiefen Freundschaft nichts entgegen. Zudem lässt sich der Chinesische Schopfhund gut mit anderen Heimtieren vergesellschaften. Vor der Entscheidung für einen neuen tierischen Mitbewohner sollten Sie immer gut überlegen, wer den Vierbeiner im Krankheitsfall oder Urlaub betreut. Den unkomplizierten Schopfhund können Sie problemlos mit auf viele Reisen nehmen – zahlreiche Unterkünfte ermöglichen Tierfreunden heutzutage das Mitbringen Ihrer vierpfotigen Lieblinge. Kalkulieren Sie außerdem die regelmäßigen Kosten, die durch den Hundekauf für die nächsten Jahre auf Sie zukommen werden: Neben den Beträgen für Hundesteuer und -versicherung summieren sich auch die Kosten für ein hochwertiges Futter sowie die Tierarztkosten im Lauf der Jahre.

(K)Ein Hund für Allergiker

Immer wieder ist zu lesen, dass der fast haarlose Chinesische Schopfhund sich gut für Tierhaarallergiker eignet. Dies gilt jedoch nicht als belegt – gleichwohl kommen einige Allergiker besser mit der haarlosen Variante zurecht, was daran liegen könnte, dass die Allergene sich weniger in der Umgebung verteilen. Allergiker reagieren nicht auf die Tierhaare an sich, sondern auf die Enzyme im Speichel der jeweiligen Tierart, die wiederum an den Haaren – aber nicht nur dort – haften. Aber Achtung: Andere Halter wiederum berichten von besonders heftigen allergischen Reaktionen –  insbesondere auf den „haarlosen“ Hund. Auf Hörensagen sollten Sie sich also nicht verlassen, sondern im Vorfeld mit Ihrem Arzt über den Hunde-Wunsch sprechen.

Wo finde ich meinen Chinesischen Schopfhund?

Zwar gibt es mit steigender Beliebtheit dieser Rasse immer mehr Züchter, dennoch ist der Chinesische Schopfhund eher selten anzutreffen. Wenn Sie einen solchen Hund als neues Familienmitglied einziehen lassen möchten, sei Ihnen in jedem Fall die Suche nach einem seriösen Züchter ans Herz gelegt: Nur hier haben Sie Gewissheit, an einen waschechten Schopfhund mit Papieren zu kommen. Außerdem scheuen seriöse Züchter in der Regel weder Kosten noch Mühen, um gesunde und typvolle Welpen großzuziehen. Dazu gehört neben einer fachkundigen Auswahl der Elterntiere eine zeitaufwändige Sozialisierung und Prägung der Welpen. Je beliebter eine Rasse wird, desto größer ist die Gefahr, dass unseriöse Vermehrer hiervon profitieren und Gewinn erzielen möchten. Machen Sie einen großen Bogen um alle, die ohne Vereinszugehörigkeit züchten und Ihnen zu vermeintlich günstigen Konditionen einen Welpen verkaufen möchten. In vielen Fällen zahlen Sie hier später bei den Tierarztkosten weit höhere Beträge, die den Anschaffungspreis um ein Vielfaches übersteigen. Außerdem haben schlecht sozialisierte Vierbeiner häufig Verhaltensstörungen. Kaufen Sie solche Hunde auch nie aus Mitleid – egal, wie elend die Welpen aussehen mögen. Für jeden Welpen, den Sie bei einem Vermehrer kaufen, kommt ein neues Tier nach. Langfristig besser ist es, das zuständige Veterinäramt zu informieren. Der Welpe wird frühestens im Alter von acht Wochen bei Ihnen einziehen. Im Gepäck hat der gechippte und entwurmte Hund dann einen gültigen Impfpass – denken Sie an die Auffrischungsimpfungen.

Wenn Sie einen erwachsenen Vierbeiner bei sich einziehen lassen möchten, ist die erste Anlaufstelle der Tierschutz vor Ort – hier suchen zahlreiche Vierbeiner ein neues Zuhause. Allerdings werden Sie hier nur mit großem Glück einen Chinesischen Schopfhund oder einen verwandten „Nackthund“ finden, denn obwohl diese an Beliebtheit gewinnen, sind sie immer noch relativ selten. Im Internet finden sich Organisationen, die sich speziell auf die Vermittlung von Nackthunden spezialisiert haben – geben Sie beispielsweise „Nackthunde in Not“ oder „Nackthunde-Vermittlung“ in eine Suchmaschine ein, gelangen Sie zu in Ihrem Land tätigen Vereinen.

Vor dem Einzug

Sie haben sich für den Einzug eines Chinesischen Schopfhunds entschieden und Ihren neuen Mitbewohner bereits gefunden? Herzlichen Glückwunsch! Sie können die Wartezeit auf ihn verkürzen, indem Sie sich in Ruhe auf seinen Einzug vorbereiten. Neben Bettchen und Transportboxen in der entsprechenden Größe – Sie können sich hier bereits an der des ausgewachsenen Vierbeiners orientieren – gehören auch Näpfe sowie eine Leine samt Geschirr oder Halsband zur Grundausstattung. Je nach Jahreszeit macht ein Hundemantel bei den Hairless-Varianten Sinn. Allerdings sollten Sie hierfür am besten die aktuellen Maße bereithalten, wenn Ihr Vierbeiner sich noch im Wachstum befindet. Im Zweifel kaufen Sie bei einem Hund im Wachstum die nächstgrößere Größe. Eine Krallenzange erleichtert das Kürzen der Krallen, was notwendig sein kann, denn insbesondere leichte Vierbeiner wie der Schopfhund nutzen diese weniger intensiv ab als schwerere, was eine regelmäßige Kontrolle sowie Kürzung der Krallen notwendig macht. Halten Sie im Sommer Sonnenschutz bereit, um einem Sonnebrand vorzubeugen. Spielzeuge runden die Grundausstattung ab.

Wir wünschen Ihnen eine wunderbare Zeit mit Ihrem ganz besonderen Chinesischen Schopfhund!

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