Bitterlingsbarbe Dieser Artikel ist tierärztlich verifiziert

Bitterlingsbarben

Die Bitterlingsbarbe gehört zu den beliebtesten Aquarienfischen.

Die Bitterlingsbarbe zählt schon seit vielen Jahrzehnten zu den beliebtesten Aquarienfischen. Das liegt vor allem an ihrem sozialen Verhalten. Erfahren Sie hier, was Sie über die Haltung dieser Fischart wissen sollten.

Aussehen: Was sind äußere Merkmale der Bitterlingsbarben?

Bitterlingsbarben (Puntius titteya) sind längliche Süßwasserfische aus der Familie der Karpfen (Cyprinidae). Als Gemeinsamkeit weisen Weibchen (Rogner) und Männchen (Milchner) ein Paar Barteln und ein dunkelbraunes Längsband auf den Flanken auf.

Dieses Band ist bei den Rognern etwas intensiver und kann bei beiden Geschlechtern unterbrochen sein. Unter diesem Längsband besitzen die Fische meist einige dunkle Flecken.

Darüber befindet sich ein goldener Streifen, der zur Schwanzflosse hin blaugrün schillernd erscheint.

Welche Farben haben Bitterlingsbarben?

Die Farbe dieser Fischart hängt von dem Geschlecht ab:

Die Milchner weisen verschiedene Farben auf, wobei die Farbintensität zur Balzzeit besonders stark ist.

In der Aquaristik ist die rote Form besonders beliebt, wobei auch blaue Formen vorkommen. Die Rogner sind hingegen creme bis braun, besitzen aber ebenfalls rötliche Flossen.

Wie groß wird eine Bitterlingsbarbe?

Bitterlingsbarben erreichen eine Länge von durchschnittlich 2,5 Zentimetern. Einige Exemplare können aber auch bis zu fünf Zentimeter Körperlänge erreichen.

Bitterlingsbarbe © miropa20 / stock.adobe.com
Weibliche Bitterlingsbarben sind im Gegensatz zu den kirschroten Männchen gelblich bis braun.

Verhalten: Friedliche und gern gesehene Aquarienbewohner

Die kleinen Barben sind sehr aktive Fische und schwimmen viel im unteren bis mittleren Beckenbereich umher.

Untereinander sind diese schönen Fische meist friedlich, wobei die Männchen besonders zur Balzzeit starke Rivalen werden können.

Welche Fische passen zu Bitterlingsbarben?

Als grundsätzlich friedfertiger Fisch verhält sich die Bitterlingsbarbe gegenüber vielen gleich großen oder kleineren Fischarten (z.B. Barben, Bärblinge) meist ruhig.

Ausnahmen sind Guppys und Kampffische, gegen welche manche Bitterlingsbarben Berichten zufolge ein aggressives Verhalten zeigten.

Haltung: Wie groß sollte das Aquarium sein?

Für Bitterlingsbarben eignen sich Süßwasseraquarien mit einem Fassungsvermögen von mindestens 112 Litern und einer Mindestlänge von 80 Zentimetern.

Die perfekte Gruppengröße: Wie viele Bitterlingsbarben sollte man zusammen halten?

Grundsätzlich empfiehlt sich bei dieser Fischart eine Haltung von mehreren Weibchen pro Männchen. Bestenfalls halten Sie diese Fische nur im Harem, da die Männchen besonders zur Balzzeit sehr aggressiv werden können.

Als Schwarmfisch fühlt sich dieser Fisch in Gruppen von mindestens zehn Exemplaren wohl.

Bodengrund und Bepflanzung

Gestalten Sie das Aquarium Ihrer Bitterlingsbarben neben einem dunklen Bodengrund (z.B. Feinkies, Sand) mit vielen Versteckmöglichkeiten.

Dazu können Sie es beispielsweise mit Moorkienwurzeln, vielen Randpflanzen und schwimmenden Pflanzen ausstatten.

Die idealen Wasserwerte

Um die Umstände im Aquarium möglichst naturnah für Ihre Fische zu gestalten, sind folgende Wasserwerte für das Becken wichtig:

  • Temperatur: 22 bis 26 Grad Celsius
  • pH-Wert: 6,5 bis 7,5
  • Härte: 5 bis 20 Grad dGH

Ernährung: Was fressen Bitterlingsbarben?

In der freien Natur ernähren sich Bitterlingsbarben von pflanzlichen Stoffen und kleinen Insekten. Für die Fütterung im Aquarium eignen sich daher neben handelsüblichem Flockenfutter (oder Futtertabletten) auf pflanzlicher Basis auch kleine Lebend- und Frostfutter wie Wasserflöhe.

Beachten Sie dabei, dass das Futter absinken sollte, da diese Fische nicht von der Wasseroberfläche fressen.

Tipp: Füttern Sie Ihre Bitterlingsbarben mit Artemia oder Cyclops, um die Farbintensität der Männchen zu intensivieren.

Wie viel fressen Bitterlingsbarben?

Im Allgemeinen neigt diese Fischart dazu, übergewichtig zu werden, wenn sie zu viel Futter bekommen.

Achten Sie daher bei der Fütterung darauf, dass Sie Ihre Bitterlingsbarben regelmäßig, aber nicht übermäßig füttern.

Gesundheit: Wie alt werden Bitterlingsbarben?

Wie alt Bitterlingsbarben in freier Wildbahn werden, ist nicht genau bekannt. In Aquarien erreicht diese Fischart bei guter Pflege ein Alter von etwa fünf Jahren.

Welche Krankheiten können Bitterlingsbarben bekommen?

Es gibt zahlreiche Krankheiten, an denen Bitterlingsbarben erkranken können. Viele davon sind die Folge von schlechter Haltung und Ernährung. Deshalb sollten Sie sich als Fischhalter umfassend über diese Probleme informieren und bei Verdacht einen Tierarzt aufsuchen.

Zu typischen Krankheiten bei der Bitterlingsbarbe zählen:

  • Beulenkrankheit
  • Fleckenseuche
  • Infektiöse Bauchwassersucht
  • Karpfenlaus
  • Koi-Herpesvirus
  • Rotfleckenkrankheit (PFRD)
  • Samtkrankheit
  • Schwimmblasenentzündung (SBE)

Zucht: Sind Nachzuchten von Bitterlingsbarben möglich?

Generell ist eine Nachzucht von Bitterlingsbarben in einem Zuchtbecken möglich. Statten Sie dieses Zuchtbecken mit vielen feinfiedrigen Aquarienpflanzen aus. Zur Eiablage eignet sich zudem ein Ablaichrost oder viel Javamoos. Zur Fütterung können Sie nun Enchyträen verwenden.

Die richtigen Bedingungen zur Nachzucht

Um das Laichverhalten Ihrer Bitterlingsbarbe anzuregen, sollten Sie die Temperatur im Wasser um zwei bis drei Grad Celsius auf 25 bis 26 Grad Celsius erhöhen.

Stellen Sie zudem pH-Wert (6,5) und Wasserhärte (4 bis 8 Grad dGH) um und sorgen Sie dafür, dass das Aquarium Morgensonne abbekommt.

Wo legen Bitterlingsbarben ihre Eier ab?

Bitterlingsbarben legen zwischen 200 und 300 Eier, die anschließend von den Männchen befruchtet werden.

Nach einem knappen Tag schlüpfen die ersten Fischlarven, die mit ihrem Dottersack rund drei Tage lang überleben. Nach dieser Zeit sollten Sie die Jungen mit jungen Artemia füttern.

Hinweis: Da Bitterlingsbarben ihre eigenen Nachkommen fressen, sollten Sie die Elterntiere nach dem Laichen aus dem Becken nehmen.

Herkunft: Der natürliche Lebensraum der Fische

Bitterlingsbarben kommen in freier Wildbahn ausschließlich in Sri Lanka vor – diese Art ist also endemisch.

Hier bewohnt der Fisch vor allem langsam fließende Waldbäche und Flüsse unter anderem den Kelani und Nilwala.

Diese tropischen Gewässer sind warm, bieten aber aufgrund der dichten Vegetation viele Versteck- und Schattenmöglichkeiten.

Ist die Bitterlingsbarbe gefährdet?

Durch den Eingriff in die Natur durch den Menschen verschwindet immer mehr Heimat der Bitterlingsbarbe. Aufgrund dessen gilt diese Fischart gemäß der „International Union for Conservation of Nature“ (IUCN) derzeit als gefährdet („vulnerable“).

Bitterlingsbarben im Aquarium © Macronatura.es / stock.adobe.com
Zur Haltung von Bitterlingsbarben eignet sich ein dunkler Bodengrund.

Kauf: Wo sind Bitterlingsbarben erhältlich?

Bitterlingsbarben sind seit den 1930er Jahren beliebte Aquarienfische, da sie sehr friedlich und einfach zu halten sind.

Sie sind in jeder gut sortierten Zoohandlung mit einer Aquarienabteilung zu finden. Aber auch Online-Händler bieten diese Fischart oft zum Verkauf an.

Preis: Was kostet eine Bitterlingsbarbe?

Sie sollten mit einem Anschaffungspreis von etwa drei bis sechs Euro pro Exemplar rechnen.

Hinzu kommen Beschaffungskosten (z.B. für Aquarium, Aquarienpflanzen) und laufende Kosten (z.B. für Fischfutter).

Steckbrief zur Bitterlingsbarbe

Name: Bitterlingsbarbe (Puntius titteya)
Körperlänge: 2,5 bis 5 Zentimeter
Lebenserwartung: in Aquarien bis fünf Jahre
Haltung: Süßwasser, nur in Harem (viele Weibchen auf wenig Männchen)
Vergesellschaftung: mit vielen gleichgroßen Zierfischen möglich
Aquarium: mindestens 80 Zentimeter und 112 Liter, dunkler Bodengrund, viele Pflanzen
Wassertemperatur: 22 bis 26 °C
Wasserwerte: pH-Wert 6,5 bis 7,5, dGH 5 bis 20°C
Futter: Flockenfutter, Lebendfutter, Frostfutter
Schwierigkeitsgrad: für Anfänger geeignet

Quellen:


Franziska G., Tierärztin
Profilbild von Tierärztin Franziska Gütgeman mit Hund

An der Justus-Liebig-Universität Gießen wurde ich zur Tierärztin ausgebildet und durfte Erfahrungen in verschiedensten Bereichen sammeln. Seitdem arbeite ich nicht nur als tierärztliche Autorin, sondern auch an meiner Dissertation. Mein Ziel ist es, Tiere vor krankheitserregenden bakteriellen Erregern zukünftig besser zu schützen. Neben meinem tierärztlichen Wissen teile ich meine eigenen Erfahrungen als glückliche Hundebesitzerin. Dadurch kann ich Ängste und Probleme nachvollziehen und zugleich über diese aufklären.


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