Demenz (Alzheimer) bei Hunden This article is verified by a vet

Dementer Hund mit seinen Herrchen

Menschen altern und so auch ihre Hunde. Dabei gehört es dazu, dass die Vierbeiner mit zunehmendem Alter ruhiger werden und etwas von ihrem Appetit verlieren. Doch wie sieht es mit der Vergesslichkeit aus? Und ab wann spricht man von einer Demenz bei Hunden? Wir erklären, was es damit auf sich hat und wie Sie Ihren alternden Liebling unterstützen können.

Was ist Alzheimer bei Hunden?

Die senile Demenz ist eine unheilbare Erkrankung des Nervensystems. Sie tritt bei Hunden, Menschen und anderen Haustieren wie Katzen auf. Bei unseren Fellnasen wird sie auch als Kognitives Dysfunktionssyndrom (CDS) oder Hunde-Alzheimer bezeichnet.

Demenz geht mit Veränderungen von Gehirnstrukturen einher. Sie verkümmern (degenerieren), indem sich verschiedene Eiweiße ablagern. Zu diesen zählen insbesondere die ß-Amyloid-Plaques und das Alterspigment Lipofuszin. Bisher ist nicht klar, warum sich diese Stoffe in den Nervenzellen ablagern. In jedem Fall verschlechtern sich deshalb die kognitiven Fähigkeiten betroffener Hunde dauerhaft.

Unter Kognition werden unter anderen folgenden Fähigkeiten zusammengefasst:

  • Aufmerksamkeit
  • Wahrnehmung
  • Erinnerungsvermögen
  • Lernfähigkeit

Wie äußert sich Demenz bei Hunden?

Eine Demenz muss klar von der natürlich auftretenden Altersschwäche bei Hunden abgegrenzt werden. So ist es für alte Hunde normal, tagsüber mehr zu ruhen und weniger zu fressen. Fallen Ihnen allerdings folgende Anzeichen bei Ihrem Vierbeiner auf, sollten Sie aufmerksam werden:

Änderungen des Schlafrhythmus

Hunde haben einen ähnlichen Tag-Nacht-Rhythmus wie Menschen, wobei sie tagsüber mehr Schlaf benötigen. Bei dementen Hunden kann sich dieses Verhalten ändern. So schlafen sie tagsüber häufiger und haben nachts mehr Wachphasen. Auch kann nachts langfristige Schlaflosigkeit (Insomnie) auftreten.

Während des Schlafens fallen demente Hunde außerdem durch vermehrte Unruhe auf, etwa indem sie stark hecheln oder plötzlich erschrocken aufwachen.

Desorientiertheit

Das Nichterkennen von sonst bekannten Personen oder zielloses Herumlaufen sind die ersten deutlichen Anzeichen für Demenz bei Hunden.

Des Weiteren äußert sich Desorientiertheit auch durch Anstarren nicht vorhandener Dinge oder merkwürdiges Verharren hinter Möbelstücken. Rufen Sie Ihren Hund zum Fressen und läuft dieser zu einer falschen Stelle, ist dies ein weiteres Anzeichen für Demenz.

Vergesslichkeit

Die meisten Kommandos wie „Sitz“ oder „Platz“ hat Ihr Hund bereits in seiner Welpen- und Junghundezeit erlernt. Während alte, aber gesunde Hunde nur gelegentlich Kommandos aufgrund eines verschlechterten Hörvermögens nicht durchführen, fallen demente Hunde eher durch häufiges Versäumen leichter Kommandos auf.

Verlust der Stubenreinheit

Stubenreinheit ist ein erlerntes Verhalten. Gerät dieses Verhalten infolge von Alzheimer in Vergessenheit, setzen erkrankte Hunde wiederkehrend in ihrem Zuhause Harn ab. Häufig geschieht dies ohne jegliche Andeutungen.

Wie kann ich meinem dementen Hund helfen?

Wissenschaftler und Tierärzte gehen derzeit davon aus, dass die Nervenerkrankung von verschiedenen Faktoren abhängt. Dementsprechend gibt es verschiedene Ansätze zur Therapie von Alzheimer bei Hunden.

Umso früher mit ihnen begonnen wird, desto langsamer schreitet die Erkrankung fort. Im Fokus der Alzheimer-Therapie stehen folgende Maßnahmen:

Diätetische Maßnahmen

Bestimmte Stoffe können das Nervensystem nachweislich unterstützen. Dazu zählen beispielsweise Antioxidantien, welche sogenannte Freie Radikale (aggressive und sauerstoffhaltige Verbindungen) im Gehirn fangen. Diese Radikalfänger kommen besonders im Vitamin C und E, als auch im Provitamin A vor.

Empfehlenswert sind daher Spezialfuttermittel für alte Hunde, welche auf die Verbesserung kognitiver Fähigkeiten abgestimmt sind. Diese können Sie aber auch als Ergänzungsfuttermittel verfüttern. In diesem Fall sollten Sie sich zur Berechnung der individuellen Dosis von Ihrem behandelnden Tierarzt beraten lassen.

Dementer Hund frisst.
Dementen Hunden sollten Sie Spezialfuttermittel für alte Hunde geben.

Mentale Stimulation

Mental ausgelastete Hunde haben ein kleineres Risiko an Demenz zu erkranken. Indem Sie Ihrer Fellnase immer neue Aufgaben zur Denkanregung stellen, können Sie außerdem dabei helfen, die unheilbare Erkrankung zu verlangsamen.

Achten Sie zum Beispiel darauf, Gassirunden zu verändern und Spielzeuge für die Intelligenz Ihres Hundes anzubieten. Auch das Üben neuer Kommandos kann die kognitiven Fähigkeiten steigern.

Medikamente

Das Kognitive Dysfunktionssyndrom (CDS) kann mittels Selegilin und Propentofyllin in Form von Tabletten behandelt werden. Letzteres hat durchblutungsfördernde Eigenschaften und stärkt die Herzfunktion.

Wie häufig tritt Demenz bei Hunden auf?

Hunde-Alzheimer ist eine recht verbreitete Erkrankung. Verschiedene Studien belegen, dass etwa 30 bis 60 Prozent der Hunde, die älter als sieben Jahre alt sind, Symptome für Demenz zeigen.

Ob es sich um eine erblich bedingte Erkrankung handelt und die Hunderasse eine Rolle spielt, konnte man bisher nicht bestätigen. Bei Menschen hingegen ist das Auftreten von Demenz aufgrund einer Vererbung nachgewiesen.

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