Neonsalmler Dieser Artikel ist tierärztlich verifiziert

zwei neonsalmler aquarium

Der Neonsalmler gehört zu den bekanntesten Aquarienfischen überhaupt.

Neonsalmler (Paracheirodon innesi) zählen mit zu den bekanntesten und am weitesten verbreiteten Aquarienfischen. Durch ihre bestechenden wunderbaren „neonartigen“ Farben sind sie eine Besonderheit, auf die auch Laien sofort aufmerksam werden.

Steckbrief zum Neonsalmler

Namen: Neon oder Neonfisch; lateinisch: Paracheirodon innesi
Körperlänge: 3,5-4 cm
Haltung: im Schwarm; mindestens zehn Artgenossen, besser mehr
Vergesellschaftung: möglich, idealerweise mit anderen friedlichen Fischen
Aquarium: Süßwasser, mindestens 60 l
Wassertemperatur: 20-26 °C
Wasserwerte: pH-Wert: 5,0-6,8
Futter: Trocken-, Frost-, Lebendfutter
Schwierigkeitsgrad: leicht

Aussehen: Ein leuchtender Hingucker

Mit einer Größe von etwa dreieinhalb bis vier Zentimetern zählt der Neonsalmler zu den eher kleinen Zierfischen. Die Iris des Neonsalmlers leuchtet grün-blau und sein Rücken ist olivgrün. Wiederum von weißer bis silberner Farbe ist seine Bauchunterseite.

Schon auf den ersten Blick fällt der Neonsalmler mit seinem türkisblauen Längsband ins Auge. Dieses verläuft von seinen Augen bis zu seiner Fettflosse, die sich zwischen der Rücken- und der Schwanzflosse befindet.

Unterschied zum Roten Neon

Der Rote Neon hat ein ähnliches Merkmal. Beide Fische sind jedoch an dem roten Bereich unterhalb des blauen Längsbandes zu unterscheiden. Dieser beginnt beim Neonsalmler erst im Bereich der Bauchflosse und erstreckt sich bis in die Schwanzflosse. Beim Roten Neon finden Sie den roten Bereich auf der gesamten unteren Hälfte des Körpers.

neonsalmler fisch © Otto Durst / stock.adobe.com
Das Rot des Neonsalmlers erstreckt sich (im Vergleich zum Roten Neon) nicht über die ganze Unterseite seines Bauchs.

Geschlechtsdimorphismus: Weibchen oder Männchen?

Es ist nicht immer einfach, das Geschlecht von Neonsalmlern zu bestimmen. Die folgenden zwei äußeren Merkmale helfen Ihnen allerdings dabei:

  • Weibchen sind dicker als Männchen.
  • Weibchen besitzen meist einen kleinen Knick in ihrem blauen Streifen.

Verhalten: Farbenpracht als Schutzfunktion

Der Neonsalmler beeindruckt durch seine leuchtenden Farben und scheint daher eine leichte Beute zu sein. Dieser Fall tritt allerdings nicht ein, denn der Neonsalmler verwirrt den Angreifer im Schwarm durch Reflexionen. So leuchtet er nicht selbst, sondern reflektiert das einfallende Licht.

Im Aquarium können Sie diesen Vorgang sehr gut beobachten. Wenn morgens das Licht angeht, haben die Neonfische noch nicht ihre volle Farbenpracht entfaltet. Erst mit zunehmendem Lichteinfall können Sie mehr und mehr ihre ganze Farbkraft erleben.

neonsalmler schwarm aquarium © inubi / stock.adobe.com
Angreifer verwirren die Neonsalmler durch Reflexionen.

Haltung: Wie sieht das perfekte Aquarium für den Neonsalmler aus?

Für Neonsalmler sollten Sie ein mindestens 60 Liter großes Aquarium besorgen. Dabei gilt: je größer, desto besser.

Die optimale Wassertemperatur für Neonsalmler liegt zwischen 20 und 26 Grad Celsius, da dieselben Wassertemperaturen in ihrer Heimat Perus herrschen. Das Wasser sollte zudem einen pH-Wert von 5,0 bis 6,8 sowie einen Härtewert von 2 bis 10 °dH aufweisen.

Bepflanzung und Bodengrund

Neonsalmler schwimmen sehr gerne und sehr viel. Bepflanzen Sie das Aquarium daher nur stellenweise dicht und sorgen Sie dafür, dass Ihre Neonsalmler ausreichend Platz zum Schwimmen haben.

Als Pflanzen im Aquarium eignen sich feinfiedrige Wasserpflanzen und Schwimmpflanzen zum Abdunkeln des Aquariums am besten. Empfehlenswert sind außerdem ein dunkler Bodengrund und dämmerige Lichtverhältnisse.

Gruppengröße

Bei diesem Süßwasserfisch handelt es sich um einen Schwarmfisch, der bevorzugt in Gruppen (mindestens zehn Tiere) lebt. Allerdings ist der Neonsalmler kein typischer Schwarmfisch.

Bei ausreichend Sichtkontakt schwimmt er nicht in einem engen Schwarm zusammen. So verteilen sich die Salmler im ganzen Aquarium und schwimmen nur manchmal zusammen.

Vergesellschaftung

Generell ist der Neonsalmler ein sehr friedlicher Fisch, sodass Sie diesen mit vielen anderen Zierfischen vergesellschaften können. Achten Sie allerdings darauf, dass Sie keine Fischart wählen, die den Neonsalmler als Beute ansieht. Zudem sollten alle Fischarten ähnliche Voraussetzungen bezüglich ihrer Haltung mitbringen.

Gut geeignet zur Vergesellschaftung sind neben Guppys und Platys auch Welse und andere Salmler.

Ernährung: Welches Fischfutter eignet sich für den Neonsalmler?

Als Futter können Sie dem Neonsalmler alle Lebend- und Frostfutterarten anbieten, die er auch in seinem natürlichen Lebensraum findet. Dazu gehören Artemia, Mückenlarven und Daphnien.

Flockenfutter und Tablettenfutter sind ebenso geeignet. Achten Sie jedoch auf eine abwechslungsreiche Fütterung, um sicherzustellen, dass Ihre Fische eine artgerechte Ernährung erhalten.

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Zucht: Die Fortpflanzung des Neonsalmlers im Aquarium

Mit nur wenig Wissen können Sie selbst Neonsalmler in einem Aquarium züchten. Empfehlenswert dazu ist ein Ablaichaquarium mit etwa zehn Litern weichen Wassers.

Vorbereitungen

Da der Neonsalmler ein Freilaicher ist und seine Eier im Dickicht feinfiedriger Pflanzen ablegt, sollten Sie das Becken mit Javamoos, Myriophyllum oder grüner Filterwolle schmücken.

Setzen Sie ein Paar in dieses Ablaichaquarium, laicht es bei einer Temperatur von etwa 24 bis 25 Grad Celsius ab. Um eine Laichverpilzung zu verhindern, sollten Sie nun das Aquarium abdunkeln und ein Seemandelblatt beifügen.

Nach dem Ablaichen

Entfernen Sie zudem die Eltern nach dem Laichen aus dem Becken, da diese die Eier auffressen. Warten Sie jetzt etwa eine Woche, bis die Jungfische schlüpfen. Füttern können Sie diese mit Pantoffeltierchen oder Infusorien, bis sie groß genug für das eigentliche Becken sind.

Gesundheit: Wie robust sind Neonsalmler?

Im Allgemeinen sind Neonsalmler recht robuste Aquarienfische – artgerechte Haltung und Fütterung vorausgesetzt. Allerdings tritt bei den Neonsalmlern typischerweise eine Fischkrankheit auf, über die Sie sich vor dem Kauf informieren sollten.

Die Neonkrankheit

Zwar kann die Neonkrankheit auch bei anderen salmlerartigen Fischen und Barben auftreten, ist allerdings eine rassetypische Krankheit des Neonfischs. Der Auslöser sind Parasiten (Mikrosporidien, Pleistophora hyphessobryconis), die sich über befallenes Futter oder infizierte Fische auf andere Fische ausbreiten.

Die Erkrankung erkennen Sie an den weißlichen Flecken, die dafür sorgen, dass der Glanz Ihrer Fische nach und nach verschwindet. Ein weiteres Erkennungsmerkmal ist die Verkrümmung des Rückgrats betroffener Fische.

Leider ist die Krankheit bisher nicht heilbar. Umso wichtiger ist es, dass Sie die erkrankten Fische frühzeitig aus dem Becken nehmen und in ein Quarantänebecken umsetzen. Nur so können Sie andere Fische vor der Neonkrankheit bewahren.

Wie alt werden Neonsalmler?

Während sie in freier Wildbahn durchschnittlich ein bis zweieinhalb Jahre alt werden, erreichen sie im Aquarium ein Alter von etwa sechs bis zehn Jahren.

Herkunft: Eine Schönheit aus den Tiefen Perus

Der Neonsalmler stammt ursprünglich aus Südamerika, genauer gesagt aus den Klarwasserbächen des peruanischen Regenwaldes. Dort ist er nicht nur im oberen Amazonasbecken (Iquitos bis São Paulo de Olivenca), sondern auch im Einzugsgebiet des Rio Putumayo und Rio Purus zu finden. Im Allgemeinen bewohnt er dort dunkel beschattete Gewässer mit dunklem Grund.

Kosten: Was kostet ein Neonsalmler?

Neonsalmler sind einfach zu halten, was sie besonders für Anfänger interessant macht. Auch in Bezug auf den Anschaffungspreis ist der Neonsalmler vergleichsweise preiswert. Mit einem Stückpreis von etwa 80 Cent bis zwei Euro können Sie ohne großen finanziellen Aufwand einen Schwarm im Fachhandel kaufen.

Vergessen Sie aber nicht die laufenden Kosten für das Aquarium, sowie für tierärztliche Untersuchungen oder Behandlungen.

Quellen:


Franziska G., Tierärztin
Profilbild von Tierärztin Franziska Gütgeman mit Hund

An der Justus-Liebig-Universität Gießen wurde ich zur Tierärztin ausgebildet und durfte Erfahrungen in verschiedensten Bereichen sammeln. Seitdem arbeite ich nicht nur als tierärztliche Autorin, sondern auch an meiner Dissertation. Mein Ziel ist es, Tiere vor krankheitserregenden bakteriellen Erregern zukünftig besser zu schützen. Neben meinem tierärztlichen Wissen teile ich meine eigenen Erfahrungen als glückliche Hundebesitzerin. Dadurch kann ich Ängste und Probleme nachvollziehen und zugleich über diese aufklären.


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