Hermelinkaninchen Dieser Artikel ist tierärztlich verifiziert

Hermelinkaninchen

Typisch für Hermelinkaninchen sind ihr weißes Fell und rote oder blaue Augen.

Das Hermelinkaninchen gilt als Urtyp des Zwergkaninchens. Sein gutmütiger Charakter und die rundliche Körperform machen es zu einer der beliebtesten Kaninchenrassen. Wie es ist, mit den weißen Zwergen zusammenzuleben, und worauf Sie bei der Haltung achten sollten, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Steckbrief zum Hermelinkaninchen

Name: Hermelinkaninchen
Gewicht: 1,1-1,5 kg
Lebenserwartung: acht bis zehn Jahre
Schlaf-Wach-Rhythmus: tagaktiv und dämmerungsaktiv
Futter: Pflanzenfresser (Kräuter, Gräser, Obst, Gemüse)
Herkunft: unbekannt
Haltung: in der Gruppe
Schwierigkeitsgrad: mittel

Aussehen: Was zeichnet Hermelinkaninchen optisch aus?

Ein Hermelinkaninchen erkennen Sie in erster Linie an dem leicht gedrungenen Körperbau und dem kleinen, rundlichen Kopf. Die Ohren dieser Rasse stehen typischerweise zur Seite oder nach oben ab.

Die kurze und breite Form der Ohren trägt genauso zur niedlichen Erscheinung der Zwerge bei wie ihre großen Augen und das platte Maul.

Wie groß werden Hermelinkaninchen?

Da das Hermelinkaninchen zu den Zwergkaninchen gehört, bringt es gerade einmal 1,1 bis 1,5 Kilogramm auf die Waage und erreicht im Erwachsenenalter eine Hermelinkaninchen-Größe von 20 bis 25 Zentimeter.

Zwerge im cleanen Look

Eins haben alle Hermelinkaninchen gemeinsam: Ihr kurzes und glattes Fell erstrahlt in reinem Weiß. Die zwei verschiedenen Varianten dieser Rasse unterscheiden sich deshalb nicht in ihrer Fellfarbe, sondern in der Augenfarbe. Die Albinos haben rote Augen, während die leuzistische Variante die Welt durch blaue Augen sieht.

Hermelinkaninchen Aussehen © LORENZOPASSINI / stock.adobe.com
Auffallend anders: Hermelinkaninchen sind immer weiß und sehen im Vergleich zu anderen Kaninchenrassen rundlich, gedrungen und unglaublich süß aus.

Charakter: Friedliche kleine Mitbewohner

Halter von Hermelinkaninchen können bestätigen: Die kleinen Hoppler sind friedliche und ruhige Gesellen. Geben Sie ihnen dennoch etwas Zeit, um sich mit Ihnen anzufreunden. Denn Kaninchen sind von Natur aus Fluchttiere und begegnen neuen Situationen zunächst mit Vorsicht und Misstrauen.

Wenn Sie allerdings geduldig sind und auf die Bedürfnisse Ihrer Kaninchen eingehen, tauen die Tiere nach und nach auf. Hermeline können sogar so zahm werden, dass Aktivitäten wie dem Clickertraining nichts im Wege steht.

Sind Hermeline für Kinder geeignet?

Das Hermelinkaninchen ist eine der beliebtesten Kaninchenrassen – zu ihren Fans zählen vor allem Familien. Für Haushalte mit sehr jungen Mitgliedern oder Kindern, die noch nicht mit der Sprache der Kaninchen vertraut sind, ist ein Hermelinkaninchen allerdings nicht die richtige Wahl.

Der falsche Umgang mit den Tieren wirkt sich im schlimmsten Fall negativ auf ihre Gesundheit aus.

Grundsätzlich gilt: Kaninchen sollten niemals als Kuscheltierersatz für Kinder angeschafft werden.

Haltung: Soziale Gruppen sind ein Muss

Ob Hermelin, Lohkaninchen oder Angorakaninchen – wenn man die Tiere fragen könnte, würden alle Kaninchen sich ein Leben in sozialen Gruppen wünschen. Die Einzelhaltung von Kaninchen ist wider ihre Natur und nur in sehr wenigen Ausnahmefällen eine Option.

Im zooplus Magazin erfahren Sie, wie Sie Ihre Kaninchengruppe zusammenstellen und den Langohren ein artgerechtes Leben ermöglichen.

Der ideale Käfig für das Hermelinkaninchen

Um die Haltung von Kaninchen optimal zu gestalten, müssen vor dem Kaninchenkauf verschiedene Eckpunkte geklärt sein. So stellt sich die Frage, ob Sie Ihre Hermeline lieber im Haus oder im Garten halten möchten. Eine wichtige Rolle spielt außerdem die Größe des Käfigs und die passende Inneneinrichtung.

Alles, was Sie über das perfekte Kaninchenzuhause wissen müssen, erfahren Sie in unserem Zwergkaninchen-Ratgeber. Dort zeigen wir Ihnen ausführlich, wie Sie Ihre Kaninchen artgerecht halten und ihnen langfristig ein gesundes Leben ermöglichen.

Ernährung: Was fressen Hermelinkaninchen?

Die Verdauung von Kaninchen ist komplex. Deshalb ist die Ernährung der Tiere eines der wichtigsten Themen, mit denen sich zukünftige Halter auseinandersetzen müssen. Bekommen Ihre Kaninchen zum Beispiel nicht genügend Heu, kann dies schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben.

Informieren Sie sich deshalb frühzeitig über die wichtigsten Aspekte der gesunden Kaninchen-Ernährung und erfahren Sie, wie Sie Ihre neuen Mitbewohner artgerecht füttern.

Pflege: Sind Hermelinkaninchen pflegeleicht?

Die Pflege von Hermelinkaninchen ist trotz der strahlend weißen Fellfarbe kinderleicht: Das kurze und glatte Fell ist im Handumdrehen gebürstet.

Wie Sie Krallen und Zähne Ihrer Hermelinkaninchen kurz und gesund halten, erfahren Sie in unserem Überblick über die richtige Zwergkaninchen-Pflege.

Neben der Körperpflege gehört auch die regelmäßige Reinigung des Kaninchenstalls zum Pflegeprogramm für Hermelinkaninchen. Wichtig: Auf dem täglichen Pflegeplan stehen das Entfernen von Futterresten und das Wechseln des Trinkwassers.

Gesundheit: Wie alt kann ein Hermelinkaninchen werden?

Zwergkaninchen wie das Hermelin haben in der Regel eine Lebenserwartung von etwa acht bis zwölf Jahren. Die Lebensdauer und die Lebensqualität der Tiere hängen dabei maßgeblich davon ab, wie Sie Ihre Tiere halten und ernähren.

Sind Hermelinkaninchen eine Qualzucht?

Wer die weißen Zwergkaninchen halten möchte, sollte sich zuvor mit den Besonderheiten der Hermelinkaninchen-Zucht auseinandersetzen. Denn dabei spielt der sogenannte Letalfaktor eine wichtige Rolle.

Dieser Faktor beeinflusst die äußeren Merkmale einiger Kaninchenrassen und führt bei Zwergkaninchen wie dem Hermelin zu dem typischen Zwergwuchs. Das Problem dabei: Die Nachkommen von zwei Kaninchen, die den Letalfaktor tragen, sind nicht lebensfähig.

Die Zucht gesunder Hermeline ist also nur möglich, wenn bei einem Elterntier der Letalfaktor fehlt. In vielen Ländern ist es deshalb verboten, zwei Letalfaktor-tragende Kaninchen zu verpaaren.

Herkunft: Woher stammt das Hermelinkaninchen?

Bei vielen Kaninchenrassen ist genau bekannt, aus welcher Zeit und woher sie stammen. Anders ist es beim Hermelinkaninchen. Die Herkunft der niedlichen Zwerge ist bis heute nicht genau geklärt.

Eines ist jedoch sicher: Seit Anfang des 19. Jahrhunderts gehört die schneeweiße Rasse zu den beliebtesten Zwergkaninchen überhaupt.

Das Hermelin als Namensgeber

Ihren Namen erhielten die Hermelinkaninchen aufgrund ihrer Ähnlichkeit mit Hermelinen. Jahrhundertelang nutzte der Mensch das Fell der ebenfalls weißen Wiesel zur Herstellung von Pelzmänteln und Pelzaccessoires.

Das Hermelinkaninchen wurde ursprünglich gezüchtet, damit es ein günstiges Imitat des Hermelinfells liefert. Die Kaninchen wurden von polnischen Züchtern nach England gebracht, wo sie als polnische Kaninchen bekannt wurden. Schließlich gelangten sie nach Deutschland und erhielten dort den Namen Hermelinkaninchen.

Wo kann man ein Hermelinkaninchen kaufen?

Im Zoofachhandel sind Hermeline selten zu finden. Ihre Chancen auf die weißen Zwerge stehen besser, wenn Sie in Tierheimen Ausschau halten oder auf spezielle Hermelinkaninchen-Züchter zugehen.

Wie viel kostet ein Hermelinkaninchen?

Bei der Anschaffung von Hermelinkaninchen sollten Sie mit Kosten von etwa zehn bis 50 Euro pro Exemplar rechnen. Je nach Alter und Herkunft kann der Preis für ein Kaninchen dieser Rasse jedoch schwanken.

Ist das Kaninchen zum Beispiel bereits kastriert, liegt der Kaufpreis in der Regel etwas höher als bei unkastrierten Exemplaren.

Fazit: Passen die weißen Zwerge zu mir?

Hermeline passen in jeden Haushalt, der den aufgeweckten Tieren genügend Platz und Pflege bieten kann.

Wenn Sie Kinder haben oder bei Ihnen bereits andere Haustiere wie Katzen oder Hunde leben, sollten Sie sich genau überlegen, ob Sie den kleinen Kaninchen gerecht werden können. Denn wie die meisten Nagetiere sind auch Hermelinkaninchen lärm- und stressempfindlich.

Gehen Sie aber liebevoll und aufmerksam auf die Bedürfnisse dieser schönen Tiere ein, können Sie sich auf eine schöne Zeit mit ihnen freuen.


Franziska G., Tierärztin
Profilbild von Tierärztin Franziska Gütgeman mit Hund

An der Justus-Liebig-Universität Gießen wurde ich zur Tierärztin ausgebildet und durfte Erfahrungen in verschiedensten Bereichen sammeln. Seitdem arbeite ich nicht nur als tierärztliche Autorin, sondern auch an meiner Dissertation. Mein Ziel ist es, Tiere vor krankheitserregenden bakteriellen Erregern zukünftig besser zu schützen. Neben meinem tierärztlichen Wissen teile ich meine eigenen Erfahrungen als glückliche Hundebesitzerin. Dadurch kann ich Ängste und Probleme nachvollziehen und zugleich über diese aufklären.


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