Kampffisch (Betta) Dieser Artikel ist tierärztlich verifiziert

Kampffisch blau Aquarium

Der edle Kampffisch ist einer der prächtigsten Aquarienzierfische.

Schillernd bunt und etwas aggressiv gegenüber anderen Fischen und Artgenossen: Der Kampffisch ist ein besonderer Fisch, der jedem Aquarium einen Farbtupfer verleiht. Mit geringen Ansprüchen ist das Tier sehr pflegeleicht und vor allem bei Neulingen in der Aquaristik beliebt. Dieser Artikel fasst die wichtigsten Informationen zum Kampffisch zusammen.

Steckbrief: Kampffisch

  • Weitere Bezeichnungen: Betta; Siamesischer Kampffisch (Betta spendens)
  • Größe: je nach Unterart 4-16 cm
  • Haltung: Maximum 1 Männchen, Maximum 3 Weibchen, aggressive Revierkämpfe sind möglich
  • Vergesellschaftung: nur mit wenigen Arten (z. B. Bodenbewohnern) möglich
  • Aquarium: Süßwasser, mindestens 54 l
  • Wassertemperatur: 24-30 °C
  • Wasserwerte: 10-25° dGH, pH-Wert zwischen 5,0-8,0
  • Futter: Fleischfresser (Karnivore), Frost- und Lebendfutter
  • Schwierigkeitsgrad: Anfänger

Aussehen: Bunt, schillernd und vielfältig

Zwar kommt die echte Wildform des Kampffisches nur selten vor, seine Zuchtformen gibt es jedoch in unterschiedlichsten Farben. So gibt es ihn mit den langen, flatternden Flossen in zahlreichen Tönen.

Besonders auffällig ist sein Labyrinthorgan, mit dem der beliebte Fisch sogar Sauerstoff in sehr armen Süßgewässern aufnehmen kann.

Wie erkennt man Kampffisch-Weibchen?

Während die Männchen sehr bunt sind, strahlen die Weibchen etwas weniger farbenfroh. Beide Geschlechter erreichen eine Größe etwa vier bis 16 Zentimeter.

Welche Arten gibt es?

Biologen kategorisieren den Kampffisch in viele Unterarten, abhängig von Formenkreisen und Mustern. Die Einteilung erfolgt in acht Hauptformenkreise, welche vor allem die Musterung und Farbgebung der Schuppen und Flossen beschreiben:

  • Akarensis
  • Antonii
  • Aurigans
  • Balunga
  • Chini
  • Ibanorum
  • Pinguis
  • Obsura

Neben der Musterung kommt die Kategorisierung über die Schwanzform hinzu:

  • So gibt es die Crown Tails mit einer farbreichen Flosse.
  • Die Halfmoons besitzen dagegen eine halbmondartige Flosse, die ebenfalls in vielen Farben daherkommt.
  • Die Long Tail Bettas erkennen Sie im Vergleich dazu an einer langen Schwanzflosse und einer zusätzlichen großen Flosse an der Bauchseite.
  • Außerdem finden Sie Kampffische mit Schleierschwanz, Rundschwanz, dreieckigen Deltaflossen oder Doppelschwanz.

Der Großteil der in Zoohandlungen angebotenen Bettas verfügt jedoch über den markanten Schleierschwanz mit rechteckigem oder rautenförmigem Schnitt.

Kampffisch rot aquarium © Chonlasub / stock.adobe.com
Blau, Rot, Gelb – Kampffische gibt es in fast allen Farben. Auch schwarze oder weiße Exemplare können Sie finden.

Haltung: Wie hält man Kampffische richtig?

Im Grunde ist der Kampffisch pflegeleicht und somit für Anfänger geeignet. Da der bunte Fisch relativ klein ist, brauchen Sie sich kein allzu großes Aquarium zuzulegen.

Folgende Eigenschaften sollte das Aquarium und Wasser aufweisen:

  • Größe: 60 cm
  • Volumen: 54 l (für die kleineren Nano-Kampffische reicht auch eine Füllmenge von etwa 30 l)
  • pH-Wert: 5-8
  • Temperatur: 24-30 °C
  • Wasserhärte: 10-25° dGH

Wie viel Grad brauchen Kampffische?

Aufgrund seiner großen Flossen benötigt der Kampffisch reichlich Energie und Platz, um sich im Wasser zu bewegen. Die ideale Temperatur liegt zwischen 24 und 30 Grad Celsius.

Zu niedrige Temperaturen (unter 20 Grad Celsius) machen dem Tier dagegen zu schaffen. Sie werden sich dann so gut wie nicht bewegen. Sie können das Wasser eines 30 Liter großen Aquariums mit einem 25-Watt-Heizstab vorsichtig erwärmen.

Strömendes Wasser mögen Kampffische nicht, denn in der freien Natur bevorzugen sie stille Seen. Versuchen Sie dies bei der Gestaltung Ihres Aquariums zu berücksichtigen.

Welche Pflanzen eignen sich für Kampffische?

Kampffische lieben Wasserpflanzen, die im Beckenboden verpflanzt sind. Generell ist es ratsam, asiatische Pflanzen europäischen Aquarienpflanzen vorzuziehen.

Die Tiere mögen recht dichte Pflanzenwälder und kleinere Schwimmpflanzen. An der Wasseroberfläche sollte dennoch Platz für die Schaumnester bleiben.

Durch eine dichte Bewachsung von Schwimmpflanzen wirkt das Becken zwar dunkler, jedoch fühlen sich die Fische in dieser Atmosphäre wohl. Rot-grüne und weiß-grüne Sumpfpflanzen bieten darüber hinaus optimalen Schatten.

Die richtige Dekoration

Als Dekoration können Sie echte Steine und Holz verwenden. Die Elemente können Sie nach Belieben auswählen, solange Sie keine hellen oder bunten Steine verwenden. Ob Kies, runde Steinchen oder Sand – hier haben Sie freie Wahl.

Sind Kampffische Einzelgänger?

Auch wenn es friedliche Exemplare gibt, ist der Kampffisch bisweilen kein freundlicher Zeitgenosse. Er kann sehr aggressiv sein, weswegen Sie niemals zwei Männchen miteinander vergesellschaften sollten. Es ist also zwingend eine Einzelhaltung von männlichen Tieren zu empfehlen.

Welche Fische kann man mit einem Kampffisch halten?

Bei anderen Fischarten ist es wichtig, dass diese weder zu groß noch zu klein sind. Während große Fische Ihren Kampffisch als Beute ansehen könnten, könnten kleinere Fische hingegen selbst zur Beute werden.

Barsche haben ein ähnlich ausgeprägtes Revierverhalten, weshalb sie keine guten Kandidaten zur Vergesellschaftung sind. Ein absolutes No-Go sind Guppys. Auch Bärblinge eignen sich nicht, denn sie sind sehr lebhaft und können Ihren Kampffisch stressen.

Am besten geeignet sind Welse und gleich große Fische mit kleinen Flossen.

Pflege: Reinigung des Aquariums

Aus Hygienegründen sollten Sie den Bodengrund stets von Futterresten, Kot und Schmutz befreien. Denn tun Sie dies nicht, können sich Krankheitserreger vermehren und zu schweren Infektionen führen.

Auch die Wasserqualität leidet, wenn Sie das Becken nicht ab und zu säubern. Dies wiederum wirkt sich ebenfalls auf die Gesundheit Ihrer Fische aus.

Wie oft muss man beim Kampffisch das Wasser wechseln?

Wechseln Sie das Wasser regelmäßig (etwa einmal die Woche). Dann können Sie auf einen Filter verzichten. Allerdings bieten kleine Innenfilter durchaus Vorteile. Sie sind leise und in aller Regel regulierbar.

Zusätzlich können Sie über Wasseraufbereiter nachdenken, denn diese reinigen das Wasser von eventuell vorhandenen Schwermetallen. Zu viel des Guten vernichtet jedoch wichtige Bakterien, die auch ein Fisch von Zeit zu Zeit benötigt.

Ernährung: Was dürfen Kampffische essen?

Freilebende Kampffische ernähren sich überwiegend von kleinen Weichtieren und Insekten. In Aquarien gehaltene Kampffische sind reine Fleischfresser. Pflanzliches Fischfutter ist daher in keinem Fall eine Option.

Sie können auch spezielles Flockenfutter und Granulat erwerben. Dieses sollte reichlich tierisches Protein enthalten, welches die Fische zum Muskelaufbau benötigen. Alternativ können Sie Lebendfutter (zum Beispiel Fliegen, Larven oder Mücken) verfüttern.

Viele Kampffischbesitzer setzen zudem auf gefrorene Insekten. Kleine Portionen grüner Bohnen dürften die meisten Kampffische ebenfalls essen.

Wie oft muss man einen Kampffisch füttern?

Ein Kampffisch sollte regelmäßig gefüttert werden. Ideal ist, ihn einmal am Tag zu füttern.

Gesundheit: Wie lange lebt ein Kampffisch im Aquarium?

Mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von etwa drei bis fünf Jahren werden Kampffische zwar nicht besonders alt, sind jedoch im Allgemeinen gesunde und robuste Fische. Halten Sie die Empfehlungen zur Haltung und Fütterung allerdings nicht ein, können Ihre Fische erkranken.

Eine große Gefahr stellen beispielsweise Pilzinfektionen und bakterielle Infektionen dar. Diese können durch zu schwach eingestellte Filter bedingt sein. Auf der anderen Seite verursachen Filter jedoch Stress, was auch zu Krankheiten und Tod führen kann.

Anzeichen für Krankheiten frühzeitig erkennen

Ihre Alarmglocken sollten in jedem Fall schlagen, wenn sich Ihr Fisch träge am Boden aufhält. Denn dies könnte ein Hinweis dafür sein, dass er krank oder gestresst ist. Auch ist es möglich, dass dann die Temperatur des Wassers zu niedrig ist.

Zeigt Ihr Fisch geschwollene Augen, halboffene Kiemen oder andere krankhafte Veränderungen, sollten Sie sich unbedingt von Ihrem Tierarzt beraten lassen. Kränkelnde Tiere sollten Sie zudem von den anderen Tieren isolieren.

Einen gesunden Kampffisch erkennen Sie im Gegenzug daran, dass dieser regelmäßig durch sein Revier schwimmt. Sein Schwanz und seine Flossen trägt er dabei weit vom Körper gestreckt. Seine Schuppen sind glatt und sauber.

Welche Krankheiten treten häufig auf?

Kampffische können an verschiedenen Fischkrankheiten erkranken. Dazu zählen folgende Beispiele:

  • Bauchwassersucht: Die Schuppen Ihres Fisches stehen über den Körper verbreitet ab, was zu einer typischen Tannenzapfenform führt. Als Ursachen kommen eine schlechte Wasserqualität, fehlende Hygienemaßnahmen und eine fehlerhafte Ernährung infrage.
  • Flossenfäule: Diese Krankheit führt dazu, dass die Flossen Ihres Bettas milchig ausfransen. Auch hier spielt schlechte Hygiene, insbesondere infolge einer Verletzung, eine große Rolle.
  • Glubschaugen- oder Glotzaugenkrankheit: Hierbei schwellen die Augen Ihres Fisches stark an. Gleichzeitig bildet sich eine milchig erscheinende Schicht auf den Augen. Als Gründe sind Verletzungen und bakterielle Infektionen möglich.
  • Schuppentaschenentzündung: Bei dieser Fischerkrankung stehen meist die Schuppen an den Flanken sowie am Kopf und Nacken ab. Es kann sein, dass sich Ihr Fisch verletzt hat und sich Bakterien in die Wunde gesetzt haben. Auch Parasiten könnten als Ursache infrage kommen.

Verhalten: Ist ein Kampffisch gefährlich?

Der Name des Kampffisches (wissenschaftlich Betta) kommt nicht von ungefähr. Zwar sind Siamesische Kampffische nicht für Menschen gefährlich, doch sie sind sehr aggressiv gegenüber Artgenossen und fremden Fischarten.

Thailänder veranstalten sogar Wettkämpfe, in denen die aggressiven Fische gegeneinander kämpfen. In Europa und Amerika finden diese Wetten traditionell nicht statt. Stattdessen sind sie ein beliebtes Haustier, vor allem wegen ihres prächtigen Aussehens.

Welche Kampffische sind friedlich?

Ausnahmen bestätigen die Regel. So ist der Betta imbellis, auch Friedlicher Kampffisch genannt, ein heiterer Artgenosse.

Herkunft: Thailand – die Heimat des Bettas

Thailand ist als Heimat des Kampffisches international anerkannt. Dies rührt vor allem von den Fischkämpfen her, einer beliebten Tradition des asiatischen Landes.

Der Begriff „Betta“ verdeutlicht jedoch, dass die auch als Siamesische Kampffische (Betta splendens) bezeichneten Wasserbewohner auch anderweitig verbreitet sind.

Das Wort Betta stammt aus dem Javanischen (Java, Indonesien). In Thai heißt der Fisch eher Pla-kad oder Trey Krem.

Die in Südostasien vorkommende Fischart bevorzugt die Süßgewässer Indonesiens und Regionen um Bali, Malaysia, Laos, Vietnam, Myanmar und Kambodscha. Außerhalb Südostasiens finden sich Kampffische lediglich in Aquarien oder privaten Teichanlagen.

Kampffisch Aquariumgrund © lalalululala / stock.adobe.com
Kampffische mögen einen dunklen Bodengrund.

Kauf: Das sollten Sie beim Kampffisch beachten

Kampffische sind ein echter Klassiker in Zoohandlungen. Oftmals finden Sie jedoch nur gängige Arten mit Crown und Halfmoon Tail. Für ausgefallene Arten sollten Sie spezielle Bestellungen aufgeben oder sich in größeren Städten umsehen.

Eine weitere Option ist das Internet, welches eine sehr breite Auswahl an Bettas anbietet. Diese können Sie sich in aller Ruhe ansehen, müssen die Tiere aber meist persönlich abholen.

Wie viel kostet ein Kampffisch?

Ein gängiges Exemplar kostet etwa zehn bis 20 Euro. Der Preis ist jedoch abhängig von der Art, Herkunft und dem Aussehen. So können beliebtere Exemplare auch weit über 100 Euro pro Individuum kosten.

Fazit: Sind Kampffische für Anfänger geeignet?

Kampffische eignen sich auch für Anfänger der Aquaristik. In jedem Fall ist es wichtig, dass Sie die empfohlenen Tipps und Tricks zur artgerechten Haltung und Ernährung Ihrer Fische einhalten. Denn dann haben Sie große und vor allem lang anhaltende Freude an den farbenfrohen Fischen in Ihrem Aquarium.

Quellen:


Franziska G., Tierärztin
Profilbild von Tierärztin Franziska Gütgeman mit Hund

An der Justus-Liebig-Universität Gießen wurde ich zur Tierärztin ausgebildet und durfte Erfahrungen in verschiedensten Bereichen sammeln. Seitdem arbeite ich nicht nur als tierärztliche Autorin, sondern auch an meiner Dissertation. Mein Ziel ist es, Tiere vor krankheitserregenden bakteriellen Erregern zukünftig besser zu schützen. Neben meinem tierärztlichen Wissen teile ich meine eigenen Erfahrungen als glückliche Hundebesitzerin. Dadurch kann ich Ängste und Probleme nachvollziehen und zugleich über diese aufklären.


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